sind die kinder von heute weiter?

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EhMibima

sind die kinder von heute weiter?

Beitrag von EhMibima »

zur erklärung:
letztes jahr gingen wir eis essen. der 2jährige mit ner waffel in der hand. geht eine alte dame vorbei, und sagt "wie weit die kinder von heute schon sind. DAS konnten unsre kinder in dem alter noch nicht."
ebenso mit dem laufrad, daß das ein 2jähriger schon so flott könne...
oder meine mutter: daß meine große mit 1 1/4 schon mit löffel essen kann.

woran liegts? sind unsere kinder weiter/ schneller in der entwicklung oder ist das verzerrte wahrnehmung?
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Mera
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Re: sind die kinder von heute weiter?

Beitrag von Mera »

Ich glaube, dass ist eine verzerrte Wahrnehmung. Bzw. mangelnde Erfahrung.

Wenn ich an die Oma meines Mannes denke, die immer betont hat, dass ihre Kinder (4 an der Zahl) das erste Jahr bzw. 1 1/2 Jahre nicht in die Küche durften (d.h. Kinder hatten im Rest vom Haus nix zu suchen) und nur in ihrem Zimmer im Laufstall geparkt wurden....Wie hätten die da schon Laufrad fahren sollen oder mit 2 sicher eine Eiswaffel essen? Gabs halt nicht. Kind sitzt im Wagen und wird geschoben. Punkt.

Und das war - vllt. nicht überall so ausgeprägt - durchaus Usus.
LG, Mera
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baadermeisterin
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Re: sind die kinder von heute weiter?

Beitrag von baadermeisterin »

Ich würde spontan sagen nein, sondern eher denken, dass die Kinder mehr selber "dürfen", ausprobieren dürfen. Individuen und so :wink:
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EhMibima

Re: sind die kinder von heute weiter?

Beitrag von EhMibima »

hm, mir erzählte mal ein 50jähriger, daß seine nachbarin ihren (achtung!) 2jährigen!!! im topf am herd rühren lässt!!! der mann war sehr empört über dieses verantwortungslose verhalten. mag sein, daß die vorstellung vom inkompetenten kind mit rein spielt.
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Lotti
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Re: sind die kinder von heute weiter?

Beitrag von Lotti »

baadermeisterin hat geschrieben:Ich würde spontan sagen nein, sondern eher denken, dass die Kinder mehr selber "dürfen", ausprobieren dürfen. Individuen und so :wink:
Genau das denke ich auch. Wir haben zum Beispiel ein "Klara" Buch aus den Siebzigern, da wird die Klara, sicher mindestens zwei Jahre alt, von ihrer Tante mit Brei gefüttert. Das fanden wir schon sehr komisch. Auch meine Oma und Mutter haben durchblicken lassen, dass Kinder früher erst viel später selbst essen durften.
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nido56
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Re: sind die kinder von heute weiter?

Beitrag von nido56 »

Ich glaube, man hat die Kinder frueher weniger experimentieren lassen. Meine Schwiegermutter war immer, gelinde gesagt, erstaunt, dass ich dem Piraten schon als Baby einen Loeffel in die Hand gegeben habe (und hinterher das Kind erstmal grossflaechig von Essensresten befreien, den Tisch wischen und den Boden fegen musste). Und dabei haben wir nichtmal BLW betrieben, sondern hauptsaechlich gefuettert. Er durfte halt gleichzeitig auch selber essen. Jetzt ist sie hellauf begeistert, dass der Dreijaehrige ohne Laetzchen am Tisch sitzen und manierlich mit Besteck essen kann. Haette ich ihn die ersten zwei Jahre seines Lebens ausschliesslich gefuettert, koennte er das heute sicher noch nicht so gut.

Oh, ich sehe gerade die Vorschau. Ist schon alles gesagt...
nido mit dem Piraten (01/2012)
EhMibima

Re: sind die kinder von heute weiter?

Beitrag von EhMibima »

krass, mit 2 gefüttert? das ist das traumland meiner großen! :lol:
AnnaKatharina
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Re: sind die kinder von heute weiter?

Beitrag von AnnaKatharina »

Also, in unseren Familien konnten die Kinder früher ja angeblich immer alles totaaaaaal früh.
(Laufen, auf's Töpfchen gehen, sauber mit Besteck essen, ALLES)
Und trotzdem sind die älteren Angehörigen dann schwer erstaunt, was Töchterlein alles kann/konnte in welchem Alter.
Insofern glaube ich, bei jeglichen Altersangaben, die mehr als 10 Jahre zurück liegen, eh an verzerrte Erinnerung ;-)

Und Babys/Kleinkinder sollten ja in den 50ern/60ern wirklich am Besten ausschließlich still im Laufstall sein. Das man da kein Laufrad fahren lernt (gab es überhaupt Laufräder?) ist ja klar.
Meine Großtante (ca 80 inzwischen) hat ihren Enkelkindern übrigens das selberessen sternsgtens verboten. Die durften, wenn sie zu Besuch da waren, nie den Löffel in die Hand nehmen sondern wurden jahrelang gefüttert. War ihr zuviel Sauerei sonst. Ich vermute, dass hat sie auch bei ihren eigenen Kindern so gemacht.
Meine Mutter bekam ihr erstes Rad zur Einschulung. Kleine Räder gab es einfach nicht. Klaro "konnte" meine Mutter deswegen erst mit 6 Radfahren. Vorher waren ja die Beine zu kurz.
Töchterlein fährt seit sie 3 ist. Aber natürlich auf einem entsprechedn kleinen Rad.

Schuleingangsuntersuchungen zu Folge sind die Kidner von heute mit 6 übrigens motorisch eher schlechter entwickelt als die Generationen vor Ihnen, sagt die Statistik. (Hab ich zumidenst ind er Ausbildung so gelernt, hab keine Literatur dazu)
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Re: sind die kinder von heute weiter?

Beitrag von Doro31 »

Sicher dürfen Kinder heute früher mehr machen, aber es wird auch mehr von ihnen gefordert. Meine Mutter macht seit ca. 25 Jahren Einschulungsuntersuchungen, und da haben sich die Anforderungen wohl schon verändert. Sie hat mir mal ein paar Beispiele genannt, die ich natürlich prompt wieder vergessen habe - ich glaube, zählen und Farben benennnen war dabei. Das wurde vor 20 Jahren erst viel später von den Kindern erwartet als heutzutage.
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Lotti
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Re: sind die kinder von heute weiter?

Beitrag von Lotti »

In meiner Kindheit in den Achtzigern gab es keine Laufräder. Ich hab auch mit 6 mein erstes FAhrrad bekommen und Radfahren gelernt. Meine kleine Schwester hatte dann schon so ein ganz kleines Pucky mit Stützrädern.
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