Langzeitstillen, Familienbett - 2. Kind, wie wird das werden

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tania
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Re: Langzeitstillen, Familienbett - 2. Kind, wie wird das we

Beitrag von tania »

ganz ehrlich? es wird dir das herz brechen. viele male. du wirst eh sehr verwundbar sein nach der geburt, du kannst jetzt noch gar nicht ermessen, wie wichtig und lieb und furchtbar nah dir das neue kleine wesen sein wird und es wird dir das herz brechen. staendig. und es geht trotzdem. ich hatte ganz stark das gefuehl, fuer ein paar tage nach der geburt des zweiten, dass ich unser aller wunderschoenes leben runiniert habe mit dieser doofen idee ein zweites kind zu bekommen. mein leben ist aber immer noch wunderschoen ;-)

bei uns lief es alles in allem wirklich sehr gut und stressfrei und dafuer ist es heute (kinder 6.5 und 3) manchmal schwierig. ich war fuer den zweiten nie so da wie fuer den ersten, jetzt mute ich dem ersten eine menge an nachsicht und geduld zu, ich kann mich aber auch auf die positiven seiten des zwei-kinder-habens konzentrieren und die - wirklich! - sind in der ueberzahl.
tania mit sohn *09 und sohn *12
08u11
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Re: Langzeitstillen, Familienbett - 2. Kind, wie wird das we

Beitrag von 08u11 »

Und heute morgen sagt prompt ein zur Zeit schwer benachtaligstes und zwischen Schulbruder und Babyschwester oft zu kurz kommendes Mittelkind: Mama, wir könnten doch noch ein Baby haben :shock: :D :D :D
Nina mit A. (11/2008), J. (03/2011), Minimaus (28/01/15), Babyzwerg (15/02/2019) und Weihnachtsengel im Herzen (Januar 2018, 10. Woche)
Gast

Re: Langzeitstillen, Familienbett - 2. Kind, wie wird das we

Beitrag von Gast »

Danke für die ehrlichen Antworten. Ich befürchte ja auch, dass es mir das Herz brechen wird und oft habe ich jetzt schon den Gedanken, dass ich bestimmt unser so tolles Leben und unsere so enge Beziehung ruiniert habe mit Kind Nr. 2. Verrückt, ich könnte genau die gleichen Worte wählen....
Mir fehlt eben jetzt noch die positive Seite.

Heute hat mir meine Kleine, nachdem sie wieder begeistert ein Babybild in einer Zeitung gefunden hat, auf meine Frage, ob wir auch noch einen Baby haben wollen gesagt: "Nein, Nana (ihr Name) Baby. Ja, das habe ich heut öfters gehört. Sie hält sich für mein Baby.
Natürlich weiss ich in meinem Verstand, dass ich das nicht ernst nehmen soll. Aber es fällt so schwer...
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minikit
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Re: Langzeitstillen, Familienbett - 2. Kind, wie wird das we

Beitrag von minikit »

Sie ist dein Baby, sie wird immer dein Baby sein und immer ihren Platz bei dir haben. Die Herausforderung wird sein, ihr das immer wieder in Erinnerung zu rufen, denn genau darum wird die fürchten, wenn da ein neues Wesen deinen Arm einnimmt.

So zumindest habe ich es verstanden (siehe verlinkter Artikel vorher). Maxi will auch wieder explizit auf dem Wickeltisch gewickelt und oft "wie ein Baby" getragen werden.
minikit mit Maxi (Sept. 2013) und Mausi (Aug. 2015)
petra69
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Re: Langzeitstillen, Familienbett - 2. Kind, wie wird das we

Beitrag von petra69 »

Ich habe immer mehr den Eindruck, dass die Mütter, bei denen die Kinder im eigenen Zimmer schlafen und die im 6. Monat abgestillt haben, es da irgendwie leichter haben. Jedenfalls kommt es mir so vor, wenn ich mit diesen Muttis rede. Eine Bekannte z. B. hat zwar 6 Monate gestillt, aber z. B. von Anfang an abgepumpt, um nachts nicht stillen zu müssen, damit das nächtliche Aufstehen möglichst kurz ist. Die Kleine hat von Anfang an im eigenen Zimmer geschlafen und wurde von vorn herein darauf "trainiert", dass Mama bald durchschlafen kann. Bei ihr "funktionierte" es aber anscheinend auch alles reibungslos. Nicht falsch verstehen: Ich würde es niemals anders machen wollen, was Familienbett und Langzeitstillen angeht. Aber diese Mama z. B. macht sich wenig Sorgen darum, dass sie dem ersten Kind gerecht wird, wenn das zweite Kind kommt. Sie hat eher Sorge, wie sie den Stress gemeistert bekommt.

