Alleine einschlafen?

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

MamaSaskia
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Re: Alleine einschlafen?

Beitrag von MamaSaskia »

Ich werde meine kleine auch wenn es sein muss lange Helfen fürs einschlafen, weil ich glaube das ändert sich dann auch schnell wenn Sie älter wird. Ich bin kein Freund davon, ein Kind im Schlafschreien zu lassen wie es früher mal war. Ich denke mir einfach wenn Sie mich braucht dann sollte ich da sei....
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Nautilus
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Re: Alleine einschlafen?

Beitrag von Nautilus »

Verallgemeinern verbietet sich finde ich bei diesem Thema. Ich und auch mein Mann sind "gute" Schläfer und waren das immet schon. Ich ('80) wurde niemals schreien gelassen, (meine Mutter hatte auch Rooming in und überhaupt sind unsere Eltern ganz schön AP ohne es zu ahnen [SMILING FACE WITH SMILING EYES]) und es berichten heute noch viele aus meiner Familie, dass ich mich auch bei lauteren Familienfeiern ca. mit 1 Jahr verkrümelt und allein eingeschlafen bin. Vielleicht gerade, WEIL Vertrauen da war? Ich bin noch bis 8 J sporadisch nachts zu meinen Eltern und war immer willkommen.
Mein Sohn ist ähnlich, richtig müde (er geht aber auch nicht nach Uhrzeit, sondern nach Müdigkeit schlafen), legt er sich ins Bett und schläft einfach ein. Er (jetzt 3) wurde bis vor kurzem zum Einschlafen gestillt und DESHALB kam das bis vor ca. 6 Wochen fast nie vor, jetzt immer öfter...
Also ich denke, Einschlafgewohnheit, abschalten können, vertrauensvoll schlafen können sind die entscheidenden Punkte.
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Nordlichter
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Re: Alleine einschlafen?

Beitrag von Nordlichter »

Mein Mittelkind ist von Geburt an gut allein eingeschlafen, die anderen brauchen Begleitung. Beim großen geht es so aber mit Begleitung schläft er viel eher ein. Ich glaub wir kamen als Kinder einfach ins Gitterbett, meine Geschwister wurden schreien gelassen, daran erinnere ich mich. Wenns nach meiner Oma ginge müssen alle Babys in den Stubenwagen und nach dem stillen ab ins Nebenzimmer und Tür zu. Ich bin immer die Rabenmutter weil meine armen Babys immer dabei sein müssen und nie in Ruhe ihre Lungen kräftigen dürfen...
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Schnatzmama
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Re: Alleine einschlafen?

Beitrag von Schnatzmama »

Meine Oma hat Tagebuch geschrieben über ihre beiden Kinder, und bei meinem Onkel steht ganz am Anfang, dass er im Krankenhaus drei Tage am Stück gebrüllt hat und dann war Ruhe. Irgendwie so formuliert, dass es super ist, dass er so eine kräftige Stimme hat und das Schlafen jetzt gut klappt.
Liebe Grüße!

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Nautilus
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Re: Alleine einschlafen?

Beitrag von Nautilus »

