meine Tochter ist heute genau 5 Wochen alt und eigentlich dachte ich, dass es gut mit dem Stillen läuft. Leider hat sie jedoch bisher zu wenig zugenommen. Bei der Geburt wog sie 4000 Gramm, noch im Krankenhaus nahm sie auf 3600 Gramm ab. Bis heute hat sie die 400 Gramm noch nicht ganz wieder erreicht. Meine bisherige Hebamme und auch der Kinderarzt machten sich jedoch noch keine großen Sorgen. Ich selber bin jedoch langsam beunruhigt und habe auch das Gefühl, dass ich sie evtl nicht satt bekomme, da meine Milch schon eher schwer anzuregen ist. Letzte Woche hatten wir ein paar extreme Abende, wo meine Maus sehr geschrien hat. Ich hab es zunächst auf Bauchweh geschoben, da sie in dem Moment des Schreiens bzw. danach häufig pupsen musste bzw. dann eine große Ladung in die Windel ging. An einem Abend (Donnerstag) jedoch schrie sie so extrem, dass ich irgendwann Angst hat, dass sie vor Hunger schreit. Am Freitag hatte sie dann beim Kinderarzt auch nicht wirklich weiter zugenommen. Meine bisherige Hebamme ist jetzt leider 6 Wochen im Urlaub. Daraufhin habe ich Freitag die Vertretungshebamme kontaktiert, die gestern ganze drei Stunden bei uns war. Sie hat mir viele Tipps zur weiteren Milchsteigerung empfohlen und mir beim Stillen zugesehen. F. hat sich eine Stunde an der Brust abgemüht und dann frustriert geschrien ohne sich beruhigen zu lassen. Das Ende vom Lied, F. hat eine ganze Flasche Pre (90 ml) weggezogen und danach tief geschlafen.
Ich beantworte jetzt zunächst mal die Fragen und erkläre unsere Situation genauer:
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, bekommt es abgepumpte Milch oder auch mal ein Fläschchen, schreibt bitte die Mengen auf (wie oft wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
Bis gestern wurde nicht zugefüttert. Gestern bekam sie dann am Spätnachmittag nach einer missglückten Stillmahlzeit 90 ml Pre aus der Philips Avent naturnah Flasche.
Heute hat sie nach einer Stillmahlzeit und starken Geschrei nochmal 30 ml mit der Flasche bekommen.
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
Wir stillen meist recht lang ( mindestens eine Stunde). Morgens nach dem ersten Aufwachen gegen 6h, dann meist nochmal gegen 8h und gegen 11h. Dazwischen döst sie kurz weg, will aber meist wieder an die Brust, trinkt aber auch nicht immer mit starkem Zug, nuckelt zwischendrin, dockt ab, wieder an und bemüht sich sehr. Nach der Mahlezeit um 11h binde ich sie meist ins Tuch und sie schläft 3-4 Stunden. Danach (ca 15 h) stille ich sie wieder und in der letzten Zeit ist sie dann meist sehr unzufrieden bzw. findet nach der Mahlzeit nicht zur Ruhe und so hängt sie dann häufig noch lange an der Brust Immer mal wieder zwischen drin und findet kaum in den Schlaf. Abends gegen halb acht wird auch meist gestillt und manchmal ist sie dann etwas ruhiger, häufig dreht sie um die Zeit sehr auf, schreit, lässt sich nur durch stillen im Schlafzimmer beruhigen und hängt dann in der letzten Woche häufig 2 Stunden oder länger an der Brust (ich wechsel immer hin und her). Irgendwann schläft sie dann ein. Nachts wird meist gegen 2h und 4h nochmal getrunken.
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig Stuhlgang?
wir haben 5-6 Pipi-Windeln am Tag, meist 2-3 mal wenig Stuhlgang. Manchmal eine große Ladung.
* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
Der Stillstart verlief eigentlich gut, es gab keine Probleme meinerseits und sie hat gut getrunken. in den ersten zwei Nächten Zuhause hat sie durchgeschlafen und nachts nichts getrunken. Da sie nicht zunahm, hat die Hebamme mir geraten sie zweimal nachts zu wecken, was ich auch gemacht habe. Nach ein paar Nächten ist sie dann selber aufgewacht.
