Und ich dachte das mit dem Stillen wäre einfach...

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Melli2
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Und ich dachte das mit dem Stillen wäre einfach...

Beitrag von Melli2 »

Ich bin ja noch ganz neu hier und weiß noch echt wenig übers stillen, hab ich das Gefühl. Eigentlich hatte ich mir das alles so einfach vorgestellt. Kind hat hunger, anlegen, Kind trinkt, fertig. Ich hatte mich vorher null über Anlegetechnik oder ähnliches informiert. Und so hatte ich am Anfang unserer Stillbeziehung schön wunde und richtig kaputte BW. Rechts war es besonders schlimm, da fehlte richtig Haut auf fast der Hälfte der BW.... :cry: Aber ich hab mich durchgekämpft, die Schmerzen ertragen und gaaaanz langsam heilte es doch tatsächlich. Jetzt war das Anlegen kein Problem mehr, aber dann fing mein Sohn an, ständig die Brust loszulassen und überhaupt nur noch eine Brust zu trinken. Das mit dem loslassen liegt denke ich evtl auch an meinem recht starken MSR. Der hat sich aber erst im Laufe der Zeit so entwickelt und ich habe das Gefühl, dass es auch daran liegt, dass er nur noch eine Seite trinkt und die andere dann immer übervoll ist. Inzwischen kommt er aber ganz gut mit dem MSR zurecht. Jetzt wollte ich natürlich auch nach Bedarf stillen. Am Anfang hat mir meine Hebamme aber dazu geraten 2 Stunden zu warten, weil er ein sehr starkes saugbedürfnis hatte und meine BW ja total kaputt waren. Wir haben dann eine zeitlang mi Nuckel gearbeitet, den er aber nie gern genommen hat und inzwischen auch gar nicht mehr will.... Als meine BW dann heil waren wollte ich eben nach Bedarf stillen. Aber irgendwie bin ich zu blöd die Hungerzeichen meines Kindes zu deuten.... :? Er liegt z.B. schmatzt vor sich hin, streckt auch mal die Zunge raus, ich packe aus, er macht sich steif und dreht sich weg. 5 Minuten später weint er, weil er dann doch hunger hat.... Oder ich denke, er weint, weil er müde ist und will ihn in den Schlaf schaukeln, aber er schläft und schläft nicht, bis ich nach wickeln und mehreren Beruhigungsversuchen doch mal probiere zu stillen und siehe da....ertrinkt wie ein Weltmeister. Ich bin jetzt doch wieder dazu über gegangen auf die Uhr zu sehen und ihm frühestens nach ner Stunde wieder die Brust anzubieten, eher nach zwei, weil er dann auch mal mehr hunger hat und auch mal wieder beide Seiten trinkt, wenn ich Glück habe (hab ich aber meistens nicht....) Eben grad auch wieder, er nölt und ich denke, ok gucken wir mal, weil er auch wie ein Wilder an meinem Finger gesaugt hat. Und er, saugt kurz an, lässt wieder los, saugt wieder an, lässt los, heult.... :roll: Dann eben nicht, denke ich mir... Mein Sohn ist jetzt 12 Wochen alt und ich hoffe, dass es noch einfacher wird. Bitte bitte....
Liebe Grüße von Melli mit dem Keks (09/14) und dem Mäuschen (10/17)
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deidamaus
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Re: Und ich dachte das mit dem Stillen wäre einfach...

Beitrag von deidamaus »

Hallo Melli2,

herzlich Willkommen hier im SuT und alles Gute zur Geburt deines Babys.

Magst du Hilfe von uns Stillmods bekommen? Dann würde ich deinen Beitrag in den allgemeinen Teil des Stillforums verschieben und ein Stillmod würde sich bei dir heute abend noch melden.

Liebe Grüße
Deidamaus
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Melli2
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Re: Und ich dachte das mit dem Stillen wäre einfach...

Beitrag von Melli2 »

Hallo Deidamaus,
für Anregungen bin ich immer offen. Wenn das geht kannst du meinen Beitrag vern verschieben.
LG
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deidamaus
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Re: Und ich dachte das mit dem Stillen wäre einfach...

