Abstillen (dann 18 Monate) wegen Knochenmarkspende?
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julschne
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Abstillen (dann 18 Monate) wegen Knochenmarkspende?
Hallo Zusammen,
Ich stille meine Tochter (16 Monate) noch tags und nachts sehr häufig. Sie isst meist sehr gut, stillt aber noch viel. Manchmal habe ich den Eindruck aus Langeweile (wenn wir was unternehmen stillt sie wenig bis gar nicht), sonst zur Beruhigung und zum Einschlafen.
Ums abstillen habe ich mir eigentlich bisher keine großen Gedanken gemacht (ein Abstillversuch nach Gordon nachts war nicht erfolgreich, ist aber auch ok).
Jetzt ist es so, dass ich als potentielle Knochenmarkspenderin für einen Patienten in Frage komme. Ich habe der DKMS gesagt, dass ich noch stille. Für eine Spende muss ich aber aufgrund der Hormone abgestillt haben. Ich dachte nicht, dass ich tatsächlich in Frage komme! Nachfrage ergab, dass ich bisher das einzige match bin. Eine Spende wird frühestens im Oktober stattfinden, wenn überhaupt.
Jetzt meine Frage: Wie könnte ich einen Brust-Junkie abstillen? (Ich denke ich könnte noch bis sie 18 Monate alt ist stillen und müsste dann beginnen es zu reduzieren).
Und wie seht ihr das? Ich hatte irgendwie gehofft, dass es noch jemand anderen gibt und ich nicht die einzige Spenderin wäre, die passt... Auf der einen Seite möchte ich so gerne helfen, auf der anderen dachte ich, meine Tochter länger zu stillen. Mich interessiert: Was würdet ihr machen?
Liebe Grüße
Julia
Ich stille meine Tochter (16 Monate) noch tags und nachts sehr häufig. Sie isst meist sehr gut, stillt aber noch viel. Manchmal habe ich den Eindruck aus Langeweile (wenn wir was unternehmen stillt sie wenig bis gar nicht), sonst zur Beruhigung und zum Einschlafen.
Ums abstillen habe ich mir eigentlich bisher keine großen Gedanken gemacht (ein Abstillversuch nach Gordon nachts war nicht erfolgreich, ist aber auch ok).
Jetzt ist es so, dass ich als potentielle Knochenmarkspenderin für einen Patienten in Frage komme. Ich habe der DKMS gesagt, dass ich noch stille. Für eine Spende muss ich aber aufgrund der Hormone abgestillt haben. Ich dachte nicht, dass ich tatsächlich in Frage komme! Nachfrage ergab, dass ich bisher das einzige match bin. Eine Spende wird frühestens im Oktober stattfinden, wenn überhaupt.
Jetzt meine Frage: Wie könnte ich einen Brust-Junkie abstillen? (Ich denke ich könnte noch bis sie 18 Monate alt ist stillen und müsste dann beginnen es zu reduzieren).
Und wie seht ihr das? Ich hatte irgendwie gehofft, dass es noch jemand anderen gibt und ich nicht die einzige Spenderin wäre, die passt... Auf der einen Seite möchte ich so gerne helfen, auf der anderen dachte ich, meine Tochter länger zu stillen. Mich interessiert: Was würdet ihr machen?
Liebe Grüße
Julia
- missabonum
- alter SuT-Hase
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Re: Abstillen (dann 18 Monate) wegen Knochenmarkspende?
Puh, das ist eine schwierige Entscheidung........
Wie wird es dir gehen?
Wenn du dich für die Spende und gegen das LZ-Stillen entscheidest?
Wenn du dich für drin Kind und gegen den unbekannten schwerkranken Menschen entscheidest?
Such dir Hilfe, um den Entscheidungsweg gut und intensiv zu bedenken. Hier ist ganz wichtig, dass DU mit der Entscheidung langfristig leben kannst.
Wie wird es dir gehen?
Wenn du dich für die Spende und gegen das LZ-Stillen entscheidest?
Wenn du dich für drin Kind und gegen den unbekannten schwerkranken Menschen entscheidest?
Such dir Hilfe, um den Entscheidungsweg gut und intensiv zu bedenken. Hier ist ganz wichtig, dass DU mit der Entscheidung langfristig leben kannst.
Liebe Grüße
Missa
Ich bin Krisenpflegemutter.
Mein Beruf ist meine "Berufung", solange in meinem Herzen noch ein Plätzchen frei ist.
