Stillen fortsetzen - auch wenn es umentspannt ist?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Pusteblümchen

Stillen fortsetzen - auch wenn es umentspannt ist?

Beitrag von Pusteblümchen »

Hallo ihr Lieben, ich bräuchte mal bitte euren Rat. Mein Sohn ist inzwischen 9,5 Monate alt und das Stillen war leider nie eine schöne, entspannte Zeit für uns. Es ging los mit unheimlichen Schmerzen bei mir (Krämpfe in den Brustwarzen, Wunde Brustwarzen etc.), die das Stillen zur Qual gemacht haben. Ich wollte aber unbedingt Stillen und habe daher die Zähne zusammengebissen (im wahrsten Sinne des Wortes) und teilweise unter Tränen das kleine Würmchen gestillt. Das ging ca. 3-4 Monate so. Seit dem 4. Monat hatte ich dann endlich keine Schmerzen mehr beim Stillen, aber dafür wurde dann mein Sohn unheimlich unruhig an der Brust. Er hat sich quasi an der Brust gewunden, hin und her gezappelt, ständig mit den Beinen getreten und mit den Armen von mir weggestoßen (gleichzeitig aber sofort wieder die Brust wie wild gesucht). Ich war auch zur Stillberatung und dann hieß es natürlich, dass der starke Milchspendereflex schuld sei. Ich sollte es mit Ausstreichen vor dem Stillen probieren, im Liegen bzw. zurückgelehnt Stillen. Das habe ich auch alles probiert - aber leider ohne Erfolg. Ich habe dann gehofft, dass es sich vielleicht auch mit der Zeit legen würde. Aber dem war leider nicht so. Ich empfinde das Stillen nach wie vor wie einen kleinen Kampf. Ich merke, dass mein Sohn die Brust will (insbesondere nachts) - aber sobald er sie hat, ist er super unruhig und tut mir teilweise auch richtig weh (kratzen, kneifen, treten, etc.). Nun kommen auch noch die Zähne dazu, die das Ganze nicht angenehmer machen. Dazu hat er die Angewohnheit, die Brustwarze beim Andocken in seinen Mund zu saugen und wenn er fertig ist, zieht er seinen geschlossenen Mund von der Brust weg, bis die Brustwarze raus flutscht. Dabei rubbeln aber immer seine Zähne über die Brustwarze, was echt autsch ist. :( Ich habe schon zig mal versucht, ihm das abzugewöhnen, aber es klappt einfach nicht. Obwohl ich wirklich eine Befürworterin des Stillens bin, weiß ich nicht mehr weiter. Überall liest man, dass Stillen bis in das zweite Lebensjahr hinein empfohlen wird und ich finde das ja auch eigentlich gut - aber wenn es für mich in erster Linie Stress, Schmerzen und Ringkampf mit meinem Kind bedeutet, wage ich das zu bezweifeln... Gibt es noch eine Chance, dass das Stillen für uns entspannt werden kann? Oder ist dieser Zug nach fast 10 Monaten unentspanntem Stillen abgefahren? Ich tendiere im Moment zum Abstillen, obwohl ich das Gefühl habe, dass mein Sohn noch nicht abgestillt werden möchte. Ich weiß gerade nicht mehr was besser für uns und die Beziehung zu meinem Sohn ist...
blaurosa
ist nicht mehr wegzudenken
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Re: Stillen fortsetzen - auch wenn es umentspannt ist?

Beitrag von blaurosa »

Ich mag Dir Mut machen, wenn Du magst, bei uns wurde das Stillen auch erst entspannt ab ca einem Jahr. Das Ratschen, was Du beschreibst, war bei uns immer zahnungsbedingt, vielleicht magst Du das mal beobachten? Bei den letzten Zähnen war ich dann entspannt, weil ich es einordnen konnte. Und falls Du eine gute Osteopathin kennst, wuerd ich ggf auch die mal raufschauen lassen, das hat bei uns Wunder gewirkt.
Töchterchen, geboren im Februar 2011 zu Hause, über alles geliebt, gestillt, getragen und familiengebettet
Pusteblümchen

Re: Stillen fortsetzen - auch wenn es umentspannt ist?

