Unkrautvernichter in Muttermilch-Proben gefunden

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Seerose
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Re: Unkrautvernichter in Muttermilch-Proben gefunden

Beitrag von Seerose »

merle1 hat geschrieben: Höre ich bei Euch raus, dass ihr regionales konventionell angebautes Gemüse als besser und sicherer erachtet?
Nee, also ich ganz bestimmt nicht. Aber so hat jeder halt ne andere Meinung...

Ich weiß ja gerade von den Biobauern hier (Umland von München) was die anderen so spritzen und verwenden. So was wie Erdbeeren würd ich nie und nimmer konventionell kaufen deswegen. Aber auch nicht Trauben o. ä., nur die wachsen ja eh nicht hier.

Ich bin äußerst zufrieden mit meinem Biostand am Markt. Da könnt ich, wenn ich wollte, jedes einzelne Loch besichtigen wo die jeweilige Kartoffel herkommt.
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Liebe Grüße,
Seerose
Lösche Benutzer 17612

Re: Unkrautvernichter in Muttermilch-Proben gefunden

Beitrag von Lösche Benutzer 17612 »

Im Bioanbau ist Glyphosat verboten, d.h. mit "Bio" ist es größtenteils vermeidbar. Allerdings ist noch nicht erwiesen, dass natürliche Spritzmittel per se deutlich unbedenklicher sind. Und vom momentanen Wissensstand würde ich davon ausgehen dass bei konventionellem regionalen Anbau von Gemüse die Belastung sehr niedrig ist, eben weil sie es nicht über die Wurzel aus dem Boden aufnimmt ( sonst wäre sie tot).
In Anbetracht dieser und vieler anderer Gründe habe ich mich dafür entschieden, Obst und Gemüse aus regionalem Anbau immer den Vorzug zu geben. Egal ob konventionell oder Bio. Alles was importiert wird, ist hier Bio. Ich denke das Ideal ist der eigene Garten;) Kartoffeln bekomm ich ohne Keimhemmer auch vor Ort, wenn ich rechtzeitig danach frage.
Ich hätte auch kein IMMENSES Problem damit wenn in meinem Garten Glyphosat gespritzt würde. Wenn ich im Urlaub bin. Wenn ich dann heimkomme und 2 Wochen später mein Gemüse draufsetzen würde, hätte ich momentan ein nicht-panikartiges Gefühl dabei.
Dass Glyphosat in seiner Hauptaufgabe auf Pflanzen wirkt und nicht auf Menschen ist richtig, allerdings müssen die Nebenwirkungen ja gar nichts mit der Hauptaufgabe zu tun haben. Obwohl ich selbst aus der Biotech-Richtung komme halte ich die Einfuhr von RR-Pflanzenprodukten/ Futtermitteln für gefährlich ( während ich in anderen Bereichen die Gentechnik für einen Segen halte). Ich hoffe dass der Anbau von RR-Transgenen Pflanzen hier noch lange verboten bleibt und somit eine Anreicherung in unseren Nahrungsmitteln weitestgehend vermieden wird. Andererseits wird der Bedarf an Nahrungsmitteln anders nur schwer zu decken sein, wir brauchen großflächige Kulturen die sich gut abernten lassen. Das ist ein heisses Eisen und es gibt für mich kein schwarz oder weiss.
Ich bin allerdings dankbar dass ich NOCH in einem Land lebe in dem ich so privilegiert bin, meine Aufnahme etwas beeinflussen zu können ohne mein komplettes Leben umzustellen. Ich möchte nicht in Panik verfallen und einen Großteil meiner Zeit mit Gedanken an meine Ernährung verbringen, versuche immer ein gesundes Mittelmaß zu finden.In sehr vielen anderen Ländern heisst es "f**iss oder stirb". Ob Glyphosat etwas mit unserer persönlichen Situation zu tun hat, werden wir wohl nie erfahren und auch nicht im ungeschützten Bereich spekulieren.
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Katinka5
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Re: Unkrautvernichter in Muttermilch-Proben gefunden

Beitrag von Katinka5 »

