Diskussionsthema vegan

für die schwangere und/oder stillende Mutter (und ihre Familie)

Moderator: britje

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Lösche Benutzer 17612

Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von Lösche Benutzer 17612 »

Aus meiner Erfahrung im realen Leben ( im Gegensatz zu Facebook und Co....) trifft das gsd auch auf die meisten Menschen zu. Deshalb weiß ich , dass ein großer -wenn nicht sogar Großteil-der Veganer es schafft diese Entscheidung für sich selbst zu treffen und auch bei sich selbst zu bleiben, ohne über andere Menschen zu urteilen.
Lösche Benutzer 17612

Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von Lösche Benutzer 17612 »

Nein das klang nicht beleidigt, ich hab es so aufgefasst dass Du dieses Menschenbild auch hast und deshalb Menschen in ihren Ansichten respektierst und nicht versuchst, Ihnen Deines ungefragt überzustülpen oder ihre Moral/Empathiefähigkeit/Intelligenz in Frage stellst weil sie nicht Deiner Meinung sind.
Lösche Benutzer 17612

Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von Lösche Benutzer 17612 »

( das war ein chaotischer Satz, aber mein Kind schläft auf der Hälfte meines Gesichtes und schnarcht. Das lenkt mich ziemlich ab...)
Bright Berry
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Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von Bright Berry »

suri hat geschrieben:Und mit welchem Recht isst ein größerer Fisch den Kleineren?
Weil fleischfressende Tiere nicht ohne das Fleisch anderer überleben können. Wir Menschen können dies sehr wohl. Allesfresser zu sein, heißt nicht zwingend alles (fr)essen zu müssen, sondern dass sich unser Körper aus einer sehr großen Bandbreite an Nahrungsmitteln die Nährstoffe rausziehen und sie verwerten kann. Nur wenige Tierarten können das, die meisten sind eher auf ein schmales Nahrungsangebot angewiesen.
Ein Löwe kann sich z. B. nicht rein pflanzlich ernähren, er würde sterben. Wir nicht. Ob eine pflanzliche Ernährung nun gesünder ist oder nicht, darüber wird gestritten. Fakt ist jedoch, sie ist möglich, ohne dass wir Mangelerscheinungen bekommen. Daher ist das verursachte Leid durch die Tierhaltung und -tötung zur Nahrungsproduktion unnötiges Leid und ich sehe kein moralisches Recht, warum man das anderen zufügen sollte.
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Yvi19
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Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von Yvi19 »

Guten Abend. Ja, Tiere empfinden Schmerz, Trauer, Angst. Das bezweifelt sicher keiner.
Für mich ist der wesentliche Unterschied die fehlende Vorstellung von Zukunft und Vergangenheit und die Fähigkeit sich Dinge vorzustellen.
Folgt man dem Vergleich mit den außerirdischen, die uns nutzen, so wäre die Angst, jederzeit getötet werden zu können, nicht zu wissen was passiert, das gruselige. Nicht der Tod an sich.

Spontan erschossen zu werden fände ich schade, weil ich bestimmte Dinge gerne noch erleben möchte. Ich kann mir vorstellen wie es ist, Kinder zu kriegen, Einschulung zu erleben oder ihr Abitur. Ich kann mir Urlaube vornehmen.
Ein Tier hat aber keine Zukunftsvision und daher finde ich es irgendwie nicht schlimm für das Tier, auch keine Zukunft zu haben.

Milch finde ich da fast bedenklicher.
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Lotti
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Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von Lotti »

Ich würde den Gedanken "anders" denken. Gerade weil wir Menschen eben nicht über den Tieren stehen, können wir nicht gegen unsere Natur, genauso wenig wie ein Tier das kann. Das bedeutet, und da gibt es keinen ernsthaften Zweifel dran, dass wir zum Omnivor geboren sind und nicht zum Vegetarier oder gar Veganer. Unsere Fähigkeit, Empathie und Mitleid zu empfinden, macht uns allerdings einzigartig - und sie sollte die Triebfeder eines/einer jeden sein, ganz genau zu schauen, welche tierieschen Produkte man wo und in welcher Menge kauft.

