Miffi hat geschrieben:
Aber: Zu sagen, dass Kinder an allen möglichen Krankheiten sterben finde ich auch nicht richtig. Was ist denn da die Konsequenz? Eine Art zynischer Nihilismus? Alles dem Schicksal überlassen? Ich impfe nicht gegen Masern, weil mein Kind ja auch an Noro sterben kann? Wo ist da die Logik?
Ganz genau.
Übrigens war heute ein netter Vergleich in der Zeitung. Als die Gurtpflicht im Auto eingeführt wurde, haben auch alle geschrien, dass es gegen das Recht der Selbstbestimmung ist.
"Viele Autofahrer lehnten also den Gurt ab, um diese Angst [vor einem Unfall] zu vermeiden - statt den Gurt zu nutzen, um die Gefahren des Straßenverkehrs zu vermeiden" (Quelle: FR von heute)
Und heute ist es für uns alle völlig selbstverständlich, dass es eine Gurtpflicht gibt.
Wir brauchen jetzt übrigens nicht über die Sterblichkeit im Auto im Vergleich zu den Masern diskutiert
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stillend und einhändig vom Handy aus
Gruß, MaareMum
mit dem Großkind (2011) an der Hand und dem Kleinkind (2014) im Tuch
Mich stört es einfach kollosal, dass da immer dieser Vorwurf mitschwingt "hätten sie geimpft, wäre das niht passiert" - und generell gerade die große Hetzjagd auf die Nicht-Impfer losgetreten wurde. Was ich in den letzten Tagen lesen musste, lässt mich echt erschauern. Die Impfbefürworter sind da teilweise so radikal in ihren Schuldzuweisungen.
Die Impfkritiker nicht viel besser - sie werfen den Eltern, die impfen ja eh ständig vor, ihre Kinder zu schädigen und eben nur zu dumm zu sein, das zu erkennen.
So, beide Seiten jetzt mal zugespitzt - obwohl, nein, die Mordvorwürfe an die Nichtimpfer kann man wirklich massiv lesen zur Zeit.
Nun werden RUfe nach einer Impfpflicht laut. ICH will das das auf keinen Fall. Wohin führt das? Wie sollte man das durchführen?
Ich denke, viele wollen sich da einfach in falscher Sicherheit wiegen. Das Leben ist gefährlich. Jederzeit, jeden Tag. Wir versuchen alles, unsere Kinder zu schützen. Aber das können wir eben nicht zu 100%. Wir Eltern geben unser Bestes. Und das sieht für jeden eben ein wenig anders aus. Schuldzuweisungen helfen hier absolut nicht weiter. Die Eltern, die ihre Kinder nicht impfen lassen, gefährden meine nicht bewusst. Sie wollen auch nur das Beste für ihr eigenen Kinder. Es nutzt da gar nichts jetzt zu sagen "Hah, hätten sie mal geimpft, wäre ihnen das erspart geblieben". Das Leben ist unsicher - und ja, man kann an allen möglichen Dingen sterben. Jeder kann eben versuchen das zu verhindern, was ihm möglich ist. Das zu tun, was er für zumutbar hält - für sich, für seine Kinder.
Und um das mal in Erinnerung zu rufen: meine Kinder sind gegen MMR geimpft - aber erst seit kurzem. Ich war die, die sich gerade impfen lassen hat...........
Gerade gelesen: das mit der Gurtpflicht ist ein schlechter Vergleich. Denn der Gurt greift in keiner Weise in meinen Körper ein. Eine Impfung schon.
Willst DU eine Impfpflicht? Wie soll das aussehen?
Was, wenn ich dann nicht impfen will? ZWangsimpfung? Bußgeld? Und dann doch nicht geimpft?
Wenn ich meinem Neugeborenen eben nicht die 9-fach-Impfung geben will (kenne den aktuellen Stand da gar nicht)? Wird mir das Kind denn entzogen?
Wie bitte soll das denn aussehen?
Was, wenn das Kind nicht geimpft werden kann, aber das eben nicht anerkannt ist im "Katalog"?
Sandküste, ich glaube, du darfst einfach
a) nicht im Forum von Tagesspiegel, Spiegel und Zeit lesen 8Lies die Süddeutsche, die haben die Kommentarfunktion abgeschaltet. Sehr wohltuend. )
b) nicht auf facebook lesen
Ohne das ist die Diskussion weitaus sachlicher, weniger polemisch und weniger von Schuldzuweisungen geprägt. Das trägt dazu bei, das man sich in Ruhe austauschen kann und das Für und Wider von Impfungen mit Bedacht abwägen kann. Wenn man sich gerade über die Impfhysterie oder Nicht-Impfer echauffiert (es echauffieren sich ja gefühlt gerade alle), dann ist das nicht so gut möglich.
