Danke für Deine ausführliche Erklärung. Es beruhigt mich, dass Ihr mit dem "Elefantengang" ja dann doch ein erprobtes Beruhigungsmittel verwenden sollt/dürft. Das hat bei meinen Kindern auch immer gut funktioniert.
Dem möchte ich mich in diesem Zusammenhang anschließen. Zumal man ja die Stärke des Wippens auf dem Ball sehr genau dosieren kann. Mir hat "Kind ins Tuch und ab auf den Ball" so manche Mahlzeit gerettet oder mir mal ne halbe Stunde vor dem PC ermöglicht.chipmunk hat geschrieben: Du schreibst ja, dass ihr den Pezziball nicht einsetzen sollt, wobei ich mich darüber ein bisschen wundere, wenn auf- und ab Bewegungen ok sind. Mit dem Ball geht es doch auch nur auf- und ab?
Sagen, was man vorhat (z.B. auch Drehem beim Anziehen/Abtrocken etc. soll man ja auch sonst bei Babys und Neugeborenen. Da bin ich ganz bei Dir. (Ob das nun laut sein muss, weiß ich nicht - meine haben auf ein deutlich sich aus dem restlichen Redefluss abhebendes "So, Aaaaaaaachtung" auch sacht und leise gesprochen reagiert. Und wecken für einen Lagewechsel (wenn man ein schlafendes Kind ablegt) würde ich ein Kind von einem Vierteljahr wohl auch nicht. Müsst/Sollt Ihr das (noch)? (Ich weiß, dass das bei Frühchen im Alter vor dem ET wohl üblich ist, sie vor Hantierungen zu wecken).maria28 hat geschrieben:Was wir immer noch, auch bei ihrem Bruder machen, ist die Bewegungen, die wir mit ihnen machen, anzukündigen. Vor jedem Hinlegen auf den Wickeltisch oder ins Bett, gibts ein "Achtung!". (Wenn man drüber nachdenkt, ist das nur respektvoll dem Kind gegenüber).
maria28 hat geschrieben:Mittlerweile - das ist jetzt einige Wochen her, befolgen wir diese Hinweise auch nicht mehr in ihrer Gänze.
Hat man Euch denn einen "Fahrplan" gegeben? Also: welche Schritte wann nach und nach erfolgen sollen? Ihr könnt doch nicht monatelang versuchen müssen, Eure Tochternur in einer Dimension zu bewegen und dann soll sie auf einmal selbst fit sein, dreidimensionale Bewegungen auszuführen?
Ich bin natürlich keine Physiotherapeutin und auch nicht geschult im Umgang mit (ehemaligen) Frühchen. Ich gestehe aber, dass ich intuitiv große Schwierigkeiten habe, mir irgendeinen Sinn hinter der wochenlang stufenweisen und dimensionssortierten Anregung des Gleichgewichtssinns bei einem Baby vorzustellen. Es wäre was anderes, wenn Babys normalerweise im Bauch nacheinander verschiedene Richtungen der Bewegung stufenweise durchleben würden. Das vestibuläre System beginnt aber schon wenige Tage nach einsetzen des Herzschlages zu arbeiten, während die Mutter sich tagein tagaus kunterbunt bewegt und das Baby in ihr ja auch... Dann wird es nach seinem evolutionären Programm zum Tragling mit ebensolcher Bewegungserfahrung. Hmmmmmm... Ich würde da wohl genau nachfragen. Auch, wie die Anregung der weiteren Dimensionen geplant ist und in welchem Zeitrahmen.maria28 hat geschrieben:Und zwar soll tatsächlich der Gleichgewichtssinn wieder stimuliert werden und zwar mit eindeutigen Bewegungen in nur einer Dimension und zwar auf und ab - bei aufrecht gehaltenem Baby.
Ich sag das alles nicht völlig ohne eigene elterliche Erfahrung: ich habe für meinen grobmotorisch entwicklungsverzögerten Sohn schonmal die Physiotherapie abgebrochen, als im Verlauf der Behandlung (und im Gespräch mit der Therapeutin) klar wurde, dass ihr Behandlungskonzept auf der irrigen Grundlage beruhte, Babys seien Nesthocker (nicht Traglinge) und bräuchten darum ganz viel Rumliegen auf ebenen Flächen, weshalb das ständige auf Mamas/Papas Schoß/Bauch liegen oder im Tragetuch-Sein meinem Baby massiv geschadet hätte (ja, die Ursache seiner Entwicklungsverzögerung sei!) und nun dringend die wertvollen Erfahrungen des Herumliegens, Bodendruck spürens, Kinderwagenfahrens, Zudecke Befühlens etc., die zu einer normalen menschlichen Entwicklung unerlässlich seien (und meinem Kind in großem Maße fehlten), nachgeholt werden müssten.
