Hallo Caddi!
caddi hat geschrieben:Unser Bub war ein Frühchen (6 Wochen zu früh) und lag zunächst noch für neun Tage auf der Kinderintensiv. Dort konnte ich leider nicht stillen, weil sie mich überhaupt nicht unterstützten und mir einredeten, unser Junge müsse zunehmen und dies klappe nur mit dem Fläschchen. Außerdem wäre er zu schwach zum Trinken. (Ich ließ mir das alles einreden,, weil ich ja selber so unsicher war und natürlich wollte, dass er zunahm.) Also pumpte ich fleißig ab, so dass er zumindest meine Muttermilch übers Fläschchen bekam. Zuhause kam dann die Hebamme zu mir und das Stillen klappte von diesem Moment an perfekt.
Schade, dass Dein Stillwunsch im KH keine Unterstützung fand. Umso schöner, dass es zu Hause dann so toll klappte!
Er trank ca. alle vier Stunden und wirkte immer zufrieden. Auch nahm er sehr gut zu. Seit einiger Zeit schläft er nachts durch, teilweise bis zu elf Stunden.

Ich lege ihn um ca. 20:00 Uhr hin und er schläft bis sechs oder sieben in der Früh. Damit ich ja nicht weniger Milch bekomme, pumpe ich vorm Schlafengehen, um ca. 0:00 Uhr, nochmals ab (max. 120 ml in einer halben Stunde von beiden Brüsten).
Es wäre besser, wenn Du ihn zum Stillen weckst. Keine Pumpe ist so effektiv wie ein saugendes Kind. Das nächtliche Stillen hat einen großen Einfluss auf die Milchbildung des nächsten Tages. Daher solltest Du Deinen Sohn zum Stillen wecken:
Wecktipps für schläfrige Babys.
Morgens wirkt er nach dem Trinken immer zufrieden, meine Brust ist gut gefüllt, aber nicht so, dass mir Milch auslaufen würde.
Das ist auch nicht nötig, denn der größte Teil der Milch wird während des Stillens gebildet.
Tagsüber ist es jedoch eine "Katastrophe" mit dem Stillen. Er möchte ca. alle halbe Stunde an die Brust und schreit sehr häufig. Er macht ein paar Züge und setzt dann wieder ab und weint. So geht es die ganze Zeit dahin. Ich komme zu nichts mehr und bin auch schon total verzweifelt. Wenn ich meine Brustwarze drücke, kommt auch so gut wie keine Milch. Ich gehe stark davon aus, dass er nicht genügend Milch bekommt, da er, wenn wir ihm nach dem Stillen noch ein Fläschchen geben, 200 ml (!) trinkt. Er muss doch noch Hunger haben, wenn er nach dem Stillen noch 200 ml trinkt.
Nein, dass ist kein Zeichen dafür, dass er zu wenig Milch bekommt. Wie andere schon schrieben: Der Sauger löst den Saugreflex aus. Da über"fressen" sich manche Babys regelrecht. Ein Baby im (angepassten) Alter Deines Sohnes trinkt bei einer Stillmahlzeit im Schnitt 50-100 ml. Du siehst den Unterschied?
200 ml sind 20-30% des Tagesbedarfs Deines Babys. Kein Wunder, dass er pappsatt ist.
Ich bin hin- und hergerissen, weil ich so ungern zufüttern möchte, im Moment aber keine andere Möglichkeit sehe.
Dein Kind hat in den letzten 12 Wochen durschnittlich 230 g wöchentlich zugenommen. Das ist eine
sehr gute Zunahme. Auch in den letzten zwei Wochen ist die Zunahme mit durchschnittlich 185 g wöchentlich
völlig unauffällig. Die WHO gibt für sein Alter eine durchschnittliche Wochenzunahme von 110-330 g an.
Bei diesen Zunahmen und nach wochenlangem, problemlosen Vollstillen ist es ausgeschlossen, dass sein Verhalten an Deiner Milchmenge liegt. Zufüttern ist also völlig unnötig.
Zunächst dachte ich, die Milchproduktion würde sich wieder steigern, wenn ich ihn ein paar Tage lang ständig anlege. Jedoch geht das inzwischen schon einen Monat und ich bekomme nicht mehr Milch und mein Baby wird nicht satt.
Dein Baby bekommt definitiv genügend Milch.
Er wurde ja mit Flasche gefüttert. Sein Verhalten (morgens im Halbschlaf klappt's, tagsüber wach nicht) spricht für eine Saugverwirrung. Er versucht mit der Flaschentechnik an der Brust zu trinken. Das kann nicht klappen. Außerdem dauert es bis aus der Brust Milch kommt. Und dafür muss er selbst aktiv werden. Er versteht nicht, warum es nicht klappt, wird ungeduldig und beginnt zu weinen. Du fütterst mit Flasche zu und er versucht beim nächsten Mal wieder an Deiner Brust mit Flaschentechnik zu trinken usw. Ein Teufelskreis.
