Von der Flasche zurück an die Brust

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

tryphena
Herzlich Willkommen
Beiträge: 7
Registriert: 19.10.2014, 15:32

Von der Flasche zurück an die Brust

Beitrag von tryphena »

Da unser Kleiner, heute ein Monat alt, nicht gut an der Brust trinken konnte, musste ich MuMi abpumpen. Nun wurden sein Zungen- und Lippenbändchen mit nem Laser korrigiert, und er kann von der Technik her besser von der Brust trinken. Nur hat er sich in den paar Wochen, in welchen er von der Flasche trank, so an die Flasche gewöhnt, dass er an der Brust frustriert ist, weil dort die Milch nicht so schnell raus kommt bzw. er mehr dafür machen muss. Hätte mir hier jemand evtl. ein paar Tipps, was ich machen könnte, damit unser Kleiner motivierter ist, um von der Brust zu trinken. Im Moment ist das Ganze auch ziemlich zeitaufwändig mit Stillversuchen an der Brust, Milch abpumpen und zusätzlich noch die Flasche geben, weil er von der Brust so nicht genügend bekommt und vor Hunger schreit. Auf längere Zeit kann ich leider nicht so weiter fahren, würde aber sehr gerne wieder voll stillen.
mit 6 Kindern an der Hand und zwei Sternchen im Herzen
Mondenkind
Forumsleitung
Beiträge: 30237
Registriert: 25.09.2008, 17:33

Re: Von der Flasche zurück an die Brust

Beitrag von Mondenkind »

Hallo tryphena, schön, dass Du hergefunden hast, mit Deinem Anliegen bist Du hier genau richtig.

Ich muss jetzt meine Raubtiere füttern und meld mich später.
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

Sei ein Mensch! M. Reif

Mondenkind mit K1 (3/08) und K2 (3/11)
Mondenkind
Forumsleitung
Beiträge: 30237
Registriert: 25.09.2008, 17:33

Re: Von der Flasche zurück an die Brust

Beitrag von Mondenkind »

Dein Kind ist, verständlicherweise, derzeit vor allem an die Flasche gewöhnt. Man kann die Kinder aber auch wieder umgewöhnen. Wie verhält sich Dein Kind bei Stillversuchen? Hat er nur abgepumpte Muttermilch bekommen oder auch Pre? Das wäre für mich sehr wichtig zu wissen. Da ich noch einiges an Infos brauche, möchte ich Dir diesen Thread ans Herz legen: Wie funktioniert Stillberatung im SuT. Bitte beantworte mir die Fragen, dann finden wir sicher einen Weg zurück an die Brust. Dein Baby ist noch jung, da haben wir gute Chancen, dass Ihr bald problemlos stillt.
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

Sei ein Mensch! M. Reif

Mondenkind mit K1 (3/08) und K2 (3/11)
tryphena
Herzlich Willkommen
Beiträge: 7
Registriert: 19.10.2014, 15:32

Re: Von der Flasche zurück an die Brust

Beitrag von tryphena »

