Stillen und arbeiten im KH

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Nikola
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Re: Stillen und arbeiten im KH

Beitrag von Nikola »

Jetzt bin ich mal auf Mondekinds Antwort gespannt. Wie lange ist denn eine stillende mami durch das MuschG geschützt. Ist sie es üerhaupt ? Auch 2-3 Jahre ?
Liebe Grüße Nina mit Grosser Schwester (07/15) und Mini Schwester (03/18)
SandraKoeln
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Re: Stillen und arbeiten im KH

Beitrag von SandraKoeln »

In meiner Abteilung gibt es für uns Ärzte keine Nachtdienste. Nur verlängerte Tagdienste und WE-Tagdienste. Über Tag hält die kleine gut aus, betreut wird sie vom Papa. Ich streiche mittags oft etwas aus, wenn ich merke, dass die Brust spannt. Bisher klappt das gut so. Ich hab also eigentlich keinen Grund, mich zu "outen". Nur die Risikofrage bei Zytostatika wäre für mich eben auch relevant. Falls das ein echtes Risiko ist (glaub ich eher nicht, wenn man alle Vorsichtsmaßnahmen beachtet) würde ich aber evtl mit meinem Chef mal sprechen.
Unterwegs mit dem Großen (08/11), der Kleinen (09/14) und den Zwitschis (06/17)
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Kirschquark
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Re: Stillen und arbeiten im KH

Beitrag von Kirschquark »

Bei uns ist es so: entweder man nimmt das MuSchG bzw. sie daraus entstehenden Rechte in Anspruch, dann aber ganz (Krankenschwester ITS).
Bei steigendem Alter des Kindes nimmt allerdings das Verständnis des Kollegen zunehmend ab (ergab mal aufgrund eines ähnlichen Threads eine nicht repräsentative Umfrage auf Station).
Oder man nimmt es nicht in Anspruch und stillt "inoffiziell" und hat halt entsprechende Absprachen mit dem Team/SL.
Das entscheidet jede Mutter für sich. Allerdings musste meine stillende Kollegin nach dem vierten Geburtstag ihres Kindes auch wieder Nachtdienste machen. Da war dann das Verständnis ihrer SL "zu Ende".
Ich selbst habe nach sieben Monaten wieder in Vollzeit/Dreischicht angefangen, inoffiziell stillend und abgesehen von einer Phase letztens, in der ich dachte das Kleinkind habe sich abgestillt, stillen noch problemlos.
Chemos haben wir selten aber wenn, dann übernehmen meine Kollegen die Vorbereitung etc. ganz selbstverständlich.
Und sonst schützt man sich ja eh so gut wie möglich.
LG
Hannah
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Finkia
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Re: Stillen und arbeiten im KH

Beitrag von Finkia »

Wahrscheinlich würde ich mir auch nicht sooo die Gedanken machen, wenn meine Arbeit nicht fast ausschließlich mit Zytostatika zu tun hätte. In diesem Beruf besteht halt in vielerlei Hinsicht ein Risiko, seien es Stichverletzungen, Infektionskrankheiten, multiresistente Erreger etc. Dessen bin ich mir auch voll bewusst. Man passt ja mit Kind nicht weniger auf als ohne Kind. Aber Tatsache ist, dass ein Kind sehr viel verändert :)
Siduri
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Re: Stillen und arbeiten im KH

Beitrag von Siduri »

Ich habe auch eine Zeit lang in D gearbeitet und da war es bei uns genauso, wie hier in Ö. Aer ich bin neugierig auf Mondenkinds Antwort.
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annibi
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Re: Stillen und arbeiten im KH

Beitrag von annibi »

Ich habe beim mittlerem stillend wieder angefangen in der ambulanten Pflege auf gfb basis. Darauf habe ich keinen anspruch in ez u stillend hätte mich meine chefin nicht genommen, bzw mit muschu auflagen. Bei uns ist eigentlich nur das stechen heikel ... in dem falle würde ich abstillen, also wenn was passieren würde. Hab aber damals nurnoch wenig gestillt.
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Mondenkind
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Re: Stillen und arbeiten im KH

Beitrag von Mondenkind »