Daher wäre es wichtig, dass Ihr alle künstlichen Sauger (Schnuller, Flasche, Stillhütchen) weglasst. Solltet Ihr zufüttern - wofür ich keine Veranlassung sehe - macht dies bitte
stillfreundlich.
Zudem kommen ständig Kommentare wie "Du musst zufüttern, der arme Junge bekommt nicht genug. Du quälst ihn ja.
Das ist nicht nur gemein, sondern auch noch die Unwahrheit. Du möchtest Deinem Baby das geben, was es braucht. Das ist keine Qual, sondern das Beste für Dein Kind (und Dich übrigens auch).
Wie willst du deinen Haushalt je in Schuss halten, wenn du nur für das Baby da bist und es nur den ganzen Tag an der Brust trinkt" usw. von Familienmitgliedern oder Bekannten.
Ihr hattet einen schweren Start, ihr habt so viel nachzuholen. Was sind dagegen Hausarbeiten? Ihr werdet nicht verwahrlosen, nur weil der Schwerpunkt aktuell wo anders liegt. Wer helfen will, soll keine Bemerkungen machen, sondern Dir eine warme Mahlzeit kochen, mal für Dich Durchsaugen, etc. DAS ist Hilfe. Nicht diese Sprüche. Ich weiß, es ist schwer, sich das nicht zu Herzen zu nehmen. ((()))
Das ist natürlich auch sehr belastend für mich, weil ich inzwischen selbst schon glaube, dass ich zufüttern muss und mein Baby nicht genug von der Brust bekommt. Kann das wirklich sein? Meine Hebamme meint immer, es kann nicht sein, das ich zu wenig Milch habe.
Da hat sie absolut Recht.
Jedoch war sie noch nie da, als mein Baby ständig unzufrieden ist und schreit.
Babys weinen aus vielen Gründen. Es ist nicht immer Hunger. Und pappsatt nach einer riesigen Flasche zu sein bedeutet, die nächste Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Das hilft Dir nicht, ganz im Gegenteil.
Gestern habe ich ihm wieder NACH dem Stillen ein Fläschchen gegeben und er trank 210 ml (!)! Ich frage mich, wie wenig er dann von meiner Brust erwischt hat, wenn er anschließend noch so viel trinkt.
Es kann sein, dass er eine normale Portion im Bauch hatte und die Flasche "oben drauf".
Danach war er so richtig pappsatt und zufrieden und hat endlich wieder gelacht.
Klar, seine Saugverwirrung sorgt dafür, dass er nach der Flasche zufrieden ist, die kann er ja auch leeren. Er kann aktuell nicht richtig aus Deiner Brust trinken, weil er
nicht weiß wie es geht.
- Ich füttere seit ca. einer Woche täglich zu, vorher nur hin und wieder. Der Großteil ist Muttermilch und wenn das nicht ausreicht, gebe ich ihm Aptamil Pre.
Wieviel Milliliter fütterst Du in 24h?
- Seit ca. einem Monat sieht unser Stillalltag so aus: morgens nach dem Aufstehen ca. eine gute halbe Stunde stillen (jede Brust ca. 15 Minuten). Dann nach 2 - 3 Stunden wieder eine halbe Stunde und ab dann ist er alle halbe Stunde bis Stunde an meiner Brust und ist immer sehr unzufrieden und knatschig.
Wenn Du alle Sauger weglässt, hat Dein Sohn die Chance wieder einen normalen Rhythmus zu bekommen und sich wieder an normale Mahlzeitengrößen zu gewöhnen.
Dazu macht es Sinn eine zeitlang in einem festen Rhythmus zu stillen: tagsüber alle 2h, nachts alle 3h. Hat er vorher
Hunger selbstverständlich früher.

Die Stillabstände werden von Stillbeginn zu Stillbeginn gerechnet.
Eine Stillmahlzeit sollte 20-30 min Dauern. Den Milchfluss kannst Du entweder durch
Brustkompression oder
Wechselstillen am Laufen halten. Es ist wichtig, dass Dein Kleiner bei der Stillmahlzeit am Ball bleibt. Danach ist für ca 1,5 bzw. 2,5h Pause.
Sollte er nach der Mahlzeit weinen, versuche, ihn anders zu trösten als mit der Brust. Nehme ihn z.B. ins Tragetuch oder biete ihm zum Nuckeln den kleinen Finger an.
Er bekommt anscheinend nie genug, meine Brust fühlt sich auch total leer und "schlabbrig" an.
Das ist völlig normal. Nach den ersten Wochen hat sich Deine Milchbildung auf den Bedarf Deines Babys eingependelt. Dass Deine Brust weich ist, ist also ein gutes Zeichen.