Missa
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ixcacienfuegos
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Re: Abstillen (dann 18 Monate) wegen Knochenmarkspende?
Also ich glaube, ich würde abstillen. Man kann es dem Kind ja später so erklären, dass man der einzige Mensch war, der einen schwer Kranken das Leben retten konnte. Ich glaube, ich könnte es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, einen anderen Menschen möglicherweise sterben zu lassen....
LG, ixca mit Minikind (*10/14) und Maikäferchen (* 05/18)
- Amygdala
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Re: Abstillen (dann 18 Monate) wegen Knochenmarkspende?
Vor genau dieser Problematik stand ich vor 1,5 Jahren: http://www.stillen-und-tragen.de/forum/ ... 2&t=179550
Bei mir hätte es so ausgesehen, dass ich nicht zwingend komplett hätte abstillen müssen. Meine Tochter hat damals (wie heute immer noch) zum Einschlafen, zum Wachwerden und zum Trost die Brust genommen (dann aber auch richtig getrunken und nicht nur genuckelt) und laut der Mitarbeiterin, zu der man mich verbunden hatte, wäre das in Ordnung gegangen. Vollstillen hätte jedoch zu großen Einfluss auf den Hormonhaushalt gehabt.
Frag' doch vielleicht noch mal ganz explizit nach, ob in Deinem Fall wirklich komplett abgestillt worden sein muss.
Die moralische Zwickmühle ist gemein... ich kann sehr, sehr gut nachvollziehen, wie Du Dich fühlst. ((()))
Übrigens ist bei uns nichts draus geworden. Nach HLA-Typisierung und später noch Feintypisierung war ich zunächst für "meinen" Patienten reserviert. Dann wurde mir nach Ablauf der Reservierungsfrist mitgeteilt dass ich wieder "auf dem Freien Markt" sei und auch wieder Blut spenden gehen dürfe - und keine 3 Wochen später kam ein erneutes Anschreiben, in dem man mir mitteilte, dass man mich doch wieder benötige und ich wieder reserviert sei und mir wurde auch bereits die zuständige Klinik für die Untersuchungen und die Entnahme mitgeteilt...
... und dann habe ich nichts mehr gehört. Warum, weiß ich nicht. Nur den Ablauf der Reservierung bekam ich dann wieder mitgeteilt und die erneute Freigabe zur Blutspende...
Ich hoffe, dass sie vielleicht einfach jemanden gefunden haben, der doch noch besser passte.
Dir drücke ich die Daumen, dass Du aus der Zwickmühle heraus findest und es bei Dir vielleicht auch kein komplettes Abstillen sein muss.
LG
Bei mir hätte es so ausgesehen, dass ich nicht zwingend komplett hätte abstillen müssen. Meine Tochter hat damals (wie heute immer noch) zum Einschlafen, zum Wachwerden und zum Trost die Brust genommen (dann aber auch richtig getrunken und nicht nur genuckelt) und laut der Mitarbeiterin, zu der man mich verbunden hatte, wäre das in Ordnung gegangen. Vollstillen hätte jedoch zu großen Einfluss auf den Hormonhaushalt gehabt.
Frag' doch vielleicht noch mal ganz explizit nach, ob in Deinem Fall wirklich komplett abgestillt worden sein muss.
Die moralische Zwickmühle ist gemein... ich kann sehr, sehr gut nachvollziehen, wie Du Dich fühlst. ((()))
Übrigens ist bei uns nichts draus geworden. Nach HLA-Typisierung und später noch Feintypisierung war ich zunächst für "meinen" Patienten reserviert. Dann wurde mir nach Ablauf der Reservierungsfrist mitgeteilt dass ich wieder "auf dem Freien Markt" sei und auch wieder Blut spenden gehen dürfe - und keine 3 Wochen später kam ein erneutes Anschreiben, in dem man mir mitteilte, dass man mich doch wieder benötige und ich wieder reserviert sei und mir wurde auch bereits die zuständige Klinik für die Untersuchungen und die Entnahme mitgeteilt...
... und dann habe ich nichts mehr gehört. Warum, weiß ich nicht. Nur den Ablauf der Reservierung bekam ich dann wieder mitgeteilt und die erneute Freigabe zur Blutspende...
Ich hoffe, dass sie vielleicht einfach jemanden gefunden haben, der doch noch besser passte.