Beitrag von deidamaus »

Du hast ja wirklich schon ganz viel durchgemacht. Super, dass du so gekämpft hast und ihr immer noch stillt.

Eigentlich ist Stillen nach Bedarf das Beste. Das Kind auf Mindestabstände zu ziehen, ist nicht sinnvoll. In deiner Situation würde ich auf jeden Fall die Brust als erstes anbieten. Wenn sich dein Kind durchstreckt und sich nicht stillen lässt (obwohl du denkst, es hat Hunger), probieren mal Stillen im Tragetuch, beim Umhergehen, beim Singen (oder alles auf einmal :D). Manche Babys brauchen Bewegung, Saugen und Enge gleichzeitig, um sich zu beruhigen. Ansonsten versuche dein Baby anderweitig zu beruhigen und wenn das nach fünf Minuten nicht hilft, bitte nochmal das Stillen an.

An- und Andocken beim Stillen kann viele Ursachen haben. Übermüdung (da helfen obige Maßnahmen), "Ich muss mal" Bedürfnis (Babys können nicht ruhig stillen, wenn sie mal müssen), einschiessende Zähne, zuviel Neues an dem Tag,...

Das Verhalten deines Babys kennen viele Mütter (es melden sich bestimmt noch ein paar hier bei dir). Es ist verdammt anstrengend, besonders, wenn man an seinen Mutterinstinkten zweifelt. Aber mit Brust anbieten kannst du nichts verkehrt machen.

Hilft dir das erstmal weiter?

Liebe Grüße
Deidamaus
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Melli2
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Re: Und ich dachte das mit dem Stillen wäre einfach...

Beitrag von Melli2 »

Hallo Deidamaus
Ja das hilft mir erst mal weiter. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob ich das mit dem stillen im Tragetuch hinbekomme, aber ich informiere mich mal über die Technik und dann probiere ich es einfach mal aus. So einfach ist unsere Tuchtragesituation leider nicht, denn auch da streckt er sich gern durch, und "wehrt" sich, wenn er müde wird. Aber da stell ich meine Frage an anderer Stelle hier im Forum. Ansonsten stille ich eigentlich fast ausschließlich im liegen, wobei ich gern langsam auch mal im Wohnzimmer bleiben und mehr im sitzen stillen wollte.
Vorhin hat er zum ersten Mal heut beide Seiten ausgiebig getrunken. Ich hätt heulen können vor Glück, denn leider bin ich auch bezüglich Milchstau ein gebranntes Kind und hatte vor ein paar Tagen meinen dritten... Zum Glück weiß ich inzwischen was zu tun ist und bekomme es früh mit.
Mein Mann vermutete schon, dass mein Kind Angst vor der Brust hat weil,der MSR so stark ist. Aber i h kann mir nicht vorstellen, dass er in dem Alter schon so denkt. Oder?
Liebe Grüße von Melli mit dem Keks (09/14) und dem Mäuschen (10/17)
klecksauge
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Re: Und ich dachte das mit dem Stillen wäre einfach...

Beitrag von klecksauge »

Dein Kleiner ist 12 Wochen alt? Das ist doch so eine Schubphase, wenn ich mich recht erinnere. Hatten wir auch um den Dreh, war plötzlich vorbei.
Das schafft ihr!
Liebe Grüße aus den Norden von
S. mit Sommerbub (08.12) und Herbstmädchen (11.15)
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deidamaus
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Re: Und ich dachte das mit dem Stillen wäre einfach...

Beitrag von deidamaus »

Schau mal in der Linksammlung Stillwissen unter dem Stichwort "Unruhe an der Brust". Das hilft dir bestimmt weiter.

Warst du mal beim Osteopathen gewesen?

Liebe Grüße
Deidamaus
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Siduri
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Re: Und ich dachte das mit dem Stillen wäre einfach...

Beitrag von Siduri »

Hallo!

