Entschuldigt das Off-Topic, aber hier möchte ich kurz einhaken:
Liebe KathiS,
es freut mich, dass Du für Dich und Deine Kinder einen guten Weg mit der Schnullerverwendung gefunden hast.
KathiS hat geschrieben:Die Große hatte einen Schnuller. Da hat man dem ganzen Kind schon relativ bald angemerkt, dass es das braucht. Sie hat ihn geliebt. Eingesaugt und drei Jahre später wieder hergegeben.
Ja, mit drei Jahren haben viele Kinder noch ein Saugbedürfnis (bzw. Stillbedürfnis) - sie sind dann ja noch mittendrin im natürlichen Stillalter.
KathiS hat geschrieben:Das Abgewöhnen wäre entspannter gewesen, wenn ich die Zahnärztin nicht so ernst genommen hätte.
Saugen an der Brust und ganze normale Entwicklung der Gesichtsmuskulatur, der Kiefer und der Zahnstellung passen zusammen wie zwei Puzzleteile. Künstliche Sauger verhalten sich im Mund des Kindes anders (weit weniger dehnbar; stärkerer und punktuellerer Druck auf den Gaumen) und bedingen vor allem eine völlig andere Kieferstellung als das Stillen.
Schnuller können u.a. mangelnden Lippenschluss beim Saugen (schlecht für die Zähne) und Kieferverformungen bedingen (was Zahnärzte auf den Plan ruft), andererseits kann (nicht: muss!

) es zu Verschlechterung der Stilltechnik führen (mit entsprechenden Schmerzen bei der Mutter).
Ich zitiere mich mal selbst
aus einem anderen Schnuller-Thread, in dem ich noch mehr zu dem Thema geschrieben habe:
Stilltechnikprobleme, die durch die Verwendung von Schnullern begünstigt (oder deren Behebung unter weitergehendem Schnullereinsatz erschwert bis unmöglich gemacht werden) sind z.B. eine zu geringe Mundöffnung beim Saugen (beim Stillen ist der Mund normalerweise weit offen, beim Schnullern hingegen nahezu geschlossen) oder Probleme, die Brustwarze beim Andocken richtig zu erfassen (anderes Mundgefühl, Schnuller machen einen stärkeren Reiz am Gaumen, müssen nicht aktiv eingesaugt werden, sondern werden dem passiven Baby in den Mund gesteckt, ...). Es gibt noch weitere.
U.a. wegen des bei Schnullerkindern oft (nicht immer) auftretenden Beißens an der Brust und der möglichen Präferenzbildung für das Mundgefühl des künstlichen Saugers kann es zum (unbeabsichtigten) vorzeitigen Abstillen kommen. (Angelehnt an die WHO-Empfehlung ist "vorzeitig" als "vor dem zweiten Geburtstag" gemeint.)
KathiS hat geschrieben:Weil all den bösen Quatsch, den man über Schnuller so aufschnappen kann, ordne ich jetzt als Quatsch ein.
Du hast ZWEI Kinder beobachtet, davon EINS mit tatsächlicher Schnullernutzung. Statistische Untersuchungen schauen sich natürlich
deutlich mehr Kinder an (und auch Stillberaterinnen haben Kontakt zu deutlich mehr Kindern im Laufe ihrer Beraterinnenlebens) - und da korrelieren Schnullernutzung und vorzeitiges, unbeabsichtiges Ende der Stillbeziehung nunmal. (Es gibt ja auch Kettenraucher, die einigermaßen fit und froh neunzig Jahre alt werden. Das sagt über den generelle Unbedenklichkeit des Rauchens für die Gesundheit anderer Menschen leider exakt gar nichts.

)
KathiS hat geschrieben:Das eine Kind braucht einen und das andere Kind eben nicht und es ist nicht eine Charakterstörung der Eltern ("will das Kind still halten") wenn ein Kind einen Schnuller hat.
Also hier würde sicher niemand Eltern eine Charakterstörung unterstellen, weil sie den angeborenen Bedürfnissen ihrer Kinder nachkommen - egal ob durch Stillen oder durch Schnullergeben (letzteres nach Möglichkeit in Verbindung mit der Befriedigung
anderer Bedürfnisse, die im "Stillgesamtpaket" mit drin wären [ab Mitte des Postings]). Etwas anderes wäre sicherlich das "Zustöpseln" des Kindes, um einem anderen Bedürfnis (nach Nähe, Nahrung, trockener Windel, ...) nicht nachgehen zu müssen, weil es grad nicht passt - aber davon sprichst Du ja nicht.
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Von all dem völlig unbenommen ist natürlich die bewusste elterliche Entscheidung, ein Kind zu Schnuller (und je nach Alter auch Flasche) hin abzustillen (oder kein Problem damit zu haben, wenn sich früher oder später das Kind zu künstlichen Saugern hin abstillt). Das kann, darf und soll selbstverständlich jeder so halten, wie es für ihn und die jeweilige Familiensituation passt, und dann sind Erwägungen zum stillfreundlichen Umgang mit dem Stillbedürfnis in Mamas Abwesenheit natürlich vernachlässigbar, völlig klar!
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Ende OT.
LG, blueberry