Dir drücke ich die Daumen, dass Du aus der Zwickmühle heraus findest und es bei Dir vielleicht auch kein komplettes Abstillen sein muss.
LG
Making the decision to have a child – it is momentous. It is to decide forever to have your heart go walking around outside your body.
♂04.1998, ♂05.2005, ♀11.2012
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- MarinaG
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Re: Abstillen (dann 18 Monate) wegen Knochenmarkspende?
Mir wäre die Gesundheit meines Kindes (und meine eigene, weil frühzeitiges Abstillen auch für Frauen nicht ohne Risiken ist) definitiv wichtiger. Ich kann nur Verantwortung für meine eigene Familie tragen, nicht für fremde Menschen.
Die besten Kinder überhaupt:
Alexander (April 2011), Katharina (Oktober 2013) und Julian (Februar 2016)
Alexander (April 2011), Katharina (Oktober 2013) und Julian (Februar 2016)
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Lösche Benutzer 9567
Re: Abstillen (dann 18 Monate) wegen Knochenmarkspende?
Puh,das ist eine schwere Entscheidung.
Ich bin auch registriert und sehr froh bisher in der Stillzeit nicht in Frage gekommen zu sein.
Trotzdem glaube ich ,dass dir niemand die Entscheidung abnehmen kann-es geht um deinen Körper und um eure Stillbeziehung.
Die Frage ist auch,wie gut du leben könntest mit der Entscheidung gegen die Spende.
Denn du hast da ja schon klar Stellung zu bezogen indem du dich registrieren lassen hast.
Von hier also alles Gute bei der Entscheidungsfindung.
Ich bin auch registriert und sehr froh bisher in der Stillzeit nicht in Frage gekommen zu sein.
Trotzdem glaube ich ,dass dir niemand die Entscheidung abnehmen kann-es geht um deinen Körper und um eure Stillbeziehung.
Die Frage ist auch,wie gut du leben könntest mit der Entscheidung gegen die Spende.
Denn du hast da ja schon klar Stellung zu bezogen indem du dich registrieren lassen hast.
Von hier also alles Gute bei der Entscheidungsfindung.
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ixcacienfuegos
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Re: Abstillen (dann 18 Monate) wegen Knochenmarkspende?
Naja aber mit 18 Monaten würde ich das nicht mehr frühzeitig nennen.
LG, ixca mit Minikind (*10/14) und Maikäferchen (* 05/18)
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jusl
- Jusl Almighty
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Re: Abstillen (dann 18 Monate) wegen Knochenmarkspende?
Hallo julschne,
die Stillberaterin Denise Both schreibt dazu im Rabenforum (Quelle):
Exakt diese beiden Optionen würde ich mit den Ärzten dort besprechen, wenn ich gerne weiter stillen würde.
(Sooo schwer fände ich ICH PERSÖNLICH diese Entscheidung nicht - bzgl. Extraktionsmethode (peripher oder OP) würde ich nach MEINEN Vorlieben gehen, und was die ethischen Abwägungen anbelangt, also für wie "wichtig" man eine lange Stillzeit hält, wie man diese 0,3% maximale stillkindliche Dosis beurteilt usw., da kann einem doch unterm Strich sowieso kein anderer helfen. Nach Kenntnis aller nötigen Infos muss man dazu seine eigene Haltung finden bzw. festigen. Also das muss nicht zwinged eine "Zwickmühle" sein.)
LG und alles Gute jedenfalls
Julia
die Stillberaterin Denise Both schreibt dazu im Rabenforum (Quelle):
Zusammengefasst heißt das medizinisch betrachtet (nicht juristisch oder bürokratisch...), dass auch in der Stillzeit eine Spende möglich ist: periphere Stammzellspende incl. Lenogastrim-Medikation, siehe Schaefer-Spielmann-Zitat, und Knochenmarkentnahme aus dem Beckenkamm unter Vollnarkose sowieso.Prinzipiell geht es beim Thema Stammzellenspende um zwei mögliche Verfahren: die Knochenmarkspende, von der vermutlich so gut wie jeder schon mal was gehört oder gelesen hat und die periphere Blutstammzellspende, bei der durch eine Stammzellapherese Blutstammzellen aus dem Blut herausgefiltert werden. In der Regel wird heute die periphere Blutstammzellspende bevorzugt.
