Schnuller mit 13 Monaten noch angewöhnen?

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KathiS
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Re: Schnuller mit 13 Monaten noch angewöhnen?

Beitrag von KathiS »

Hallo!

Ich kann mir nich vorstellen, wie man ihr den angewöhnen will... Meine Tochter ist 7 Monate und ich habe den Eindruck, dass die Zeit dafür lang vorbei ist. Ich hätte ihr einen Schnuller gegeben, wenn sie einen gewollt/gebraucht hätte. Dem war aber nicht so. Sie wollte ganz offensichtlich nuckeln, aber keine Schnullerform hat ihre Akzeptanz gefunden. ;) Zum Einschlafen geb ich ihr ein Tuch von mir. Da kuschelt sie sich rein und sie nuckelt auch daran. Das find ich ok. Offenbar ist es das, was sie möchte und ihr gut tut.
Die Große hatte einen Schnuller. Da hat man dem ganzen Kind schon relativ bald angemerkt, dass es das braucht. Sie hat ihn geliebt. Eingesaugt und drei Jahre später wieder hergegeben. ;) Das Abgewöhnen wäre entspannter gewesen, wenn ich die Zahnärztin nicht so ernst genommen hätte. Beim zweiten Kind wäre ich viel selbstsicherer gewesen bzw. bin ich es auch. Weil all den bösen Quatsch, den man über Schnuller so aufschnappen kann, ordne ich jetzt als Quatsch ein. Das eine Kind braucht einen und das andere Kind eben nicht und es ist nicht eine Charakterstörung der Eltern ("will das Kind still halten") wenn ein Kind einen Schnuller hat... Beißproblem hatten wir nie eines.

Also Du kannst es ja probieren. Vielleicht klappt es ja noch. Oder Du schaust, was sie sonst mag. Ihr Tuch, vielleicht ein Seidenpüppchen... Dann hast Du auch keine Sorge wegen Beißen oder Schmerzen... Wobei ich nicht glaube, dass das wieder losgeht. Der Großen hab ich nach einem Monat, als die Schmerzen vorbei waren, einen Schnuller gegeben und es passierte gar nichts mehr. Wie gesagt, man merkte dem Kind mehr als an, dass es das braucht. Ich hab Schnuller nämlich vorher abgelehnt, mit genau den Gedanken, die mich heute aufregen. ;)

Liebe Grüße,
Kathi
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blueberry
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Re: Schnuller mit 13 Monaten noch angewöhnen?

Beitrag von blueberry »

Entschuldigt das Off-Topic, aber hier möchte ich kurz einhaken:

Liebe KathiS,

es freut mich, dass Du für Dich und Deine Kinder einen guten Weg mit der Schnullerverwendung gefunden hast. :D
KathiS hat geschrieben:Die Große hatte einen Schnuller. Da hat man dem ganzen Kind schon relativ bald angemerkt, dass es das braucht. Sie hat ihn geliebt. Eingesaugt und drei Jahre später wieder hergegeben.
Ja, mit drei Jahren haben viele Kinder noch ein Saugbedürfnis (bzw. Stillbedürfnis) - sie sind dann ja noch mittendrin im natürlichen Stillalter.
KathiS hat geschrieben:Das Abgewöhnen wäre entspannter gewesen, wenn ich die Zahnärztin nicht so ernst genommen hätte.
Saugen an der Brust und ganze normale Entwicklung der Gesichtsmuskulatur, der Kiefer und der Zahnstellung passen zusammen wie zwei Puzzleteile. Künstliche Sauger verhalten sich im Mund des Kindes anders (weit weniger dehnbar; stärkerer und punktuellerer Druck auf den Gaumen) und bedingen vor allem eine völlig andere Kieferstellung als das Stillen.

Schnuller können u.a. mangelnden Lippenschluss beim Saugen (schlecht für die Zähne) und Kieferverformungen bedingen (was Zahnärzte auf den Plan ruft), andererseits kann (nicht: muss! :wink: ) es zu Verschlechterung der Stilltechnik führen (mit entsprechenden Schmerzen bei der Mutter).

