Diskussionsthema vegan

für die schwangere und/oder stillende Mutter (und ihre Familie)

Moderator: britje

Antworten
Benutzeravatar
Giraeffchen
Moderatoren-Team
Beiträge: 5639
Registriert: 10.01.2011, 15:31

Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von Giraeffchen »

Was mich an der Jagd stört, ist das drumherum. Hallalli und Riesengedoens, die toten Tiere aufreihen und ihnen Äste ins Maul stecken... nee, das ist für mich tatsächlich schwer nachvollziehbar. Bestandsregulierung an sich kann ich nachvollziehen, aber die Art und Weise wie gar nicht.
Liebe Grüße, GiraeffchenBild mit dem großen Knopf und dem Herbstwichtel


Bild Bild


"Es ist gefährlich,
zu lange zu schweigen.
Die Zunge verwelkt,
wenn man sie nicht gebraucht."

(Astrid Lindgren)
Yvi19
hat viel zu erzählen
Beiträge: 151
Registriert: 23.08.2011, 21:58

Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von Yvi19 »

Oh das ist aber auch eher selten so. Das kommt sehr auf die Tradition der jeweiligen Gegend an und hat auch ganz unterschiedliche Hintergründe. Ich finde aber die Frage nach dem persönlichen missfallen der Folklore eine andere als die der grundsätzlichen Jagd.
Benutzeravatar
Giraeffchen
Moderatoren-Team
Beiträge: 5639
Registriert: 10.01.2011, 15:31

Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von Giraeffchen »

Ja, ich auch.
Liebe Grüße, GiraeffchenBild mit dem großen Knopf und dem Herbstwichtel


Bild Bild


"Es ist gefährlich,
zu lange zu schweigen.
Die Zunge verwelkt,
wenn man sie nicht gebraucht."

(Astrid Lindgren)
feuerdrache
Prof. Dr. SuT
Beiträge: 7782
Registriert: 08.07.2010, 14:11
Wohnort: Österreich

Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von feuerdrache »

Giraeffchen hat geschrieben:Was mich an der Jagd stört, ist das drumherum. Hallalli und Riesengedoens, die toten Tiere aufreihen und ihnen Äste ins Maul stecken... nee, das ist für mich tatsächlich schwer nachvollziehbar. Bestandsregulierung an sich kann ich nachvollziehen, aber die Art und Weise wie gar nicht.
Wart mal kurz, ein paar der Dinge kann ich erklären.

Das Aufreihen nach der Jagd ist ja auch ein vorzeigen. Ein erlegtes Tier soll ja vorgezeigt werden und nicht still und heimlich, irgendwo ganz im geheimen, erlegt werden. Viele Tiere unterliegen einem Abschussplan. Da gibts also einen behördlichen Plan wieviele Stücke in bestimmter Geschlechterverteilung und bestimmter Alterverteilung erlegt werden müssen oder maximal dürfen. Mal abhängig vom Bundesland bei uns. Und natürlich vom Jagdrevier.
JEdes Revier hat Jäger und einen Jagdaufseher. Dieser Aufseher hat zu kontrollieren ob eh alles so abläuft wie es soll, ob die erlegten Stücke dem entsprechen was die Behörde will usw. Das bedeutet auch, das viele Tiere vorgelegt werden müssen, direkt nach dem Schuss. Um die richtige Erlegung zu beweisen. Wenn also bei einer Gesellschaftsjagd die Tiere aufgelegt werden, dann ist das einerseits mal eine Art der Selbstkontrolle, zeigen was erlegt wurde und dass das alles ordnungsgemäß war. Andererseits schwingt da was ziemlich archaisches mit. Dem erlegten Tier einen "letzten Bissen" ins Maul oder den Äser zu geben- das ist ja auch eine Ehrerbietung dem Tier gegenüber. Eine Form des Respektes. Das Aufstecken des Bruches an den Hut, das hat auch was damit zu tun, zu seiner Tat zu stehen. Dafür einzustehen der Schütze zu sein, sich nicht zu verstecken.
Das mit den Jagdhörnern nachher, das "Verblasen" ist ja auch so was. Da gibt es für jede Tierart ein eigenes Signal auf dem Horn. Das wird gespielt.

Das alles mal so wie es hier bei uns ist. Kann natürlich zb in Norddeutschland wieder anders sein. Und ja, ich gebs zu, es gibt immer wieder schwarze Schafe. Und ich hab sie auch schon gemeldet. Das tolerier ich nicht.

Anderer Punkt: ein Hof also auf dem die Tiere auf der Weide sind, mit Unterstand und ihrer Natur gemäß fressen (weiden) können, die Muttertiere ein männliches Tier dabei haben (Natursprung), die Jungtiere bei der Mutter Milch saugen und erst kurz vor dem Verkauf getrennt werden, die Muttertiere meistens ihr natürliches Ende erleben. Keine Mast auf Teufel komm raus. Klingt ok oder?
Lösche Benutzer 11924

Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von Lösche Benutzer 11924 »

Muttertiere die ihr natürliches Ende erleben? Gibt es sowas noch? Eine Kuh die 20 oder älter wird?
feuerdrache
Prof. Dr. SuT
Beiträge: 7782
Registriert: 08.07.2010, 14:11
Wohnort: Österreich

Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von feuerdrache »

Yep. Wir machen das. Mit unseren Schafen.
Die meisten von den Muttertieren erleben ihr natürliches Ende.
Bright Berry
gehört zum Inventar
Beiträge: 455
Registriert: 06.07.2011, 22:49
Wohnort: Bremen

Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von Bright Berry »

feuerdrache hat geschrieben:Anderer Punkt: ein Hof also auf dem die Tiere auf der Weide sind, mit Unterstand und ihrer Natur gemäß fressen (weiden) können, die Muttertiere ein männliches Tier dabei haben (Natursprung), die Jungtiere bei der Mutter Milch saugen und erst kurz vor dem Verkauf getrennt werden, die Muttertiere meistens ihr natürliches Ende erleben. Keine Mast auf Teufel komm raus. Klingt ok oder?
Das klingt für mich in soweit ok, bis auf den Punkt, dass natürlich auch dabei wieder der Profit dahinter steckt und das Tier letztendlich zur Ware wird, sonst würdet ihr sie ja nicht verkaufen. Ihr haltet sie ja sicher nicht um ihrer selbst Willen, damit sie einfach ein schönes Leben haben, wie es z. B. auf Gnadenhöfen der Fall ist oder wie man es mit Hunden oder Kazten macht, die man aus dem Tierheim adoptiert. Sie müssen keinen Zweck erfüllen, ihnen soll es einfach gut gehen, wenn sie schon durch die Schuld des Menschen (Züchtung oder versäumte Kastration) auf die Welt gekommen sind.

Für mich gilt dies für alle Tierarten, nicht nur für unsere "Streicheltiere". Dieses Grundprinzip, dass Tiere unsere Waren wären, lehne ich ab.

Was passiert denn dann mit den verkauften Lämmchen? Habt ihr noch Einfluss darauf, wie ihr weiteres Leben verläuft? Und wenn es viele Weibchen gibt, aber nur einen Bock, wie reguliert sich das? Es werden anscheinend auch bei der Schafhaltung hauptsächlich die weiblichen Tiere als "Lämmchen-Produzenten" gebraucht, was passiert mit ihren Brüdern? Erleben sie auch ihr natürliches Ende?
Verstehst du, für mich gehört das alles zusammen. Wenn es nur den Müttern gut geht, aber nicht ihren Kindern und schon gar nicht ihren männlichen Kindern, dann finde ich das komplette System der Schafhaltung nicht ok.
Unser Überraschungspaket ist nach 5 Jahren endlich da!
Unser Junge - geboren August 2017 - unendlich geliebt!
Benutzeravatar
Lotti
Profi-SuTler
Beiträge: 3200
Registriert: 06.11.2011, 14:18

Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von Lotti »

Zum Thema nachhaltige Landwirtschaft wollte ich noch Joel Salatin erwähnen: http://www.urgeschmack.de/joel-salatin-polyface-farm/ und hier noch ein TED-Talk von ihm http://www.tedmed.com/speakers/show?id=6615
S. mit Töchtern (März 2012 und Dezember 2015)
novembersonne
alter SuT-Hase
Beiträge: 2966
Registriert: 20.11.2005, 19:33
Wohnort: Minga

Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von novembersonne »

Bright berry, irgendwas kapier ich nicht: die männlichen Lämmer werden eben geschlachtet? Und wohl auch ein Teil der weiblichen Tiere?

Aber da bin ich auch draussen, für mich sind Tiere Waren. Selbst unser Haustier.
Ich habe Respekt, gerade wenn es um Tötung und Artgerecht geht. Also, Lebendes ist etwas anderes für mich als lebloses Materie wie Handy zB.

Feuerdrachens Sachen würde ich alle gern essen, sei es Brot Marmelade Honig oder Fleisch.
Wenn ich sie mal ausfindig mache (zaunpfahlwink galore) kaufe ich mich dumm und deppert.

Berry, Dir gehts um die Tiere?

Ich kann das nachvollziehen, aber nicht für mich umsetzen.
Liebe Grüße
kado

Bub 07/2005; Bub 01/2008; lütte Deern 2/2012
Lösche Benutzer 17612

Re: Diskussionsthema vegan

Beitrag von Lösche Benutzer 17612 »

Männer und Frauen, Schwarze und Weiße, Kinder und Erwachsene sind auch nicht in allen Details gleich, doch unsere Fähigkeit zu empfinden und zu leiden ist gleich und daher hat niemand das Recht, jemanden aufgrund seines Geschlechts, seiner Hautfarbe oder seines Alters zu diskriminieren und auszubeuten. Oder eben aufgrund seiner Zugehörigkeit zu einer Spezies.


Das meinte ich damit, dass die Haltung zu Tieren so persönlich ist wie Religion. Denn das mag aus Deinem Blickwinkel so sein, für mich ist es fast verstörend dass Diskriminierung von Menschen im gleichen Atemzug genannt wird wie die von Tieren. Eigentlich passt für mich der Begriff Diskriminierung auch gar nicht zu Tieren, das ist etwas was ich gefühlsmäßig nur auf Menschen anwenden würde. Für mich ist jeder Mensch wertvoller als ein Tier, müsste ich mich entscheiden ob ich ein Menschenleben rette oder ein Frachtschiff voller Tiere würde ich keine Sekunde zögern. Egal wie viele Schweinenieren man zur Insulingewinnung brauchte, es ist in meinen Augen das Leben des menschlichen Patienten Wert .
Mit der Tötung eines Tieres zur Verwertung habe ich kein Problem, allerdings mit unnötiger Quälerei im Vorfeld.
Und deshalb kann es auch kein echtes Verständnis geben zwischen beiden Ansichten, da liegen einfach Welten dazwischen.
Antworten

Zurück zu „Gesunde Ernährung“