Beitrag von Pusteblümchen »

Hallo blaurosa,
Danke dir! Es ist schonmal gut zu wissen, dass man nicht allein ist.
Beim Osteopathen war ich schon mit ihm. Das war allerdings 2 Monate nach der Geburt. Damals war laut Osteopath alles ok. Sollte ich nochmal mit ihm hin?
Die Sperenzchen mit der Brustwarze hat mein Kleiner übrigens schon Monate bevor der erste Zahn durchkam begonnen. Der erste Zahn kam bestimmt erst 4 Monate danach und er hat es auch nicht nur phasenweise gemacht, sondern jedes Mal beim An- und Andocken...daher denke ich eigentlich nicht, dass das mit dem Zahnen zusammen hängt. Ich tippe da eher auf schlechte Angewohnheit, die ich zu spät unterbunden habe und jetzt nicht mehr raus bekomme. :? Vor den Zähnen hat es mich halt nicht so gestört - aber jetzt ist es wie gesagt ganz schön unangenehm.
Ich stille übrigens inzwischen nur noch nachts (3-5 mal) und ab und zu vorm Schlafen gehen - ich weiß nicht, ob das evtl. von Interesse ist...
fabienna
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Re: Stillen fortsetzen - auch wenn es umentspannt ist?

Beitrag von fabienna »

Respekt, dass du das so durchhältst. Die Profis werden sichnsicher noch melden und dich beraten.

Meine Empfehlung wäre der Besuch eines guten Osteopathen. Lass dir von anderen Müttern oder deiner Hebamme einen empfehlen, der auf Kinder/Babies spezialisiert ist.

Bei uns hat das sehr gut geholfen. Es war bei weitem nicht so heftig wie bei dir, aber nach dem Termin konnte ich einen deutlichen Unterschied merken.

Lg, fabienna
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zugroaste
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Re: Stillen fortsetzen - auch wenn es umentspannt ist?

Beitrag von zugroaste »

Hallo,

meine Güte! Respekt für deinen Durchhaltewillen. :D

Ich bin auch totaler Stillbeführworter, habe aber auch schon erlebt, dass Stillen um jeden Preis auch nicht das Wahre ist. Meine Tochter hat ein verkürztes Zungenbändchen (wussten wir aber erst mit 8 Monaten) und konnte nicht richtig saugen. Wir haben zwei Wochen mit allen, ALLEN Mitteln und Hilfen gekämpft.... Am Ende vom Lied hatte ich eine schwere Wochenbettdepression und konnte mich gar nicht mehr um sie kümmern. Als die Medis wirkten und ich wieder ich war (so mit 5-6 Wochen), war ich eine sehr traurige Flaschenmutti mit einem seeeehr glücklichen, weil nicht mehr hungrigen Baby. Für uns war es tatsächlich entspannter und hat unserer Beziehung so gut getan, auch wenn ich es unglaublich bedauert habe. Endlich kein Kampf mehr sondern kuscheln und schmusen.

Ich bewundere deine Stärke, aber eine gute, unbelastete Beziehung und eine zufriedene Mutter ist noch wichtiger als Stillen. Nur du weißt, ob diese Balance bei euch gegeben ist. Daumen hoch für deinen weiteren Weg! :mrgreen:
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blaurosa
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Re: Stillen fortsetzen - auch wenn es umentspannt ist?

Beitrag von blaurosa »

War Euer Osteopath denn auf Babies spezialisiert? Das fände ich in dem Zusammenhang noch wichtig.

