Hallo Madrugada!
Madrugada hat geschrieben:Mein kleiner Mann ist jetzt vier Monate und hatte in den letzten vier Wochen immer häufiger Phasen, wo er am Anfang der Stillmahlzeit gut trank und dann, wenn die Brust nicht mehr so voll war, gemeckert hat. Gut, war die Brust wohl "leer", habe ich ihn eben an die andere Seite angelegt. Da trank er ne Weile, aber dann ging auch da das Gemeckere los. Früher hat ihm eine Brust oft gereicht und er ist dann irgendwann glücklich wie eine Zecke abgefallen. Wenn er meckerte, war das für mich ein Zeichen, die Seite zu wechseln und mit der zweiten wurde er dann auch immer satt. Aber seit ein paar Wochen eben nicht mehr. Wie gesagt, er meckert dann auch bei der zweiten Brust und will dann noch eine dritte

Meist halte ich ihm die Brust zum Schluss im C-Griff hin (auf beiden Seiten), damit er noch ein wenig länger saugt, aber das reicht ihm trotzdem nicht. Er wird dann so wütend, dass er losbrüllt, wenn man ihm nicht ganz schnell den Schnuller reinstöpselt, den er dann traurig nuckelt.
Für mich liest es sich, als wolle er gerne noch trocken nuckeln, kann das aber nicht. Es kann gut sein, dass er das durch den Schnuller noch nicht gerlernt hat. Ohne Übung packen das Babys nämlich nicht.
Ich weiß nicht, ob es echter Hunger ist, zunehmen tut er nämlich und sieht gesund aus. Und spuckt auch ab und an, auch nach so einer "Mecker-Mahlzeit".
Ich hatte versucht, ihn öfter anzulegen (nach 2-3 anstatt 3-4 Stunden), aber das ging nicht gerade gut aus, zu dem Zeitpunkt war natürlich noch nicht so viel Milch angestaut wie nach 4 Stunden, und da war das Drama folglich noch schlimmer.
Es ist nicht relevant, wieviel Milch in Deiner Brust ist. Milch wird rund um die Uhr produziert und wenn er mehr Milch bräuchte, würde er einfach häufiger stillen. Er gedeiht ja gut, schreibst Du. Dann ist Deine Milchmenge auch nicht das Problem.
Meist kommt nach so einer Phase, die ein paar Tage dauert, eine Phase, wo die Milch wieder besser reicht (wird wohl die Produktion angeregt), aber dann kommt wieder so eine Meckerphase, und das geschieht in letzter Zeit immer häufiger, und stresst sowohl Sohnemann als auch mich.
Das kann ich verstehen. ((())) Hast Du schon versucht, ihn dann anders zu beruhigen? Du könntest ihn z.B. an Deinem kleinen Finger nuckeln lassen oder ins Tragetuch nehmen. Vielleicht "muss" er auch mal und kann in der Stillhaltung nicht loslassen. Vielen Babys hilft es bei Unruhe abzuhalten, also den Babyrücken an den eigenen Bauch lehen und die Beine in eine Hockhaltung bringen. Das geht mit und ohne Windel und erleichtert den Babys das Urinieren und den Stuhlgang.
Nachts klappt es meistens, so dass er sogar nach einer Brust schon satt ist, aber tagsüber eben nicht. Vielleicht spielt sich der Hunger nur in seinem Kopf ab? Einmal war es so arg, dass wir abgepumpte Milch aufgetaut haben und sie ihm im Fläschchen gegeben haben. Danach war er dann satt. Aber das kann ja keine Lösung sein, zumal der Milchvorrat in der Gefriertruhe nur klein ist...
Nein, dass ist keine sinnvolle Lösung. Zumal Ihr ihn wahrscheinlich auch nur in ein "Fresskoma" gebracht habt.

Dein Sohn hat nicht Hunger, nur weil er an der Brust unzufrieden ist. Vielleicht plagt ihn die durch das Stillen angeregte Verdauung o.ä. Bitte sei mir nicht böse, aber ich denke, der Hunger spielt sich in Deinem Kopf ab. Ein gut gedeihendes Baby hat keinen Hunger, wenn es nach Bedarf gestillt wird. Und wenn Du zwischen den Brüsten hin und her gewechselt hast und er ist unzufrieden, dann beende das Stillen und beruhige ihn anders. An mangelnder Milch o.ä. liegt es dann nämlich nicht.
