Warum sind eigentlich immer die Eltern schuld?

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

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MelliL
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Re: Warum sind eigentlich immer die Eltern schuld?

Beitrag von MelliL »

Oh der letzte Satz hört sich etwas unvollendet an (bin nicht gut im Schreiben vom Handy aus, sorry). Gute Schläfer im Sinne von durchschlafen ist gemeint.
LG Melli

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fanta
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Re: Warum sind eigentlich immer die Eltern schuld?

Beitrag von fanta »

Dass die Kinder nun bei den Eltern schlafen hängt sicher nicht davon ab, dass sie ausquartiert wurden. Aber als sie noch klein waren, konnten sie nur alleine schlafen, weil die Eltern die Kinder im Gitterbett hatten. Erst als das Gitter geöffnet wurde, konntendie Kinder rüber kommen.

Mir wurde halt früher gesagt, ich würde es falsch machen, meine Kinder bei mir schlafen lassen. Nachts trinken lassen etc.
Dass meine Kinder das aber wollten und brauchten (und ich mich eben daran orientiert habe), wurde halt nicht verstanden.

Mein Großer ist nun von ganz allein ein Durchschläfer. Solange er bei uns schläft ;-)
Die Kleine schläft auch sehr gut. Ebenfalls OBWOHL ihre Bedürfnisse nachts gestillt wurden (aus Sicht der Kritiker obwohl...).
LG fanta
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Lösche Benutzer 17774

Re: Warum sind eigentlich immer die Eltern schuld?

Beitrag von Lösche Benutzer 17774 »

@Annie: mit Ferbern ist ein sogenanntes Schlaftraining gemeint, wobei die Kinder ins Bett gebracht werden und man dann ohne große Einschlafbegleitung das Zimmer verlässt. Wenn Baby weint, dann gibt es einen Zeitplan, wann man zurück können soll und wie lange man zum Trösten bleiben darf. Die Wegbleibe-Zeiten werden dabei ausgedehnt. Das steht alles in diesem grausigen Buch:"Jedes Kind kann schlafen lernen. " und geht auf einen Kinderarzt Dr. Ferber zurück.
Im Grunde ist das eben genau, was die TE meint, das Buch vermittelt unwissenden Eltern den Eindruck, dass es ihr Aufgabe ist, den Kind schlafen "beizubringen". Und da es auch in dem Sinn funktioniert, dass das Kind irgendwann nach ein paar solcher Nächte tatsächlich nicht mehr weibt, sind diese Methoden und dieses Buch leider echte Verkaufsrenner :'-(
Ich finde es auch ganz ganz schlimm, aber da ich weiß, ich will an dem natürlichen Verhalten meines Kindes nichts ändern. Will nicht eingreifen, und schon gar nicht mit dem Risiko, damit seine Entwicklung negativ zu beeinflussen. Unsere Bindung und sein Vertrauen kaputt zu machen, sollen diese Mamas reden. Für mich ist das Versagen, mit tun die Kinder leid. Ich würde vorsichtig meine Meinung dazu anbringen. Mich stört es nicht, dass mein zweijähriger noch wach wird und neben mir schläft. Ich finde es schön und stehe dahinter und freue mich auch für den kleinen Kerl, dass er bei uns gelandet ist ;-) Bin schon bissel stolz darauf, dass ich immer bei dem kleinsten Mucks abends und nachts bei ihm war und bin und er sich dadurch sicher und geborgen fühlt. Dieser Stolz und dieses Glück überwiegt den Ärger. Lieber würde ich aufklären und ein umdenken erreichen. Aber das ist schwer... :-( Ich glaube, wenn Menschen mit solchen Methoden mit gegenüber angeben, sollten sie meine Abwehr spüren. Da gibt dann wohl niemand mehr an... Zugegebenermaßen kommt das aber selten vor und klar, so Kommentare zum angeblich schlechten Schlaf, vielem Stillen, abends doch noch Flasche geben, mal nicht sofort zu ihm gehen gabs hier auch und auf die Palme bringen tun sie mich trotzdem!!! Also entspannt kann ich da auch nicht bleiben...
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Bärchenbeuteltier
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Re: Warum sind eigentlich immer die Eltern schuld?

Beitrag von Bärchenbeuteltier »

Gut geschrieben jellicle!
Den Minibär halten wir auch für einen super Schläfer, unser Umfeld sieht das wohl anders ;-) er hat das erste Vierteljahr auf uns gewohnt und wir schlafen eigentlich immer aneinander gekuschelt ein[emoji7] es gab ne kurze Phase, da wollte er seinen Mittagsschlaf alleine machen, aber das war nach n paar Wochen wieder rum. Dafür ist er ein sehr ruhiger Vertreter unserer Art gewesen, hat wenig geweint, so das es mir heute das Herz zerreißt, wenn er wo nicht hin darf und aus Unverständnis losheult[emoji22]
Aber daran sind wir selber Schuld und ab nächstem Monat wird laut Prophezeihung der pädagogischen Fachkräfte alles furchtbar. Da ich noch stille und ihn allermeistens direkt tröste, wird der Kiga dir Hölle und wenn ich Nachtwache hab, wird mein Mann ein zehn Stunden durchbrüllendes Baby haben... Und ICH BIN SCHULD[emoji33]

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Serafin
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Re: Warum sind eigentlich immer die Eltern schuld?

