Frust mit Pumpstillen, Zufüttern und Stillen

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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jaloca
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Re: Frust mit Pumpstillen, Zufüttern und Stillen

Beitrag von jaloca »

Liebe MK,
Danke der Nachfrage. Leider ist bei uns momentan eine sehr schwere Zeit... Brustkrebs-Krebsverdacht bei meiner Mutter (trotz fehlendem Knoten und super Schall, nur in der Mammo irgendwelche verdächtigen Sachen), schlecht essende Tochter, sonstige gesundheitliche Abklärungen... alles unendlich schlimm für mich. Ich habe lange nicht mehr geschrieben.

Das Essen bei der Kleinen treibt mich langsam in den Wahnsinn: mittlerweile mache ich ihr die speziellsten fast Gourmet-Breie am Mittag, verbringe so viel Zeit in der Küche, versuche alles mögliche und sie isst einfach nicht. Bis letzte Woche hatte man noch trotz Grimassen paar Löffel in den Mund stecken können, aber seit einigen Tagen hat sie entdeckt, dass sie den Mund einfach fest zumachen kann und man hat natürlich keine Chance. Heute hat sie nur 1 Löffel probiert und schon wieder war Schluss. Der Nachmittagsbrei mit Frucht geht eher, auch nicht wahnsinnig viel, aber zumindest geht es einigermassen. Demnächst wollte ich auch den dritten Brei am ABend einführen, also denjenigen mit der MIilch. Ich mache mir echt grosse Sorgen, da sie immer noch keine 7 kg ist und schon im 8. Monat. Stillen tue ich weiterhin,aber auch nicht sooo viel, eigentlich wollte ich die Breie ausbauen. Fingerfood geht auch nicht richtig, da sie keine Zähne hat: ich versuche es schon mit Brot (glutenfrei), gekochtem Gemüse etc, aber auch nicht super. Was soll ich machen: ich bin nur noch am Heulen...Wie soll dieses Kind zunehmen? Ohne Öl etc.?

Hast Du eine Idee?
jaloca
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Re: Frust mit Pumpstillen, Zufüttern und Stillen

Beitrag von jaloca »

Noch zum Thema Milch: ich habe das Gefühl, dass ich nicht mehr so wahnsinnig viel Milch habe... bei diesem seltenen Anlegen kein Wunder. Aber auch wenn ich sie anlege, trinkt sie nicht gerade viel. Ich glaube nicht, dass es sich um eine Phase handelt, irgendwie gestaltet sich diese ganze Beikostsache bei ihr sehr schwer. Ich habe vorgestern wieder mit dem Pumpen angefangen, damit ich ihr den Milchbrei damit machen kann und was soll ich sagen: wie früher halt zu den eher schlechteren Zeiten: muss so 3-4 Mal pumpen, damit ich 100 ml zusammenkriege. Heute schrieb mir eine Kollegin, dass ihr Sohn (1 Tag später geboren) 9.5 kg schwer ist :-(((. Ich könnte echt nur noch heulen.
Linda81
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Re: Frust mit Pumpstillen, Zufüttern und Stillen

Beitrag von Linda81 »

Kennst Du die "Grundinfo Beikosteinführung" von Jusl aus dem Unterforum "Beikost und Familientisch" hier? Da hab ich für mich viele Ideen und Sicherheit raus gezogen, als es ums Essen ging.
Linda mit Sohnio (10/2014), dem Freudenstrahl (01/18) und der Überraschung (01/21)
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jiu21
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Re: Frust mit Pumpstillen, Zufüttern und Stillen

Beitrag von jiu21 »

Ich mag dir nur ganz fix das Buch "Mein Kind will nicht essen" empfehlen (von Carlos Gonzales). Ist wirklich ganz toll, ich konnte dadurch sehr entspannt an die ganze Beikostsache/Essensmengen herangehen. Alles Gute für euch (())
mit einem Sohn 08/2014
Schlumpentump
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Re: Frust mit Pumpstillen, Zufüttern und Stillen

Beitrag von Schlumpentump »

Hallo Jaloca, ich hab bisher nur mitgelesen bei euch, aber da wir eine ähnliche Situation hatten, möchte ich dir kurz was von uns erzählen. Vielleicht hilft es euch ja (habe auch einen längeren Thread hier).