Meine Diagnose ist, dass er zu faul ist, die anstrengende Hintermilch zu trinken - eigentlich müsste die Milch ja reichen, da ja angeblich automatisch nachproduziert wird, während er trinkt. Aber irgendwann ist halt die leicht zugängliche Milch weg und er müsste richtig arbeiten...
Ich gehen eher davon aus, dass Dein Sohn ein sehr effektiver Trinker ist und recht schnell die Milch fettreicher wird. Das Bild von Vor- und Hintermilch ist falsch. Es gibt nur eine weniger fettreiche Milch am Anfang und eine fettreichere Milch am Ende einer Mahlzeit. Da ist keine Anstrengung für notwendig, das passiert automatisch beim Stillen. Faul ist Dein Kind mit Sicherheit nicht. Warum sollte er auch? Er hat noch kein Konzept von "ich hab da keinen Bock drauf". Das kommt erst in der Pubertät.
kann ich ihm das irgendwie beibringen? Hab ihn dann manchmal sanft gegen die Brust gedrückt, damit er dran bleibt, aber er lässt dann trotzdem immer wieder los, ist unruhig und meckert immer ärger... Früher lief ihm die Milch halt wie von selber in den Mund, und bei seinem jetzigen gesteigerten Bedarf reicht ihm die Vordermilch alleine wahrscheinlich nicht mehr...
Wie gesagt, er trinkt nicht nur Vordermilch. Und Unruhe bedeutete nicht automatisch Hunger.
Was kann man denn da machen? Wir leiden beide darunter. Immer wenn ich dachte, jetzt ist die schwierige Phase überwunden, kam die nächste. So ging das jetzt schon mehrfach.
Ich glaube Dir sofort, dass das anstrengend ist. Ich hatte solche Phasen bei allen meinen drei Kindern. Sie können ihren Unmut einfach noch nicht anders zeigen. Es ist nicht leicht, nicht zu wissen, was los ist. Aber so lange Dein Baby gut zunimmt, er 4-6 nasse Windeln in 24h hat, ist alles okay.
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, bekommt es abgepumpte Milch oder auch mal ein Fläschchen: Ab und an abgepumpte (zuvor eingefrorene) Milch
Es kann sein, dass Dein Sohn eine Saugverwirrung hat. Das kann auch schon bei seltenen Flaschen oder Schnuller-Gebrauch auftreten. Dafür spricht, dass das Stillen nachts gut funktioniert. Das ist bei Saugverwirrung meist der Fall.
Versuch doch mal, beides weg zu lassen. Zum Nuckeln nur Brust oder Finger anbieten. Wann gebt Ihr die Flasche? Sollte Fütterung, z.B. während Deiner Abwesenheit, nötig sein, kann die abgepumpte Milch auch mit einem Löffel oder Becher gefüttert werden (siehe
Grundinfo Stillfreundliche Zufüttermethoden).
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen? Normalerweise alle 3-4 Stunden (tags und nachts), Mahlzeit dauert ca. 10-15 Minuten
Auf wieviele Stillmahlzeiten kommt Ihr in 24h?
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig Stuhlgang? Regelmäßig nasse Windeln. Stuhlgang nur ganz selten (1-2 die Woche, so ist das erst seit kurzem, kann das was damit zu tun haben?)
Nein. Nach 6 Wochen ist seltener Stuhlgang bei voll gestillten Babys vollkommen unproblematisch.
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller? Ja, Schnuller, schon seit er ganz klein ist. War bisher kein Problem
Eine Saugverwirrung kann zu jeder Zeit auftreten, selbst noch nach Monaten. Ich würde ihn eine Weile weglassen um zu sehen, ob sich die Problematik dadurch verbessert.
Kekks hat geschrieben:Ich hatte auch schon frühzeitig das Gefühl, dass sie begriffen hat, dass es leichter ist, die Vordermilch zu trinken. Hintermilch trank sie so gut wie nie.
Wie schon gesagt: Es ist nicht schwieriger für Babys an die Hintermilch zu kommen. Manche Babys müssen einfach nur häufiger stillen als andere. Mehr zu dem Thema Vor- und Hintermilch, findet Ihr in diesem englisch-sprachigen Artikel (schön mit Bildern illustriert):
http://thefunnyshapedwoman.blogspot.de/ ... st-of.html
Hilft Dir das weiter?
Viele Grüße,
Teazer (ModTeam-Stillberatung)