Damit möglichst bei der Stammzellapharese möglichst viele Stammzellen gewonnen werden können, wird mit Hilfe eines Medikamentes die Mobilisierung von Blutstammzellen in das periphere Blut angeregt. Dazu wir der Granulozyten-Kolonie stimulierender Faktor (engl. Granulocyte-Colony Stimulating Factor, G-CSF) eingesetzt. Dabei handelt es sich um ein Präparat mit dem Wirkstoff Lenograstim, das gentechnisch aus den Ovarialzellen des chinesischen Hamsters hergestellt wird.
[...]
Dem oder der Spender/in wird über mehrere Tage hinweg mit Lenograstim subctan (unter die Haut) gespritzt oder als 30-minütige intravenöse Infusion, verdünnt in isotoner Kochsalzlösung verabreicht. Neben den bei fast allen Spendern auftretenden direkten Folgen dieser Behandlung, die sich in leichten bis mittelschweren, grippeartigen Symptomen mit Knochen und Muskelschmerzen zeigen, sind auch lokale Reaktionen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Abdominalschmerzen, Splenomegalie (Vergrößerung der Milz) bis hin zu Milzruptur, hepatobiliäre Erkrankungen, sowie Lungenödem und Entzündungen der Gefäßwände beobachtet worden. Auch Langzeitfolgen sind nicht auszuschließen. Deshalb steht in der Fachinfo des Herstellers der Hinweis: „Die periphere Stammzelltransplantation ist ein Verfahren, das für den gesunden Spender keinen direkten Nutzen hat. Sie sollte nur auf solche Fälle begrenzt werden, die sich in Übereinstimmung mit den lokalen Richtlinien für die Knochenmarkspende befinden, sofern diese anwendbar sind.“
[...]
Laut Schaefer et al.: „Arzneimittel in Schwangerschaft und Stillzeit“ 8. Auflage 2011 beträgt die für das gestillte Kind berechnete maximale Dosis von Lenograstim weniger als 0,3 %. Die Empfehlung für die Praxis lautet daher dort: „Unter der Therapie mit Granulozyten-Kolonie stimulierenden Faktoren darf gestillt werden.“
Allerdings ist es fraglich, wie sehr die möglichen Nebenwirkungen die Stillfähigkeit einer Frau alleine dadurch beeinträchtigen, dass die Mutter sich nicht mehr in der Lage fühlt zu stillen, weil sie zu sehr mit den Nebenwirkungen kämpfen muss.
[...]
Exakt diese beiden Optionen würde ich mit den Ärzten dort besprechen, wenn ich gerne weiter stillen würde.
(Sooo schwer fände ich ICH PERSÖNLICH diese Entscheidung nicht - bzgl. Extraktionsmethode (peripher oder OP) würde ich nach MEINEN Vorlieben gehen, und was die ethischen Abwägungen anbelangt, also für wie "wichtig" man eine lange Stillzeit hält, wie man diese 0,3% maximale stillkindliche Dosis beurteilt usw., da kann einem doch unterm Strich sowieso kein anderer helfen. Nach Kenntnis aller nötigen Infos muss man dazu seine eigene Haltung finden bzw. festigen. Also das muss nicht zwinged eine "Zwickmühle" sein.)
LG und alles Gute jedenfalls
Julia
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jusl
- Jusl Almighty
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Re: Abstillen (dann 18 Monate) wegen Knochenmarkspende?
Die Begriffe "frühzeitig" oder "vorzeitig" werden häufig schlichtweg für von der Mutter induzierte Abstillvorgänge gewählt, die VOR demjenigen Zeitpunkt stattfinden, zu dem sich das Kind von selbst abgestillt hätte.ixcacienfuegos hat geschrieben:Naja aber mit 18 Monaten würde ich das nicht mehr frühzeitig nennen.
Da Kinder normalerweise mehrjährige Stillzeiten haben, ist in diesem Sinne für einen Großteil der Kinder ein von außen gewähltes Abstillalter von 18 Monaten tatsächlich "frühzeitig". Ohne Wertung, ob dieser Zeitpunkt (insb. im Vergleich zur beinahe vollständig mütterlich-induziert-und-vorzeitig abgestillten Gesamt-Kinderkohorte in Deutschland) nun besonders "früh" ist oder nicht.
LG
Julia
-
Lösche Benutzer 9567
Re: Abstillen (dann 18 Monate) wegen Knochenmarkspende?
Entschuldige,ich hab irgendwie hier losgeschrieben und erst später gesehen,dass inzwischen schon Antworten da waren...