Wie ich schon vorher mal erwähnt habe, die meisten sagen immer zu mir, dass natürlich das erste Kind eifersüchtig wird und vielleicht traurig. Aber das muss es lernen und da muss es halt durch, klappt schon.

Da frage ich mich schon, ob ich da so ein "komischer" Mensch bin, mit meinen verrückten Sorgen jetzt. Wenn ich aber hier lese, sehe ich, dass es auch noch einige andere gibt, die ähnlich empfinden bzw. es verstehen. Sind wir denn so anders? Andererseits sagt meine Logik mir, dass es von der Natur ja vorgesehen ist, mehrere Kinder zu haben und es deshalb auch nicht "verkehrt" sein kann, sondern eigentlich doch eher gut.

Nochmals danke für Eure ehrlichen Antworten!

LG Petra
SandraKoeln
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Re: Langzeitstillen, Familienbett - 2. Kind, wie wird das we

Beitrag von SandraKoeln »

Ich glaube, dass mit dem Sorgenmachen ist auch eine Typfrage, unabhängig vom Erziehungsstil. Ich hab mir da zb während der Schwangerschaft nie große Gedanken zu gemacht. Mein großer war zwar 3, abgestillt und im eigenen Zimmer schlafend. Aber ich glaube, dass war gar nicht so ausschlaggebend. Sondern meine Überzeugung, dass Geschwister etwas Gutes sind. Dass die "Entthronung" (ich finde das Wort eigentlich scheußlich) der ersten eben der natürliche Lauf der Dinge ist. Dass die Großen dabei auch ganz viel lernen und eben "groß" werden. Ich hatte auch eher Angst vor dem Stress. Und heute, die kleine ist jetzt 1 Jahr, habe ich oft das Gefühl beiden nicht gerecht zu werden. Die kleine musste viel öfter warten (und auch mal schreien), der große macht es so toll und ist so geduldig und ich oft so ungeduldig. Aber trotzdem würde ich es immer wieder so tun. Beide profitieren so sehr voneinander, sie lieben sich heiß und innig. Es ist so toll zu sehen, wie sie miteinander spielen und streiten. Und irgendwann werden sie sich gegen die doofen Eltern zusammentun können. Sie werden sich helfen und füreinander da sein können, wenn wir Eltern dafür schon lange zu "uncool" sind. Ich freue mich jetzt schon darauf und bin froh, 2 Kinder zu haben.
Unterwegs mit dem Großen (08/11), der Kleinen (09/14) und den Zwitschis (06/17)
Krixi

Re: Langzeitstillen, Familienbett - 2. Kind, wie wird das we

Beitrag von Krixi »

petra69 hat geschrieben:Ich habe immer mehr den Eindruck, dass die Mütter, bei denen die Kinder im eigenen Zimmer schlafen und die im 6. Monat abgestillt haben, es da irgendwie leichter haben. Jedenfalls kommt es mir so vor, wenn ich mit diesen Muttis rede. Eine Bekannte z. B. hat zwar 6 Monate gestillt, aber z. B. von Anfang an abgepumpt, um nachts nicht stillen zu müssen, damit das nächtliche Aufstehen möglichst kurz ist. Die Kleine hat von Anfang an im eigenen Zimmer geschlafen und wurde von vorn herein darauf "trainiert", dass Mama bald durchschlafen kann. Bei ihr "funktionierte" es aber anscheinend auch alles reibungslos. Nicht falsch verstehen: Ich würde es niemals anders machen wollen, was Familienbett und Langzeitstillen angeht. Aber diese Mama z. B. macht sich wenig Sorgen darum, dass sie dem ersten Kind gerecht wird, wenn das zweite Kind kommt. Sie hat eher Sorge, wie sie den Stress gemeistert bekommt.

Wie ich schon vorher mal erwähnt habe, die meisten sagen immer zu mir, dass natürlich das erste Kind eifersüchtig wird und vielleicht traurig. Aber das muss es lernen und da muss es halt durch, klappt schon.

Da frage ich mich schon, ob ich da so ein "komischer" Mensch bin, mit meinen verrückten Sorgen jetzt. Wenn ich aber hier lese, sehe ich, dass es auch noch einige andere gibt, die ähnlich empfinden bzw. es verstehen. Sind wir denn so anders? Andererseits sagt meine Logik mir, dass es von der Natur ja vorgesehen ist, mehrere Kinder zu haben und es deshalb auch nicht "verkehrt" sein kann, sondern eigentlich doch eher gut.

Nochmals danke für Eure ehrlichen Antworten!