Mein Kleiner ist mit 3 oder 4 Monaten immer weiter in den Perzentilen abgerutscht, sodass ich dann mit früher, hochkalorischer Beikost anfangen wollte. Das hat aber gar nicht geklappt, er wollte einfach nix haben. Zuletzt wollte ich ihm Milch zufüttern, hat er aber auch nicht genommen. Stillen lief auch nicht so gut, er trank immer nur kurz und ließ sich durch nix zum weiter trinken motivieren. Ich hab mir furchtbare Sorgen gemacht, zumal das Gewicht zwischenzeitlich auch eine Weile stagnierte. Es war recht verfahren und irgendwann hab ich gemerkt, dass ich den Druck rausnehmen muss.

Was mir geholfen hat:
- Brei füttern an den Papa übertragen, was ich auch fair finde, da ich für die restliche Ernährung zuständig bin.
- Erst mal nicht mehr selbst kochen. Gläschen wegschmeißen hat mich weniger frustriert.
- Kind essen lassen, was es mag abseits jeglicher Ernährungspläne und -empfehlungen (natürlich babygerecht).

So hat mein Kleiner mit ca. 7,5 Monaten angefangen, mehr als 5 Löffelchen pro Mahlzeit zu sich zu nehmen. Nur Obst-Getreide-Brei, Gemüse ging gar nicht. Als ich mich damit abgefunden hatte, dass er wohl bis zur Familienkost nichts anderes essen wird, fing er an Gemüse zu essen. Hab es immer wieder mal probiert, aber sobald er nicht mehr mochte, mit Obst weiter gemacht oder gestillt. Seit ca. 2 Wochen geht plötzlich auch Gemüse und ich bin ganz zuversichtlich, dass er demnächst mittags von einer herzhaften Mahlzeit satt wird. Große Mengen isst er nach wie vor nicht, momentan ca. 200 g Brei pro Tag (!). Aber auch die Stillmahlzeiten laufen besser seitdem ich weniger angespannt bin.
jaloca hat geschrieben:Heute schrieb mir eine Kollegin, dass ihr Sohn (1 Tag später geboren) 9.5 kg schwer ist ((. Ich könnte echt nur noch heulen.
Vergleichen ist immer doof. Aber um dich zu beruhigen: mein Kleiner ist jetzt 10 Monate und wiegt noch keine 8 kg. Geburtsgewicht war fast wie bei deiner Tochter. Aber er ist fit und zufrieden, mehr kann ich nicht machen. Und soweit ich weiß, liegt die durchschnittliche Zunahme ab 6 Monaten bei 40-110 g pro Woche. Da passiert einfach auch nicht mehr so viel wie am Anfang.

Ich hoffe, eure Situation entspannt sich bald, alles Gute!
Bleibt alles anders...
2 Söhnchen (10/2012 und 02/2015)
vivi
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Re: Frust mit Pumpstillen, Zufüttern und Stillen

