Stillkonflikt

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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MissTilli
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Stillkonflikt

Beitrag von MissTilli »

Guten Abend ihr Lieben,
Vorweg: ich habe meine Stillberaterin bereits angeschrieben, aber es ist Sonntag und sie hat eine eigene Familie so dass ich noch nicht so schnell mit einer Antwort rechnen kann und deshalb parallel Euch um Hilfe bitte.
Meine Tochter ist 22 Monate alt und ich habe vor zwei Wochen zu stillen aufgehört.
Zuerst fand ich die Entscheidung total sinnvoll. Ich arbeite wieder relativ viel, sie kommt bald in die Krippe, etc. Wir haben meist morgens früh gestillt, nun muss ich aber im Frühdienst etwa um fünf raus, also habe ich sie einfach immer schlafen lassen und bin ohne Stillen aufgestanden wenn sie nicht wach war. Auch vorher habe ich sie nicht geweckt, sie wurde von allein zeitig wach und hat getrunken.
Naja habe ich mir gedacht, dann ist das vielleicht ein erstes Anzeichen dass wir jetzt aufhören. Dann hat sie aber morgens wenn Zeit war angefangen nach der Brust zu fragen und ich habe gesagt die Brust sei "alle". Sie hat das recht gut mitgemacht, wenig geweint, sich schnell beruhigen lassen, eigentlich alles prima.
Nun hat sie sich als Ersatz offenbar den Schnuller ausgesucht.
Sie hatte nie einen, aber hier waren durchaus welche zu finden und auch von Oma bekam sie hin und wieder einen wenn sie dort war, aber das ist ein eigenes Thema.
Jedenfalls war ein Schnuller verfügbar und sie hat ihn "dankend" genommen.
Nun hatte ich heute früh einen totalen Zusammenbruch weil ich ihr den Schnulli nach dem Aufstehen abgenommen habe und sie ganz schrecklich nach dem Nuckel geweint hat.
Mir tat so schrecklich leid dass ich ihr erst die Brust weggenommen habe und nun auch noch den Ersatz dafür.
Ich habe immer total gern gestillt, aber ich dachte es ist vielleicht besser für sie wenn ich sie abstille bevor sie so groß ist dass ihr das Abstillen so furchtbar bewusst ist.
Aber es ist ihr auch jetzt bewusst und dieser Grund ist also schonmal blöd.
Eigentlich würde ich ihr die Brust jetzt lieber wiedergeben aber ich befürchte dass das alles nur schlimmer macht und meine Tochter verwirrt. Es geht ja beim Stillen nicht um mich, sondern um mein Kind.
Ich fühle mich schrecklich und weiß nicht was ich machen soll.
Würde mich über Eure Meinung freuen.
LG
Miss Tilli


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Carraluma
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Re: Stillkonflikt

Beitrag von Carraluma »

Wenn deine Kleine noch stillen magst und du auch noch stillen willst, dann tut dies doch!
Also, wenn du nicht davon ausgehst, dass du es dir in der nächsten Zeit wieder anders überlegst, dann biete es ihr eben wieder an. Dann wirst du schon sehen, ob sie noch mag.
Meine Kleine ist 20 Monate alt und stillt noch mehrmals täglich, wenn ich da bin, wenn nicht, ist das aber auch kein Problem. Arbeit/Trennung muss kein Grund zum Abstillen sein. Wollte deine Kleine eigentlich zuvor von sich aus nur noch morgens stillen oder hast du das Stillen beschränkt?
Irgendwann stillen sich alle Kinder von selbst ab, wenn sie bereit dazu sind und wenn sie älter werden, kann wohl auch meist leichter eingeschränkt werden, was man hier so liest.
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Morgaine47
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Re: Stillkonflikt

Beitrag von Morgaine47 »

Ich würde auch zum wiederanbieten tendieren. Oder den Schnuller lassen,w enn Du Dir wieder Stillen nicht vorstellen kannst.

Und ich find eAbstillen bei älteren verständigeren Kindern einfacher (habe aber nei ein kleines Kidn abgestillt). Meine Große war 28 Monate und ich hatte in der Folge-Sws einen sehr schweren Infekt, da lag ich nur im Bett und konnte nichts essen oder trinken und da wollte ich neben der Sws nicht noch Stillen, hat sie sehr gut verstanden.
Der Mittlere war 39 Monate, wieder in der Folge-Sws, diesmal wegen Kontraktionen beim Stillen. Ich habe ihm erklärt, dass Stillen nicht mehr geht wegen dem Baby und Aua bei mir, er hat es problemlos akzeptiert. In den nächsten 3 bis 4 Monaten hatte er 2 mal gesagt er darf wieder Stillen wenn das Baby da ist, hat er aber dann nicht gewollt. Ich habs ihm aber auch nicht angeboten.