Beitrag von Serafin »

A so a Schmarrn. Und im Kindergarten wird dein Kind viele Sachen machen, was es zu Hause nicht macht. Herdentrieb :wink:

Ich glaube, viele, vor allem Kinderlose, reden einem so einen Schmarrn gerne ein, von wegen eigenem Bett und so. Und dass man selber Schuld ist. Weil dann können sie es ja selbst besser machen und haben so das Gefühl, die Situation im Griff zu haben. Und wenn sie dann wirklich noch ein so ein Kind kriegen, wos funktioniert, dann fühlen sie sich erst recht im Recht und erzählens jedem, statt sich über ihr Glück zu freuen.
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Lösche Benutzer 14500

Re: Warum sind eigentlich immer die Eltern schuld?

Beitrag von Lösche Benutzer 14500 »

Die Eltern MÜSSEN ja Schuld sein, an allem. Weil: Ungefähr alles - ob nun der Körperbau oder das Schlafverhalten oder irgendwelche psychologischen Phänomene - entsteht ja aus einer Interaktion der Gene mit der Umwelt. So. Und wer hat die Gene des Kindes beigesteuert? Die Eltern. Und wer prägt die Umwelt, in der ein Kind aufwächst? Die Eltern.
Es ist also völlig klar und logisch, dass immer die Eltern Schuld sind. Es empfiehlt sich, das im Hinterkopf zu behalten. Man kann es zum Beispiel sehr hübsch an den Mann bzw. die Frau bringen, wenn das Kind der Mutter, die dir immer gesagt hat, du müsstest deinem Kind das Schlafen nur beibringen und es ferbern und ihm deutlich machen, dass dir dein Schlaf wichtig ist, wenn das Kind dieser Mutter also auf dem Spielplatz den anderen Kindern mit der Schaufel eins überbrät, während dein Kind friedlich spielend im Sand sitzt. (Vermutlich war meins einfach zu müde für Übergriffe.)

Mal abgesehen davon, dass es immer gut ankommt und ein überaus adretter Reflex ist, immer sofort für irgendwas einen Schuldigen zu suchen und/oder Dinge, die nicht laufen wie im Katalog optimieren zu wollen. Besonders gut kommt sowas in Situationen, wo alle Beteiligten eh schon gestresst sind. Der Stress verschwindet nämlich sofort, alles wird entspannter und das Problem wird gelöst, wenn man einfach mal weiß, dass man selbst Schuld ist und bloß alles anders machen muss. Nämlich so, wie es für die Nachbarsfamilie passt, zum Beispiel.

Ich habe ungefähr das erste Babyjahr dafür gebraucht das zu lernen, aber inzwischen reagiere ich gelassen auf jedes "Du musst doch noch nur... dann....". Je nach Laune und Interaktionspartner danke ich dann für den Tip und erkläre kurz, warum ich das nicht machen möchte (gesetzt dem Fall, ich möchte nicht. Manchmal bekomme ich auch hilfreiche Tips) bzw. warum es beim Kletterkind aussichtslos ist, Handlung XY zu tun oder ich nicke freundlich, murmle "Hmjamh" und vergesse den Gesprächsinhalt sofort wieder. Alles andere führt nur zu Bluthochdruck.

ps. Und auch sehr wichtig: Um Dinge, die in der Zukunft liegen, kann man sich in der Zukunft Sorgen machen. Mein Kind kann den Stift nicht "richtig" halten. Es ist nicht ganz vier Jahre alt. Eine meiner Lieblingsmitmütter äußerte sich besorgt. Wie soll das in der Schule werden? Tja. Keine Ahnung. Ist ja noch ein bißchen Zeit, eventuell mache ich mir in zwei Jahren Sorgen, wenn sich dann herausstellen sollte, dass es tatsächlich ein Problem beim Schreiben gibt. Sonnen und Schnecken scheint man jedenfalls auch mit falscher Stifthaltung ganz prima malen zu können, fertig.
Die "Kita plus Stillen"-Frage ist auch sowas. Möglicherweise wird es rein gar nicht die Hölle, überraschenderweise?!
Lösche Benutzer 17612

Re: Warum sind eigentlich immer die Eltern schuld?

Beitrag von Lösche Benutzer 17612 »

Irgendwer MUSS ja schuld sein. Und da der Mensch ständig von der Frage getrieben wird was der Ursprung ( allen Übels) ist, das Kind zu 90% der Zeit bei den Eltern ist, hat man den Übeltäter schnell.
Ich persönlich glaube, dass hinter diesem " selbst schuld" denken noch was anderes steckt: man gaukelt sich selbst vor, dass einem etwas ( unangenehmes) nicht passieren kann, wenn man nur XYZ befolgt.
Das gilt sowohl für Kindererziehung als auch für Krankheiten aller Art. Ach, der hatte nen Herzinfarkt? Kein Wunder, so dick wie der ist. Brustkrebs? Die war bestimmt nicht regelmäßig zur Untersuchung.....etc. Wir erfinden uns da gerne eine nette Scheinwelt, in der wir uns vorgaukeln wir hätten diverse Dinge im Griff. In der Realtität schaut es leider so aus, dass wir herzlich wenig beeinflussen können. Aber das ist schwer zu ertragen für das menschliche Ego, dass wir mehr oder weniger chaotisch durch's Leben treiben und hoffen müssen, dass alles glatt geht.
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