Masernausbruch in Berlin

Moderator: Marla84

Lösche Benutzer 1828

Re: Masernausbruch in Berlin

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Und auch wenn die Wltern aus Überzeugung nicht geimpft haben - wie kann ich mich hinstellen und sie als Mörder, als verantwortungslose Menschen bezeichnen? Was erdreisten sich die Menschen?
Mir tun die Eltern unendlich leid.
Hätte mir auch passieren können. Die ersten Jahre waren meine Kinder ungeimpft.

Und ich vertrete weiterhin die Meinung, dass ich diese Entscheidungen eben nicht für die Gesellschaft treffe. Sondern für mich und meine Familie. Und das ist schon schwer genug.
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Selina79
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Re: Masernausbruch in Berlin

Beitrag von Selina79 »

Ja natürlich! Ist gut dass Du drauf hinweist!

(war ja bei mir genauso! der Große war fast 5 als wir ihn geimpft haben! und ich hab bis dahin immer auch das Beste für mein Kind getan/gewollt!)
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Seerose
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Re: Masernausbruch in Berlin

Beitrag von Seerose »

Selina79 hat geschrieben:Na aber da steht doch nur dass auch Gesunde Grippe bekommen können. Aber nicht dass auch kräftige gesunde Menschen an der Influenza sterben können. Das ist bei Masern anders.
Es ging doch Dir nicht um Masern sondern um Grippe. Deswegen hatte ich gegoogelt nach an Grippe verstorbenen Kindern. Wenn Du das machst, es gibt genügend..

Ich bin mal wieder froh nicht bei FB zu sein. Auch wenn ich's manchmal schade finde..
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Liebe Grüße,
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klecksauge
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Re: Masernausbruch in Berlin

Beitrag von klecksauge »

Selina79 hat geschrieben:Nachdem das Kind teilgeimpft war gehe ich eher davon aus dass die MMR aufgrund von diversen Begebenheiten einfach noch nicht durchgeführt wurde. DAs zieht sich ja schon manchmal mit Infekten ... Wie Du sagst, man weiss: NICHTS
aber hauptsache motzen ... nein das ist wirklich nicht in Ordnung.
Ich habe hier gerade nur versehentlich reingeklickt.

Mein Sohn bekam auch erst mit knapp 1,5 die MMR-Impfung. Er war bei zwei ausgemachten Terminen krank und da er nicht in die KiTa ging, war ich da entspannt. Das wird dann beim zweiten Kind etwas anders sein.
Genau, man weiß also nichts. Mir tun die Eltern auch leid.
Und ich bin gegen eine Impfpflicht. Finde aber, dass man viel zu wenig aufgeklärt wird. Und verstehe es ebenfalls nicht, warum da nicht von Seiten der Ärzte mehr kommt. Die Kinderärzte zum Beispiel die Impfpässe der Eltern gleich mit kontrollieren. Aber das ist wahrscheinlich nicht abrechnungsfähig..........
Ach ja, unser ganzes System krankt doch gewaltig.
Liebe Grüße aus den Norden von
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Selina79
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Re: Masernausbruch in Berlin

Beitrag von Selina79 »

Hier steht dass es nun doch nicht erlaubt sei wenn die Kiä die Eltern mitimpfen? oh man.

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Ärzte Zeitung, 25.02.2015
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Impfen
Die Politik sitzt das Masernproblem aus

Reflexartig wird nach jedem Masernausbruch nach einer Impfpflicht gerufen. Andere Maßnahmen scheitern seit Jahren am Kompetenz-Gerangel in der Gesundheitspolitik.

Von Wolfgang Geissel

Die Politik sitzt das Masernproblem aus

Umstritten: Impfungen.

© Klaus Eppele / fotolia.com

BERLIN. Aktuell findet in Berlin der größte Masernausbruch seit Beginn der Meldepflicht im Jahr 2001 statt. Besonders der Todesfall eines Kleinkinds hat jetzt die Debatte um eine Impfpflicht in Deutschland wieder angeheizt.

Die Reflexe sind ähnlich wie bei dem Ausbruch vor zwei Jahren: Auf der einen Seite stehen die Grünen, diesmal nicht mit Biggi Bender, sondern mit Katja Dörner als deren Fraktionsvize im Bundestag.

"Ein Zwang zur Impfung geht zu weit", sagte sie der "Welt": Impfskeptiker bringe man nicht durch Zwang zum Umdenken, sondern durch umfassende, unabhängige Beratung.
Sind Sie als Arzt für oder gegen eine Impfpflicht in Deutschland?