LG Petra
Naja, ich würd jetzt nicht überbewerten was andere leute sagen. Was viele mütter sagen und was viele mütter denken sind oft zwei paar schuhe.
bluebaer13
schreibt ganz schön oft
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Re: Langzeitstillen, Familienbett - 2. Kind, wie wird das we

Beitrag von bluebaer13 »

Und was sie dann tatsächlich tun ist nich ein drittes paar ;-)
Sandra mit Tochter 10/2014 und Sternchen 01/17 + 03/18 und Tochter 11/19 (mit Extra)


Damit beschäftigt Monsterthreads zu lesen :-)
mavie
gut eingelebt
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Re: Langzeitstillen, Familienbett - 2. Kind, wie wird das we

Beitrag von mavie »

Liebe Petra,
Ich bin auch eher der Typ, der sich Sorgen macht und kann dich total gut verstehen! Ich finde die Sorgen auch nicht verrückt, sondern berechtigt. Mir hat es auch in der ersten Zeit unzählige Male das Herz zerrissen, wenn ich gesehen habe, wie mein Sohn gelitten hat unter der neuen Situation, unter meiner auf einmal so eingeschränkten Verfügbarkeit. Und ich selbst habe auch unter der Veränderung gelitten. Die Zweisamkeit vermisst. Zugleich ein schlechtes Gewissen der Kleinen gegenüber gehabt und mir auch mehr Exklusivzeit mit ihr gewünscht. "Da muss er eben durch" war nie mein Motto. Und dass Geschwister ganz natürlich sind und später vielleicht alles leichter und schöner wird, hat mich in den Momenten auch nur bedingt getröstet.
Hast du für die ersten Wochen und Monate gute Unterstützung? Ich hatte die nicht und denke, es wäre so leichter gewesen für uns alle. wenn du immer wieder Momente mit deiner großen Tochter hast,nur mit ihr, könnt ihr beide tanken. Und wenn sie nicht permanent miterleben muss, wie du dich ums Baby kümmerst, sondern mit jemand anderem, den sie sehr mag, Exklusivzeit hat, ist das für sie sicher auch entlastend.
Und ganz ganz sicher wirst du mit deiner Großen innig bleiben und auch zu deinem Baby eine innige Beziehung aufbauen!
mavie mit Sohn (2/12) und Tochter (5/15)
Linguanne
ist nicht mehr wegzudenken
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Registriert: 04.03.2013, 22:06

Re: Langzeitstillen, Familienbett - 2. Kind, wie wird das we

Beitrag von Linguanne »

Wir hatten ja eine hausgeburt beim zweiten und da war es irgendwie selbstverständlich, dass der große beim Papa schläft und das baby bei Mama. Da ich in der Schwangerschaft schon fast eine Woche mal im kh war, kannte der große es also schon, ohne Mama zu schlafen. Drei Nächte ging das gut. Dann aber fand er nicht in den Schlaf, weinte bei Papa und sagte "jetzt habe ich keine Mama mehr". Daraufhin bin ich sofort noch in der gleichen Nacht mit baby zurück zum großen ins Familienbett gezogen. Und habe das bisher durchgezogen. Auch oft mit beiden alleine. Es hat viele Wochen gedauert, bis sich sowas wie eine Routine einstellte. Der große musste viel zurückstecken und warten, weil baby dreieinhalb Monate viel viel schrie und auch nachts sehr schlecht schlief. Dafür musste baby ganz schön einstecken. Er wurde oft ziemlich malträtiert vom großen, auch wenn wir wie Schießhunde aufgepasst haben. Aber es wird immer besser. Es ist so herrlich jetzt schon manchmal, wieviel Spaß die beiden miteinander haben. Der kleine findet alles toll und lustig, was der große macht. Was ich wirklich nur empfehlen kann, ist die beiden nicht voneinander zu trennen, stillen möglichst beibehalten, erleichtert es dem älteren Kind, es darf ja auch und nicht nur das baby, möglichst nicht so viel/nicht schimpfen, auch wenn das größere Kind dummes gemacht hat (hass schüren vermeiden), nicht das ältere Kind vertrösten mit "geht jetzt nicht, erst ist das baby dran" usw. Ich glaub, ich hatte es schon per pn geschrieben, ich finde es auch ganz wichtig, den Kind zu erklären nach dem Motto: "ich weiß, dass es dir gerade nicht so gut geht, dass es dnstrengend für dich ist, weil das baby so viel weint. Aber weißt du, es gehört jetzt zu uns und wird nicht wieder weg gehen. Wir werden uns aneinander gewöhnen." Die positive Einstellung "es ist jetzt zwar schwer, aber wir schaffen das alle gemeinsam" hat meinem Sohn geholfen.


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