Neophobie gegenüber Essen und BLW

Was kommt nach dem Vollstillen?

Moderatoren: klecksauge, Mondenkind

Antworten
Erdnuss
alter SuT-Hase
Beiträge: 2023
Registriert: 08.04.2015, 03:29

Neophobie gegenüber Essen und BLW

Beitrag von Erdnuss »

Hallo allerseits,

was mich schon mal bei Beikosteinführung beschäftigt hat und sich nun wieder meldete: Gibt es eurer Erfahrung nach einen Einfluss von BLW auf die Neophobie gegenüber Essen? Also zum Beispiel dass sie seltener auftritt, oder weniger ausgeprägt? Setzt sie später ein und ein möglicher Effekt des BLW verwischt? Oder gibt es keinen Einfluss und sie gehört ganz normal zur Großmenschwerdung dazu? ... Wobei sie vermutlich allgemein von Individuum zu Individuum unterschiedlich stark ausgeprägt ist und sich dies schlecht einschätzen lässt ...

Was denkt ihr?
Erdnüsslein (9/2014) und Erbslein (11/2017) another love (*3/16)
Benutzeravatar
Kinsale
ModTeam-Trageberatung
Beiträge: 7558
Registriert: 26.10.2010, 19:12

Re: Neophobie gegenüber Essen und BLW

Beitrag von Kinsale »

Nein, das glaube ich nicht.
Das ist doch ein ganz normales, natürliches Verhalten ab ca. 2 Jahren. Das verschwindet bestimmt nicht, wegen einer normalen, natürlichen Ernährung [emoji6]
Mamorea
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1210
Registriert: 13.10.2014, 15:16
Wohnort: Göttingen

Re: Neophobie gegenüber Essen und BLW

Beitrag von Mamorea »

Ich habe einmal von einer Mutter von drei Kindern gehört, dass sie bei allen BLW gemacht hat und alle drei Kinder ganz unterschiedliche Esser wurden. Das eine ist ganz offen für verschiedenstes Essen, das andere überhaupt nicht.

mit Schneckchen 09/14
mit Schneckchen 9/14
Als Mutter ist dein Leben doppelt so schrecklich und doppelt so schön. Es ist voller Leiden und Unzufriedenheit, aber die Liebe rettet uns.
Sarah Napthali
Erdnuss
alter SuT-Hase
Beiträge: 2023
Registriert: 08.04.2015, 03:29

Re: Neophobie gegenüber Essen und BLW

Beitrag von Erdnuss »

So ein Gefühl habe ich auch ... Aber könnte es nicht Auswirkungen haben, wenn dem Kind von vornherein Grenzen gesetzt und Vorgaben gemacht werden, im Sinne, dass einer Neophobie schon eine Steilvorlage gegeben wird?
Erdnüsslein (9/2014) und Erbslein (11/2017) another love (*3/16)
Carlotta
alter SuT-Hase
Beiträge: 2197
Registriert: 10.04.2012, 17:31

Re: Neophobie gegenüber Essen und BLW

Beitrag von Carlotta »

Ich denke dass das quatsch ist. Einem klassischen Brei Kind werden ja auch nicht automatisch Grenzen oder Vorgaben Gemacht.
Carlotta mit Räubertochter 2/12 und kleinem Schatz 12/14

Don't let perfect be the enemy of good!
08u11
Profi-SuTler
Beiträge: 3340
Registriert: 17.09.2012, 16:14

Re: Neophobie gegenüber Essen und BLW

Beitrag von 08u11 »

Erdnuss hat geschrieben:So ein Gefühl habe ich auch ... Aber könnte es nicht Auswirkungen haben, wenn dem Kind von vornherein Grenzen gesetzt und Vorgaben gemacht werden, im Sinne, dass einer Neophobie schon eine Steilvorlage gegeben wird?
Meiner Erfahrung nach ist das tatsächlich so, hat aber wenig mit der Frage, ob Brei oder Fingerfood zu tun, sondern vielmehr damit, ob das Kind schon klein auch mal 'normales' Essen zumindest probieren darf oder ob zur Allergievermeidung alles ferngehalten wird. Unser Großer wurde noch so an Beikost herangeführt - der ist bis heute ein extrem schlechter Esser. Der Mittlere hat schon als Baby auch mal Käse, Oliven, Tee oder so probieren können. Die Neophobie haben natürlich beide, die gehört einfach dazu, aber bei Nr. 2 gab's halt von vornherein viel mehr Lebensmittel zur Auswahl. Da macht ein bisschen Einschränken dann nicht mehr so viel aus. Wenn man bei eh' schon wenig dann noch anfängt einzuschränken hingegen - oh weh :( . Aber wie gesagt: um das zu vermeiden, kann man auch ganz klassisch Brei füttern und halt gleichzeitig auch ein bisschen noch probieren lassen.
Nina mit A. (11/2008), J. (03/2011), Minimaus (28/01/15), Babyzwerg (15/02/2019) und Weihnachtsengel im Herzen (Januar 2018, 10. Woche)
Benutzeravatar
sabbelschnuut
alter SuT-Hase
Beiträge: 2944
Registriert: 25.11.2012, 14:30
Wohnort: NRW
Kontaktdaten:

