ich komme von Hausgeburtsforum, wo mir bei diesem Problem eure Kompetenz ans Herz gelegt wurde, da mein Baby nicht mehr richtig an die Brust will. Ich bin gerade ganz verzweifelt und hoffe, dass ich nicht abstilen muss. Das wäre mir viel zu früh.
Mein Sohnemann wurde am 07.11 geboren (ist jetzt 10,5 Wochen alt) und wird seit seinem 3 Lebenstag voll gestillt. Da er mit fast vier Kilo auf die Welt kam, konnte ich die ersten drei Tage nicht mit seinem Hunger mithalten. Seitdem bekam er höchstens 2-3 mal abgepumpte Milch, wenn ich mal weg musste oder schlafen musste. Er war von anfang an sehr unruhig und wach, schläft auch fast nur im Tragetuch tagsüber. Er hat große Probleme einzuschlafen und schrie bis letzte Woche jeden Abend. Unsere kleine-große Tochter (17 Monate) ist auch recht temperamentvoll und drückt ihren Ärger über ihre beschäftigte Mutter in einer ganz üblen Trotzphase aus.
Das Stillen war anfangs schwierig, da er sehr hungrig war und ich Flachwarzen hatte, die er sich aber bald gut rausgezogen hatte. Jetzt sind meine BW ganz normal. Anfangs hatte ich auch wunde BW, aber das legte sich schnell. Ruhig ist er aber nicht an der Brust. Einschlafstillen ist für uns unmöglich. Ich merkte nur das er satt ist, weil er noch unruhiger wurde. Sein riesiges Saugbedürfnis haben wir schon am zweiten Tag mit einem Schnuller befriedigt, da mir Brustwarzen und kleiner Finger abfielen
Er hat viel Mekonium gehabt und dann aber ganz gut zugenommen:
07.11: 3980g Hausgeburt
12.11: 3620g U2
08.12: 4670g U3
30.12: 5280g Schreiambulanz
15.01: 5900g Hebamme
Ansonsten ist er quietschfidel, gesund und sehr stark (hält schon sehr lange seinen Kopf usw.).
Ich stille ihn morgens meist zwischen 5-6 Uhr (seit einer Woche liegend) und bleibe dann noch da, bis er wieder schläft. Ich ziehe mich dann an und kümmere mich um Mann und Tochter, bis diese bei der Tagesmutter ist. So zwischen 7-8 wacht er auf und wenn die Große nach acht weg ist stille ich ihn in Ruhe im WoZi. Danach versuche ich ihn, wenn er länger als 1 1/2 Stunden wach war auf der Couch zum schlafen zu bringen (das hatte uns die Schreiambulanz empfohlen). Dann kam er bis jetzt sehr regelmäßig alle 3 Stunden. Meistens stille ich tagsüber auf der Couch im Sitzen. Die Große holen wir um 12 bei einem längeren Spaziergang (Tragetuch) ab und sie schläft dann bis zwei. Wenn sie wach ist, findet sie ihre stillende Mama meistens total blöd und sucht sich gerne diese Zeit für einen riesigen Schreikollaps aus. Wenn es ganz schlimm ist, verlasse ich mit meinem Sohn das Zimmer, um ihn irgendwie zu schützen. Da er den ganzen Nachmittag im Tragetuch ist, verbringe ich nämlich den restlichen Tag eher beim Spielen mit der Großen (es sei denn er hat einen schlechten Tag, dann bin ich nur mit beruhigen beschäftigt und sie muss leider stundenlang viel alleine spielen). Wenn mein Mann kommt, nimmt er ihn manchmal ins Tragetuch. Um sieben ist die Große im Bett und ich verziehe mich mit Sohnemann zum Stillen auf unser Bett. Um halb acht, legen wir ihn gepuckt hin und mein Mann bleibt bei ihm bis er schläft/sich ausgeschrien hat
Nach einem kleinen Magen-Darm-Infekt (hatten wir alle) wollte er zeitweise die rechte Brust nicht mehr, bis diese nahezu abgestillt war. Ich habe dann bis jetzt versucht diese Brust durch abendliches Abpumpen voll zu halten. Sie ist aber deutlich leerer und die Milch fließt später.
So ging unsere etwas unruhige und anstrengende Stillzeit bisher. Seit Freitag ist alles noch anstrengender. Um Mitternacht trank er noch seelig im Liegen. Um drei Uhr früh wollte er nicht mehr. Er saugte, ließ wieder los, weinte, suchte und saugte wieder, ließ wieder los bevor es laufen konnte usw. So ging es bis neun Uhr vormittags. Ich bekam ihn nicht mehr an die Brust. Er spreizt sich weg stemmt sich gegen die Brust, lässt die Milch aus dem Mund laufen usw. Ich habe dann auf anraten der Stillberaterin, die mich am Anfang auch beraten hat mit ihm ins Bett gelegt und nackig gekuschelt, aber er hat nur geschrien. So ging das den ganzen Freitag. Er suchte, zeigte Hunger, aber lies die Brust los, bevor irgendwas kommen konnte. Selbst wenn es dann gut fließt, reißt er oft den Kopf weg, samt meiner BW. Samstag war es plötzlich wieder besser und er trank gierig. Sonntag und heute dann wieder das Gleiche. Ich weiß wirklich nicht, wieviel er noch bekommt. Meine Brüste fühlten sich plötzlich ganz leer an, dabei habe ich immer sehr schnell pralle Brüste und die Milch fließt, wenn sie dann endlich kommt ziemlich gut.
Er hat momentan so 4-5 volle Windeln und macht 1-2 mal am Tag einen Stinker.
Ich habe schon mit der Stillberaterin telefoniert, aber sie konnte mir leider nicht wirklich helfen. Ich habe nichts ungewöhnliches gegessen, die gleichen Pflegeprodukte, das allgemeine Chaos hier war auch nicht schlimmer als sonst. Ich habe:
- im Liegen, Stehen, Gehen, Sitzen gestillt in jeder Haltung
- vorher abgepumpt
- Schnuller weggelassen (großes, GROßES Geschrei)
- versucht ein Fläschchen MuMi zu geben
(er war ganz entsetzt, was ich da tue und wollte es partout nicht, also wollte er zeigen, dass er das ja eigentlich kann, trank er dann plötzlich ganz brav an der Brust
Heute habe ich mal versucht öfter, dafür kürzer als seine üblichen 20 Minuten zu stillen. Es war etwas besser, aber immer noch schwierig. Nun sind wenigstens meine Brüste nicht mehr so leer.
Hat er unseren alltäglichen (Still-)Stress satt und will nicht mehr? Braucht er plötzlich weniger? Was ist los? Ich will nicht abstillen, verstehe aber die Welt nicht mehr....