Beide Kinder haben noch deutlich öfters als einmal am Tag gestillt zu den Zeitpunkten. Die Große hatte noch 2 Wochen vorher nen Infekt udn hat fast voll gestillt ein paar Tage und ein paar Tage vorm abrupten ungeplanten Abstillen mittags einen Zornanfall bekommen,w eil ich wegen Sws-Kotzeritis gerade nicht stillen wollte. Der Mittlere hat noch so 3 bis 4 mal am Tag gestillt beim Abstillen.
LG
Morgaine

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MissTilli
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Re: Stillkonflikt

Beitrag von MissTilli »

Danke für eure Antworten.
Ja ich will sie noch weiterstillen. Ich fühle mich nur so egoistisch weil ich es irgendwie noch brauche und sie das Abstillen ja eigentlich ganz gut mitgemacht hat. Sie hat gestern das erste Mal nicht nach der Brust gefragt. Vielleicht war es ja das was mich so traurig gemacht hat. Und dann wäre es doch falsch sie wieder in diese "Abhängigkeit" von mir zurück zu führen.
Zu der Frage ob sie von sich aus nur noch morgens gestillt hat.
Jein. Ich habe durchs nächtliche Stillen einfach miserabel geschlafen und war morgens nicht fit, deswegen habe ich nachts mit dem Stillen aufgehört.
Tagsüber kam sie zum Stillen wenn ich mich aufs Sofa gesetzt habe, denn das heißt hier immer, dass ich jetzt Zeit habe und wenn sie das Essen nicht mochte, was häufiger vorkam, sie ist eher eine schlechte Esserin.
Eigentlich fand ich das Stillen auch deswegen noch ganz gut. Aber dann dachte ich, dass sie vielleicht mehr isst wenn es die Brust nicht mehr als Alternative gibt.
Ich möchte einfach nicht aus den falschen Gründen weiterstillen.
LG
Tilli


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jusl
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Re: Stillkonflikt

Beitrag von jusl »

Ja ich will sie noch weiterstillen. Ich fühle mich nur so egoistisch weil ich es irgendwie noch brauche und sie das Abstillen ja eigentlich ganz gut mitgemacht hat. Sie hat gestern das erste Mal nicht nach der Brust gefragt. Vielleicht war es ja das was mich so traurig gemacht hat. Und dann wäre es doch falsch sie wieder in diese "Abhängigkeit" von mir zurück zu führen.
Hallo MissTilli,

ersetz mal in Deinem Text "stillen" durch "umarmen" (beides ganz normaler Ausdruck einer Mutter-Kind-Beziehung) und lies ihn noch mal. Natürlich käme Dein Kind grundsätzlich auch ohne Umarmung klar! Ihr würdet dann eben andere Wege der Beziehungsgestaltung finden. Und ergibt "abhängig sein vom Umarmtwerden" wirklich Sinn?...

Dein Kind ist ans Stillen GEWÖHNT (an Umarmungen und weitere Formen liebevoller Kleinkindbetreuung vermutlich auch). Das ist völlig normal und gesund. Und auch DU bist daran gewöhnt, ebenfalls völlig normal und gesund. Wenn Du beschließt, ab jetzt nicht mehr zu stillen (oder zu umarmen, oder zu kuscheln oder irgendeine andere spezielle Mama-Kind-Handlung), dann lässt Du es eben - Dein Kind wird sich dran gewöhnen, zweifellos. Aber genauso darfst Du herzlich gerne zu dem Schluss kommen, dass Euch das Stillen (oder Küsschen geben oder sonstwas...) derzeit eben noch gut tut - dann mach es einfach!

Stillen ist keine schlechte Angewohnheit wie das Rauchen oder so, von der man einen Menschen möglichst schnell abbringen muss! Sondern es ist NORMALER Ausdruck der Beziehung zwischen Mutter und Kind, und das Abstillen ist ein normaler Entwicklungsschritt, auf den Du einfach warten kannst, wenn Du möchtest. Jedes Kind stillt sich irgendwann entwicklungsbedingt selbst ab (dann ohne Ersatz!...), genauso wie jedes Kind irgendwann aufhört zu krabbeln. Krabbeln musstest Du Deinem Kind ja auch nicht "abgewöhnen", sondern diese Entwicklungsmarke hat Dein Kind ganz von selbst hinter sich gelassen. Mit dem Stillen ist es EXAKT das gleiche.
Wenn Ihr beide also momentan noch Freude am Stillen habt (vergleichbar mit dem Tragen eines Krabbelkindes), dann stillt, so lange Ihr mögt! Und wenn Du keine Lust mehr hast, obwohl Dein Kind vielleicht gerne noch würde, dann lass es eben - es haben ja auch nicht alle Eltern Lust aufs Tragen; manche schieben ihr Kind ersatzweise im Kinderwagen herum, und die meisten Kinder sind auch mit dem Ersatz zufrieden.
Eigentlich würde ich ihr die Brust jetzt lieber wiedergeben aber ich befürchte dass das alles nur schlimmer macht und meine Tochter verwirrt. Es geht ja beim Stillen nicht um mich, sondern um mein Kind. [...] Ich möchte einfach nicht aus den falschen Gründen weiterstillen.
Durch mütterliche Zuwendung - Küsschen geben, Umarmen, Bilderbuch angucken, kuscheln, stillen - wird kein Kind verwirrt. ;-) Die Gründe, warum sich Eltern liebevoll um ihr Kind kümmern, sind dem Kind wohl für gewöhnlich egal :lol: (und wie "falsch" können die eigentlich sein?!?).