Und merkst Du, wenn er fertig ist, also kurz vorm Rausziehen? Dann würd ich versuchen, mit der Hand dazwischen zu gehen, also die Zähne einen Spalt zu öffnen, das war mal irgendwo hier beschrieben und muss ich auch recht oft machen, wenn Kind im Tiefschlaf (ist aber ganz offensichtlich so automatisiert, dass ich gar nciht darüber nachdenke und mir das erst beim jetzigen Lesen auffällt). Weißt Du, wie ich meine? Würde ich vielleciht mal bewusst üben, wenn ihr beide wach seid.

Sonst würde ich auch sagen, dass Stillen um jeden Preis Quatsch ist (und das kannst nur Du entscheiden), aber für uns war es definitiv richtig, dass ich durchgehalten hab (mit Minibaby war ich so froh, dass man ja mit einem halben Jahr endlich anderes Essen geben kann, das war immer mein Durchalteziel), weil das Stillen eben doch noch schön geworden ist und mir so viele Situationen einfallen, wo ich einfach nur unendlich dankbar übers Stillen war (z.Bsp. Magen Darm mit nem reichlichem Jahr inkl. einer Woche nur Stillen). Was ich sagen will: wenn Du noch zögerst und Kraft hast, würde ich versuchen, es irgendwie aufrecht zu erhalten und zu überlegen, wo es noch Unterstützung geben könnte.
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Pusteblümchen

Re: Stillen fortsetzen - auch wenn es umentspannt ist?

Beitrag von Pusteblümchen »

Vielen Dank für euren Zuspruch! Ich bin wirklich hin und her gerissen - manchmal will ich wirklich einfach nur abstillen und dann denke ich wieder, dass ich aber ebenso wenig Lust habe, z.B. nachts aufzustehen, um ihm Milch anzurühren. Stillen ist da doch schon sehr praktisch - nebst den ganzen anderen Vorteilen des Stillens natürlich. Und es wird sicher hart, ihm nachts nicht mehr die Brust zum wieder einschlafen zu geben. Er ist so daran gewöhnt... Ich habe es zwischendurch schon immer mal wieder probiert, ihn, anstatt mit der Brust, irgendwie anders wieder zu beruhigen - aber das klappte in den seltensten Fällen. Wenn er merkt, dass ich ihm die Brust nicht gebe, schreit er sich richtig in Rage und gibt so schnell auch nicht auf. Ich streichle ihn dann, nehme ihn in den Arm (liegender Weise - denn ich will mir nicht angewöhnen, ihn nachts durch die Wohnung zu tragen) sage "schhh" oder rede leise mit ihm. Auch mit dem Schnuller habe ich es probiert (man muss dazu wissen, dass er mit Schnuller im Mund einschläft) - aber davon will er beim nächtlichen Aufwachen nichts wissen. Und wenn er dann nach einer halben Stunde/Stunde immer noch verzweifelt weint, tut er mir einfach zu sehr Leid und ich gebe ihm die Brust. Gleichzeitig ärgere ich mich dann aber auch - spätestens wenn er mich wieder beisst. :(

Achso, der Osteopath wurde mir übrigens von meiner Hebamme empfohlen und hat sich auf Kinder spezialisiert.
blaurosa
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Re: Stillen fortsetzen - auch wenn es umentspannt ist?

Beitrag von blaurosa »

Hm, schade mit dem Osteopathen, da hatte ich ein wenig Hoffnung - ich glaub, ich würde dann trotzdem nochmal versuchen, vielleicht hat sich mit dem Wachsen erst was gezeigt bzw verschlimmert.

Und denkst Du, er würde ohne Schnuller auch schlafen? Unsere hat letztlich keinen genommen, aber die Versuche, sie daran zu gewöhnen, haben sofort die Stilltechnik verschlechtert, genau in so Richtung Ratschen, da hab ich dann recht schnell auch aufgehört, überhaupt zu versuchen, sie weiter zu gewöhnen (und war eine Zeitlang höchst neidisch auf die Mütter, die in einem vollen Bus einem weinenden Baby einfach den Nuckel geben konnten, ich musste immer aussteigen).

