Mutter-Kind-Kur - obligatorische Trennung vom Kind?

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Seerose
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Re: Mutter-Kind-Kur - obligatorische Trennung vom Kind?

Beitrag von Seerose »

Jamelek hat geschrieben: Das ist dann aber auch ein Glücksfall bei dir gewesen, dass dein KInd gut aufgehoben und umsorgt war.
Da würde ich jetzt sagen, es lag weniger an der Umsorgung als am Kind.
Was ist eine gute Umsorgung? Eine schlechte Umsorgung?
Kinder die sich leicht tun mal ne kurze Zeit von der Mutter weg zu sein, tun sich leicht, Recht unerheblich ob das nun Pädagogen mit 10 Jahren Erfahrung sind oder Neulinge ohne Hintergrundwissen. Kinder die eine gewisse Anlaufzeit benötigen und z. B. auch im Kindergarten einer langen Eingewöhnung bedurft hätte, tun sich schwer, sehr schwer.

Ganz ehrlich meine Meinung?
Wenn man weiß, daß man ein Kind hat was auch für Krippe und KiGa eine sehr lange Eingewöhnung benötigt, dann hat man fast ein Garantieschein, daß das in der Kur schwierig werden könnte. Muß nicht, aber kann, ist sehr wahrscheinlich.

Da spielt es dann sehr wenig eine Rolle wie gut oder empathisch der Erzieher ist. Also grausam natürlich wenn dann noch der Erzieher mit Methoden aus den 60ern arbeitet, aber eigentlich völlig unerheblich. Als meine Tochter in der Krippe eingewöhnt wurde, waren da ganz tolle Erzieher und die beiden anderen Kinder die mit ihr eingewöhnt werden sollten, wurden dann nach 3 Monaten wieder abgemeldet. Die Probleme die die Kinder mit der Trennung von der Mutter hatten, hatten nichts, rein gar nichts mit den Erziehern zu tun.

Im Grunde genommen brauchen wir während einer 3-wöchigen Kur nicht von einer Eingewöhnung zu reden. Die minimalste Eingewöhnung wäre zu Ende, wenn auch die Kur zu Ende ist. Und gerade so kleine Kinder unter einem Jahr werden ja oft länger als drei Wochen eingewöhnt.
Aber das Ausgangsposting drehte sich ja darum, dass in den meisten MuKiKurheimen, die Kinder nicht gerne in der KInderbetreuung sind, mangels Eingewöhnung,mangels empathischer Erzieherinnen oder mangels was auch immer.
Das ist wiederum eine These die wohl niemand aus dem Forum hier einfach so aufstellen kann. Da müßte man ja tatsächlich über lange Zeit hinweg Daten erheben.

Und der Bezug auf andere Mütter im Kurheim. Meine Erfahrung außerhalb des SUT beruht auch eher darauf, dass es vielen Eltern nach der Geburt in erster Linie darum geht ihr altes Leben wieder zu haben.
Gut, da hab ich wiederum andere Erfahrungen. So bunt und gemischt wie es hier zugeht ist es genau so in meinem Bekanntenkreis.

Kurzum, es ist traurig, aber wenn ich vorher weiß, daß mein Kind womöglich Schwierigkeiten mit der Fremdbetreuung ohne wirkliche Eingewöhnung haben wird, dann kann ich keine Kur machen bzw. nur eine wo das Kind eben nur bei mir ist.

Und was nochmal dieses Zusammenführen von Mutter und Kind betrifft, da ist genau eine Mutter-Kind-Kur der allerschlechteste Ort dafür. In der ersten Kur wo ich war, wurde man genauestens von allen beäugt wie man mit dem Kind umgeht. Es waren nicht nur überall Kameras sondern es wurde einem dies auch ständig auf's Brot geschmiert. Es gab mindestens zwei Mütter mit einer sagen wir Bindungsstörung und diese mußten nach gewissen präkeren Situationen im Speisesaal und folgenden psychologischen Gesprächen dann die Klinik verlassen.
Ob das gut oder schlecht war sei dahingestellt. Es entsprach der Einstellung der Klinik..
Für diese Mütter gäbe es psychosomatische Kliniken wo sie mit ihren Kindern hinkönnten und da würde sich genau um dieses Problem gekümmert werden.
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Seerose
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Re: Mutter-Kind-Kur - obligatorische Trennung vom Kind?