Ansonsten wiege ich mich nicht in falscher Sicherheit, sondern quasi in richtiger Unsicherheit: Ich bin geimpft, der Miffimann ist geimpft, das Kletterkind ist geimpft. Niemand von uns wird die Masern bekommen oder jemanden damit anstecken. Wir sind sicher. Leider können wir trotzdem von einem Auto überfahren werden oder an Lungenkrebs sterben. Wir tun zwar auch etwas, um das zu verhindern - aber für diese Dinge gibt es eben keine 1005ige Sicherheit. Wir bekommen vielleicht auch Lungenkrebs, obwohl hier niemand raucht. Weiß man nicht. Wir können nur das Risiko minimieren, eine Restunsicherheit bleibt. Bei den Masern aber können wir das Risiko 100%ig ausschließen.
Kann man das?
Bei MAsern weiß ich das jetzt nicht.
Aber ich weiß dass fast alle Keuchhustenfälle an unserer Schule geimpfte Kinder waren..........Wie sieht es da mit Masern aus?
Ich finde Miffi hat einen ganz wichtigen Punkt angesprochen: Selbstverständlich können wir nicht alle Risiken des Lebens von uns und unseren Kindern fernhalten. In Bezug auf die Masern aber schon! Indem wir uns und unsere Kinder impfen lassen, haben wir dieses Risiko beseitigt. Von daher finde ich die Argumentation "Ich könnte auch morgen überfahren werden, mein Kind könnte an der Grippe sterben" vollkommen am Thema vorbei.
LottiBerlin hat geschrieben:Ich finde Miffi hat einen ganz wichtigen Punkt angesprochen: Selbstverständlich können wir nicht alle Risiken des Lebens von uns und unseren Kindern fernhalten. In Bezug auf die Masern aber schon! Indem wir uns und unsere Kinder impfen lassen, haben wir dieses Risiko beseitigt. Von daher finde ich die Argumentation "Ich könnte auch morgen überfahren werden, mein Kind könnte an der Grippe sterben" vollkommen am Thema vorbei.
Aber viele, die nicht Impfen halten die Impfung eben auch für ein Risiko. DIeser Aspekt wird gar nicht wahrgenommen. Sie tun das ja nicht aus dem Grund "ach, mir egal". Sondern weil sie Gefahren abwägen.
SAndküste du solltest schlechte Erfahrungen die Du mit Kommentaren in Facebook oder sonst wo gemacht hast nicht hier aufs Forum übertragen. hier hat niemand solche Vorwürfe geäussert.
Der Unterschied vom KH zu Masern ist definitiv dass die IMpfversagerquote bei Keuchhusten um einiges höher ist, zumal es bei KH keine Einzelimpfung gibt mit der man sich als nicht geimpftes Kind der 80er einen richtig guten Grundschutz aufbauen könnte. Der Schutz bei der zweifachen Masernimpfung schützt 99%. Wenn ich zu dem 1% gehöre (oder noch weniger), dann trifft es mich natürlcih trotdzem mit 100%iger Wucht.
LottiBerlin hat geschrieben:Ich finde Miffi hat einen ganz wichtigen Punkt angesprochen: Selbstverständlich können wir nicht alle Risiken des Lebens von uns und unseren Kindern fernhalten. In Bezug auf die Masern aber schon! Indem wir uns und unsere Kinder impfen lassen, haben wir dieses Risiko beseitigt. Von daher finde ich die Argumentation "Ich könnte auch morgen überfahren werden, mein Kind könnte an der Grippe sterben" vollkommen am Thema vorbei.
Aber viele, die nicht Impfen halten die Impfung eben auch für ein Risiko. DIeser Aspekt wird gar nicht wahrgenommen. Sie tun das ja nicht aus dem Grund "ach, mir egal". Sondern weil sie Gefahren abwägen.
Doch ich kenn so jemand. "Ist mir egal". "Aufwand zu groß". "Mich trifft es sowieso nicht".
Ja, natürlich gibt es diese Eltern.
Ebenso wie die Eltern, die einfach impfen, weil "man das eben so macht", ohne jemals darüber nachgedacht zu haben. Finde ich beides nicht gut.