Ich bin auch ganz schön verunsichert, was die Beikost angeht.
Ich habe von Anfang an eigentlich beschlossen, bei Emily alles nach Intuition zu machen. Das funktionierte hervorragend, sie war ein sehr entspanntes Baby, das eigentlich nie geweint hat (außer 2 Wochen lang jeden Abend während des 5-Wochen-Schubs), schlief nachts eigentlich ganz gut und war auch tagsüber insgesamt ziemlich pflegeleicht. Bis sie dann so langsam 5 Monate wurde. Da hieß es dann von meinen Schwiegereltern ständig "Jetzt kannst langsam mal was anderes füttern, das Kind muss was vernünftiges bekommen, von dem Wasser (Muttermilch) wird sie ja nicht mehr satt" und so Scherze. Sie stellten mir ständig etwas hin, dass ich jetzt klein matschen und füttern sollte. So zwischen Tür und Angel, vor allen leute, sollte ich meinem Kind jetzt das Essen beibringen. Das fing an, mich zu stressen und ich fürchte, das geht auch auf Emily über. Sie ist seitdem weinerlich, unentspannt und schläft schlechter. Insgesamt hat meine Schwiegermutter sich generell in alles sehr viel eingemischt, was mich wahnsinnig gemacht hat! Wenn Emily in die Windel gemacht hat, hat sie sie schon mal ausgezogen, so nach dem Motto "Du musst sie jetzt wickeln!". Ich habe Emily dann hoch genommen, um mit ihr ins Wohnzimmer gehen, denn in der Küche saß gerade mein Schwiegervater und war am essen. Als ich sie dann nahm, fragte meine Schwiegermutter in einem bestimmten Ton "Wohin gehst du?!" Am liebsten hätte ich geantwortet "Mein Baby wickeln. Magst mitkommen und zuschauen, ob ich auch alles richtig mache?" Habe ich aber nicht. Als ich Emily dann soweit sauber gemacht hatte (sie hatte groß gemacht und der ganze Windelbereich war voll), kam meine Schwiegermutter, schaute sich den Windelbereich an, der leicht gerötet war und meinte "Och Gott! Du armes Baby! Das tut bestimmt total weh!" Ich sag euch, es hat nicht mehr viel gefehlt und es hätte gescheppert im Karton! NATÜRLICH war er leicht gerötet, ich hatte gerade alles sauber gemacht!
Sie gibt mir IMMER das Gefühl, alles falsch zu machen und dass sie das ja alles viel besser kann. Es gab auch schon Situationen, in denen ich das Gefühl hatte, dass bei ihr die Grenze zwischen Mama und Oma etwas verschwimmt.
Letzte Woche gab es dann einen riesen Knall. Ich habe meiner Schwiegermutter gesagt, dass sie sich aus all den essentiellen Dingen raushalten soll und dass ich von nun an mit Emily das essen allein in Ruhe zu Hause üben werde. Dass ich nicht mehr will, dass sie Emily auszieht, wenn ich sie wickeln muss, mir nicht mehr den blöden Kinderwagen vorschreiben soll (sie findet tragen soooo furchtbar und fragt jedes Mal, ob ich nicht lieber "Wagen fahren" will, weil das für Emily ja auch besser sei) und dass sie mich einfach meinen Job als Mama machen lassen soll. Dass ich von ganz allein um Hilfe bitte, wenn ich welche brauche.
Tja. Seitdem hält sie sich sehr raus. So sehr, dass sie Emily nichtmal mehr auf den Arm nehmen will. Kindergarten halt. Aber ich schweife grad ab...
Jedenfalls klappt das Essen mit dem Löffel besser, seit wir das in Ruhe üben. Momentan probiere ich eben aus, was sie so mag. Heute Morgen habe ich etwas Banane klein gematscht, etwas Apfel rein geraspelt und ein paar Haferflocken dazu. Mittags habe ich ihr ein kleines Stück Brötchen zum lutschen gegeben und abends einen Grießbrei von Hipp. Ansonsten stille ich noch viel. Jetzt hatte mir aber jemand gesagt, dass ich morgens bei Muttermilch allein bleiben soll, wegen der Flüssigkeitzufuhr. Ich bin verwirrt... Immerhin stille ich sie ja nach dem Banane-Apfel-Haferflockenbrei und abends nach dem Grießbrei auch noch. Sollte ich echt was ändern an meiner Art, Emily Beikost beizubringen?