Beitrag von vivi »

jiu21 hat geschrieben:Ich mag dir nur ganz fix das Buch "Mein Kind will nicht essen" empfehlen (von Carlos Gonzales). Ist wirklich ganz toll, ich konnte dadurch sehr entspannt an die ganze Beikostsache/Essensmengen herangehen. Alles Gute für euch (())
Unterschreib!
Ich kann deine Sorgen sehr gut nachvollziehen. Meine Große war ein Spät und Wenigesser und immer seeehr wählerisch ( ist sie heute noch mit 8 Jahren) . Mit 6-10 Monaten wurde nur minimal Essen probiert und sie war sehr zart ( 8,5 kg bei der U6 ) . Mit 10 Monaten wurde es ein wenig besser, aber Sorgen hab ich mir die ganze Zeit gemacht und es drehte sich viel und Essen. Alles sehr unentspannt und voller Angst. Was bei mir dann wirklich den Schalter umgelegt hat war dieses Buch von Gonzales. Ich hab gelernt, ihr zu vertrauen, dass sie sich nimmt, was sie braucht und wir haben zu einem entspannten Verhältnis am Esstisch gefunden. Sie ist mir nicht verhungert, auch wenn ich phasenweise dachte- wovon lebt die, so quirlig wie sie immer schon ist.
Ich wünsche dir alles Gute, und dass du wenigstens beim Thema Essen eine Sorgenfalte weniger hast!
vivi mit der großen Zuckermaus Jan '07 und der kleinen Strahlemaus März ' 14
jaloca
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Re: Frust mit Pumpstillen, Zufüttern und Stillen

Beitrag von jaloca »

@Schlumpentump
So viele Parallelen, vielen Dank für Deine Schilderung. Ich dachte, Du meinst 200 g pro Mahlzeit und da dachte ich "Wow, wo ist das Problem?", aber dann ging es auf der nächsten Zeile weiter, dass es pro Tag sei... Ich glaube, es ist bei uns nicht viel anders. Und genau wie Du schreibst: die süssen Obstbreie isst sie eher, also den Nachmittag Getreide Obst Brei meine, den Milchbrei wollte ich ja erst einführen. Ich habe schon darüber nachgedacht, ihr in den Gemüsebrei immer auch noch eine süsse Frucht reinzutun, damit sie es isst, aber ich frage micht halt immer, ob es gesund sein kann, dass sie sich täglich an Süsses gewöhnt und Gemüse so auf der Strecke bleibt, es ist doch so gesund... Aber täglich immer diese Bananen...im Winter ist ja die Auswahl auch nicht gerade prickeldn, immer nur Äpfel und Birnen und Bananen... Ich habe heute Mittag selber gemerkt, dass es nicht so weiter gehen kann: ich kann ihr nicht mit Gewalt den Löffel in den Mund schieben. Leider macht sie den Mund nicht mehr auf, was bis jetzt noch ging.... sie ass, aber mit so einbisschen einem Ekelgesicht, aber sie ass und schluckte. Jetzt ist fertig damit und ich somit auch mit meinem Repertoire. Danke für die Ratschläge, ich werde alles versuchen. Papi füttern lassen mache ich auch jederzeit, wenn das geht und er zu Hause ist. Und ja, auch ich habe heute das erste Mal daran gedacht, auf Gläschen umzusteigen, obwohl ich sooo dagegen bin... aber es schmerzt extrem, wenn man so viel Aufwand betreibt und sie nichts essen will. Ich friere dann halt ein das eine oder andere, die Hoffnung stirbst ja als letzte...

Nein, das Bch kannte ich nicht, vielen Dank für den Tip. Habe auch das Forum gefunden, danke für den Hinweis, ev. schreibe ich dort mal hin, eigentlich sind meine Themen nicht mehr still-Themen. Obwohl klar, das Stillen ist immer noch da und auch nicht unproblematisch. Ich muss jetzt wieder vermehrt pumpen, damit meine Milch nicht weggeht mit so seltenem Anlegen. Ich versuche immer wieder anzulegen, aber sie will irgendwie nicht richtig, Vielleicht ist sie einfach satt, klar... Deswegen brauche ich schon noch Mondenkind :-), definitiv!
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Marissa04
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Re: Frust mit Pumpstillen, Zufüttern und Stillen

Beitrag von Marissa04 »

