Stillen ist ein Kampf, kurz vorm Aufgeben :(

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Snoozie
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Stillen ist ein Kampf, kurz vorm Aufgeben :(

Beitrag von Snoozie »

Hallo,

Ich lese nun schon eine ganze Weile "heimlich" hier im Forum mit und bin ganz begeistert von der tollen Atmosphäre und den vielen hilfreichen Tipps die gegeben werden. Mittlerweile bin ich bei meiner eigenen Stillgeschichte leider so verzweifelt, dass ich mir auch Rat erhoffe. :(

Meine Maus ist mittlerweile 15 Wochen alt, geboren am 23.11.2014. Sie wurde daheim geboren und das erste Anlegen lief problemlos, sie nahm nur am zweiten Tag ab und dann schon wieder zu. Darüber war ich sehr erleichtert, denn bei meinem Sohn habe ich 4 Monate pumpgestillt, weil es einfach nicht geklappt hat. Anfänglich haben wir dauergestillt und sie nahm gut zu, aber seit dem 5. Woche Schub ist irgendwie der Wurm drin. Wir hatten und haben aktuell wieder mit Soor zu kämpfen, dazu habe ich noch Vasospasmen die ich aber mit Magnesium und Calcium gut im Griff habe. Aber nun zum Stillen selbst: Meine Maus trinkt total hektisch, sie dockt dauernd an und ab, biegt sich durch, kratzt und kneift mich und will dann gar nicht mehr an die Brust. Sie ist auch sonst sehr herausfordernd, weint viel und schläft wenig bzw. sehr schlecht.

Anfangs vermutete ich eine Saugverwirrung, sie hat am 5. Lebenstag einen Schnuller bekommen da sie nuckeln wollte aber sich fürchterlich aufregte wenn Milch aus der Brust kam. Sie nahm ihn aber nie begeistert und dann gar nicht mehr. Ihr hektisches Getrinke begann erst etwas später. Seit ein paar Tagen nimmt sie einen Soothie, das erleichtert uns zumindest das Autofahren etwas. Im Kinderwagen schreit sie sich auch weg, tragen geht einigermaßen aber begeistert ist sie davon leider auch nicht. Ein Besuch beim Osteopath brachte keine Verbesserung. Dann glaubte ich zu wenig Milch zu haben und nahm deshalb Bockshornkleekapseln ein, seitdem spritzt ihr allerdings die Milch dermaßen in den Mund dass sie sich total verschluckt und auch nach dem aufstoßen nicht weiter stillen will. Sie trinkt so immer nur eine Seite und das auch nur ein paar Minuten. Da ich bei meinem Sohn ein richtiges Stilltrauma davon trug, wiege ich sie einmal wöchentlich und seit 2 Wochen nimmt sie nicht bzw. kaum zu.
Richtig "ordentlich" trinken geht eigentlich nur noch im Halbschlaf bzw. nachts. Die rechte Brust hatte von Anfang an weniger Milch, inzwischen verschmäht sie die aber tagsüber fast gänzlich, nur nachts geht's einigermaßen.

Inzwischen ist es so schlimm, dass ich mir echt überlege abzustillen weil ich das fast nicht mehr aushalte, man hört immer wie toll Stillen sein soll, ich find es derzeit nur ganz anstrengend und überhaupt nicht schön. Dabei hatte ich mich anfangs so gefreut dass es diesmal endlich gut klappt und wollte unbedingt lange stillen. Ganz will ich die Hoffnung aber noch nicht aufgeben, deshalb suche ich hier nach Unterstützung.

Hier noch die genauen Infos:
- Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, bekommt es abgepumpte Milch oder auch mal ein Fläschchen, schreibt bitte die Mengen auf (wie oft wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
Nein, es wurde nie zugefüttert.

-Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
So etwas wie einen Rhythmus haben wir überhaupt nicht. Wenn sie meckert lege ich sie an, wir stillen im Schnitt alle 2 Std., manchmal auch öfter. Dadurch dass sie viel weint und so hektisch trinkt, weiß ich nie ob sie noch Hunger hat oder nicht. Ich kann ihre Anzeichen ganz schlecht deuten. Nachts schafft sie manchmal eine 3-4 Std. Pause aber normalerweise stillt sie da auch ca. alle 2 Stunden. Tagsüber schläft sie oft nicht länger als 30min, wenn ich sie trage schafft sie auch mal 1 oder 2 Std.

- Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig Stuhlgang?
Die Pipiwindeln sind immer schwer, Stuhlgang hat sie seit drei Wochen nur noch alle 3-4 Tage.

-Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
Siehe oben. Sie macht beim Stillen nicht den Mund sehr weit auf, aber da ich nie wunde Brustwarzen hatte, dachte ich das sei okay so.

-Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Schnuller siehe oben. Flasche mit abgepumpter Mumi haben wir ihr einmal versucht zu geben, nahm sie aber weder von mir noch meinem Mann.

- Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Wir waren einmal beim Osteopathen, dort war aber trotz rasanter Sturzgeburt alles ok.

-Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen können? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
Ich habe eine Schilddrüsenunterfunktion, bin aber eingestellt.

Soll ich Gewichtsdaten auch mit posten?
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Brianna
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Re: Stillen ist ein Kampf, kurz vorm Aufgeben :(

Beitrag von Brianna »

Die Stillmods brauchen alle Gewichtsdaten mit Klardatum und am besten mit der Angabe, wer gewogen hat, damit sie die Gewichtsentwicklung einschätzen können.
Ich drück euch die Daumen, dass alles in Ordnung ist.
Gruß Brianna
J 05/13 L 12/15
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Snoozie
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Re: Stillen ist ein Kampf, kurz vorm Aufgeben :(

Beitrag von Snoozie »

Okay, dann hier die Daten:

23.11.2014 3090g Geburtsgewicht (Hebamme)
24.11.2014 2970g (Hebamme)
25.11.2014 3080g (Hebamme)
05.12.2014 3340g (eigene Babywaage)
08.01.2015 4200g (KiA)
25.01.2015 4620g (eigene Babywaage)
15.02.2015 5030g (eigene Babywaage)
02.03.2015 5350g (eigene Babywaage)
05.03.2015 5230g (KiA)
10.03.2015 5300g (eigene Babywaage)
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Snoozie
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Re: Stillen ist ein Kampf, kurz vorm Aufgeben :(

Beitrag von Snoozie »

Hat keiner eine Idee? :cry:
Heute ist es wieder besonders schlimm. Sie trinkt, verschluckt sich nach ein paar Schlucken, hustet, weint und mag nicht weiter trinken. Außerdem pupst sie und es scheint als hätte sie tierisch Bauchweh. Schlafen mag sie auch nicht. Hilfe! :(
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Eskimofrau
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Re: Stillen ist ein Kampf, kurz vorm Aufgeben :(

Beitrag von Eskimofrau »

Hört sich für mich an als würd sie mit nem starken MSR kämpfen. Bei uns half es "gegen die Schwerkraft" zu stillen. Ich hab mich aufem Sofa weit nach hinten gelehnt hingefläzt, und dann s Baby auf mich gelegt. Bauch gegen Bauch, seine Füsse 'gen meine zeigend. Versteht man die Beschreibung? Das half bei uns super!

Ich bin sicher es meldet sich bald eine Stillmoderatorin zu den Gewichtsdaten.

Alles Gute, Eski


*****Entschuldigt bitte die Schreibfehler - ich hab smartphonitis!
Lg, Eski mit grossem Sohn (04/11) & kleinem Sohn (03/14)
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Teazer
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Re: Stillen ist ein Kampf, kurz vorm Aufgeben :(

Beitrag von Teazer »

Hallo Snoozie,

tut mir leid, dass Dein Beitrag 1 Tag auf Antwort eines StillMods warten musste. Wir sind alle ehrenamtlich arbeitende Mütter und unser reales Leben schränkt unsere Kapazitäten im Forum manchmal ein.

Schön, dass Du Dich als stille Leserin jetzt angemeldet hast. :) Schade, dass es kein so schöner Grund ist. ((()))

Die gute Nachricht gleich zu Anfang: Dein Baby nimmt ganz normal zu. Das Wiegen ist definitiv nicht nötig. Wenn wir uns die letzten 6 Wochen ansehen, dann hat sie durchschnittlich 113 g/Woche zugenommen. Das ist ein völlig normaler Wert. Dein Baby muss mit 2-4 Monaten nicht wöchentlich 110 g zunehmen, sondern durchschnittlich. Das tut sie. Alles völlig unauffällig.

Ich kann verstehen, dass Dich die Stillgeschichte mit Deinem Sohn traumatisiert hat. Das Wiegen Deiner Tochter hilft jedoch nicht dabei, es zu heilen. Es ist ein anderes Baby und Du stückweit auch eine andere Mama. Wiegen sollte, wenn überhaupt, nur mit professioneller Begleitung und nach strenger Indikation gemacht werden. Beides ist bei Euch nicht der Fall. Bitte tue Dir selbst den Gefallen und lass es. Es gibt bei Deiner Tochter kein Anzeichen für eine Gedeihstörung. Deshalb kann die Waage Dir keine Sicherheit geben, ganz im Gegenteil: Sie verunsichert Dich.

Deine Beschreibung des Stillverhaltens Deiner Tochter klingt für mich nach einem starken Milchspendereflex. Kennst Du den Link "Unruhe an der Brust" aus der LINKSAMMLUNG STILLWISSEN? Findest Du Euch da wieder?

Es kann sein, dass die Einnahme des Bockshornkleesamens den Milchfluß noch verstärkt hat. Nimmst Du ihn aktuell noch? Wenn ja: wieviel?

Ich habe selbst einen starken MSR und weiß wie anstrengend das sein kann. Gerne begleite ich Dich bei der Findung der richtigen Lösung für Dich und Deine Maus.

