unsere kleine Raupe (drei Monate alt) ist daheim schon sehr erfolgreich windelfrei. Er hat sich das praktisch selbst so ausgesucht, und ich hab mich auch sehr gefreut darüber
Irgendwann haben wir einfach begriffen, dass das Geschwafel von den Blähungen (in seinem Fall) totaler Blödsinn ist. Wie ich schon vermutet hatte, ich mein, wie unnatürlich wär das denn, ein Wesen, dass die Milch seiner Mutter nicht verdauen kann? Wir sind schon sehr anders als Tiere, aber in dem Bereich wohl doch nicht. Er hat zwar schon sehr selten Bauchweh, aber das liegt auch nicht daran was ich esse, sondern schlicht und ergreifend (so ist momentan unsere Vermutung) an zwischenmenschlichen Spannungen. Er heult manchmal auch so lange, bis ich mir selbst eingestehe, dass mir seit Tagen zum Heulen ist, und kaum lasse ich das raus, ist er ruhig. Schon spannend diese neuen Erdenbürger
Aber nun zum eigentlichen Thema: Windelfrei.
Er hat seine fixen Zeiten (zBsp. nach dem Schlafen) und meldet sich meist sehr eindeutig. Es geht mal besser, mal weniger gut, manchmal dauert es einfach ein Weilchen, bis er loslegt.
Mir ist aufgefallen, dass er über dem Waschbecken besser kann, als in ein "Schafferl" (großes Gefäß). Kann das daran liegen, dass wir im Bad damit angefangen haben, und er mit dem "auf-dem-Schoß-liegend-machen" erst warm werden muss? Ich muss sagen, dass Zweiteres für mich schon um einiges gemütlicher ist, da er schneller zunimmt als meine Muskeln.
Was macht ihr denn, wenns mal einfach nicht geht? Ich laufe dann meistens ein bisschen mit ihm im Raum umher, sodass er sich entspannt, manchmal hilft es auch ihn untenrum mit warmem Wasser zu waschen, das scheint den Schließmuskel auch zu entspannen.
Und wie geht das mit dem Partner? Mein Freund ist ja nicht sooo begeistert von der Sache, weil es halt aufwändiger ist, und der Kleine sich bei ihm scheinbar nicht ganz so zuverlässig meldet. Ich hab jetz mal gehört, dass es nicht schlimm ist, wenn das Baby nur mit einem Elternteil aufs Klo geht, ist da was dran? Es ist halt seit etwa einem halben Monat manchmal sehr anstrengend, weil er seine Zähnchen spürt (haben jetzt endlich eine gute Lilienwurzel bekommen), und ich letzte Woche einen Milchstau hatte. In so stressigen Zeiten hat er dann Windeln an, und ich zeige ihm trotzdem, dass ich mitbekomme, wenn er muss.
Unsere Hebamme ist auch nicht sonderlich angetan von dem Ganzen, weil wir halt in einer Gegend wohnen, wo das nicht so unklompiziert ist, wie bei einem Naturvolk. Sie empfiehlt uns auch immer wieder, doch einen Schnuller zu probieren, aber wir waren bis jetzt noch nie an dem Punkt, an dem wir uns einen gewünscht haben, da wir ihm meistens eh wirklich helfen können durch tragen, Klo gehen und so weiter.
Unterwegs verwenden wir momentan Stoffwindeln, ich hab halt dann so ein schlechtes Gewissen, wenn er sich meldet, und es grad schlicht und ergreifend nicht geht (in der Schlange bei der Kasse, beim Arzt,...). Danach ist er halt dann nass, und ich finds irgendwie so unfair... Wie macht ihr das? Wäre da eine Wegwerfwindel besser? Ich mag die Dinger halt überhaupt nicht...
Leider ist er auch sehr anders, wenn wir Besuch haben, kaum ist meine Mutter da, geht jedes zweite Geschäft daneben, obwohl ich direkt in seiner Nähe bin, er sieht mich manchmal sogar an dabei. Ich hab mir jetzt überlegt ihn in solchen Situationen einfach von Zeit zu Zeit abzuhalten, mal sehn wie uns das gefällt. Habt ihr da andere Ideen?
Es ist auch immer sehr entmutigend, wie die Leute darauf reagieren... "Der Schließmuskel kann noch nicht funktionieren, ihr habt halt manchmal einfach Glück, aber eig. ist das schon quälend für den Kleinen, oder?" "Ihr seid doch noch so jung, ist euch das nicht zu stressig? Ich finde, ihr solltet diese Zeit genießen, du musst ja ständig herum laufen deswegen." Und so weiter... Ich hoffe, wir bleiben stark und verinnerlichen uns immer wieder die netten Kommentare.
Danke schonmal für die Antworten und alles Liebe



