Arbeiten gehen mit Stillkind

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Lösche Benutzer 16068

Arbeiten gehen mit Stillkind

Beitrag von Lösche Benutzer 16068 »

Es ist zwar noch ein Jahr hin (also bitte nicht wundern über meine Frage), aber es beschäftigt mich doch jeden Tag.

Wie soll das funktionieren wenn man ein Kind (21Monate) hat, dass am liebsten den ganzen Tag an der Brust hängt, nur mit Brust einschläft mit Brust im Mund aufwacht und sowie so und überhaupt am liebsten den Busen hat, wie bitte hat das bei euch mit Arbeiten gehen funktioniert.

Mein Mann wollte eigentlich immer in Karenz gehen, mittlerweile ist er nicht mehr so überzeugt davon und denkt schon eher daran überhaupt nicht in Karenz zu gehen, weil die Kleine so an mir hängt. Er meint, so lange ich nicht abgestillt habe, hat das so und so keinen Sinn. Das setzt mich natürlich schon sehr unter Druck, weil wir die Stillzeit noch sehr genießen. Auf den Satz, "bei anderen hat das mit der Arbeit auch geklappt", darauf kann ich mich ja nicht verlassen, dass das dann bei uns auch ganz easy funktioniert. Immerhin muss ich Nachtdienst machen und bis jetzt habe nur ich sie immer ins Bett gebracht. Mein Mann hat es zwar auch versucht, aber dann genervt aufgegeben, weil die Kleine nur mehr am heulen und schreien war. Natürlich habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich es mir halt schon leicht gemacht habe und sie immer in den Schlaf gestillt hab. Wahrscheinlich wäre es besser gewesen sie frühzeitig daran zu gewöhnen, dass sie alleine schlafen muss (so wie es halt die anderen Mütter in meinem Umfeld auch tun). Aber da hätte ich dann wahrscheinlich auch ein schlechtes Gewissen und die ganzen Geschichten mit Vorlesen und Singen zum Einschlafen usw. das hat überhaupt nie funktioniert.

Sie bleibt auch gar nicht gerne bei meine Mann, sobald ich bei der Tür raus geh´geht das Geschrei schon los, und wenn ich dann wieder retour komm´, heißt´s das Kind ist so verzogen, der lässt du alles durchgehen dauernd schreit sie nach dem Busen, die hat keine Grenzen wie soll denn das werden wenn du wieder in die Arbeit gehst...Dann folgt wieder eine Mords Diskussion anschließend fühlen sich dann alle schlecht. Es ist halt schon so, dass keiner in unserem Umfeld so exzessiv getragen und gestillt hat (da haben viele nur den Kopf geschüttelt)wie ich, sonst könnte man sich dort Rat und Erfahrungen einholen. Überwiegend machen es die meisten so wie unsere Eltern damals wie, schreien lassen("die hören wieder schon auf") und schnell zu Oma und Opa gegeben um mal wieder aus gehen zu können, Tragen ist öko, ("ein Kinderwagen ist ein Statussymbol auf das man nicht verzichtet)" nach spätestens 6 Monaten abstillen ("gib ihr mal was gescheites du machst sie nur abhängig von dir und dich unersetzbar") usw. Aber unsere war von Anfang an nicht so extrovertiert, war sehr sehr anhänglich und sehr laut :heul und ich konnte und wollte sie auch nicht gleich mit vier Wochen über Nacht bei Verwandten lassen. Tja und scheinbar fällt mir das jetzt alles auf den Kopf.

Ich weiß ja auch nicht, wie es in einem Jahr ausschaut. Aber wie gesagt, ich denke jeden Tag dran. :(
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Linda89
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Re: Arbeiten gehen mit Stillkind

Beitrag von Linda89 »

Nur kurz weil müde. Ich geh zwar tagsüber arbeiten, aber wenn ich da bin, geht ohne Brust auch nix und er hängt die ganze Zeit dran. Wenn ich in Sichtweite bin, will er zu mir. Ansonsten gehts.

Gute Nacht ;)
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Carraluma
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Re: Arbeiten gehen mit Stillkind

Beitrag von Carraluma »

Hallo Giti,

Darf ich nochmal nachfragen, ob ich es richtig verstanden habe? Du wirkst etwas aufgelöst.

Deine Kleine ist momentan grad 21 Monate alt? Und du möchtest in einem Jahr, also wenn deine Kleine 2 3/4 Jahre alt ist wieder in Vollzeit (mit Nachtschichten) arbeiten? Dann wird dein Mann auf sie aufpassen?

Und noch ein paar zusätzliche Fragen:
Wie sieht denn momentan euer Alltag aus? Seid ihr viel daheim oder viel unterwegs? Trefft ihr euch mit anderen Eltern mit (gleichaltrigen) Kindern? Wieviel beschäftigt sich dein Mann mit der Kleinen?