Ich zitiere mich mal selbst aus einem anderen Schnuller-Thread, in dem ich noch mehr zu dem Thema geschrieben habe:
Stilltechnikprobleme, die durch die Verwendung von Schnullern begünstigt (oder deren Behebung unter weitergehendem Schnullereinsatz erschwert bis unmöglich gemacht werden) sind z.B. eine zu geringe Mundöffnung beim Saugen (beim Stillen ist der Mund normalerweise weit offen, beim Schnullern hingegen nahezu geschlossen) oder Probleme, die Brustwarze beim Andocken richtig zu erfassen (anderes Mundgefühl, Schnuller machen einen stärkeren Reiz am Gaumen, müssen nicht aktiv eingesaugt werden, sondern werden dem passiven Baby in den Mund gesteckt, ...). Es gibt noch weitere.
U.a. wegen des bei Schnullerkindern oft (nicht immer) auftretenden Beißens an der Brust und der möglichen Präferenzbildung für das Mundgefühl des künstlichen Saugers kann es zum (unbeabsichtigten) vorzeitigen Abstillen kommen. (Angelehnt an die WHO-Empfehlung ist "vorzeitig" als "vor dem zweiten Geburtstag" gemeint.)
KathiS hat geschrieben:Weil all den bösen Quatsch, den man über Schnuller so aufschnappen kann, ordne ich jetzt als Quatsch ein.
Du hast ZWEI Kinder beobachtet, davon EINS mit tatsächlicher Schnullernutzung. Statistische Untersuchungen schauen sich natürlich deutlich mehr Kinder an (und auch Stillberaterinnen haben Kontakt zu deutlich mehr Kindern im Laufe ihrer Beraterinnenlebens) - und da korrelieren Schnullernutzung und vorzeitiges, unbeabsichtiges Ende der Stillbeziehung nunmal. (Es gibt ja auch Kettenraucher, die einigermaßen fit und froh neunzig Jahre alt werden. Das sagt über den generelle Unbedenklichkeit des Rauchens für die Gesundheit anderer Menschen leider exakt gar nichts. :wink: )
KathiS hat geschrieben:Das eine Kind braucht einen und das andere Kind eben nicht und es ist nicht eine Charakterstörung der Eltern ("will das Kind still halten") wenn ein Kind einen Schnuller hat.
Also hier würde sicher niemand Eltern eine Charakterstörung unterstellen, weil sie den angeborenen Bedürfnissen ihrer Kinder nachkommen - egal ob durch Stillen oder durch Schnullergeben (letzteres nach Möglichkeit in Verbindung mit der Befriedigung anderer Bedürfnisse, die im "Stillgesamtpaket" mit drin wären [ab Mitte des Postings]). Etwas anderes wäre sicherlich das "Zustöpseln" des Kindes, um einem anderen Bedürfnis (nach Nähe, Nahrung, trockener Windel, ...) nicht nachgehen zu müssen, weil es grad nicht passt - aber davon sprichst Du ja nicht.

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Von all dem völlig unbenommen ist natürlich die bewusste elterliche Entscheidung, ein Kind zu Schnuller (und je nach Alter auch Flasche) hin abzustillen (oder kein Problem damit zu haben, wenn sich früher oder später das Kind zu künstlichen Saugern hin abstillt). Das kann, darf und soll selbstverständlich jeder so halten, wie es für ihn und die jeweilige Familiensituation passt, und dann sind Erwägungen zum stillfreundlichen Umgang mit dem Stillbedürfnis in Mamas Abwesenheit natürlich vernachlässigbar, völlig klar! :)

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Ende OT.

LG, blueberry
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Re: Schnuller mit 13 Monaten noch angewöhnen?

Beitrag von deidamaus »

Danke blueberry. Besser hätte ich es nicht schreiben können.
Liebe Grüße von deidamaus, ModTeam-Stillberatung
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Re: Schnuller mit 13 Monaten noch angewöhnen?

Beitrag von blueberry »

On Topic:
Problem ist vielleicht auch, dass sie zu Hause entweder mit Stillen (wenn ich da bin) oder mit Tragen (wenn Papa da ist) einschläft bzw. schläft, ablegen schon immer eher schwierig war und erst mit der Federwiege besser wurde (in die wir sie immer noch reinquetschen manchmal :oops: ) und sie jetzt in der Kita erst lernt, auf einer sich nicht bewegenden Matratze einzuschlafen... Ich bin ja eh schon erstaunt, dass das überhaupt klappt.
Ich habe hier im Forum und auch im persönlichen Umfeld (und meiner eigenen Familie) eigentlich immer die Erfahrung gemacht, dass Kinder sich ab einem gewissen Alter (das mit 13 Monaten definitiv erreicht ist!) auf unterschiedliche Einschlafsituationen bei unterschiedlichen Betreuungspersonen sehr gut einstellen können:
* Mama macht Einschlafstillen,
* Papa und Babysitter tragen in den Schlaf,
* Oma ist vielleicht nicht mehr fit genug zum Tragen, aber sie singt so schön (oder hat die vertraute Einschlaf-CD parat), während das Kind auf ihren Schoß geschmiegt liegt
* und in der Krippe reicht es nach der ersten Zeit des Ankommens dann vielleicht schon, dass der Raum verdunkelt wird, die anderen Kinder über der Geschichte auch einschlafen, das vertraute Schnuffeltuch zur Hand ist und die Bezugserzieherin in Sichtweite...

Wenn ein Einjähriges auch nach der zum Vertrauenfinden nötigen Zeit große Probleme hat, ohne Körperkontakt einfach so einzuschlafen (was eigentlich auch natürlich ist :wink: ), sind aufgeschlossene Krippen und Tagesmütter durchaus auch bereit, dieses Kind (immer oder ab und zu) in den Schlaf zu tragen. Meist bewähren sich dazu Fertigtragen - bei einem Einjährigen gern auf dem Rücken, dann hat die Erzieherin die Hände frei für die Belange anderer Kinder (Zudecken, Schnuller reichen, ...) oder kann "Haushalt" machen.

Bisher klingt Euer Ansatz mit dem Schnuffeltuch zum Nuckeln doch aber sehr vielversprechend. :D

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Re: Schnuller mit 13 Monaten noch angewöhnen?

Beitrag von Berenike »

Ja, wenn wir nicht schon wieder mit Fieber zu Hause wären, wäre auch alles gut. Sie wird dort in ein altes Stillkissen gekuschelt, Dunkelheit und schlafende Kinder drum rum scheinen auch zu helfen. Sie schläft jetzt gerne am längsten und strahlt, wenn die anderen Kids beim Aufwachen um ihr Bett stehen. Schnuller war auch kein Thema mehr :D
Ich habe eine Tochter (01/14) und einen Sohn (10/16).
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blueberry
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Re: Schnuller mit 13 Monaten noch angewöhnen?

Beitrag von blueberry »

:bravo

Und natürlich gute Besserung!

LG, blueberry
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