Bindung und Nähe: Unterschied Still-Flaschenkinder

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Ainoha
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Re: Bindung und Nähe: Unterschied Still-Flaschenkinder

Beitrag von Ainoha »

Also ich finde, es kommt bei "mir der Flasche stillen" nicht darauf an, was in der Flasche drin ist, sondern wie sie gegeben wird (Hautkontakt, blickkontakt, etc.). Wer dem Kind ein Fläschchen mit abgepumpter Milch in den Kinderwagen hält, "stillt" für mich nicht. Wer sein Kind wie beim Stillen im Arm hält, etc. stillt für mich auch mit Formula "mit Fläschchen".
Liebe Grüße von mir und dem Kolibri (04/14)...
ixcacienfuegos
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Re: AW: Bindung und Nähe: Unterschied Still-Flaschenkinder

Beitrag von ixcacienfuegos »

juhle hat geschrieben:

ich könnte nicht sagen, dass es bei vergleichbarer mütterlicher zuwendung unterschiede in der bindungsqualität gäbe. was ich aber beobachte, ist, dass mamas von flaschenstillkindern sich schneller den weg für ihre freien zeitfenster freischaufeln.
Kann ich jetzt für mich nicht bestätigen. Ich stille voll und habe nach 4 Wochen wieder angefangen zu arbeiten (hobbymäßig als Dozentin an der VHS, 6 Stunden pro Woche) und ich genieße es dermaßen. In der Zeit wird der Kleine allerdings nur vom Papa betreut, oder falls der nicht kann, von Oma oder Opa. Bei anderen Personen würde ich ihn nicht lassen (außer beim Patenonkel, aber da der noch sehr jung ist, nicht solange Minikind noch so klein ist. Er lernt schließlich grade erst den Umgang mit Babys).
Nur deswegen kann ich ansonsten die große Nähe zulassen, die mein Kleiner braucht. Er braucht nämlich teilweise 7 Stunden auf meinem Bauch schlafen tagsüber...
LG, ixca mit Minikind (*10/14) und Maikäferchen (* 05/18)
Neuhier
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Re: AW: Bindung und Nähe: Unterschied Still-Flaschenkinder

Beitrag von Neuhier »

juhle hat geschrieben:
Teazer hat geschrieben:
juhle hat geschrieben:mit der flasche gestillte kinder
Entschuldige, aber über diese Formulierung bin ich jetzt zweimal gestolpert. ;)
Ist die irgendwie schräg oder nogo? :oops:
Ich hab das irgendwo gelesen und fand es ganz hübsch , weil es ausdrückt , dass auch mit der flasche genährte kinder mehr als nur essen mit dem flaschchen im mund. Und dass es inniger klingt. Und das ja manchmal vergessen wird, wenn dann konstrukionen gebaut werden mit der babys liegend die flasche fixiert bekommen und dann allein ohne kontakt trinken. Und ich wollte gerade diesen unterschied ausdrücken. Es gibt ja vieeeele mamas, die ihre kinder mit der flasche ebenso liebevoll stillen.
Ich finde das eine wunderschöne Formulierung!!!! Danke dafür!
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Neuhier
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Re: Bindung und Nähe: Unterschied Still-Flaschenkinder

Beitrag von Neuhier »

Mein Kind hat gefühlt mit Flasche viel mehr Aufmerksamkeit von mir bekommen (so wie in der verlinkten Datei beschrieben) als als ich noch gestillt hab. Während dem Stillen hab ich nämlich immer gemütlich im Internet gesurft. Mit Flasche hatte ich dafür keine Hand mehr frei. Und er war an der Flasche auch nicht schneller als an der Brust, der kleine Genießer.

Was allerdings tatsächlich einen Unterschied macht: Brust ging ja nur mit mir (Papa war aber immer auch dabei). Als ich dann ausgefallen bin ist er quasi von jetzt auf gleich von der Mutterbrust an die bis dato unbekannte Opabrust gewöhnt worden. "Fremdbetreuung" war er also sehr sehr früh gewöhnt.

Ansonsten weiß ich nicht ob mein Kind besser gebunden wäre oder anders in seiner Art, wenn ich länger hätte stillen können. So wie er ist ist er auf jeden Fall großartig und die Liste derer, die ihn gerne klauen würden wird jeden Monat länger. Das versöhnt immerhin etwas.
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MaareMum
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Re: Bindung und Nähe: Unterschied Still-Flaschenkinder

Beitrag von MaareMum »

Ehrlich gesagt ist das genau die Diskussion um "wer ist die bessere Mutter", die ich absolut verabscheue und vermeide.
Mit solchen Diskussionen schneidet man flaschengebenden Müttern ins Herz. Meine Meinung.