Noch eine gute Nachricht zum Schluss: Mit 4-5 Monaten wachsen die Babys aus dem Problem meist heraus, lernen besser mit dem Milchschwall umzugehen und bekommen auch eine größere Anatomie um mit der Menge umzugegen.
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

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Snoozie
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Re: Stillen ist ein Kampf, kurz vorm Aufgeben :(

Beitrag von Snoozie »

Danke Teazer. Entschuldige bitte, das sollte absolut kein Vorwurf sein. Ich weiß dass ihr alle ehrenamtlich arbeitet und selbst auch Familie und ggf. auch Job habt. Umso dankbarer bin ich für Deine Rückmeldung.

Es beruhigt mich sehr zu lesen, dass die Gewichtszunahme normal ist. Ich habe auch in einem anderem Thread gelesen, dass das Gewicht ab und zu stagniert und die Kinder dafür in der Länge wachsen. Tatsächlich kommt sie mir größer vor.

Okay, dann werde ich das Wiegen sein lassen. Mein Mann sagte das auch schon, eben weil ich mich ganz verrückt mache damit. Ich werde ihn später bitten, die Waage wegzupacken, so komm ich gar nicht erst in Versuchung doch mal zu wiegen. :oops:

In dem Link zur Unruhe finde ich mich bzw. uns 1:1 wieder. Das Meiste beherzige ich schon, also häufig stillen, den ersten Milchstrahl in eine Windel laufen zu lassen, blockstillen und versuchen gegen die Schwerkraft zu stillen. Aber manchmal hilft auch das nix. Die Milch schießt teilweise in 7 Strahlen heraus und die kommt mit Schlucken nicht hinterher, dabei ist so oft so verzweifelt dass die mir in die Brust kneift und mich zerkratzt. Sie trinkt deshalb auch selten länger als 2,3 Minuten und geht nach dem Aufstoßen nicht mehr an die Brust. Blähungen quälen sie ganz schlimm, es tut mir so leid dass ich das mit den Bockshornkleekapseln noch schlimmer gemacht habe, seitdem ist es wirklich extrem. Ich habe die Kapseln und andere milchbildende Maßnahmen inzwischen abgesetzt.

Ich hoffe dass sie wirklich bald besser damit klar kommt. Vielen Dank dass Du mich begleitest!
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Teazer
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Re: AW: Stillen ist ein Kampf, kurz vorm Aufgeben :(

Beitrag von Teazer »

Hallo Snoozie,

es war absolut richtig den Thread hochzuschubsen. Uns geht auch mal einer unter. Gar kein Problem.

Meine 6 Monate alte Tochter "schieße" ich gelegentlich auch noch ab. :roll: Aber mittlerweile lässt sie die Milch dann einfach souverän aus dem Mund laufen.

Hast Du es mal in der Hoppe-Reiter-Haltung probiert? Die hat mich bei der Großen gerettet. Wie lange/oft hast Du die Gegenmaßnahmen denn angewendet? Welche genau?
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

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Snoozie
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Re: Stillen ist ein Kampf, kurz vorm Aufgeben :(

Beitrag von Snoozie »

Hoppe-Reiter habe ich ein paarmal probiert, aber so richtig sagt die Position mir nicht zu. Ich weiß nicht genau wie ich die Maus so länger halten kann ohne dass sie mir wegsackt. Sie hat dann auch Probleme anzudocken.

Gegenmaßnahmen wenden wir folgende an:

- möglichst gegen die Schwerkraft stillen, meist im Liegen oder ich zurückgelehnt auf der Couch. Trotzdem verschluckt sie sich noch oft und geht nach dem Aufstoßen nicht mehr an die Brust.
- häufig stillen tun wir von Anfang an
- Aufstoßen lasse ich sie auch oft, aber sie will danach nicht mehr an die Brust obwohl sie höchstens 2-3 Min. getrunken hat
- aufrecht halten und tragen ist hier auch an der Tagesordnung
- ich biete ihr fast immer die linke Brust zuerst an, da sie die Rechte eigentlich nur nachts richtig nimmt. Rechts ist bedeutend weniger Milch und auch der MSR schwerer auszulösen. Oft nuckelt sie rechts nur.
- vorher Druck ablassen versuche ich oft schon, aber ich bekomme den MSR selbst schwer ausgelöst.

Die ganzen Maßnahmen mache ich eigentlich seitdem sie sich so oft verschluckt und daher nur so extrem kurz trinkt.
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Teazer
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Re: AW: Stillen ist ein Kampf, kurz vorm Aufgeben :(

Beitrag von Teazer »

Hoppe-Reiter funktioniert gut, wenn man Babys Rücken mit einem Stillkissen stützt. Oder Du nimmst Deine Füße auf Pohöhe und lässt Deine Kleine auf Dich rutschen während Du Dich etwas zurücklehnst.

Aufstoßen lassen solltest Du nur, wenn sie eh nicht mehr an die Brust geht. Da sie normal gedeiht, bekommt sie auf jeden Fall genügend Milch. Über die Stilldauer musst Du Dir also keine Sorgen machen.
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

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