Mein Sohn isst noch lange keine 200 Gramm am Tag. Er ist auch knapp 7 Monate, und hat 7 kilo. Und?
Ich weiß um eure Geschichte.
Aber du kannst sie nicht zum essen zwingen.
Du kannst es anbieten, und weiter nach Bedarf stillen.
Mehr passiert bei uns auch nicht. Er bekommt was in die Hand, bekommt unser essen Baby gerecht. Wenn er will, gut. Wenn nicht, auch ok.
Essen geht aber auch ohne Zähne.
Meine Tochter hatte mit einem Jahr erst 2 Zähne, mit 22 Monaten noch keine eckzähne. Sie hat brei komplett verweigert, hat trotzdem gegessen. Das geht.
Auch sie war ne zarte und kleine. Aber das bin ich auch. Ich denke du solltest den ganzen Druck raus nehmen. Essen soll Freude machen. Macht es ihr aber nicht im Moment.

Liebe grüße, geschrieben vom Handy
Liebe grüße
Mit Juli Mädchen *13 und Mai Jungen *15
Linda81
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Re: Frust mit Pumpstillen, Zufüttern und Stillen

Beitrag von Linda81 »

Wie wäre es denn, wenn Du sie wieder öfter anlegst? So wie früher? Auch einfach vor dem Essen? Einfach anbieten? Und Essen einfach unabhängig davon mal probieren lassen? Das würde mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen:
- Du müßtest keine Sorgen um Deine Milchmenge haben.
- Sie wäre bestens versorgt, auch mit Fett und Kalorien. (Muttermilch hat wohl um die 66 kcal auf 100 ml (oder g?).Obst, Gemüse und Getreide dagegen wird uns doch immer empfohlen, wenn wir abnehmen wollen.) Wenn sie da tatsächlich ein Defizit hätte und nicht einfach ein zartes Baby ist, könnte sie mehr zulegen. Wenn nicht, ist sie einfach so.
- Euch wäre der Druck erstmal genommen, denn Du wüßtest, daß sie genug bekäme. Ihr könntet ganz entspannt rangehen. Einfach mal probieren, ob sie was mag und was so gehen könnte. Banane, Steak, Reiswaffel, Käse, Milchbrei, Joghurt, wäre völlig egal.
- und wenn ihr entspannt Essen übt, kannst Du bedenkenlos wieder weggehen, arbeiten, Leute treffen. Sie muß nicht vier Wochen lang um 12.15-12.35 Uhr 210 Gramm GOB und nachmittags um 15.07 Uhr Gemüsepürree essen, bevor Du sie alleinlassen kannst. Das freut zwar Herrn Hipp, ist aber unnötig. Wenn sie was von Deinem Mann angeboten bekommt, während Du weg bist, ist alles in Ordnung. Ob sie es ißt oder nicht. Das darfst Du ihr zutrauen.
Linda mit Sohnio (10/2014), dem Freudenstrahl (01/18) und der Überraschung (01/21)
Baummaedchen
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Re: Frust mit Pumpstillen, Zufüttern und Stillen

Beitrag von Baummaedchen »

Meine war auch so eine Essensverweigerin, nur immer ein paar Löffel. Irgendwann habe ich entdeckt, dass die fertigen Gläschchemenüs etwas besser gehen als selbergekochtes, Fingerfood war auch eher Spielzeug.
Als ich wieder arbeiten gegangen bin (mit 10 Monaten), hat sie es geschafft bis zu 12 Stunden mit 2 Nudeln und 2 Minireiswaffeln und etwas abgepumpter Milch (aus dem Becher, Flasche verweigert sie) zu überbrücken und auf mich gewartet. Abgenommen hat sie dabei nicht, erstaunlich, aber sie hat es Abends/Nachts/Morgens nachgeholt. Schlagartig fing sie an zu essen (dann aber gleich ganz normale Kost), als sie in die Krippe mit 12 Monaten kam (was andere Kinder so ausmachen).
mit Mauzi (08/2014) und Mäuserich (09/2016)
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