(Ein)Schlafen Zwillinge anderthalb

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

Leona
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(Ein)Schlafen Zwillinge anderthalb

Beitrag von Leona »

Hallo,
ich habe mich unter der entsprechenden Rubrik schon vorgestellt, darum hier nur in aller Kürze: Mein Mann und ich haben anderthalbjährige Zwillinge und einen elfjährigen Sohn, alle gestillt und getragen, und für Zwillingseltern sind wir relativ ausgeschlafen, fröhlich und entspannt. :-)
Immer wieder gibt es aber doch Phasen, in denen uns das (Ein-)Schlafen vor Herausforderungen stellt. Die beiden Kleinen schlafen mit uns im Familienbett und in aller Regel an der Brust ein. (Ohne Brust schlafen sie unterwegs in Tüchern, Wagen, Autos oder gaaanz selten mal bei jemandem auf dem Arm oder Schoß. Das aber nie bei mir!)
Um es gleich vorweg zu nehmen: Mein Problem ist NICHT das Einschlafen an der Brust und mein Ziel ist weder, dass sie allein (ein)schlafen, noch, dass sie durchschlafen!! Sie mehrmals pro Nacht zu stillen, stört mich nicht. Was mich zermürbt, sind Phasen (erstmals mit zehn Monaten, seit dem immer mal wieder), in denen sich das Abendprogramm vom ersten zusammen Hinlegen bis zum letzten Aufstehen (also meinem dann) über Stunden hinzieht. Bis die beiden endlich final schlafen, ist es so spät, dass ich auch nur noch ins Bett will. Das heißt, dass ich einfach überhaupt keinen „Feierabend“ habe, den ich mir aber den ganzen Tag lang herbeisehne. Wir waren deswegen bereits bei einer Schlafberaterin, die uns gute Hinweise gegeben hat, leider aber keine Erfahrung mit der spezifischen Situation mit Zwillingen hat. Unter anderem haben wir danach versucht, das Abendritual so zu gestalten, dass a) das Stillen nicht der letzte „Programmpunkt“ ist. (Das hat aber nicht funktioniert.) und b) der Vater auch über Wickeln und Umziehen hinaus eingebunden ist. Letzteres ist schwierig, weil es ja auch noch ein großes Kind gibt, um das sich mal jemand kümmern muss. Das ist uns vor allem deshalb wichtig, weil mein Mann drei Tage die Woche beruflich abwesend ist und unser Großer in dieser Zeit ohnehin oft zurückstecken muss, manchmal sogar allein Abendbrot isst, weil ich ewig mit den Zwillingen im Bett hänge. Das soll so nicht sein!
Das ist die eine Baustelle, an der ich gern was ändern würde. Die andere ist, dass ich mir nach anderthalb Jahren sehr intensiven Familienlebens doch sehr wünsche, wieder an einem sozialen Leben teilzunehmen, das über Elternkontexte hinaus geht. Bei unserem Großen ging das in diesem Alter längst. Mein Matt konnte ihn ins Bett bringen , so dass ich abends weggehen konnte. Das ist jetzt völlig undenkbar. Die beiden wachen immer wieder auf, einzeln oder zu zweit und dann bin ich völlig unentbehrlich. Der Vater, der tagsüber nahezu gleichwertiger Tröster in allen Lebenslagen ist, geht nachts GAR NICHT. Sie brüllen, als ob sie allein auf der Welt wären. Es geht einfach NUR Mama. Und genau genommen auch nur Brust. Eins allein würde der Vater möglicherweise irgendwie beruhigt bekommen, vielleicht im Tuch oder sonst wie, aber da ist ja immer auch noch ein zweites, das entweder auch schon schreit oder aber tunlichst nicht wach geschrieen werden soll.
Unsere Kinder haben nie Schnuller oder Flaschen bekommen. Aber in unserem Wunsch, irgendwie hinzukriegen, dass auch der Vater mal die Kinder ins Bett bringen kann, haben wir sogar Nuckelflaschen ausprobiert. Erst wir beide zusammen, dann der Papa allein. Fanden sie sehr lustig mit diesen Dingern, aber einschlafen wollten sie so nicht. Es endet immer mit verzweifeltem Weinen nach Mama – und einem nicht minder verzweifelten Vater, der sich völlig unzulänglich fühlt. Wir haben auch probiert, dass ich schon vorm Abendessen weg gehe, so dass ich definitv nicht da bin, wenn es ans Schlafen geht. Ebenfalls erfolglos.
Wir haben zur Zeit Urlaub und haben sehr viel Hoffnung darein gesetzt, diese lange Zeit mit allen zusammen für eine Veränderung nutzen zu können. Von vier Wochen sind zweieinhalb um, uns gehen die Ideen aus und uns verlässt der Optimismus. :-(
Bis vor kurzem habe ich in solchen Situationen gedacht, dass unser Leidensdruck vielleicht einfach noch nicht groß genug ist. Mittlerweile sind wir aber beide wirklich frustriert davon, dass das Bettbringen und später wieder in den Schlaf begleiten so 100%ig mein Job ist. Mein Mann würde das wirklich gern machen – und ich würde wirklich gern mal was Anderes machen!