Vielen Dank für Deine Antwort und Zeit Mondenkind :-). Also mein Kleiner 10 Tage alt war hatte er nur MuMi. Er hatte aber nicht so viel trinken können, weil er die Zunge nicht gut bewegen konnte. In dieser Zeit ging sein Gewicht runter von 3.625 kg bei der Geburt auf 3.2 kg. So war ich gezwungen, ihm nebst abgepumpter MuMi auch etwas Pulvermilch zu geben (Bambinchen 1 - auf Ziegenmilchbasis). Meine Milchmenge war stark zurückgegangen. Er hatte ca. 1.5 Wochen lang ca. 200 ml Pulvermilch pro Tag, plus die abgepumpte Muttermilch. Seit 1.5 Wochen hatte er nur noch abgepumpte MuMi, da meine Milchmenge zum guten Glück von anfänglich 150 ml am Tag auf 700- 800 ml pro Tag heraufgegangen ist, was seiner Trinkmenge in 24 Stunden entspricht. Bis heute verhielt sich mein Kleiner an der Brust sehr interessiert, d.h. er versuchte anzudocken und zu trinken. Gestern und vorgestern blieb er sogar mehrere Male 20 Minuten oder länger an der Brust und trank auch etwas. Er schaffte es aber nicht, meine übervollen Brüste zu leeren, so dass ich danach noch recht viel abpumpen konnte. Heute schrie er aber meine Brüste nur an, ausser einmal, als er etwas trank. Ich habe die Vermutung, dass er gerade einen Schub durchmacht bei dem Heisshunger, den er heute hatte.
Noch weitere Infos: Am 8. und 9. Tag litten sowohl mein Kleiner wie auch ich an einem starken Soor. Es hat sehr geschmerzt! In dieser Zeit schien aber das Stillen etwas besser zu klappen, und er nahm auch ein klein wenig zu, bevor es weiter runter ging mit seinem Gewicht. Ich vermute, dass das Soor bei mir die Milchmenge noch mehr absacken liess. Wir haben auch das Stillen mit einem Stillhütchen versucht in den letzten Tagen. Das Stillhütchen hat er heute aber auch nur angeschrien. Bevor ich mit dem Zufüttern/Milch abpumpen begann, hatte der Kleine gerade Mal eine leicht nasse Windel am Tag, und der Übergangsstuhl kam erst 10 Tage nach der Geburt, nachdem 7 Tage lang gar kein Stuhl kam nach dem Kindspech. Mittlerweile stuhlt er ca. 4-5 Mal in 24 Stunden und hat auch so einige ganz nasse Windeln.
Schnuller nimmt er meist problemlos, ausser wenn er Hunger hat. Wir geben ihm aber den Schnuller nur sehr selten, ca. 1-2 Mal am Tag oder so. Schlafen tut er in der Nacht schätzungsweise 3 Stunden am Stück (ich schaue in der Nacht aus Prinzip nicht mehr auf die Uhr), und tagsüber meist 1-2 Stunden am Stück in der Tragehilfe. Er scheint einen 2-3 Stunden Rhythmus zu haben, mit vermehrtem Appetit am Abend. Meine Hebamme kommt immer noch alle paar Tage zur Betreuung und Stillberatung. Zudem waren wir zweimal beim Osteopathen, dies jedoch vor 2.5 Wochen das letzte Mal.
Mein Kleiner ist übrigens mein 6. Kind. Die anderen fünf Kinder konnte ich problemlos stillen. Ich hoffe, ich habe jetzt nichts vergessen an Infos. Sonst einfach nachfragen.
mit 6 Kindern an der Hand und zwei Sternchen im Herzen
Mondenkind
Forumsleitung
Beiträge: 30237
Registriert: 25.09.2008, 17:33

Re: Von der Flasche zurück an die Brust

Beitrag von Mondenkind »

Danke für Deine ausführliche Antwort!
tryphena hat geschrieben: Mein Kleiner ist übrigens mein 6. Kind. Die anderen fünf Kinder konnte ich problemlos stillen.
Das sind schon mal hervorragenden Voraussetzungen. Wir wissen, dass Du problemlos stillen kannst, auch jetzt werden wir das hinkriegen.
Ich hoffe, ich habe jetzt nichts vergessen an Infos. Sonst einfach nachfragen.
Die Gewichte hätte ich gern noch, mit Klardatum bitte.
Dein Kind ist sehr an die Flasche gewöhnt, aber was man sich angewöhnen kann, kann man auch abgewöhnen, bzw, in diesem Fall umgewöhnen- zurück an die Brust.
Einfach nur anlegen wird in Eurem Fall nicht reichen, wie Du selbst beschriebst, er schafft es noch nicht, an der Brust ausreichend zu trinken. Auch die Stillhütchen schreit er an, sagst Du. Immer, oder klappt es auch manchmal mit Hütchen?
Könntest Du mir zur Orientierung mal eine Zahl sagen, wie oft am Tag Ihr in der letzten Zeit erfolgreiche Stillversuche mit oder ohne Hütchen vorgenommen habt und wie oft er die Flasche bekam?
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

Sei ein Mensch! M. Reif

Mondenkind mit K1 (3/08) und K2 (3/11)
tryphena
Herzlich Willkommen
Beiträge: 7
Registriert: 19.10.2014, 15:32