1 Jahr ist eine sehr lange Zeit für ein Kleinkind. Bis dahin sieht alles schon wieder ganz anders aus. Lass dich bloß nicht von irgendwelchen "Normvorstellungen" verrückt machen. Du findest, den für euch passenden Weg!
Lg, Carraluma
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elamshin
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Re: Arbeiten gehen mit Stillkind

Beitrag von elamshin »

Nur ein Mitgefühlspost: Ich habe hier auch ein sehr bedürfnisstarkes Kind das in jeder auch nur ansatzweise schwierigen Phase an mir klebt(e) wie ein Oktopus. Wir hatten lange Zeiten in denen er nichtmal beim Papa blieb ohne völlig aufgelöst zu sein.
Aber: Immer wenn es funktionieren musste, hat es funktioniert (solange wir klar und bedürfnisorientiert waren). Ich war letztes Jahr ein halbes Jahr arbeiten und der Papa war zu Hause. Das hat gut funktioniert, samt Tagschläfchen. Nicht mehr funktioniert hat es erst, als der Papa wieder tagsüber arbeiten war, wir eine Eingewöhnung in eine Kindergruppe hatten und ich abends unregelmäßig gearbeitet habe. Das war zu viel. Da klebte er wieder voll und ganz an mir.
Während des letzten halben Jahres haben wir dem Zwuck nun keinen Druck gemacht. Und er hat so große Sprünge gemacht! Mittlerweile schläft er manchmal gewollt/bewusst beim Papa ein, obwohl ich in der Wohnung bin. Er kann damit umgehen wenn ich gehe. Manchmal schickt er mich sogar weg wenn er grad mit dem Papa was machen möchte. Undenkbar vor einigen Monaten. Er stillt wenig und kann auch verzichten wenn ihn nicht irgendetwas zwickt. Das hat bei uns sicher auch mit der Schwangerschaft zu tun aber eben auch mit einem Reifungsprozess.

Aber was ich dir in Kurzfassung sagen wollte: Manches hat vielleicht mit Gewöhnung zu tun, bzw. mit "Ich kenne diese Situation und fühle mich sicher." Aber du bist bestimmt nicht "schuld" am Charakter deines Kindes. Hättest du deine Tochter schreien und weinen lassen sollen damit sie etwas lernt das ein natürlicher Entwicklungsschritt ist? Ich habe auch viel geflucht und war ungeduldig...ich habe 10 Monate jeden Abend im Bett verbracht, habe lange ausschließlich getragen und ihn nie bei Verwandten gelassen wenn er das nicht wollte. (nur beim Papa, da wusste ich einfach das er gut aufgefangen wird) Das heißt, er war bislang zwei, drei Mal alleine mit Oma. Und trotzdem schläft mein Kind mit 2,5 Jahren nun durch, kann mit dem Papa einschlafen, ist offen für andere Menschen und braucht oft auch kein Einschlafstillen mehr. Bei unserer Hochzeit vor zwei Monaten haben wir ihn nur noch zum Schlafen und in Stresssituationen gesehen. Ansonsten hat er von sich aus den Kontakt zu Omas/Opas/Tanten gesucht.
Ich habe während unserer schwierigen Phasen zwar gezetert und gejammert, habe aber nach Reflektion unserer Situation immer wieder entschieden das er bestimmte Strukturen einfach noch braucht. Die Zeit hat uns Recht gegeben.

Schade das du solchen Gegenwind bekommst. Oft ist es schon viel wert wenn jemand aus der Umgebung es ähnlich macht und man Positivbeispiele hat. Ich drück dir die Daumen das du Gelassenheit findest und entweder eure Situation anpassen kannst - ganz in Abstimmung mit den Bedürfnissen deiner Tochter und deines Mannes, oder sie annehmen wie sie ist. ((giti))
2/2012, 8/2014 und 9/2019
nido56
Dipl.-SuT
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Registriert: 07.02.2013, 15:11

Re: Arbeiten gehen mit Stillkind

Beitrag von nido56 »

Hallo,
Ich habe auch so ein Kletten-, Klebe-, Mamakind. Wenn ich da bin, ist der Papa ziemlich abgemeldet. Der Pirat wuerde sich niemals nie von Papa allein ins Bett bringen lassen, wenn ich im Wohnzimmer sitze. Berufsbedingt bin ich aber hin und wieder mal 1-2 Naechte nicht da. Dann klappt das mit den beiden problemlos. Das erste Mal war wohl etwas anstrengend (fuer den Papa), aber irgendwie haben sie es hinbekommen, wie genau weiss ich gar nicht. Inzwischen stille ich nicht mehr, aber das erste Mal ueber Nacht weg war ich als der Pirat 15 Monate alt war und normalerweise nachts spaetestens alle 2 Stunden an die Brust wollte.

Ich denke, die Loesung ist nicht unbedingt das Abstillen (wir stillen nicht mehr und trotzdem ist der Pirat noch genauso auf mich fixiert wie vorher), sondern, dass der Papa sich zutraut, eigene Wege allein mit Kind zu finden. Ich wuerde Dir also eher empfehlen, die beiden haeufiger mal (tagsueber) ueber mehrere Stunden allein zu lassen. Vielleicht gibt es anfangs Protest, weil Deine Kleine ihre gewohnten Rituale vermisst, aber ich bin sicher, dass der Papa neue Rituale finden kann. Sie kennt ihn ja, er ist Bezugsperson Nr. 2.

Und uebrigens, ich bin hier auch an allem Schuld, weil ich getragen und gestillt habe und der Piraten im Familienbett schlaeft. Wie meine Mutter mal so schoen meinte, "Gewoehn Dich dran, als Mutter bist Du immer und ausschliesslich an jedem Fehlverhalten und an jedem negativen Charakterzug Deines Kindes allein schuld. Waehrend alle guten Eigenschaften genetisches Erbe oder der gute Einfluss der Grosseltern sind..."
nido mit dem Piraten (01/2012)
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