Ich will gar nicht sagen, dass da nicht auch gute Übungen für meinen Sohn dabei waren - ganz sicher. Aber die Grundlage ihrer Überlegungen und damit der Ansatz passten einfach so gar nicht. Das kann vorkommen.
maria28 hat geschrieben:Ich hatte das ja nur in einem Halbsatz erwähnt und kann hier auch nochmal ausführen, was die Physiotherapeutin noch gesagt hat (Quellen hat sie allerdings nicht genannt) Ich habe mir aber auch viele Gedanken dazu gemacht und schweren Herzens die geliehene Federwiege zurückgeschickt.
Langer Rede kurzer Sinn: wenn Dir einleuchtet, was sie gesagt hat, dann folge dem guten Gewissens. Wenn Du Bauchschmerzen dabei hast, es Dir und Deinem Kind nicht gut damit geht, dann frage nach, lass es Dir erklären und hole im Zweifelsfall weitere Fachmeinungen ein. Dass Babyschlaf irgendwann ums Wochenbettende besser wird (und in Schubphasen wieder anders/schlechter) ist ja Teil normaler Babyentwicklung und muss nicht an der Behandlung liegen.
Ich weiß nicht, wo Du wohnst. Ich weiß von einer sehr guten Elternberaterin/Schreibabytherapeutin, die auch IBCLC-Stillberaterin ist und im bedürfnisorientierten Umgang mit Babys geschult. Wenn Du magst, frage ich nach, ob sie auch per Telefon/Email beraten würde oder einen Tipp für Begleitung bei Euch vor Ort hätte.
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Zu den Blockaden/KISS:
Vielleicht liegt ja auch hier (und nicht in einem "gestörten Gleichgewichtssinn" - wie stellt man den in dem Alter fest??) die eigentliche Ursache. Als Mutter eines erst mit 13 Monaten endlich erfolgreich behandelten KISS-Kindes mit massiven Stillproblemen (wenn Du magst, schreib ich Dir mehr per PN), mag ich Dich sehr ermutigen, Dich an einen richtigen KISS-Spezialisten zu wenden. Deine Tochter ist dafür im idealen Alter (ab 12 Wochen sind im ersten Lebensjahr oft nur eine einzige Sitzung für Diagnostik und Behandlung nötig, wenn man zum KISS-Spezialisten fährt!) und ich kenne so viele Geschichten, wo erst die KISS-Behandlung den Durchbruch brachte. "Schreikind plus motorische Auffälligkeiten" im Babyalter klingt sehr nach KISS.maria28 hat geschrieben:Sie hat tatsächlich weitere Blockaden der Wirbelsäule, auch im Hals. Die Schmerztherapeutin hat etwas gelöst, meinte aber, "wir hätten noch viel Arbeit vor uns". Sie ist ihrer Meinung nach, auch deswegen motorisch entwicklungsverzögert (sie kann den Kopf aus der Bauchlage nur sehr kurz halten zb).
Ich würde in dieser Ärzteliste schauen, ob einer der dickgedruckten Ärzte irgendwie (evtl. mit Übernachtung) erreichbar ist:
http://www.kiss-kid.de/seiten/listen/li ... te_de.html
Ich weiß, der Aufwand scheint erstmal riesig, aber wenn es KISS ist, lohnt er sich wirklich! Ich war mit beiden Kindern so weit zum KISS-Doc unterwegs, dass zwei Tage und eine Übernachtung draufgingen. Ich würde es immer wieder so machen, beim kleinsten Verdacht. Ich würde bei Zwillingen beide Kinder checken lassen, auch wenn Dein Sohn erstmal unauffällig wirkt.
(Apropos Sohn: für ihn dürftet Ihr die Federwiege und den Pezziball doch aber verwenden?)
Ich würde zuallererst versuchen, an der Ursache der Stillprobleme zu arbeiten (die Blockaden). Wenn Du bei der Terminvergabe sagst, wie es Euch geht, dass Ihr Zwillinge habt und ein (oder zwei?) Schreikind(er), eins mit massiven Stillproblemen kurz vorm Flaschefüttern, bekommt Ihr bestimmt schneller einen Termin.
Diese Seite ist insgesamt sehr informativ:
http://www.kiss-kid.de/
Hier gibt es einen Film, so dass man sich die nur einmalig durchzuführende Behandlung im Vorfeld vorstellen kann:
http://www.kisskinder.de/kiss_kinder_film.html
Auch von der Seite habe ich viel gelernt seinerzeit.
LG, blueberry