Also ich habe gerade eine Woche bei der Patentante in Frankreich verbracht (sind Franzosen) - dass ausgerechnet deren Pädagogik von vor 100 Jahren hier oft als positives Frauen(vor)bild gepriesen wird ist absolut *OHNE WORTE*- jedenfalls durfte ich an mehreren Abenden erleben, inwiefern mein 4 jähriges Patenkind samt 2jährigem Bruder suuuuper allein einschläft- nämlich teilweise gar nicht, nur haben sie BEIDE schon gelernt das bloss nicht ihre Eltern merken zu lassen! Ein Mal lag ich gg 22 Uhr mit meinrm Sohn im Bett, ein Stockwerk höher die beiden Kinder, unten im Garten deren Grosseltern, Eltern und mein Mann. Ein Gewitter zog auf, die beiden oben bekamen Angst und waren so froh dass sie einfach zz uns ins Bett durften! Dann Schritte auf der Treppe, Gebettel der Großen, sie bloss nicht zu verraten...Hat hervorragend geklappt, das frühe Training (spätestens mit 6 Monaten hat mir der Vater der beiden damals geraten, dass mir nicht alles aus dem Gesicht fiel und ich einfach höflich geschwiegen hab war das Äusserste, was ich geschafft hab). Vor 2 Jahren durften wir schon erleben, wie der damals knapp 10monatige Kleine alle Stunde schrie, diesen Sommer hat er jede Nacht pünktlich gegen 1 desorientiert und durchdringend entsetzt schreiend auf der Treppe gesessen...dass die Große bereits jetzt sehr melancholisch wirkt, bemerkt sogar ihr Vater, ordnet es aber null seiner autoritären Erziehung zu, es ist zum heulen...nach dieser gnadenlosen Konfrontation mit immer noch vergleichsweise liebevollem "Schlaftraining" (die Kinder werden nicht geschlagen, harte Strafen bestehen in vor die Tür stellen/ins Zimmer schicken bis sie brav sind) bin ich mehr denn je überzeugt: das ist Kindesmisshandlung, nichts anderes!
Was wurde unser Kind be wundert, dass es einfach so ins Bett ging (also ohne Ansage, deren Ton einem preussischen Kasernenhof Ehre machen würde), Gemüse und Salat isst, und -ganz wichtig- 100 x hinfällt und statt laut zu "heulen" uns zuruft:"alles ok!" ("wie hast du ihm das nur anerzogen?" hab ehrlich gesagt, indem wir einfach immer Schmerz ernst genommen haben und getröstet haben und 100 Fragezeichen im Gesicht gegenüber geerntet, brachial ehrlich wäre gewesen, zu sagen, jedenfalls nicht, indem ich der Grossen zurufe "es ist nichts, hör auf zu heulen", nachdem der kleine Bruder ihr einen Plastikgolfschläger auf's Auge gehauen hat...) - ich schweife ab.

Jedenfalls führen alle praktizierten Abhärtungsmethoden überhaupt null zum gewünschten Erfolg und traumatisieren- das ist unfassbar deutlich gerade für uns, die wir von aussen draufsehen, da wir uns nur alle Jahr sehen (und es sind auch ganz enge Freunde, kenne sie sehr sehr gut) die Kinder obendrein. Kann mir keiner erzählen, dass so wenig kindgerechtes Behandeln wie ein Gegenstand, den man so lange bearbeitet, bis er funktioniert, auch nur bei einem Kind keine Schäden im Selbstwertgefühl hinterlässt...
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Nana
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Re: Alleine einschlafen?

Beitrag von Nana »

[emoji26] das liest sich schrecklich. ..

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Nautilus
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Re: Alleine einschlafen?

Beitrag von Nautilus »

Ja, das war es auch. Unsere Freunde lieben ihre Kinder sehr, ihre Motivation ist Angst, schwache, nicht funktionierende Jammerlappen aufzuziehen, die sich nicht benehmrn können. Sie sind nicht mal besonders hardcore würde ich mal behaupten. Kenne sie seit über 20 Jahren, daher auch viele ihrer Freunde gut und kriege so einifes mit. Absolut entsetzt war ich dieses Jahr ob der hohen Zahl totaler Krisen (Scheidungen, beruflicher Totalzusammenbruch, schwere psychische Erkrankungen) im Freundeskreis der Eltern (also der 35 bis 40jährigen). Fast alle sind in relativ reichen/erfolgreichen Familien gross geworden, kennen sich von derselben Eliteprivatschule. Meine Freundin sieht das sehr klar, hat mir erzählt, dass viele Probleme mit ihren harten, leistungsfetischistischen Eltern hatten/haben, führt jetzt hier zu weit, aber: dieses "alleine einschlafen können" nicht als stolz machendes, erstrebenswertes Ziel (unter Leistungsgesichtspunkten versteht sich!) hochzuhalten, ist mir jetzt noch mehr ein Anliegen!
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cherry
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Re: Alleine einschlafen?