Mein Zwerg und ich hatten einen äußerst holprigen Stillstart und als er etwa im Alter deines kleinen war konnte ich endlich voll stillen. Die ersten Tage war ich total euphorisch, aber bald stellten sich ganz ähnliche Probleme ein, wie du sie beschreibst. Ich erkannte einfach nicht, wann mein Baby hungrig war. All das Nachdenken über füttern, Milchmenge, wunde BW etc hatte mich, so dachte ich, verlernen lassen, die Zeichen zu deuten. Ein bisschen wars auch vermutlich wirklich so, aber im Gespräch mit anderen Müttern stellte sich dann auch heraus, dass es wohl bei vielen Mama/Baby-Paaren solche Phasen gibt.

Ich habe einiges probiert, wie du ja auch. Mindeststillabstände (bei uns hat das nur alles verschlimmert), Maximalstillabstände (hat bei uns dazu geführt, dass icv weniger aufmerksam war, so nach dem Prinzip, ich leg ihn ja sowieso in einer halben Stunde an), Stillen, wenn er sich sonst nicht beruhigen lässt (dass das nur in einem unglücklichen Baby resultiert hat, ist rückblickend logisch) und schließlich einfach immer anbieten, im Tuch, im Arm beim tragen, im Schaukelstuhl, am Gymnastikball (natürlich nur ganz sanft wippend), singend, erzählend, vor Verzweilung weinend, ... Und wenn er nich will, dann eben nicht, kein Druck.
Und siehe da, er wurde deutlich zufriedener und nahm nach kurzer Zeit die Brust auch ganz "langweilig" im Sitzen. Außerdem lernte ich, ihn besser zu verstehen, seine Zeichen wurden (für mich) deutlicher.

Ich habe das für mich so interpretiert: Erstens hatte das Stillen nach plan mich davon abgehalten, auf mein Kind zu achten, ich hatte also verlernt, ihn zu verstehen. Zweitens hatte er wochenlang erlebt, dass er eben nicht gestillt wird, wenn er es will, sondern, wenn ich es ihm zugestehe und auch nur so lange, wie ich es (aufgrund der Schmerzen) erlaube. Dass man sich da nicht besonders entspannen kann, ist ja irgendwie logisch. Und drittens, Kommunikationsprobleme und schwierigkeiten, zur Ruhe zu kommen, sind ganz normale Phasen, aber Phasen gehen ja bekanntlich auch irgendwann vorbei.
Wir mussten beide etwas lernen, ich, achtsam zu sein und er, dass es genauso ok ist, nach einer halben Stunde wieder trinken zu wollen, wie nach drei und dass er sich wirklich entspannen kann, weil er jetzt das Ruder in der Hand hat. Und dann musste einfach noch die Phase enden. :wink:

Ich weiß nicht, ob dir das hilft, aber du bist mit dem Problem jedenfalls nicht alleine. Ihr schafft das sicher, ihr beiden!

glg
Elbenkind (geb. 17.11.2013)
Hobbitkind (geb. 02.12.2016)
Lösche Benutzer 19296

Re: Und ich dachte das mit dem Stillen wäre einfach...

Beitrag von Lösche Benutzer 19296 »

Ohr ja, das kenn ich auch: ich dachte auch, das es alles ganz einfach klappen wird und war dann anfangs schwer überfordert :oops: ich hab mich immer gewundert wie und was andere Mütter alles an ihrem Kind lesen können, ich konnte es nicht.

Aber ich möchte dir Mut machen, ich hab im Zweifel auch immer das stillen angeboten ( man wird immer routinierter und das ein- und auspacken geht immer schneller) und wir stillen heute mit 17 Monaten immer noch. Irgendwann ist das selbstverständlich und man muss nicht drüber nachdenken. Das wird bei euch bestimmt auch noch kommen *drück die Daumen*

LG
Siduri
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Re: Und ich dachte das mit dem Stillen wäre einfach...

Beitrag von Siduri »

:shock:
Hab schon wieder nicht bemerkt, wie lange ich "gelabert" habe, sorry! :oops:

Also Quintessentz: "Es ist nur eine Phase", du bist hier definitiv an der richtigen Adresse bzgl Beratung und Zuspruch, ihr Schafft das :D

glg
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Hobbitkind (geb. 02.12.2016)
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