Ich wäre sehr dankbar für Tipps oder Erfahrungsberichte, egal ob von Zwillingseltern oder anderen.

Ermüdete Grüße, Leona
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Sabina
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Re: (Ein)Schlafen Zwillinge anderthalb

Beitrag von Sabina »

Hmmm...keinen Tipp, keine Zwillis. Nur solidarische Grüsse von mir, deren Tochter (2.5 Jahre) ebenfalls partout nichts und niemanden will ausser Mamma. Ich habe ihr alle Nähe, Liebe und Fürsorge gegeben, die ich habe und hatte in der Meinung ihr damit ein gutes Urvertrauen mit auf den Weg zu geben. Dennoch fremdelt sie seit knapp zwei Jahren so extrem, dass nix geht ausser Mamma. Papa ist zwar von 6-20 Uhr der allergrösste Held, vorher und nachher allerdings gerät sie regelrecht in Panik, wenn Papa auch nur ansatzweise versucht sie zu Bett zu bringen oder sie nachts zu trösten. Obwohl es nun langsam etwas besser zu werden scheint. An abends weggehen ist aber noch lange nicht zu denken.
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Re: (Ein)Schlafen Zwillinge anderthalb

Beitrag von Carraluma »

Hier leider auch keine Tipps, aber hier gings bisher auch nur mit Mama.
Aber es gibt trotzdem Fortschritte. Mit nun gut 2,5 Jahren schläft die Kleine nun durch und nach kurzem Stillen neben mir ein. Und ich bin zuversichtlich, dass im nächsten halben Jahr in meiner Abwesenheit auch mal bei Papa geschlafen werden könnte.
Für euch zum Hoffnung schöpfen. Auf besonders anstrengende Schlafphasen folgten bei uns oft bessere Phasen. Leider meistens erst, wenn ich aufgehört hatte, darüber zu grübeln usw. Tagsüber Auszeiten zu schaffen war einfacher als abendlichen Unternehmungen nachzutrauern.
Ich drücke die Daumen, dass es bei euch bald besser wird.
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Re: (Ein)Schlafen Zwillinge anderthalb

Beitrag von Nordlichter »

Leider auch kein Tipp aber solidarische Grüße, hier ist es genauso, Kind 3 schläft spät ein, wacht oft auf und steht zu allem Überfluss früh auf...nachts geht nur nur nur Mama...
ABER: ich war letztens zwei Nächte Weg, wir haben uns auf das Schlimmste vorbereitet und es ging gut. Er hat durchgeschlafen in der zweiten Nacht, in der ersten Nacht war er einmal wach, Papa ist mit ihm durchs Haus um zu zeigen dass ich mich nicht verstecke irgendwo und unfassbarer Weise war es danach ok. Für mich wahnsinnig erleichternd zu wissen dass das geht.
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Re: (Ein)Schlafen Zwillinge anderthalb

Beitrag von Mausebaby »

Leider auch nur solidarische Grüße. Keine Zwillinge, aber Baby u Kleinkind. U unser, bzw mein Abend, läuft haargenau so ab wie von dir beschrieben [emoji53]
Ich habe auch wirklich nie Feierabend u mein Mann ist mind fünf Abende nicht zuhause. Selbst wenn, es geht nur Mama!
Ich bin gerade auch etwas am Ende u lese mal mit, ob es eine Lösung gibt...


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Re: (Ein)Schlafen Zwillinge anderthalb

Beitrag von Leona »

Vielen Dank für alle solidarischen Grüße - auch wenn ich mir ehrlich gesagt mehr von der Sorte "Ach, das hatten wir auch. Da müsst ihr doch nur mal XY..." erhofft hatte. ;-)
Gibt es denn niemandem mit konstruktiven Vorschlägen?
So als Wasserstandmeldung kann ich aber zumindest mal sagen: Es bewegt sich was! Wir haben es jetzt einige Abende so gemacht, dass wir (wie eigentlich immer, wenn der Papa da ist) Zähneputzen, Wickeln, Schlafsack... zu zweit erledigt haben, ich mich dann vor, während oder nach dem Buch angucken verabschiedet habe und außer Hörweite gegangen bin. Nach einer Viertelstunde habe ich das Babyfon angeschaltet, so dass mein Mann mich rufen konnte. Dann folgte die etwas anstrengende Phase, in der ich das ganze Gequake mit anhören durfte, die drei es aber erstmal noch "allein" probiert haben. Zuletzt bin ich immer irgendwann dazu gekommen, weil irgendwer sich einfach nicht beruhigen ließ. Gestern ist die Kleine eingeschlafen und der Jüngste hat gebrüllt und heute ist der Jüngste eingeschlafen, und die Kleine hat gebrüllt. Aber immerhin: EIN schlafendes Kind ist ja schon mal besser als gar keins. Das je zweite hat sich dann recht schnell von mir in den Schlaf stillen lassen. Der größte Erfolg ist für mich aber, dass sie nicht schon sofort beide Rotz und Wasser heulen, sobald ich den Raum verlasse. Warum das jetzt plötzlich nicht mehr so dramatisch ist, ist uns aber schleierhaft.