Nikola hat geschrieben:Jetzt bin ich mal auf Mondekinds Antwort gespannt. Wie lange ist denn eine stillende mami durch das MuschG geschützt. Ist sie es üerhaupt ? Auch 2-3 Jahre ?
Ja, das Mutterschutzgesetz schützt auch die stillende Mutter bzw das Kind. Eine Zeitbegrenzung enthält das Mutterschutzgesetz nicht. Hier zusammengefasst: http://www.bfr.bund.de/cm/343/stillen_u ... igkeit.pdf
Ob man für ein Kind über 1 oft Nachtarbeit verzichten möchte und wie ggf. der Arbeitgeber darauf reagiert... Das muss man selbst entscheiden bzw. selbst einschätzen. Für die meisten Kinder Ü1 wird es problemlos möglich sein, eine Nacht ohne Mama, dafür mit einer anderen fürsorglichen (!) gut bekannten (!) Bezugsperson auszukommen.
Nun ist es so, dass ich als Krankenschwester auf der Hämatologie mit einem Teil onkologischer Betten arbeite, d.h. Chemotherapie, Bestrahlung, Isolationszimmer sind hier Alltag. Nun zu meiner Frage: darf ich ohne weiteres auf der Station arbeiten, wenn ich noch stille? Ich habe ein sehr ungutes Gefühl, wenn ich daran denke, dass unsere Tochter Schaden daran nehmen könnte.
Anders ist es natürlich mit Gefahrstoffen (die ja aber meist dann auch nur tagsüber eingesetzt werden). Ich persönlich hatte damit kein Problem. Ich habe sowohl schwanger als auch stillend Chemotherapien gemacht, als Ärztin bekomme ich die ja fertig angemischt im Beutel und muss die nicht selbst anmischen, Arbeit in einer Apotheke kann da nochmal was ganz anderes sein. Die Schläuche füllt man ja eh meist mit Kochsalz, bleibt nur das Anstechen, was für mich mit Handschuhen kein Problem darstellt. Selbst schwanger hab ich da keine Gefährdung gesehen. Das war mein Umgang damit, keine Empfehlung :wink: .
Der Arbeitgeber hat aber natürlich eine besondere Fürsorgepflicht und ist da an die Gesetze gebunden, die die Arbeit mit Gefahrstoffen regeln, da gibts ja nicht nur das Mutterschutzgesetz sondern noch andere, Gefahrstoffverordnungen etc, je nach Wirkstoffen.
Wenn Du es mitteilst, musst dann halt auch damit rechnen, dass Du diese Arbeit dann nicht machen kannst und u.U. versetzt wirst.
Grad in der Häma/Onko sind die Isolationszimmer ja meist Umkehrisolationen, also zum Schutz des Patienten wegen Immunschwäche und nicht weil sie selbst infektiös sind. Das dürfte also eher kein Problem sein. Auch Bestrahlte Patienten sind keine Gefahr für die stillende Mutter.
Finkia hat geschrieben:Wir haben einen Krippenplatz, aber ich stelle es mir für ein kleines Kind echt nicht leicht vor, wenn jede Woche anders aussieht, weil man andere Dienste hat. Ach so viele Fragen!
Ich habe lange Zeit im Krankenhaus im Bereitschaftsdienstsystem gearbeitet, also mit 24-Stunden-Diensten, angefangen zu arbeiten hab ich jeweils wieder, als meine Kinder 18 Monate alt waren. Ich habe sie dann zwischen 9 und 30 Stunden nicht gesehen, bei sehr unregelmäßigen Dienstplänen. Probleme gabs dabei keine.

In diesem Thread hatten wir ähnliches schon mal: http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 2&t=169056
Und hier auch: http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... %A4tigkeit
Über die Suche wird man noch viele andere finden.

Hilft das erstmal weiter? Weitere Fragen beantworte ich natürlich gern.

Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung
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Re: Stillen und arbeiten im KH

Beitrag von SandraKoeln »

Danke Mondenkind! So wie du habe ich es bisher auch gehandhabt. Gut zu wissen, dass du das Risiko auch für vertretbar hälst. Ich habe auch gestern mit unserer Betriebsärztin darüber gesprochen. Die sah das spontan ähnlich, wollte sich aber nochmal belesen.
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annibi
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Re: Stillen und arbeiten im KH

Beitrag von annibi »

Ist ein stillmod gerade anwesend?

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annibi
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Re: Stillen und arbeiten im KH

Beitrag von annibi »

Blöde frage, aber es treibt mich gerade um. Ein Patient hatte ei e kratzwunde u mich am.arm gestreift. Sprich Kontakt haut u blut ... ein arzt sagte mir mal wg ähnlichem, och bräuchte mir keine Gedanken machen. Sagt mir bitte jemand das es wirklich so ist? Meine haut ist intakt u ich hab desinfiziert danach. Hab gerade Angst :/

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