Ich habe Probleme mit der MIlchbildung. Meine Brüste laufen nicht über und Stilleinlagen habe ich noch nie gebraucht. Zur Milchbildung mache ich zurzeit folgenden: Stilltee trinken, Bockshornkleesamen nehmen, Mariendiestekkapseln, Malzbier und alkoholfreien Sekt trinken, Ricinus-Globuli. Ich merke eine Steigerung, aber von einer wahren Explosion bin ich entfernt.
Beim Stillen selber ist F. im Moment machmal sehr unruhig und dockt ab, wieder an, saugt, nuckelt. In anderen Moment ist sie sehr konzentriert und zieht richtig los.
Vorletzte Woche hatten wir auch einige Clusterphasen, in denen sie mir die ganze Nacht an der Brust hing.
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Ich habe den Schnuller mal probiert, sie mag ihn aber nicht und spuckt ihn aus. Die Flasche wurde gestern und heute akzeptiert.
* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Wie oben geschrieben habe ich Kontakt zur normalen Hebamme, dem Kinderarzt und jetzt zur Vertretungshebamme.
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen können? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
Nein
Gestern hat die Vertretungshebamme sich sehr viel Zeit genommen, hat F. beobachtet und keinerlei Auffälligkeiten festgestellt. Sie hat sie gewogen (3.960 Gramm) und mir anschließend beim Stillen zugesehen. F. hat sich sehr bemüht, wie die Hebamme festgestellt hat. Nach einer Stunde war sie aber immer noch sehr unzufrieden und hat laut geschrien, ließ sich durch nichts beruhigen. Daraufhin hat sie vorgschlagen doch schon zuzufüttern. Wir hatten uns eigentlich vorher darauf geeinigt noch zu warten, aber es war so deutlich gestern, dass F. noch Hunger hat, dass es ich weinen musste und zustimmen musste. Mein Freund hat ihr dann 90 ml Pre gefüttert, ich war fix und fertig und habe geweint. F. war danach sehr zufrieden und hat lange im Tuch bei mir geschlafen. Was wiederum für meine Brüste schlecht war. Nachdem ich sie aus dem Tuch geholt habe, waren beide Seiten hart und haben geschmerzt. F. hat dann zum Glück beide Seiten noch ohne Probleme getrunken.
Heute habe ich mir dann aus der Apotheke eine Milchpumpe besorgt, um die Produktion zwischendrin noch weiter anzukurbeln.
Heute morgen hat F. beide Seiten lange getrunken, aber auch zunächst mit Anlaufschwierigkeiten. Ich hab sie dann ins Tich gepackt, sie hat geschlafen. Nach 2,5 Stunden hab ich sie wieder gestillt, was auch eher unruhig war. Sie bemühte sich, hat aber phasenweise wirklich gut gezogen, war zwischendrin aber unzufrieden und hat dann richtig aufgedreht, die Brust angeschrien. Ich wusste nicht, hat sie jetzt noch Hunger, ist sie fertig, will sie was anderes machen, hat sie Bauchschmerzen, da sie wieder pupsen musste??? Sie ließ sich kurz anderweitig beruhigen, schrie aber wieder los. Meine Brust wollte sie nicht. Mein Freund hat ihr dann die Flasche angeboten...so ganz überzeugt war sie auch erst nicht, hat dann aber 30 ml Pre getrunken, In der Zeit habe ich 30 ml abpumpen können. Na prima
F. war insgesamt sehr aufgedreht, ließ sich dann aber von meinem freund in den Schlaf streicheln und hat jetzt wieder fast 3 Stunden geschlafen. Jetzt werde ich sie zum stillen wecken.
Ich bin mir insgesamt sehr unsicher, will weiter stillen und hab gerade jegliche Intuition verloren. Wann soll ich zufüttern? Nur, wenn sie noch vor Hunger schreit...nach 1,5 Stunden stillen oder erst nach 2 Stunden stillen? Nach jedem Stillvorgang? Und wie nimmt sie bloß zu? Bisher gab es ja auch Tage, wo sie nicht so gebrüllt hat. Da hätte ich ja nie gedacht, dass sie Hunger hat. Aber es reicht ja alles nicht zu zunhemen.
Wie oft soll ich abpumpen und nehme ich ihr dann nicht Milch weg, wenn ich abpumpe? Sie kann das dann ja nicht trinken...Jetzt stehen die 30 ml im Kühlschrank. Sollen wir die dann ggf per Flasche noch füttern, wenn sie nach dem Stillen noch Hunger hat?
Ich bin so ratlos, traurig und verwirrt gerade und würde mich über Hilfe sehr freuen.