Hier wird gar nicht und niemals gelobt, sondern über Dinge gesprochen...
Alternativen zum Lob
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Missie
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Re: Alternativen zum Lob
Es gibt da auch ganze Bücher drüber 
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Drei Jungs:
Januar 2014, März 2016, Februar 2020
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- Atsitsa
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Re: Alternativen zum Lob
Ich danke Euch für Eure Antworten.
Den Artikel von Kohn habe ich tatsächlich vor längerem mal gelesen - eine gute Auffrischung. Sein Buch (Liebe und Eigenständigkeit) liegt auch hier auf dem Stapel zu lesender Bücher.
Es ist wirklich schwierig, vorhandene Sprachmuster zu durchbrechen. Ich merke das immer wieder. Ich verstehe die Logik bzw. die Absicht - aber es fällt mir schwer (besonders natürlich im "Ernstfall"), das Neugelernte abzurufen und mich damit dann auch authentisch zu fühlen. Ich mag ja nicht krampfhaft überlegen, was jetzt das "Richtige" wäre. Zu sehr ist das "gut gemacht" in mir drin. Alternativ sage ich ganz oft "genau". Das ist ja nicht viel besser.
Den Artikel von Kohn habe ich tatsächlich vor längerem mal gelesen - eine gute Auffrischung. Sein Buch (Liebe und Eigenständigkeit) liegt auch hier auf dem Stapel zu lesender Bücher.
Es ist wirklich schwierig, vorhandene Sprachmuster zu durchbrechen. Ich merke das immer wieder. Ich verstehe die Logik bzw. die Absicht - aber es fällt mir schwer (besonders natürlich im "Ernstfall"), das Neugelernte abzurufen und mich damit dann auch authentisch zu fühlen. Ich mag ja nicht krampfhaft überlegen, was jetzt das "Richtige" wäre. Zu sehr ist das "gut gemacht" in mir drin. Alternativ sage ich ganz oft "genau". Das ist ja nicht viel besser.
Atsitsa
mit ihren Jungs 10/2013, 3/2016 und 1/2018
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Kattirina
- ist nicht mehr wegzudenken
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Re: Alternativen zum Lob
Hier auch ein (möglichst) Nicht-Lobe-Haushalt außer bei echter Freude - wobei, Freude ist ja was ganz anderes, auch wenn sie lob-ähnliche Formulierungen hervorbringen kann. Aber bei "Lob" steckt für mich in dem Wort schon der Zweck der Manipulation dahinter...
Ich versuche mich so oft es geht dazuzusetzen wenn das Kind malt o.ä. und einfach nur zu beobachten, was es tut, einerseits weil das für mich schön ist und andererseits um dem "Mama-guck-mal!"-Bedürfnis entgegenzukommen.
Leider bringt das Kind aus dem (Montessori) KiGa gewisse Erwartungen mit, fragt manchmal direkt: "Habe ich das ganz toll gemacht, Mama?"
Was mich aber von dort noch mehr nervt, ist das ständige Konkurrenzdenken bzw. eine aus meiner Sicht übertriebene und ungemütliche Wettkampfmentalität... "Ich war schneller/hatte recht/war als erster da/bin nicht schuld!" usw. Vielleicht ist das so in einem gewissen Alter?
Ich versuche mich so oft es geht dazuzusetzen wenn das Kind malt o.ä. und einfach nur zu beobachten, was es tut, einerseits weil das für mich schön ist und andererseits um dem "Mama-guck-mal!"-Bedürfnis entgegenzukommen.
Leider bringt das Kind aus dem (Montessori) KiGa gewisse Erwartungen mit, fragt manchmal direkt: "Habe ich das ganz toll gemacht, Mama?"
Was mich aber von dort noch mehr nervt, ist das ständige Konkurrenzdenken bzw. eine aus meiner Sicht übertriebene und ungemütliche Wettkampfmentalität... "Ich war schneller/hatte recht/war als erster da/bin nicht schuld!" usw. Vielleicht ist das so in einem gewissen Alter?
Kattirina mit Sommersohn 2011
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Missie
- alter SuT-Hase
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- Registriert: 24.06.2014, 18:33
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Re: Alternativen zum Lob
Ja, Vergleiche gibt es nunmal und in einem gewissen Alter definieren sich Kinder auch darüber. Sie wollen schließlich herausfinden, worin ihre Stärken liegen.
Ansonsten muss man halt immer dran bleiben und alles, was man sagt, reflektieren. Ich bin Rewe von der Arbeit her gewohnt, wertfrei zu kommunizieren und kenne es auch so von meinen Eltern (zumindest ein Stück weit). Aber ich weiß, dass es anfangs echt schwer ist, auch sich überhaupt darüber bewusst zu werden, was alles schon in den Bereich des Wertens fällt....
Andererseits darf man es wohl auch nicht zu ernst nehmen
immer so, dass es auch authentisch bleibt.
Ich benenne oft einfach, was gemacht wurde oder frage etwas zum Thema oder nach der Befindlichkeit in Bezug auf das Thema etc...
Ansonsten muss man halt immer dran bleiben und alles, was man sagt, reflektieren. Ich bin Rewe von der Arbeit her gewohnt, wertfrei zu kommunizieren und kenne es auch so von meinen Eltern (zumindest ein Stück weit). Aber ich weiß, dass es anfangs echt schwer ist, auch sich überhaupt darüber bewusst zu werden, was alles schon in den Bereich des Wertens fällt....
Andererseits darf man es wohl auch nicht zu ernst nehmen
Ich benenne oft einfach, was gemacht wurde oder frage etwas zum Thema oder nach der Befindlichkeit in Bezug auf das Thema etc...