Ich finde dass Tiere in mancher Argumentation hier arg "vermenschlicht" werden. Ich bin da ganz bei Yvi: Sie wissen nicht um die Endlichkeit des Seins, sie haben keine Angst vor dem Tod. Sie müssen (!) ein gutes Leben und einen schnellen, angstfreien Tod haben, gar keine Frage. Das ist unsere Verantwortung als Menschen.
Mal ganz nüchtern betrachtet: Die Kuh die ich esse, die mit ihrer Herde auf der Weide stand, die hätte gar nicht erst gelebt, wenn wir alle Veganer wären. Sie ist schließlich einzig und allein zu dem Zweck auf der Welt, um gegessen zu werden. Bloß würden wir der Kuh einen Gefallen tun, wenn es sie nie gegeben hätte?

Bright Berry hat geschrieben: Allesfresser zu sein, heißt nicht zwingend alles (fr)essen zu müssen
Sehe ich genau so.
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Giraeffchen
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Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von Giraeffchen »

Ich war noch nicht dazu gekommen hier ausführlicher zu antworten, wollte das aber noch gerne tun.
Yvi19 hat geschrieben:Oh das ist aber auch eher selten so. Das kommt sehr auf die Tradition der jeweiligen Gegend an und hat auch ganz unterschiedliche Hintergründe. Ich finde aber die Frage nach dem persönlichen missfallen der Folklore eine andere als die der grundsätzlichen Jagd.
Hier sehe ich sie regelmäßig zu mehreren in den Wald fahren und wir hören es auch recht oft knallen.
Verschiedene Katzen der Nachbarn sind so schon ums Leben gekommen.
Manchmal (so zweimal im Jahr?) wird richtig abgesperrt, mit Warnhinweis auf Treibjagd und Lebensgefahr und Wald bitte nicht betreten.

Ich würde jetzt nicht sagen, dass wir in einer traditionsreichen Jagdgegend wohnen. Ist das denn deutschlandweit so sehr unterschiedlich? Oder bekommen wir aufgrund der Wohnlage einfach alles mit?
feuerdrache hat geschrieben:
Das Aufreihen nach der Jagd ist ja auch ein vorzeigen. Ein erlegtes Tier soll ja vorgezeigt werden und nicht still und heimlich, irgendwo ganz im geheimen, erlegt werden. Viele Tiere unterliegen einem Abschussplan. Da gibts also einen behördlichen Plan wieviele Stücke in bestimmter Geschlechterverteilung und bestimmter Alterverteilung erlegt werden müssen oder maximal dürfen. Mal abhängig vom Bundesland bei uns. Und natürlich vom Jagdrevier.
JEdes Revier hat Jäger und einen Jagdaufseher. Dieser Aufseher hat zu kontrollieren ob eh alles so abläuft wie es soll, ob die erlegten Stücke dem entsprechen was die Behörde will usw. Das bedeutet auch, das viele Tiere vorgelegt werden müssen, direkt nach dem Schuss. Um die richtige Erlegung zu beweisen. Wenn also bei einer Gesellschaftsjagd die Tiere aufgelegt werden, dann ist das einerseits mal eine Art der Selbstkontrolle, zeigen was erlegt wurde und dass das alles ordnungsgemäß war. Andererseits schwingt da was ziemlich archaisches mit. Dem erlegten Tier einen "letzten Bissen" ins Maul oder den Äser zu geben- das ist ja auch eine Ehrerbietung dem Tier gegenüber. Eine Form des Respektes. Das Aufstecken des Bruches an den Hut, das hat auch was damit zu tun, zu seiner Tat zu stehen. Dafür einzustehen der Schütze zu sein, sich nicht zu verstecken.
Das mit den Jagdhörnern nachher, das "Verblasen" ist ja auch so was. Da gibt es für jede Tierart ein eigenes Signal auf dem Horn. Das wird gespielt.
Danke für den Blickwinkel, vieles habe ich so nch nicht gesehen und kann auch einiges nachvollziehen.
Das archaische ist und bleibt aber nicht so meins. Jemandem, den man getötet hat, einen letzten Bissen ins Maul zu geben, der ihm ja nun gar nichts mehr nutzt, wirkt auf mich tatsächlich widerlich überheblich. Aber das ist halt meins.

Zum Thema vegan allgemein:
Ich habe lange Jahre vegetarisch gelebt und habe Veganer in der Familie, die ich von ihrer Art, die 'gute Sache' zu vertreten, fast als militant bezeichnen würde.
Mittlerweile esse ich ab und an Fleisch oder Wurst, achte aber sehr darauf, wo es herkommt.
Insgesamt habe ich mich lange schwer damit getan, weil ich so groß geworden bin, dass Fleisch eklig ist und das Essen von Fleisch Sünde, die einen in die tiefste Hölle bringen kann oder dazu führt, im nächsten Leben als Mastgans wiedergeboren zu werden.