Re: Von der Flasche zurück an die Brust

Beitrag von tryphena »

Vielen Dank für Deine Antwort! Es klappt im Moment weder mit noch ohne Stillhütchen. Es scheint keinen Unterschied zu machen.
Also:
Geboren am 19.9. mit 3.625 kg
am 24.9. 3.25 kg
am 26.9. 3.25 kg -> Termin beim Osteopathen mit anschliessender Trinkverbesserung. Am 27.9. starkes Soor bei mir und meinem Kleinen.
am 28.9. 3.275 kg -> Trotz Soor ist das Gewicht etwas raufgegangen. Wir dachten, wir hätten es geschafft.
am 30.9. 3.2 kg -> Leider sackte das Gewicht wieder ab. Ein zweiter Termin beim Osteopathen konnte auch nicht gross helfen. Von nun an heisst es abpumpen und zufüttern, Strategie "Baby abfüllen".
am 2.10. 3.275 kg -> Die Strategie zeigt Wirkung. Weitere Stillversuche zeigen nur ein zaghaftes, falsches Saugen
am 4.10. 3.35 kg -> Und die Strategie wirkt immer noch
am 10.10. 3.65 kg -> Entscheid mit Stillhütchen wieder zu Stillen. Ernährung nur noch mit MuMi, ca. 750 ml pro Tag abgepumpt plus eine kleine Menge Stillen.
am 13.10. 3.8 kg -> und weiterhin auf Erfolgskurs mitabgepumpter MuMi und zaghaften Stillversuchen
am 18.10. 4.025 kg -> weiterhin auf Erfolgskurs mit abgepumpter MuMi und zaghaften Stillversuchen. Entscheid, weniger abzupumpen und mehr Stillversuche. Ca. 4 von 6 Mal trinkt der Kleine ganz toll von der Brust, mal mit mal ohne Hütchen, wenn auch etwas langsam und mit Einschlafen.
am 19.10. nur noch 1 erfolgreicher Stillversuch, ansonsten Anbrüllen der Brust mit oder ohne Stillhütchen. Seither keine Stillversuche mehr. Wieder vermehrtes Abpumpen da die Milchmenge rückgängig ist.
am 20.10. noch öfters abpumpen und noch weniger Milch, daher in der Nacht auf den 21.10. 100 ml Zusatznahrung zugefüttert. Diese Nacht wird leider die abgepumpte Milch auch nicht ganz ausreichen, obwohl schon wieder etwas mehr kommt.
Morgen, 22.10. werden wir ein Brusternährungsset erhalten. Mal sehen, ob das was bringt. Der Kleine hat in den letzten Tagen ca. 8-9 Mal in 24 Stunden ne Flasche bekommen mit jeweils 70-100 ml drin.
mit 6 Kindern an der Hand und zwei Sternchen im Herzen
Mondenkind
Forumsleitung
Beiträge: 30237
Registriert: 25.09.2008, 17:33

Re: Von der Flasche zurück an die Brust

Beitrag von Mondenkind »

Super, dass Ihr ein BES bekommt. Schau mal in der Linksammlung Stillwissen, da steht viel zum BES. Keinesfalls nur mit der Gebrauchsanleitung arbeiten bitte, die ist eher hinderlich! Auch bitte nicht gleich mit Kind anlegen, sondern erst damit vertraut machen. Ich melde mich nach der Arbeit und wir besprechen, wie es weitergeht. Es gibt eine sehr erfolgreiche Umgewöhnungsmethode, die wir anwenden können. Bis später.
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

Sei ein Mensch! M. Reif

Mondenkind mit K1 (3/08) und K2 (3/11)
tryphena
Herzlich Willkommen
Beiträge: 7
Registriert: 19.10.2014, 15:32

Re: Von der Flasche zurück an die Brust

Beitrag von tryphena »

Das BES ist jetzt hier. Der erste Versuch war nicht so erfolgreich, da wir den Kleinen geweckt hatten für den Versuch. Jetzt schläft er wieder. Ich bin schon gespannt auf die sehr erfolgreiche Methode und warte auf Deine Schilderungen. Merci vielmals für Deine Zeit und Hilfe :D .
mit 6 Kindern an der Hand und zwei Sternchen im Herzen
Mondenkind
Forumsleitung
Beiträge: 30237
Registriert: 25.09.2008, 17:33