Stimmen Sie jetzt ab in unserer Umfrage. Hier geht es zur Abstimmung.

Auf der anderen Seite steht der Berufsverband der Kinder und Jugendärzte, der sich schon seit Jahren dafür starkmacht, dass jedes Kind vor der Aufnahme in eine öffentliche bezahlte Einrichtung wie Kindergarten oder Schule einen Nachweis für die Standardimpfungen erbringen muss.

In Richtung Pflicht tendiert momentan auch die große Koalition. Wenn die Impfbereitschaft nicht steige, "muss eine Impfpflicht für Kleinkinder der nächste Schritt sein", sagte zum Beispiel der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach der "Welt am Sonntag".

Auch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will zwar zunächst mit verstärkter Aufklärung gegen die Masern vorgehen. Aber wenn das nicht ausreiche, sei eine Impfpflicht kein Tabu mehr, sagte er der Nachrichtenagentur "dpa".

Ähnlich hatte schon Daniel Bahr bei dem Ausbruch vor zwei Jahren reagiert und die Maßnahmen haben seither nichts gebracht. Worauf wartet man also noch mit der Pflicht?
Es wird zu spät und nicht komplett geimpft

Experten sind sich bewusst, dass eine Impfpflicht nur ein (sinnvoller) Baustein von mehreren auf dem Weg zu besseren Masern-Impfraten in Deutschland sein kann. Insgesamt gibt es nämlich gar nicht so viele Impfverweigerer bei uns.

In Schuleingangsuntersuchungen 2011 waren bundesweit 97 Prozent der ABC-Schützen mindestens einmal gegen Masern geimpft (Epi Bull 2013; 16: 129).

Das ist doch eigentlich eine traumhafte Rate von Eltern, die offenbar die Masern-Impfungen für ihre Kinder wünschen.

Warum aber war der Schutz bei vielen Sechsjährigen nicht mit zwei Impfdosen vollständig? Eigentlich sollten auch schon 95 Prozent der Zweijährigen komplett geimpft sein, aber da sind es nur 71 Prozent.

Rechtzeitig aufklären und impfen wäre hier also wirksamer als eine Impfpflicht.

Die Pflicht könnte allerdings in den Regionen der Republik greifen, in denen es besonders viele Impfverweigerer gibt.

Das sind eher die gut situierten Regionen mit vielen Akademikern, in Bayern etwa die Landkreise Rosenheim, Bad Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen.

Hier haben nur bis zu 66 Prozent der Kleinkinder die erste Masernimpfung und nicht einmal 40 Prozent die zweite Dosis erhalten, wie eine Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI) ergeben hat.

Ob dort mit der im Präventionsgesetz geplanten Pflichtberatung, die Eltern vor der Aufnahme ihres Kindes in eine Kita oder Schule absolvieren sollen, die Impfraten gesteigert werden können, ist mehr als fraglich.

Überhaupt nichts bringen würde eine Impfpflicht bei den großen Impflücken junger Erwachsener. In Berlin ist immerhin jeder zweite Masernkranke über 18 Jahre.

Nach einer Analyse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) ist jeder fünfte 18- bis 29-Jährige und jeder zweite 30- bis 39-Jährige nicht gegen Masern geimpft.

Hier wären bundes- oder landesweiten Impfaktionen nötig. Auf solche Aktionen hat man sich aber in Deutschland auch nach drei nationalen Impfkonferenzen und einem nationalen Impfplan nicht einigen können.
Kleinliche bürokratische Hindernisse

Wie kleinliche bürokratische Hindernisse die Impfung von Erwachsenen erschweren, zeigt das Beispiel Berlin.

Dort hat sich am Montag der Mediziner Jakob Maske darüber beschwert, dass Kinder- und Jugendärzte keine Erwachsene mehr gegen Masern mitimpfen dürfen, wenn diese mit ihren Kindern in die Praxis kommen.
http://www.aerztezeitung.de/medizin/kra ... oblem.html
Towonda
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Re: Masernausbruch in Berlin

Beitrag von Towonda »

Selina79 hat geschrieben:Nachdem das Kind teilgeimpft war gehe ich eher davon aus dass die MMR aufgrund von diversen Begebenheiten einfach noch nicht durchgeführt wurde. DAs zieht sich ja schon manchmal mit Infekten ... Wie Du sagst, man weiss: NICHTS
aber hauptsache motzen ... nein das ist wirklich nicht in Ordnung.
Da unterschreib ich!
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Sakura
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Re: Masernausbruch in Berlin