Wenn ich ihm dann ein Fläschchen gebe, trinkt er das sehr schnell (ca. 200 ml).
Er kann nicht anders: Das Saugen ist ein Reflex und dieser wird durch die Form des Flaschensaugers ausgelöst. Beim Stillen muss das Babys selbst die Brust einsaugen um den Reflexpunkt zu stimulieren. Die Flasche macht das ohne eine Aktion Deines Babys.
- Wenn ich mit ihm einkaufen oder spazieren gehe, hält er länger durch, ca. drei Stunden.
Das ist ganz normal. Du kannst Dir das zunutze machen, wenn Du an Eurem Stillrhythmus arbeitest.
- Er hat in jeder Windel einen Stuhlgang und viel Pippi. Auch nimmt er zu.
Wenn es 4-6 Windeln sind, zeigt es klar, dass er gut versorgt ist.
Ich weiß, dass wahrscheinlich viele sagen werden, da musst du durch. Ich hätte auch kein Problem, wenn das ein paar Tage oder Wochen lang so gehen würde. Jedoch geht das jetzt schon über einen Monat so. Mein Kind, mein Mann und ich sind total unzufrieden mit der jetzigen Situation. Ich kann nicht mal zur Rückbildungsgymnastik gehen und mein Baby dort bei der Kinderbetreuung abgeben (so wie es alle machen), weil er ständig weint, unzufrieden ist und Hunger hat.
Nein, Du/Ihr müsst durch gar nichts durch. Es ist bloß wichtig, dass Ihr zu einen normalen Stillrhythmus findet und von der Saugverwirrung wegkommen.
Ob es dann mit der Babybetreuung klappt, weiß ich nicht. Meine drei haben mich nie turnen lassen und ich war nie die einzige Mama, die anstelle ihre Übungen zu machen stillend auf dem Sofa saß.

Meine Babys woll(t)en immer nur bei ihrer Mama (oder ihrem Papa) sein. Und so ist es mit den meisten Babys, denn sie sind genetisch darauf programmiert.
Ich habe schon alles versucht, die Milchbildung wieder anzuregen. Ich trinke sehr viel (Säfte, Wasser, Karamalz, Weleda Stilltee), esse gut und gönne mir auch viel Ruhe. Deshalb weiß ich nicht, wieso das nicht klappt.
Es klappt ja
eigentlich, Dein Baby ist nur saugverwirrt. Das bekommen wir gemeinsam in den Griff.
Trinken solltest Du übrigens nur so viel wie Du durstig bist. Zu viel Flüssigkeit kann sich auch nachteilig aufs Stillen auswirken. Und Malzbier und Stilltee kannst Du trinken, wenn sie Dir schmecken. Notwendig für die Milchbildung sind sie nicht.
Bei meiner Schwester klappte das mit dem Stillen so gut. Je älter sie wurden, desto weniger musste sie sie anlegen. Bei mir ist es genau andersherum. Zuerst musste ich ihn nur alle drei bis vier Stunden anlegen, und jetzt hängt er ständig an meiner Brust und bekommt nicht genug.
Nein! Die Stillabstände waren anfangs ungewöhnlich lang. Die lange Stillpause in der Nacht ist nicht gut und wegen der Flasche (evtl. auch Schnuller, falls er einen hat), kann Dein Baby die vorhandene Milch nicht abrufen.
Zum Überprüfen, dass er auch weiterhin gut zunimmt, brauche ich täglich sein Gewicht, die Stillfrequenz, ggf. Zufüttermenge und die Windelzahl. Bitte besorge Dir eine Babywaage, die man in der Apotheke ausleihen kann. Wichtige Informationen rund ums Wiegen findest Du in der
Grundinfo Gewichtsentwicklung - Gedeihen - Gewichtskontrolle.
Bitte ergänze Deine Gewichtsliste noch mit der Info, wer gewogen hat (KH, KiA, Hebamme). Danke.
Die Weiterführung der Liste sollte so aussehen:
12.01. 5650 g, 11x gestillt, 0 ml PRE, 0 ml MuMi, 5x Pipi, 0x Stuhl
Eine Stuhlwindel ist jede Windel mit Stuhl, egal ob mit Pipi oder ohne. Reine Pipi-Windeln werden als Pipi gezählt.
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Puh, das ist jetzt lang geworden.

Meine Empfehlungen nochmal zusammen gefasst:
- mindestens 10-12 x stillen in 24 h
- tags alle 2h, nachts alle 3h (dazu auch wecken:
Tipps für schläfrige Babys)
- Stillmahlzeiten von 20-30 min
-
Wechselstillen
-
Brustkompression
- keine künstlichen Sauger
- keine anderen Flüssigkeiten
Was sagst Du dazu?