EllenRipley hat geschrieben: Dass Glyphosat in seiner Hauptaufgabe auf Pflanzen wirkt und nicht auf Menschen ist richtig, allerdings müssen die Nebenwirkungen ja gar nichts mit der Hauptaufgabe zu tun haben. Obwohl ich selbst aus der Biotech-Richtung komme halte ich die Einfuhr von RR-Pflanzenprodukten/ Futtermitteln für gefährlich ( während ich in anderen Bereichen die Gentechnik für einen Segen halte). Ich hoffe dass der Anbau von RR-Transgenen Pflanzen hier noch lange verboten bleibt und somit eine Anreicherung in unseren Nahrungsmitteln weitestgehend vermieden wird. Andererseits wird der Bedarf an Nahrungsmitteln anders nur schwer zu decken sein, wir brauchen großflächige Kulturen die sich gut abernten lassen. Das ist ein heisses Eisen und es gibt für mich kein schwarz oder weiss.
Ich bin allerdings dankbar dass ich NOCH in einem Land lebe in dem ich so privilegiert bin, meine Aufnahme etwas beeinflussen zu können ohne mein komplettes Leben umzustellen. Ich möchte nicht in Panik verfallen und einen Großteil meiner Zeit mit Gedanken an meine Ernährung verbringen, versuche immer ein gesundes Mittelmaß zu finden.In sehr vielen anderen Ländern heisst es "f**iss oder stirb". Ob Glyphosat etwas mit unserer persönlichen Situation zu tun hat, werden wir wohl nie erfahren und auch nicht im ungeschützten Bereich spekulieren.
Ich komme auch aus dem Biotech-Bereich und du sprichst mir aus der Seele!!! Die Welternährungssituation ist ein sehr schwieriges Thema, also kann es auch keine einfachen Antworten geben. Das gilt auch für Menschen, die grüne Gentechnik pauschal ablehnen. Und ja, wir sind sehr privilegiert in dieser Hinsicht :( Aber das ist ein anderes, ebenso trauriges und schwieriges Thema...
Grüße von Katinka mit Madame (*Mai 2014) und Brudi (*November 2017)
Nusserl
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Re: Unkrautvernichter in Muttermilch-Proben gefunden

Beitrag von Nusserl »

Interessantes Thema!
Ich habe letztens einen Artikel im Zürcher Tagesanzeiger gelesen.

Kann mir jemand erklären, warum die Tiere solche Probleme durch das Sojafutter bekommen, wenn der Wirkstoff ein Enzym angreift, dass nur in Pflanzen vorhanden ist?
Glücklich mit drei Mädels und Mann
07/2008, 11/2011 und 04/2014
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Lissi23
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Re: Unkrautvernichter in Muttermilch-Proben gefunden

Beitrag von Lissi23 »

Der allergrößte Teil der erzeugten Schweine in Deutschland hat "Gen-Soja" gefressen. Von Problemen durch den Soja ist nichts bekannt, im Gegenteil, die Leistung in der Schweineproduktion, sei es jetzt die Zahl der geborenen Ferkel pro Sau und Jahr (und da wird auch sehr genau auf Totgeburten und Missbildungen geschaut, die nicht häufiger vorkommen, als früher auch) als auch die tägliche Zunahme der Mastschweine ist so hoch wie noch nie - anders könnten die Schweinehalter in Deutschland gar nicht wirtschaften, da die Gewinnspanne dort sehr niedrig ist - Schweinefleisch ist einfach zu billig in Deutschland.
Viele Grüße von
Lissi mit
zwei Jungs (04/09), (03/11) und Mädel (10/15)
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cherry
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Re: Unkrautvernichter in Muttermilch-Proben gefunden

Beitrag von cherry »

Nusserl hat geschrieben:Interessantes Thema!
Ich habe letztens einen Artikel im Zürcher Tagesanzeiger gelesen.

Kann mir jemand erklären, warum die Tiere solche Probleme durch das Sojafutter bekommen, wenn der Wirkstoff ein Enzym angreift, dass nur in Pflanzen vorhanden ist?
Das möchte ich auch gerne wissen. Und warum in Südamerika rund um die Sojafeldern so viele Fauen Todgeburten und beginderte Kinder zur Welt bringen? Wenn ich dieses Gift herstellen würde, würde ich auch alles daran setzen den Menschen Glauben zu machen es sei ungefährlich. :( Ich selbst kann es ja schwer beurteilen, aber ich glaube eher Studien und Untersuchungen die nicht vom Hersteller gesponsert wurden.
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7erendipity
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Re: Unkrautvernichter in Muttermilch-Proben gefunden

Beitrag von 7erendipity »

DasKruemel hat geschrieben: Aber auch 85 ml Sojamilch enthalten ein Drittel der Menge pflanzlicher Östrogene einer Antibabypille.