Beitrag von Seerose »

Seerose hat geschrieben: Und gerade so kleine Kinder unter einem Jahr werden ja oft länger als drei Wochen eingewöhnt.
Ist Blödsinn, ich meinte eher kleine Kinder bis zu 3 Jahren.

Es gibt m. E. gar nicht viele Kurheime die Kinder unter einem Jahr aufnehmen. Ist ja auch nicht unbedingt ratsam.
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kiezkind
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Re: Mutter-Kind-Kur - obligatorische Trennung vom Kind?

Beitrag von kiezkind »

Also ich finde es merkwürdig hier sich sehr zu wundern wie eine Mutter Kind Kur aufgebaut ist. Es gibt ja einfach Mütter mit deutlich ältern und auch mehreren Kindern.
Und in vielen Kliniken passt es für viele Mütter.
Vielleicht liegt es dann auch an uns die passende Klinik für uns rauszusuchen.
Für mich und meine Kinder, vorallem meinen 4 jährigen war die Kur so so viel wert.
Und der kleine für den es anstrengend war teilweise war es aber in so fern gut, weil es mir und dem großen Bruder jetzt so viel besser geht.
Und bei uns war der Schwerpunkt auf Mutter und Kind Kur. Auch das Programm für die Kinder war sehr auf Stärkung Selbstvertrauen tanken, und positiven Erlebnisse aufgebaut. Und die kleinen und wenn man wollte die kibdergsrtenkinder waren 3 bis 4 Std von 24 in der Betreuung. Und man hatte dann teils Anwendungen für die Kinder (wie Bad oder Öl einreibungen ) für die Kinder gemeinsam sehr sehr liebevoll begleitet.
Ja bestimmt ist nicht jede Kur für jeden das richtige und vielleicht ist es für einige Kleinkinder recht anstrengend. Aber die Kinder werden älter.... die Zielgruppe der Eltern ist breit.
Ich bin sehr sehr froh in einer Gesellschaft zu leben in der mir so etwas wunderbares fast kostenfrei geschenkt wird. Und ja ich empfand unsere Kur als ganz großes Geschenk!
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Seerose
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Re: Mutter-Kind-Kur - obligatorische Trennung vom Kind?

Beitrag von Seerose »

Ich stimme Dir vollkommen zu, Kiezkind.

Nur damit ich nicht mißverstanden werde:
kiezkind hat geschrieben: Und bei uns war der Schwerpunkt auf Mutter und Kind Kur. !
Der Grund weshalb ich geschrieben hatte es ist eine MUTTER-Kind-Kur und keine Mutter-KIND-Kur ist der, daß das bei dem Antrag eine entscheidende Rolle spielt. Was die Klinik später draus macht ist absolut unerheblich.

Auf gut Deutsch: Am besten ist es die Mutter schreibt beim Antrag all ihre Probleme, Erkrankungen, Wehwechen rein, fertig.

Bezieht man sich auf Erkrankungen der Kinder - und hat selbst wenig im Bereich Krankheiten zu bieten - läuft man Gefahr abgelehnt zu werden bzw. den Vorschlag zu bekommen doch über eine Kinderreha nachzudenken oder was auch immer.

Das ist deshalb ungerecht, da es m. E. völlig ausreicht zu schreiben, daß man Mutter, womöglich alleinerziehend von 5 Kindern ist. Was braucht es da an Krankheiten? Ist es nicht selbsterklärend?

Oder wenn man ein besonderes Kind hat und/oder ein chronisch krankes Kind. Braucht es da noch eine Erklärung warum eine Mutter eine Kur benötigt? Von außen gesehen natürlich nicht, aber die meisten Krankenkassen wollen eben daß man beim Antrag den Schwerpunkt auf sich selbst legt und dies auch in epischer Breite erzählt.

Das hab ich auch nicht erfunden sondern ist eine Zusammenfassung was ich so in letzten Jahren an Ablehnungen gelesen hab über die gängigen Foren in denen sich über Kuren ausgetauscht wird.
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bienenmeister
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Re: Mutter-Kind-Kur - obligatorische Trennung vom Kind?