Im Sinne einer augewogenen Ernährung sehe ich sehe ich für mich aber auch weder Soja(milch)produkte noch Margarine als gesund an und bin für mich zu der Erkenntnis gekommen, dass ich Milchprodukte gerne verwende, weil ich sie für natürlicher und hochwertiger empfinde als viele sogenannten Ersatzprodukte.
Wenn ich koche oder backe, dann nehme ich dafür lieber Butter und Milch/ Sahne als Margarine und Sojadrink, weil mir selber das natürlicher erscheint.
Im Zuge der heftigen Eiallergie meines Sohnes habe ich verschiedene Sojaprodukte durchprobiert, weil Soja prima lockert und Eier durchaus ersetzen kann.
Ich habe mich allerdings eher geekelt vor den Endprodukten, weil sie für mich nicht mehr natürlich erschienen.


Selbstverständlich spielt dabei auch die Herkunft der Produkte eine Rolle.
Sahne, Butter, Milch und Quark bekommen wir hier vom Bauern, der sich darauf spezialisiert hat, diese Produkte vor Ort herzustellen und im kleinen Umkreis zu vermarkten. Das ist natürlich auch ein schöner Luxus.
Schlachten tut er natürlich auch, ja.
Aber eine Vor- Ort- Hofschlachtung ist für mich eine andere Sache als eine quer- durch- Europa- gekarrt- werden- im- Massentransport- Schlachtung, die ich selber auch als ganz schrecklich empfinde.
Wenn regional genutzt werden kann, soweit es möglich ist, dann ist für Mensch, Tier und Natur schon viel getan, denke ich.
Wie feuerdrache auch schon ganz deutlich beschrieben hat.


Und so muss halt jeder seinen Weg finden.
Vegane Ernährung möchte ja auch Tier und Natur schützen und wenn ich die Wahl hätte zwischen vegan und ausschließlichen Massentierhaltungsprodukten, dann würde ich niemals die Massentierhaltung vorziehen.
Liebe Grüße, GiraeffchenBild mit dem großen Knopf und dem Herbstwichtel


Bild Bild


"Es ist gefährlich,
zu lange zu schweigen.
Die Zunge verwelkt,
wenn man sie nicht gebraucht."

(Astrid Lindgren)
Lösche Benutzer 1828

Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Die Veganer, die ich so -meist auf FB- lese, stellen Tiere und Menschen sehr wohl auf eine Stufe. Von daher wird es da nie zu einem Konsens kommen. Für die sind Vegetarier und Fleischesser nämlich schlichtweg Mörder und Sadisten. Und so wird das auch ganz oft transportiert.
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Lotti
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Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von Lotti »

Ich finde es keine stringente Argumentation dass einerseits Tiere und Menschen auf einer Stufe stehen sollen, andererseits der Mensch aber als einziges Tier gegen seine Natur handeln soll. Damit wird er doch wieder über das Tier gestellt... Argh, wie drücke ich das am besten aus?! Wenn ein Veganer mit der Vernunftbegabung des Menschen argumentiert, zieht er doch ganz klar eine Trennung zwischen Mensch und Tier. Das passt dann für mich nicht zusammen.
S. mit Töchtern (März 2012 und Dezember 2015)
Lösche Benutzer 1828

Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

LottiBerlin hat geschrieben:Ich finde es keine stringente Argumentation dass einerseits Tiere und Menschen auf einer Stufe stehen sollen, andererseits der Mensch aber als einziges Tier gegen seine Natur handeln soll. Damit wird er doch wieder über das Tier gestellt... Argh, wie drücke ich das am besten aus?! Wenn ein Veganer mit der Vernunftbegabung des Menschen argumentiert, zieht er doch ganz klar eine Trennung zwischen Mensch und Tier. Das passt dann für mich nicht zusammen.
Ich verstehe was Du meinst.

Es gibt dann diejenigen, denen Tiere mehr bedeuten als Menschen.
Und die, die beide auf eine Stufe stellen, was das Recht auf Leben angeht. Recht auf Leben muss ja nicht durch Vernunft begründet oder der Fähigkeit zu logischem Denken begründet sein. Denn dann wären auch nciht alle Menschen gleich.
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