Drei Jungs:
Januar 2014, März 2016, Februar 2020
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AnnaKatharina
- Prof. Dr. SuT
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- Registriert: 17.05.2012, 21:26
Re: Alternativen zum Lob
Jaaaa, diese Vergleiche der Kinder untereinader nerven mich auch.
Ich bin größer/schneller/weiter als XY
War zuerst da, hab zuerst aufgegessen, höher geschaukelt, ein größeres Stück Apfel, blablabla.
Ich ignorier das zur Zeit ehrlich gesagt, weil ich nicht wirklich weiß, wie ich damit umgehen soll.
Ich bin größer/schneller/weiter als XY
War zuerst da, hab zuerst aufgegessen, höher geschaukelt, ein größeres Stück Apfel, blablabla.
Ich ignorier das zur Zeit ehrlich gesagt, weil ich nicht wirklich weiß, wie ich damit umgehen soll.
Mit K1 (2010) und K2 (2015)
- Atsitsa
- ModTeam-Stillberatung
- Beiträge: 4966
- Registriert: 19.04.2011, 13:38
Re: Alternativen zum Lob
Die Sprache bei uns zu Hause war schon ganz anders, als ich es für mich bzw uns jetzt möchte. Das fällt mir auf. Auch bei meiner Schwiegermutter ist es mir wieder aufgefallen. Da hilft wirklich nur dranbleiben, üben, reflektieren - und entspannen.
. Wie Du so schön sagst, Missie.
Ich habe hier leider niemanden, mit dem ich das live üben könnte. Schade.
PS: Zum Thema Vergleiche: mein Neffe hat es glaube ich aus dem Kindergarten - ich bin Anziehkönig, weil er sich als erster fertig angezogen hat (ersetze anziehen durch essen, trinken, rennen, atm :rolleyes: Sowas nervt mich auch.
Ich habe hier leider niemanden, mit dem ich das live üben könnte. Schade.
PS: Zum Thema Vergleiche: mein Neffe hat es glaube ich aus dem Kindergarten - ich bin Anziehkönig, weil er sich als erster fertig angezogen hat (ersetze anziehen durch essen, trinken, rennen, atm :rolleyes: Sowas nervt mich auch.
Atsitsa
mit ihren Jungs 10/2013, 3/2016 und 1/2018
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- Christiane
- SuT-Legende
- Beiträge: 9048
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- Wohnort: Rhein-Kreis Neuss
Re: Alternativen zum Lob
Grundsätzlich halte ich es wie Anne und Marilu, kann aber auch nicht immer aus alten Sprachmustern.
Ich spiegele meinen Kindern auch gerne ihr Gefühl. Wenn mein Großer z.B. vor Stolz platzt, dann sage ich sinngemäß "Wow, Du bist ja total stolz, dass xy... , ich freue mich mit Dir!"
Ich spiegele meinen Kindern auch gerne ihr Gefühl. Wenn mein Großer z.B. vor Stolz platzt, dann sage ich sinngemäß "Wow, Du bist ja total stolz, dass xy... , ich freue mich mit Dir!"
Liebe Grüße, Christiane
"Be decisive. Right or wrong, make a decision.
The road of life is paved with flat squirrels who couldn´t make a decision." (Unbekannt)
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mukx
- Herzlich Willkommen
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- Registriert: 11.06.2014, 15:10
- Wohnort: Kreis ES
Re: Alternativen zum Lob
Ich finde es immer wichtig, sich bei einer Äußerung zu hinterfragen, warum man es sagt. Gerade beim Loben steckt oft gar kein ehrliches Lob dahinter, sondern eine Manipulation. Z. B. kommentieren meine Schwiegereltern gerne das Essverhalten meiner Tochter:"Ooooh, du hast aber schön gegessen, ganz toll gegessen hast du heute!" Das finde ich total gruselig weil wahnsinnig manipulativ. Dahinter steckt doch nur, das Kind dazu zu bringen, nächstes Mal wieder möglichst viel reinzuschaufeln.
Ich werde mich allerdigs hüten, ehrliche und authentische (Mit-) Freude, wenn mein Kind z. B. etwas Neues kann, vor ihm zu verstecken.
Ich werde mich allerdigs hüten, ehrliche und authentische (Mit-) Freude, wenn mein Kind z. B. etwas Neues kann, vor ihm zu verstecken.
Mit großem Mädchen (09/09) und kleinem Mädchen (05/14)
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Missie
- alter SuT-Hase
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- Registriert: 24.06.2014, 18:33
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Re: Alternativen zum Lob
Freude und Lob/ Bewertung/ Wertung sind ja auch ganz verschiedene Paar Schuhe 
Drei Jungs:
Januar 2014, März 2016, Februar 2020
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- Katha
- Dipl.-SuT
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- Registriert: 30.03.2012, 20:38
Re: Alternativen zum Lob
Idealtypisch nach Cohn steckt im Loben aber bereits eine Wertung: ich bimmele Autorität, die entscheidet, ob etwas gelungen ist oder nichtMissie hat geschrieben:Freude und Lob/ Bewertung/ Wertung sind ja auch ganz verschiedene Paar Schuhe
Katha mit dem Hasen *01/2012
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, Denn sie haben ihre eigenen Gedanken." Khalil Gibran[/color]
Viel vom iPhone, Buchstabendreher, Tippfehler... inkl. [/size]
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, Denn sie haben ihre eigenen Gedanken." Khalil Gibran[/color]
Viel vom iPhone, Buchstabendreher, Tippfehler... inkl. [/size]