Beitrag von bienenmeister »

Seerose hat geschrieben: Das ist deshalb ungerecht, da es m. E. völlig ausreicht zu schreiben, daß man Mutter, womöglich alleinerziehend von 5 Kindern ist. Was braucht es da an Krankheiten? Ist es nicht selbsterklärend?

Naja, wenn selbst hier im muetternahen Forum darueber diskutiert wird, dass eine Kur ja schliesslich kein Urlaub sei sondern man gewisse KurLEISTUNGEN erbringen muss, wundert mich das nicht.
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Tragen für Fortgeschrittene: Heute mal ohne Tuch!

.... lost in translation ....
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Katha
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Re: Mutter-Kind-Kur - obligatorische Trennung vom Kind?

Beitrag von Katha »

also ich bin ganz der Meinung, dass Mutter-Kind-Kur zur Erholung ist und die betreffende Mutter das draus machen möchte, was sie sollte.

Daher finde ich - wie Bienenmeister eben wichtig - dass man eine Kur als eine Art Urlaub sehen kann.
Eine wirkliche Reha etc. denke ich, dass in 3 Wochen eh nicht wirklich möglich ist.

Diese Logik "zwar hätte ich eine Kur dringend gebraut, aber das wäre mit so kleinem Kind nicht gegangen" finde ich nämlich gefährlich. Eine Kur ist eine PRÄVENTIONSLEISTUNG und daher sollte man sie nicht erst beantragen, wenn die Kinder so und so groß sind oder es wirklich nicht mehr anders geht.

Das deutsche System bietet da sicherlich einen LUXUS, aber es gibt auch gute Gründe, warum es das tut.
Und daher jeder auch das herausziehen, dass sie/er nachhaltig davon profitieren können.

Ich wusste, dass ich - nach über einem Jahr Fremdbetreuung (zwischen 30-35 h), Stress in der Früh mit Langschläferkind, viel Stress als Freiberuflerin und erkennbaren ersten Anzeichen von Burn-Out, in einer Zeit, in der mein Freund arbeitsmäßig nichts hätte abfangen können, relaxt Zeit MIT Kind verbringen wollte. Wenn es geklappt hätte, dass ich (bei entspanntem Kind, weil er mir sonst nur am Bein geklebt hätte) zusätzlich jeden Tag zwei Wannenbäder hätte machen können - schön.
Das ist sicherlich bei einer Mutter, die XY Monate 24 h nur mit ihrem Kinder zusammen war, sicherlich auch nochmal anders.

Was mich aber in der Klinik nervte:
1. Dass ich mir immer wieder anhören musste, "sie können nicht los lassen", "sie binden das Kind zu sehr an sich", "der kommt sonst nie ohne sie zurecht" (hallo, mit einem fast Vollzeit fremdbetreuten Kind)
2. dass es relativ wenig Entgegenkommen eben gab, wie z.B. Kind zum NordicWalking mitnehmen (das haben ein, zwei Schwestern mal unter der Hand gemacht, aber das war eher ein "darf keiner mitkriegen"), oder die Termine so zu legen, dass ich nicht an 3 Tagen alles habe und dann Donnerstag Freitag gar nichts mehr (die Terminplanung war extern, an der gab es auch NICHTS zu ändern, ich war schon mal auf einer anderen Kur, da konnte das angeglichen werden; da ging nur wegstreichen). Dass es nicht den Hauch einer Eingewöhnung gab, sondern alle Kinder auf einen Haufen, ohne, dass geguckt wurde, dass sie mal wenigstens 30 Minuten Fokus auf die Erzieherin hatten.
Katha mit dem Hasen *01/2012
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, Denn sie haben ihre eigenen Gedanken." Khalil Gibran[/color]

Viel vom iPhone, Buchstabendreher, Tippfehler... inkl. [/size]
mamoto
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Re: Mutter-Kind-Kur - obligatorische Trennung vom Kind?

Beitrag von mamoto »

Die Psychologin in meiner Kur meinte beim Abschied zu mir damals: nächstes Mal kommen Sie bitte früher, zur Prävention! Und nicht um Sie wieder total aufzubauen nach dem burn out, dafür ist die mukikur eigentlich schon nicht mehr geeignet...