Re: Neophobie gegenüber Essen und BLW

Beitrag von sabbelschnuut »

Der Wicht hat nie ein Gläschen gesehen und wurde vielseitig an Fingerfood herangeführt, hat auch anfangs viel ausprobiert, trotzdem ist er jetzt ein extrem mäkliger Esser. Meiner Meinung nach kommt diese "Neophobie" unabhängig davon, wie man die Beikost gestaltet.
Mit Schulkind 07/2012, in NRW
Mein Instagram-Profil
Benutzeravatar
Mutterhenne
Profi-SuTler
Beiträge: 3039
Registriert: 03.04.2014, 15:13

Re: Neophobie gegenüber Essen und BLW

Beitrag von Mutterhenne »

sabbelschnuut hat geschrieben:Der Wicht hat nie ein Gläschen gesehen und wurde vielseitig an Fingerfood herangeführt, hat auch anfangs viel ausprobiert, trotzdem ist er jetzt ein extrem mäkliger Esser. Meiner Meinung nach kommt diese "Neophobie" unabhängig davon, wie man die Beikost gestaltet.
Bei uns genauso: MIt 9 Monaten Schupfnudeln mit Sauerkraut, eingelegter Ingwer, viele Gemüsesorten, auch mal Fisch - heute: Brot, rohes Gemüse, Nudeln, Oliven, Polenta und Joghurt...
"Die meisten Zitate im Internet sind falsch." (Aristoteles)

Grüße von der Henne
mit Superheldin (09/2013), Piepselchen (11/2018) und den Schutzengel-* (März 2012, November 2017, April 2021)
Benutzeravatar
Giraeffchen
Moderatoren-Team
Beiträge: 5639
Registriert: 10.01.2011, 15:31

Re: Neophobie gegenüber Essen und BLW

Beitrag von Giraeffchen »

Es gibt doch verschiedene Varianten, aber alles endet oft darin, dass man denkt, man hat alles richtig gemacht, weil das Kind sich so entwickelt wie gewünscht.
Oft einhergehend mit Selbstvorwürfen, was man falsch gemacht haben könnte, wenn es nicht so läuft wie geplant und der Frage, was die anderen besser konnten, was einem selber nicht gelungen ist.
Egal ob Essen, Schlafen, Sprechen oder trocken werden, der Mensch neigt dazu, die positive Entwicklung des Kindes seinen eigenen pädagogischen Fähigkeiten zuzuschreiben, solange es läuft und sich zu zerfleischen, wenn es das nicht tut. (Was schnell einmal der Fall sein kann.)

Ein zweites oder drittes, unter gleichen Bedingungen groß werdendes Kind realtiviert dann oft schon viele dieser Theorien.

Meiner Erkenntnis und Erfahrung nach ist außer einem bedürfnisorientierten Umgang, der von Kind zu Kind vollkommen unterschiedlich sein kann, nichts weiter erforderlich, um es achtsam auf seinem Weg zu begleiten. Wie es sich dann entwickelt, da spielt sovieles mit hinein, was nicht in unserer Hand liegt.
Hier gibt es auch zwei vollkommen unterschiedliche Esser unter gleichen Bedingungen und aus dem gleichen Genpool. :lol:
Liebe Grüße, GiraeffchenBild mit dem großen Knopf und dem Herbstwichtel


Bild Bild


"Es ist gefährlich,
zu lange zu schweigen.
Die Zunge verwelkt,
wenn man sie nicht gebraucht."

(Astrid Lindgren)
Carlotta
alter SuT-Hase
Beiträge: 2197
Registriert: 10.04.2012, 17:31

Re: Neophobie gegenüber Essen und BLW

Beitrag von Carlotta »

Toll geschrieben!
Carlotta mit Räubertochter 2/12 und kleinem Schatz 12/14

Don't let perfect be the enemy of good!
Antworten

Zurück zu „Beikost und Familientisch“