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Gruß, MaareMum
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MaareMum
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Re: AW: Bindung und Nähe: Unterschied Still-Flaschenkinder

Beitrag von MaareMum »

MaareMum hat geschrieben:Ehrlich gesagt ist das genau die Diskussion um "wer ist die bessere Mutter", die ich absolut verabscheue und vermeide.
Mit solchen Diskussionen schneidet man flaschengebenden Müttern ins Herz. Meine Meinung.

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Mein post bezieht auch auf den Ausgangspost!

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nido56
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Re: Bindung und Nähe: Unterschied Still-Flaschenkinder

Beitrag von nido56 »

Ich denke, die Diskussion kann nicht sinnvoll zuende gebracht werden. "Bindung" ist etwas so Komplexes! Zunaechst muss mal definiert werden, was eine gute Boindung ist und wie man diese messen kann. Soweit ich weiss, ist selbst das nich nicht in Stein gemeisselt und die Experten haben hier auch so ihre Differenzen. Dann fliessen in den Aufbau der Bindung so unendlich viele Faktoren ein, bekannte und unbekannte, dass man das einfach niemals auseinander dividieren koennte.

Eine richtige Studie kann man dazu auch nicht durchfuehren, denn dazu muesste braeuchte man zwei Gruppen von Muettern, die in ihrer Zusammensetzung was Alter, soziooekonomische Situation, Einstellung zur Mutterschaft und Erziehung etc. etc. uebereinstimmen. Desweiteren muesste dasselbe auch fuer die entsprechenden Babys zutreffen, also in Bezug auf Gewicht, Gesundheit, Charakter etc. etc. Dann muesste es natuerlich allen Muettern wirklich total schnurzegal sein, ob sie stillen oder nicht (damit negative Gefuehle das Ergebnis nicht beeinflussen). Und dann muesste man diese Mutter-Kind-Paare randomisiert auf eine Still- und eine Flaschengruppe aufteilen und ueber einen langen Zeitraum beobachten. Geht nicht.

Ich habe den Piraten 2 Jahre lang gestillt, aber bereits mit einem halben Jahr in die Krippe gegeben. Ist er nun besser oder schlechter gebunden, als ein Flaschenkind, das drei Jahre von seiner Mutter zuhause betreut wurde? Keine Ahnung.
nido mit dem Piraten (01/2012)
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kaehde
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Re: Bindung und Nähe: Unterschied Still-Flaschenkinder

Beitrag von kaehde »

Um auf die Ausgangsfrage einzugehen: nein, es macht keinen Unterschied in der Bindungsqualität, ob ein Kind gestillt wird/wurde oder nicht. Es ist erwiesen, dass der Hauptfaktor zur Entwicklung einer stabilen/sicheren Bindung die Feinfühligkeit der Bezugsperson(en) ist. Und diese ist unabhängig vom Fütterungsmanagement ;). Beim Stillen mag es mit einer schnellen Reaktivität manchmal Vorteile haben, aber das geht auch beim Flasche geben ;).

Viele Grüße,
Katja
Katja mit Benjamin (32.0 SSW, 02/05)
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Das Wichtigste im Leben sind ja sowieso die gelebten Beziehungen und die Liebe, die man schenkt und bekommt. (duduja)
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AnnieMerrick
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Re: Bindung und Nähe: Unterschied Still-Flaschenkinder

Beitrag von AnnieMerrick »

Ja, mit der Reaktionszeit stimmt auf alle fälle. Als ich noch zu füttern musste, hat mini geweint. Nun reicht ein schnalzen, brust raus, andocken, fertig
Viele Grüße
AnnieMerrick mit 🐭 2014 und 🐦 2018
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AnnieMerrick
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Re: Bindung und Nähe: Unterschied Still-Flaschenkinder

Beitrag von AnnieMerrick »

Flaschen gestillte Kinder finde ich einen tollen Begriff. Mein freundin ist auch davon begeistert, weil man auch mit Flasche füttern unendlich viel Zuwendung geben kann.

Mir fällt da ein Gegenbeispiel ein. Ich muss durch ein sozial schwaches viertel wenn ich zum Einkauf will.
Im sommer sah ich dort immer eine Mutter auf der Parkbank mit kiwa.
Drin links und rechts ein Weißbrot, dass die Flasche mittig hielt und baby nuckelte daran.
Das fand ich schlimm.
Flasche und brust haben an sich nichts mit gute mutter, schlechte Mutter zu tun. Sie Art und Weise des füttern macht den Unterschied.

In unserer Diskussion drehte es sich hauptsächlich um Auswirkungen wie schlaf bindung zum elternteil auch Betreuung durch omi und co.
Viele Grüße
AnnieMerrick mit 🐭 2014 und 🐦 2018
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