Also soll die Kur der Erholung dienen und nicht dem Wiederaufbau.
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Re: Mutter-Kind-Kur - obligatorische Trennung vom Kind?

Beitrag von Kattirina »

Ich könnte mich einfach nicht erholen, wenn ich mein Kind wo hingebe, wo ich weiß, dass es unglücklich ist, bzw. sich in einer Gruppe von Kindern befindet, von denen die Hälfte akut unglücklich ist. Ich könnte mich da weder erholen noch therapieren noch prävenieren lassen - und der permanente Druck dahingehend, das man das doch wenigstens mal "probieren" solle, "wenigstens mal für eine halbe Stunde", mit Heimlich-Rausschleichen am besten, das war für mich eine reine Stressmaßnahme.

Ich würde deshalb nicht sagen, dass ich mit so kleinem Kind (1,5 damals) nicht hätte fahren sollen, sondern dass ich mir die Institution viel besser hätte auswählen sollen. Und auch die Jahreszeit.
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Re: Mutter-Kind-Kur - obligatorische Trennung vom Kind?

Beitrag von Seerose »

Kattirina hat geschrieben:Ich könnte mich einfach nicht erholen, wenn ich mein Kind wo hingebe, wo ich weiß, dass es unglücklich ist, bzw. sich in einer Gruppe von Kindern befindet, von denen die Hälfte akut unglücklich ist. Ich könnte mich da weder erholen noch therapieren noch prävenieren lassen - und der permanente Druck dahingehend, das man das doch wenigstens mal "probieren" solle, "wenigstens mal für eine halbe Stunde", mit Heimlich-Rausschleichen am besten, das war für mich eine reine Stressmaßnahme.
Schon, aber so geht es doch jeder Mutter. Keine Mutter ist glücklich wenn ihr Kind unglücklich ist.
Und heimlich rausschleichen ist natürlich total daneben.
Ich würde deshalb nicht sagen, dass ich mit so kleinem Kind (1,5 damals) nicht hätte fahren sollen, sondern dass ich mir die Institution viel besser hätte auswählen sollen. Und auch die Jahreszeit.
Aber wenn sich das Kind nicht betreuen läßt, da keine Chance auf Eingewöhnung (das funktioniert in 3 Wochen nicht, denn wie schon geschrieben, wenn Kind eingewöhnt, dann Abreise...), dann klappt das auch in der tollsten Klinik nicht. Die Betreuer können ja nicht zaubern.

Bei der Jahreszeit geb ich Dir Recht. Für mich war der Hochsommer die tollste Jahreszeit an der Küste. Auch für die vielen Ausflüge. Für andere ist's wiederum der Frühling, für noch andere ist der Winter toll an der Küste. Das find ich wichtig, daß sich jeder dafür seine Lieblingssaison raussucht.
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Re: Mutter-Kind-Kur - obligatorische Trennung vom Kind?

Beitrag von Kattirina »

Seerose hat geschrieben:
Kattirina hat geschrieben:Ich würde deshalb nicht sagen, dass ich mit so kleinem Kind (1,5 damals) nicht hätte fahren sollen, sondern dass ich mir die Institution viel besser hätte auswählen sollen. Und auch die Jahreszeit.
Aber wenn sich das Kind nicht betreuen läßt, da keine Chance auf Eingewöhnung (das funktioniert in 3 Wochen nicht, denn wie schon geschrieben, wenn Kind eingewöhnt, dann Abreise...), dann klappt das auch in der tollsten Klinik nicht. Die Betreuer können ja nicht zaubern.
Zaubern nicht, aber vielleicht mancherorts den Kindern mit Achtsamkeit und REspekt begegnen. Dann hätte ich es VIELLEICHT auf einen Versuch ankommen lassen.

Was ich aber eigentlich meinte mit bessere Institution auswählen ist eine, in der man auch MIT Kind eine schöne Zeit haben kann - weil Personal, Angebote und Räumlichkeiten als kinder- bzw. Mutter-UND-Kind-freundlich gelten.
Kattirina mit Sommersohn 2011
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