Beitrag von cherry »

DAS frage ich mich auch immer wieder, wenn mir das Einschlafbegleiten zu viel wird. Meine Mutter sagt auch sie hätte uns nicht schreien lassen. Jedenfalls nicht mit dem Ziel, dass wir schlafen lernen. Wir sind auf einem Bauernhof aufgewachsen und sie konnte sicher nicht bei jeden "quengeln" gleich kommen (5 Kinder Jg 87, 88, 90, 93) aber bewusst geferbert hat sie uns nicht. Die beiden Nachzügler vom neuen Mann schliefen aber bis ca. 5/6 im Familienbett. Sie sagt ja immer:"Wie man sie macht so hat man sie" und manchmal denke ich es hat evtl. was wahres dran. Grad wenn meine Kinder immer an meinem Bein hängen und alle 15min eins brüllt und schreit wegen "nichts" denke ich schon wie das wohl bei andern geht, die zu Hause arbeiten müssen. Wie in einem Dok. Film über eine Familie die den Sommer auf einer Alp arbeiten. Da machen die Kinder einfach was. Sie beschäftigen sich. Und der jüngste ist 3. Da muss die Mutter nicht immer dazwischen. Sie hat ja gar keine Zeit. Oder nach dem Film "Babys" wo das Kind in Afrika fast nie weint. Aber evtl. sind diese Filme auch einfach gut geschnitten. Abr evtl. habe ich hald einfach per Zufall grad zwei so liebesbedürftige und unselbständige Kinder. Oder sie so erzogen. :) ich weiss es nicht.
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Sabina
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Re: Alleine einschlafen?

Beitrag von Sabina »

Schlimm finde ich, dass die weiter oben erwähnte Oma vermutlich wirklich das Gefühl hat, ihre Enkelin SCHADE dem Urenkel mit dem ständigen Rumtragen etc. Und ja, sie empfindet es vermutlich als 'leider', dass ihr Urenkel seine Lungen nicht stärken darf und schon so früh so vielem ausgesetzt wird, verwöhnt wird etc. Das SCHADET, denkt sie wahrscheinlich. Denn sie hat es damals anders gelernt, wollte das Beste für ihr Kind und wird mitunter sehr verzweifelt sein, ob der 'Misshandlung', die ihr Urenkel erfährt. Das finde ich so arg traurig, dass viele alte Menschen meinen, sie hätten es damals richtig gemacht und sind überzeugt davon, dass schreien lassen, nicht verwöhnen etc. auch wirklich etwas Gutes ist.

Was Nautilus schreibt ist unter aller Sau.
Signaturen sind halt doch praktisch für die Mitleser:innen…

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Mamorea
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Re: Alleine einschlafen?

Beitrag von Mamorea »

Ja, was Nautilus schreibt hat mich so wütend gemacht, dass ich jetzt nicht schlafen kann. Ist OT aber egal. Wann werden die Leute endlich begreifen, dass sie mit solcher Erziehung auf dem besten Weg sind ihre Kinder zu "schwachen, weinerlichen Jammerlappen" zu machen? Weil die Kinder nur um Liebe betteln. Warum denken so viele, dass man alle wünschenswerten Eigenschaften anerziehen muss? Es gibt einen Tollen Spruch: Erziehung ist nicht wie das füllen eines Gefäßes sondern wie das Entfachen eines Feuers. Warum vertrauen die Leute nicht darin, dass jedes Kind mit dem Potenzial zu einer starken schillernden Persönlichkeit auf die Welt kommt und man es nur hegen und pflegen muss, damit es sie selbst entfalten kann.
Bei allen Gedanken darüber welche Grundsätze ich für die Erziehung habe, werde ich immer sehr traurig weil ich dann darüber nachdenke, ob meine Eltern das genauso gemacht haben, und ich konnte diese Frage immer nur mit nein beantworten. Heute weiß ich, dass sie mich immer geliebt haben müssen, aber sie haben es mich nie spüren lassen. Ich wurde pausenlos gedemütigt, ignoriert, geschlagen, im Stich gelassen. Ich hab schwere Depressionen schon als Jugendliche gehabt, meine Schwestern sind heute noch sehr verhaltensgestört. Und in Gesprächen mit meiner Mutter kann ich immer wieder raushören, dass sie sich keiner Fehler bewusst ist. Sie legt großen Wert darauf, dass sie uns als Babys nicht schreien gelassen hat, aber ich kann mich an mega verletzende Situationen erinnern, wo ich weinend einfach ignoriert und buchstäblich allein gelassen wurde.
Um mal wieder aufs Thema zu kommen: ich habe ja gesagt, dass ich bisher kein Problem mit dem Einschlafstillen habe und habe die Frage nicht gestellt im Sinne von "wie kann ich das erreichen" sondern nur "was haben unsere Mütter anders gemacht".

mit Schneckchen 09/14
mit Schneckchen 9/14
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