Letztendlich macht die Dosis das Gift.
Was hast du denn da für eine Quelle? Das würde mich sehr interessieren weil ich mich ein bisschen am einlesen bin bez. Soja. Außerdem wirken die Phytoöstrogene von Soja anders als humanes Östrogen, sie können wohl auch Antagonismus-ähnlich Wirken und haben dadurch auch eine teilweise krebsvorbeugende Wirkung. Trotzdem sollten Menschen mit hormonsensitiven Krebsarten Phytoöstrogene meiden (die sind aber auch in anderem enthalten, z b Leinsamen oder Hopfen). Aber das mit der Sojamilch und Pille kommt mir ziemlich hoch vor, zumal es ja auch viele unterschiedliche Pillen gibt, manche auch ohne Östrogen.
LG 7erendipity
mit Groß 08/12 und Klein 04/16 und nicht mehr ganz so Winzig 06/19 und *04/15
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Tigerchen
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Re: Unkrautvernichter in Muttermilch-Proben gefunden

Beitrag von Tigerchen »

Na toll! Meine Mutter, ihr Vater, und dessen Mutter hatten Krebs. Meine Mutter Brustkrebs und sie nimmt jetzt so ein Östrogen-Killer-Medikament.

Soja ist doch in unseren Lebensmitteln so allgegenwärtig, dass man kaum drum rum kommt, wenn man nicht alles selber macht. Und selbst in der heimischen Küche verwende ich mitunter Soja. Ich dachte mal, was ich könnte meinen Sojakonsum kontrollieren und v.a. mein Baby sojafrei ernähren... bis ich erfahren habe, dass sogar in den Brötchen, die wir mehrmals wöchentlich essen, Soja drin ist.

Aber wegen Pille... Stört Soja die Fruchtbarkeit und/oder führt zu Fehlgeburten?
Tigerchen mit dem *Oktoberherzchen* (2003), der Eisprinzessin (2009), dem *Novembertraum* (2009) und dem Beuteltigerbaby (04/14)

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DasKruemel
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Re: Unkrautvernichter in Muttermilch-Proben gefunden

Beitrag von DasKruemel »

Wie schonmal erwähnt: Mit dem Soja und den Phytoöstrogenen ist es genauso wie mit dem Glyphosphat - Die Dosis macht das Gift!

https://www.krebsinformationsdienst.de/ ... ews108.php

Zu den Tieren, die durch Glyphosphat-Rückstände in Futterpflanzen erkranken sollen: Ich bin Tierärztin, und ich habe das noch nicht erlebt. Es wurde mal diskutiert, ob dadurch die Pansen- und Darmflora bei Wiederkäuern ungünstig beeinflusst wird. Das konnte aber in Studien z.B. der Uni Leipzig nicht bestätigt werden.
Allerdings habe ich schon häufiger selbst erkrankte Tiere untersucht und behandelt (mit Mykotoxin-Nachweis in der Milch z.B.), die aufgrund von Mykotoxinen im (Bio-)Futter erkrankt waren. Und die Gefahr von Pilzbefall ist im Bioanbau nun einmal höher.

Ellen hat das schön geschrieben. Das Thema ist viel zu komplex und es gibt nicht nur schwarz oder weiß.

Hinzu kommt auch noch die Sache mit der Korrelation und der Kausalität. Nur, weil eine Korrelation erkennbar ist, heißt das noch lange nicht, dass das auch der Grund für etwas ist.
LG - DasKruemel mit der kleinen Maus (* 12/2013)

Die Entscheidung, ein Kind zu haben, ist von großer Tragweite. Denn man beschließt für alle Zeit, dass das eigene Herz außerhalb des eigenen Körpers herumläuft (Elisabeth Stone)
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Katinka5
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Re: Unkrautvernichter in Muttermilch-Proben gefunden

Beitrag von Katinka5 »

Zu der Sache mit dem Soja hilft es zur Beruhigung vielleicht, sich vor Augen zu halten, dass es für viele Menschen aus dem asiatischen Raum eine DER Hauptquellen für Proteine ist. Der tägliche Verzehr ist dort weitaus höher als bei uns und dort leben mit die ältesten und gesündesten Menschen. In der Tat macht die Dosis das Gift, weshalb Abwechslung immer noch einer der wichtigsten Aspekte gesunder Ernährung ist...
Grüße von Katinka mit Madame (*Mai 2014) und Brudi (*November 2017)
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