Also ich würde abwägen, was Dich mehr nervt, weiterzustillen oder die Alternative (nachts aufstehen usw), und wenn Du weiterstillen willst, dann überlegen, wen Du Dir vor Ort mit ins Boot holen kannst.

Wenn Du weiterstillen willst, würde ich auch mal tagsüber und ausgeruht und wach mal "üben" und beobachten, so aus dem Halbschlaf wär ich auch nur genervt und könnte nicht mehr klar denken.

Echt schwierig.

vielleicht haben die Mods ja noch ne Idee.
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Sarafina
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Re: Stillen fortsetzen - auch wenn es umentspannt ist?

Beitrag von Sarafina »

Darf ich fragen, was du versucht hast, um ihm das Beissen abzugewöhnen? Meiner macht das gerne in Zahnungsphasen (also sobald ein Zahn anfängt auch nur minimal zu drücken). Er beisst nicht richtig, aber er hält beim Stillen mit den Zähnen meine BW fest, das zwiebelt ordentlich. Ich habe mir angewöhnt, dann mit dem Daumen in seinen Mund zu gehen, gegen die Zähne zu drücken und zu sagen "Nein, AUA!" Anfangs brauchte es etwas, aber dann hat er es kapiert. Jedes Mal, wenn er die Zähne benutzte, dann dockte ich ihn ab und machte das gleiche. Nun brauche ich das jeweils nur ein Mal zu machen und er lässt die Zähne weg.
LG,
Sarafina mit 3 Kindern (2008, 2010 und 2013)

Es ist nur eine Phase..........*omm*
Pusteblümchen

Re: Stillen fortsetzen - auch wenn es umentspannt ist?

Beitrag von Pusteblümchen »

@ Sarafina: mein Problem ist, dass es sich nicht um ein vereinzeltes Beissen handelt (dann würde ich ihn sofort abdocken, ihm sagen, dass mir das weh tut und ihn erst nach einer kurzen Weile wieder andocken lassen), sondern um den Schmerz beim An- und Abdocken. Wie schon beschrieben, saugt er die Brustwarze samt Vorhof in seinen Mund. Ich bekomme es in der Regel leider nicht hin, ihn "normal" anzulegen, da er seinen Mund nur so wenig öffnet, dass ich gar nicht den ganzen Vorhof mit rein bekomme. Ich habe ihm auf Anraten meiner Hebamme schon öfters einen "großen Mund" vorgemacht - aber wirklich verbessert hat es sich nicht. In letzter Zeit habe ich sogar das Gefühl, dass er die Brustwarze beim Andocken kurz mit den Zähnen "festhält" und dann erst beginnt zu saugen. Und wenn er dann fertig ist mit Trinken, öffnet er nicht seinen Mund und lässt die Brustwarze los, sondern zieht seinen Kopf von der Brust weg, bis die Brust rausflutscht. Da habe ich dann auch manchmal das Gefühl, dass er sie noch bis zum Ende mit den Zähnen festhält. Da es sich dabei nur um so kurze Momente handelt, ist es sehr schwer, da einzugreifen. Bevor ich den Finger dazwischen hab, hat er die Brust schon nicht mehr im Mund... und ich merke es leider nicht, wenn er fertig ist, sodass ich präventiv eingreifen könnte. Abgesehen von den Schwierigkeiten beim An- und Andocken, kneift er manchmal auch während des Nuckelns. Das macht er aber eigentlich nur nachts, wenn er wirklich nur nuckelt und nicht trinkt. Ich docke ihn dann zwar ab, aber sofort geht der Protest los. Und sobald ich ihn wieder ran lasse, verfällt er nach kürzester Zeit wieder in sein Halbschlaf-Nuckeln samt Kneifen... Und da ich auch möglichst schnell weiterschlafen will, bin ich da leider nicht so konsequent und ertrage dann die Schmerzen.
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