Beitrag von Sakura »

Towonda hat geschrieben:Nachdem das Kind teilgeimpft war gehe ich eher davon aus dass die MMR aufgrund von diversen Begebenheiten einfach noch nicht durchgeführt wurde.
Auch das ist nur Spekulation. Ich kenne einige Impfkritiker, die ihre Kleinkinder teilgeimpft haben - aber bewusst kein MMR.
Möglich ist alles. Klar ist nur: das Kind ist an Masern gestorben.
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)

Lösche Benutzer 1828

Re: Masernausbruch in Berlin

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Sakura hat geschrieben:
Towonda hat geschrieben:Nachdem das Kind teilgeimpft war gehe ich eher davon aus dass die MMR aufgrund von diversen Begebenheiten einfach noch nicht durchgeführt wurde.
Auch das ist nur Spekulation. Ich kenne einige Impfkritiker, die ihre Kleinkinder teilgeimpft haben - aber bewusst kein MMR.
Möglich ist alles. Klar ist nur: das Kind ist an Masern gestorben.
Und?
Ja, das ist schlimm!
Und nun? Die Elten sind schuld? Wie ja alle sagen? Konsequenz für Euch daraus?
Es Sterben auch Kinder an Grippe, an Noro, an allen möglichen Krankheiten.
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zimtmaedchen
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Re: Masernausbruch in Berlin

Beitrag von zimtmaedchen »

Ich kann dieses "es sterben Kinder an auch an bla" nicht mehr hören. Das bringt doch in dieser Diskussion nichts!
Es geht doch darum, dass der Großteil der Neuinfektionen erwachsene Berliner Einwohner sind, die selber nicht (ausreichend) geimpft wurden damals. Es handelt sich nicht "nur" um eine Kinderkrankheit. Die Frage ist doch, was kann man machen, damit sich nicht mehr Leute anstecken.
Lösche Benutzer 14500

Re: Masernausbruch in Berlin

Beitrag von Lösche Benutzer 14500 »

Sandküste hat geschrieben:
Sakura hat geschrieben:
Towonda hat geschrieben:Nachdem das Kind teilgeimpft war gehe ich eher davon aus dass die MMR aufgrund von diversen Begebenheiten einfach noch nicht durchgeführt wurde.
Auch das ist nur Spekulation. Ich kenne einige Impfkritiker, die ihre Kleinkinder teilgeimpft haben - aber bewusst kein MMR.
Möglich ist alles. Klar ist nur: das Kind ist an Masern gestorben.
Und?
Ja, das ist schlimm!
Und nun? Die Elten sind schuld? Wie ja alle sagen? Konsequenz für Euch daraus?
Es Sterben auch Kinder an Grippe, an Noro, an allen möglichen Krankheiten.
Ja.
Der Unterschied ist bloß: Gegen Noro kann man sich nicht impfen, gegen Grippe nur bedingt - während das Masernvirus nur ein einziges ist, gibt es sehr viele Grippeviren, nicht gegen alle kann man sich impfen lassen. Sowohl die Kontagenität als auch die Wahrscheinlichkeit (und Schwere) der Komplikationen unterschieden sich zwischen Masern und Grippe oder Noro sehr erheblich.

Ich finde nicht, dass man Eltern Vorwürfe machen sollte, wenn sie nicht impfen. Waum auch immer - verpennt, Kind dauernd krank, absichtlich nicht. Ich gehe davon aus, dass alle Eltern nur das beste für ihre Kinder wollen. Insbesondere dann, wenn ein Kind stirbt finde ich es mehr als unangemessen, mit Konjunktiven versehene Aussägen zu machen - sicherlich hilft es den Angehörigen kein Stück weit, wenn man sie mit "hättet ihr, würde jetzt, könnte noch" bewirft. Und allen Eltern, deren Kinder nicht erkrankt sind, braucht man erst recht keine Vorwürfe zu machen - wenn man der Meinung ist, dass Impfen sinnig und hilfreich ist, dann verbreitet man diese Kunde wesentlich effektiver durch Aufklärung und Auseinandersetzung mit Fragen und Sorgen als mit dem Ausstrecken des zeigefingers.

Aber: Zu sagen, dass Kinder an allen möglichen Krankheiten sterben finde ich auch nicht richtig. Was ist denn da die Konsequenz? Eine Art zynischer Nihilismus? Alles dem Schicksal überlassen? Ich impfe nicht gegen Masern, weil mein Kind ja auch an Noro sterben kann? Wo ist da die Logik?
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