Beikost beim Flaschenkind?

Was kommt nach dem Vollstillen?

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Dorja
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Re: Beikost beim Flaschenkind?

Beitrag von Dorja »

deidamaus hat geschrieben:Es gibt meines Wissens keine wissenschaftlichen Untersuchungen dazu, ob mit Formula ernährte Babys mit BLW ohne Brei und Flasche geben nach Bedarf gut versorgt sind.
Ja eben das mein ich ja. Sohnemann kriegt weiterhin Flasche nach Bedarf und nimmt sich zusätzlich kleine Portionen, von dem, was ihm schmeckt :wink: Sehe da vom Grundprinzip her keinen großen Unterschied zu Nach-Bedarf-Stillkindern mit BLW.

Und Lotterliese: Ihr macht das schon! Das Interesse des Kleinen ist ja jedenfalls offensichtlich :)
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jusl
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Re: Beikost beim Flaschenkind?

Beitrag von jusl »

Dorja, ich glaube das "ohne" in Deidamaus' Posting bezog sich nur auf Brei. Also genauer:

Es gibt Deidamaus' Wissens nach keine wissenschaftlichen Untersuchungen, die belegen, dass mit Formula ernährte Babys mit dem Ernährungskonzept "weiterhin nach Belieben Flasche geben plus geringe Mengen breifreie Beikost" gleichermaßen gut versorgt sind wie mit dem "bewährten" Konzept "ab Beikoststart nach und nach die Flaschen weitgehend durch geeignete Babybreie ersetzen".

LG
Julia
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deidamaus
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Re: Beikost beim Flaschenkind?

Beitrag von deidamaus »

Danke Julia.

Bei ausschließlich mit Formula ernährten Babys sollte man sich an den Ernäherungsplan der FKE halten, damit das Baby ausreichend versorgt ist. FKE, Ernäherungsplan.

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Re: Beikost beim Flaschenkind?

Beitrag von Lösche Benutzer 18954 »

Aber heute Nacht ist mir noch was eingefallen: Wenn er noch nicht essen wollen würde, bekäme er ja auch weiterhin nur Fertigmilch...
Dorja
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Re: Beikost beim Flaschenkind?

Beitrag von Dorja »

Stimmt Jusl, da hatte ich Deidamausens Beitrag falsch betont gelesen. Trotzdem: Mein Sohnemann hat nun mal von sich aus die Breiphase übersprungen. Und wenn er weiterhin Flasche nach Bedarf bekommt (wie vor der Beikost auch - und darauf zielt glaube ich auch Lotterlieses letzter Beitrag ab), ist er doch trotz fehlender Studien oder anders lautender Ernährungsempfehlungen gut versorgt!?!
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Re: Beikost beim Flaschenkind?

Beitrag von anirahtaK »

Also ich glaub nicht dass es so ganz ideal ist. Jedenfalls nicht wenn man BLW mit PRE Milch nach Bedarf macht, denn die ist ja für kleine Babys zusammengestellt, der Hersteller siehr ja nicht vor, dass Kinder die so lange bekommen.
Hier gabs auch Flasche und nen Mix aus Fingerfood und Brei, aber richtige Mengen wurden erst um den ersten Geburtstag gegessen, und da hab ich dann halt mal die Nährstoffe von den Lulvern verglichen und hab gewechselt.
Die späteren Pulver sind aber ja auch nicht zur HAUPTversorgung gemacht, sondern für 2-3 Becher/Flaschen am Tag.
Also so ganz ideal ist es hier sicher nicht gelaufen, weiterempfehlen würde ich das nicht unbedingt.

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Re: Beikost beim Flaschenkind?

Beitrag von deidamaus »

anirahtaK hat geschrieben:Also ich glaub nicht dass es so ganz ideal ist. Jedenfalls nicht wenn man BLW mit PRE Milch nach Bedarf macht, denn die ist ja für kleine Babys zusammengestellt, der Hersteller siehr ja nicht vor, dass Kinder die so lange bekommen.
Mumi passt sich den Bedürfnissen des Babys an, Formula nicht. Um die ausreichende Versorgung des Babys mit den benötigten Nährstoffen sicher zu stellen, empfehle ich bei rein mit Formula ernährten Kindern Brei zu füttern und wirklich einzelne Mahlzeiten zu ersetzen. Bei zwiemilchernährten Babys ist das übliche Vorgehen, die Pre ab Beikostreife durch Brei zu ersetzen. Hierbei sollte im gesamten ersten Lebensjahr Pre oder 1er-Milch gegeben werden. Folgemilch ist nicht nötig und sollte - wenn überhaupt - erst ab dem 1. Geburtstag gegeben werden.
Lotterliese hat geschrieben: Aber heute Nacht ist mir noch was eingefallen: Wenn er noch nicht essen wollen würde, bekäme er ja auch weiterhin nur Fertigmilch...
Die allermeisten mit Formula ernährten Babys nehmen Brei sehr gut an. Falls nicht, würde ich die Zutaten etwas variieren oder mit einem anderen Brei beginnen. Auf jeden Fall versuchen, dass das Baby Brei ißt und nicht nur Formula trinkt.