Falls Du trotzdem abstillen willst:
Nun hat sie sich als Ersatz offenbar den Schnuller ausgesucht.
[...]
Jedenfalls war ein Schnuller verfügbar und sie hat ihn "dankend" genommen.
Nun hatte ich heute früh einen totalen Zusammenbruch weil ich ihr den Schnulli nach dem Aufstehen abgenommen habe und sie ganz schrecklich nach dem Nuckel geweint hat.
Ich schlage vor, dass Du akzeptierst, welchen Ersatz sie sich fürs Stillen aussucht! Vorzeitig abzustillen ist Dein Recht, aber ich finde es nicht fair, ihr ihren Ersatz (den sie deshalb gesucht und gefunden hat, weil es eben noch nicht ganz ihre Zeit war mit dem sich-selbst-Abstillen!) willkürlich ebenfalls einfach so wegzunehmen. Falls Du beim Abstillen bleibst, freu Dich darüber, dass Dein Kind das bislang so easy mitmacht, und freu Dich darüber, dass sie so schnell einen akzeptablen Ersatz gefunden hat (andere Eltern und Kinder müssen da deutlich länger suchen...). Den Schnuller wird sie hergeben, wenn es für sie an der Zeit ist.

Hilft Dir das irgendwie weiter?

LG
Julia
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Re: Stillkonflikt

Beitrag von Morgaine47 »

Zur Abhängigkeit beim Stillen von der Mutter. Ich habe weder bei meinem Sohn noch bei meiner Tochter einen Unterschied in der Abhängigkeit von mir gemerkt vorm und nach dem Abstillen. Und wie oben schon geschrieben habe ich die Gtoße 28 Monate und den Mittleren 39 Monate gestillt. Beide sind mit ungefähr 1 Jahr in den KiGa gekommen und haben sich problemlos eingewöhnt, waren also betreuungstechnisch nicht von mir abhängig. Zum Schlafen nachts wurde - bzw im Fall des Mittleren werde ich noch - sehr lange benötigt. Aber wenn ich nicht da bin abends geht auch Papa.
LG
Morgaine

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Re: Stillkonflikt

Beitrag von MissTilli »

Ich danke Euch für Eure Antworten.
Ich habe sie heute bevor ich zur Arbeit bin gefragt ob sie die Brust möchte. Sie hat so gestrahlt und sich gefreut dass ich weinen musste.
Eigentlich war für mich immer klar dass ich warten will bis sie sich selbst abstillt. Bei mir war eben nur so viel los, dass ich plötzlich dachte es sei eine gute Idee um mir eine Aufgabe abzunehmen.
Nur ist es auf keinen Fall diese Aufgabe die ich abgenommen haben will!
Jetzt stillen wir weiter und ich hoffe dass mein schlechtes Gewissen ihr gegenüber sich in Grenzen hält.
Es ist halt so, dass ich die ganze Zeit fürchte, ich Hänge mehr am Stillen als sie.
LG
MissTilli


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Re: Stillkonflikt

Beitrag von Morgaine47 »

MissTilli hat geschrieben: Es ist halt so, dass ich die ganze Zeit fürchte, ich Hänge mehr am Stillen als sie.
Wenn das der Fall wäre hätte sie nach 2 Wochen nicht mehr stillen wollen.
LG
Morgaine

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Re: Stillkonflikt

Beitrag von jusl »

Richtig, und außerdem: wie wolltest Du das "messen", wer von Euch beiden "mehr" am Stillen hängt?..
Mach es Dir nicht so kompliziert. Solange Ihr beide Freude daran habt, stillt einfach weiter. Und wenn die Zeit für was neues kommt, werdet Ihr beiden Euch schon einig werden. ;-) Bis dahin: Genießt einfach die Zeit; sie kommt nicht zurück.

LG
Julia
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