Re: Von der Flasche zurück an die Brust

Beitrag von Mondenkind »

Hast Du denn das BES mal vorher mit Wasser drin und ohne Kind ausprobiert? Das BES wird oft zu unrecht abgelehnt, weil es angeblich nicht klappt, aber es ist ein tolles Hilfsmittel, wenn man sich die Zeit lässt! In der Linksammlung findest Du zB diesen Thread:

Erste Schritte mit dem BES. Den bitte unbedingt lesen. Wichtig ist auch eine gute Anleitung, wie diese hier, wie gesagt, der Beipackzettel ist kacke: Elterninfo BES.

Beim klassischen Umgewöhnungsprogramm wird zunächst für wenige Tage, während man parallel das BES ohne Kind ausprobiert und die Info liest :wink: , in Stillposition die Flasche gegeben, dabei wechselt man mehrfach den Sauger, damit sich das Kind an unterschiedliche Gefühle im Mund gewöhnt.
Als nächster Schritt wird das Kind angelegt, und zwar mit BES und ein Flaschensauger wird wie ein Stillhütchen benutzt. Wenn das funktioniert, wird das Kind mit einem richtigen Stillhütchen, aber weiter mit BES angelegt. Wenn auch das klappt, wird entweder das Hütchen abgewöhnt, oder erst die BES-Zufütterung reduziert, was grad dringlicher erscheint.

Stillversuche bitte nur sehr bedingt und entspannt, wenn es nicht geht, bitte sofort abbrechen. Günstig sind Einschlaf- und Aufwachsituationen. Aber auch da nichts übers Knie brechen wollen, bitte.

Wie oft wiegt Ihr zur Zeit und mit was für einer Waage?
Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung

Sei ein Mensch! M. Reif

Mondenkind mit K1 (3/08) und K2 (3/11)
tryphena
Herzlich Willkommen
Beiträge: 7
Registriert: 19.10.2014, 15:32

Re: Von der Flasche zurück an die Brust

Beitrag von tryphena »

Ich habe Deine Antwort erst jetzt gelesen, nachdem ich das BES nochmals ausprobiert habe, gleich an der Brust. Diesmal hat er es gut genommen. :D Meine Hebamme hat mir den dünnsten Schlauch empfohlen aus welchem die Milch am langsamsten kommt. Mein Kleiner hat genüsslich getrunken, so ca. 10-20 Minuten lang auch gut geschluckt und dabei ca. 30 ml Milch aus der BES Flasche getrunken, plus was auch immer noch aus meiner Brust herauskam. Er war insgesamt 40 Minuten an der Brust, wobei er vom Trinken allmählich zum Nuckeln überging, und dann auch so gut wie nicht merh schluckte, obwohl im BES ganz klar nochmals 30ml drinwaren und der Schlauch auch funktionierte. Es schien mir, als wäre er müde geworden die Trinkbewegung zu machen. Ich habe danach beidseitig Milch abgepumpt. Aus der Brust, an welcher er getrunken hatte, kam schätzungsweise 20-30ml weniger als ohne Stillen/BES gekommen wäre. Ca. 20 Minuten später meldete er sich wieder mit Hunger. Ich gab ihm dann ne Flasche, von welcher er innerhalb 10 Minuten 50 ml trank. Wie soll ich nun weiterfahren? V.a. in Bezug auf den zeitlichen Aufwand habe ich ein paar Fragezeichen. Weil ich nicht eeewig damit verbringen kann. Soll ich jeweils ca. 10 Minuten mit dem BES stillen, bis seine Trinkstärke nachlässt, und dann abpumpen und ne Flasche geben? Oder würde das das Stillen an der Brust weniger interessant machen? Soll ich einen dickeren Schlauch nehmen, damit innerhalb von sagen wir 20 Minuten ca. 60 ml rauskommt, damit er dann auch genug hat und nicht kurz danach schon wieder Hunger hat?
mit 6 Kindern an der Hand und zwei Sternchen im Herzen
Antworten

Zurück zu „Stillforum“