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Isabella
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Re: Beikost beim Flaschenkind?

Beitrag von Isabella »

Und wenn das Kind wirklich keinen Brei isst? Nichts vom Löffel annimmt?

Es muss doch eine Möglichkeit geben, ein Baby an feste Nahrung (also etwas anderes als Milch) heranzuführen, ohne zu warten bis es Brei isst :? ?

Wieso muss bei einem Flaschenkind das Bedürfnis, am Familientisch mitzunaschen ignoriert werden, warum darf man sich hier nicht nach den Bedürfnissen des Babys richten und einfach Fingerfood zusätzlich zu den Fläschchen geben? Was ist der Unterschied, ob das Kind Brokkoli, Kartoffeln und Hühnerfleisch isst oder ob es pürierten Brokkoli, Kartoffeln und Hühnerfleisch isst?
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Re: Beikost beim Flaschenkind?

Beitrag von deidamaus »

Isabella hat geschrieben:Und wenn das Kind wirklich keinen Brei isst? Nichts vom Löffel annimist
Tja, dann kann man nichts machen. Ich kenne aber kein "Flaschenkind", dass Brei verweigert hat.
Es muss doch eine Möglichkeit geben, ein Baby an feste Nahrung (also etwas anderes als Milch) heranzuführen, ohne zu warten bis es Brei isst :? ?
Brei und BLW schließt sich ja nicht aus. Dem Baby kann ja zusätzlich Fingerfood angeboten werden und/oder es kann selber bzw. selbstbestimmt Brei essen.
Wieso muss bei einem Flaschenkind das Bedürfnis, am Familientisch mitzunaschen ignoriert werden, warum darf man sich hier nicht nach den Bedürfnissen des Babys richten und einfach Fingerfood zusätzlich zu den Fläschchen geben?
Es müssen da keine Bedürfnisse ignoriert werden. Es kann zusätzlich Fingerfood gegeben werden, klar. Nur sollte möglichst ein Teil der Pre durch Brei ersetzt werden, weil....
Was ist der Unterschied, ob das Kind Brokkoli, Kartoffeln und Hühnerfleisch isst oder ob es pürierten Brokkoli, Kartoffeln und Hühnerfleisch isst?
...püriertes Essen leichter verdaulich ist. Die Nährstoffe sind für das Kind damit besser verfügbar. Der Darm reift mit der Zeit und kann am Anfang nicht so viele Nährstoffe aus dem Essen aufnehmen. Bei püriertem Essen kommt "mehr im Kind an".

Und ich glaube, dass viele Flaschenbabys das intuitiv wissen und problemlos Brei essen, weil sie merken, dass es ihnen gut tut.

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Re: Beikost beim Flaschenkind?

Beitrag von jusl »

In Ergänzung noch zu Deidamaus' Antwort, die ich komplett unterschreibe:

Es ist auch einfach eine Frage der Studienlage. Wir halten uns mit unseren Empfehlungen hier an wissenschaftliche Erkenntnisse. Das herkömmliche Konzept "Formulaflaschen ab dem Beikoststart großteils nach und nach durch Breie ersetzen" ist wissenschaftlich untersucht und gilt als das beste Ernährungskonzept für nichtgestillte Babys. DESWEGEN empfehlen wir das hier auch so.
Sollte nächstes Jahr eine Studie überzeugend belegen können, dass BLW für mit Formula ernährte Babys noch besser ist, prima, dann empfehlen wir gerne das. ;-)

Unterm Strich ist die Studienlage zu dieser Gesamtthematik dürftig, und das bedeutet, dass sowieso jede Mutter/Vater selbst entscheiden muss, wie sie/er es macht.
Allgemeine physiologische oder biochemische Prinzipien können dabei berücksichtigt werden, z.B. die Erkenntnis, dass beim konsequenten Angebot stückiger Kost Kinder im Durchschnitt WENIGER Nährstoffe und Energie aus Beikost aufnehmen, was dieses Beikostkonzept mindestens für Kinder mit Untergewicht und für Kinder, die auf Nährstoffe und Energie aus Beikost angewiesen sind, nicht geeignet macht. Das liegt daran, dass stückige Kost zunächst "technisch bewältigt" werden muss, und daran dass Stücke eine kleinere Oberfläche aufweisen als pürierte Kost, d.h. Verdauungsenzymen weniger Angriffsfläche bieten, was eine geringere Verwertung (="Bioverfügbarkeit") zur Folge hat.

Wesentlich mehr Erkenntnisse dazu als das gibt es leider nicht, was fundierte Empfehlungen eben erschwert.
Auch wenn manche Mutter ihr eigenes Kind mit der Kombination "Pre plus breifreie Beikost nach BLW-Konzept" individuell gut versorgt sieht, können wir hier an dieser Stelle dieses Konzept eindeutig NICHT als "ist super geeignet für alle Formula ernährten Babys" propagieren, einfach mangels Daten dazu.

LG
Julia
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