PS: Eure Beiträge klingen teilweise so, als würdet ihr nicht mehr stillen (Nordlichter, die zwei Nächte weg war z.B.). Das allein (also dass die Papas DAS nicht bieten können), kann es also wohl nicht sein!? :|
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Re: (Ein)Schlafen Zwillinge anderthalb

Beitrag von Nordlichter »

Doch, ich still noch, das war auch Premiere, ich hab abgepumpt und Mini wurde gebechert, hat in der zweiten Nacht aber garnichts mehr gewollt. Jetzt ist wie vorher auch, gefühlte 100x stillen pro Nacht. :-)
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Re: (Ein)Schlafen Zwillinge anderthalb

Beitrag von Leona »

Boooah, wie mutig!
Vielleicht sollte ich auch "einfach mal" weg fahren... herrlich! %-)

Inzwischen sind wir immerhin so weit, dass sie sich sehr bereitwillig von mir verabschieden und nicht allein die Tatsache, dass ich den Raum verlasse, ein Drama ist. Küsschen von beiden und "tüüüß" - und vorhin haben sie sich anschließend gegenseitig geküsst. :-x
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Re: (Ein)Schlafen Zwillinge anderthalb

Beitrag von Leona »

Ähm,... dieser Möchtegern-Smiley sieht so entsetzt aus. Da muss ich mich vertippt haben. Er sollte natürlich entzückt aussehen!! %-)
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Re: (Ein)Schlafen Zwillinge anderthalb

Beitrag von VerenaH »

Ich habe zwar keine Zwillinge, aber bei unserem abendlichen Einschlafmarathon hat Folgendes geholfen:
Aufschreiben der Tages- und Nachtschlafzeiten. Meine Maus ist seit sie Ca 6 Monate alt ist nämlich nicht mehr "verlässlich" beim Stillen eingeschlafen sondern fing dann an, munter im Bett und mit steigender Mobilität auf mir rum zu turnen. Das hat dann im besten Fall 1 Stunde, häufig aber eher 2-3 Stunden gedauert. Immer wieder zwischendrin nuckeln und natürlich nur durch Mama. Mit knapp 13 Monaten habe ich begonnen auf Anraten einer anderen Mama ein Schlafprotokoll zu führen. Im Nachhinein kann ich sagen: ich habe den Schlafbedarf meiner Tochter total überschätzt! Sie war einfach noch nicht müde genug. Wir haben es eben bereits beim kleinsten Mündigkeitsanzeichrn, meist ein Gähnen, versucht. Was damals für ein Neugeborenes richtig war, war aber für ein größeres Baby bzw. Kleinkind falsch.
Jetzt schreibe ich immer auf, wann sie morgens aufwacht (schläft übrigens mit 15 Monaten nicht durch, wir Stillen zwischen 20 Uhr und 7 Uhr mindestens 4 Mal). Dann Dauer und Zeiten des Mittagsschlafes. Wirklich wichtig ist der Abstand zwischen Mittagsschlaf und abendlichen Einschlafen. Dieser beträgt bei uns momentan 6,5-7 Stunden. Je nachdem, ob es ein langer Mittagschlaf (1,5 Stunden) oder ein kurzer war (50 Minuten). Also kann ich nicht pauschal sagen: sie ist um 19 Uhr im Bett, sondern es muss eben der Abstand stimmen. So dauert es bei uns abends maximal 20 Minuten. Schnuller hat sie übrigens auch nicht. Wir stillen Ca 5-10 Minuten und entweder geht das in nuckeln (und sofortigem einschlafen) über oder sie turnt noch etwas rum, ich lasse sie kurz gewähren und dann lege ich sie wieder an. Das klappte erstaunlich gut mit dem Schlafprotokoll, außer an Tagen als es Superheiß war, da konnten wir aber alle schlecht schlafen.
Papa mit Kind abends alleine lassen und zum Sport oder sonstigen Veranstaltungen: davon träume ich noch
(Und hoffe auch auf Tipps ;-) )
Verena (07/1983) mit Maimädchen (05/2014)
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