Hallo, hier noch eine Anästhesie-Stimme...
Ich bin nach gut 12Monaten mit 50% wieder eingestiegen. Mein Kleiner hat wirklich schecht gegessen...naja eigentlich tut er das bis heute (2,5J.). Aber er hat in der Kita besser gegessen, als daheim und es war wirklich garkeit Problem. Ich hätte das so nie gedacht. Ich Habe allerdings mit 3 halben Tagen und einem Ganzen angefangen. Und an dem ganzen Tag hat ihn anfangs mein Mann erst um 9Uhr in die Kita gebracht, dass der Tag nicht ganz so lang ist. Wir haben aber auch ein ziemlich außergewöhnliches Modell: Eine Kollegin war parallel schwanger und unsere Kinder sind 10tage auseinander. Wir teilen und die stelle so, dass jeder einen ganzen Tag macht und an den halben Tagen lösen wir uns gegenseitig ab. Als einer bis halb12 der andere danach. Am Anfang habe ich mehr Mittage gemacht, weil wir noch so schlechte nächte hatten und ich froh war nicht um 7:25 topfit zu sein. Klar-Kind stand trotzdem um 6Uhr auf, aber mit der Kaffetasse beim speielenden Kind sitzen und langsam wach werden war trotzdem besser. Und ich habe am Anfang den Unterschied zwischen 4 und 8 Stunden gewaltig gemerkt. Dienste (die bei uns "nur" 18Stunden gehen) musste ich ein paar Monate keine machen, dann wollte ich auch wieder welche machen. Allerdings ist die Besetzung gerade so gut, dass für jemand mit 100% nur 2-3 Dienste rauskamen, also für uns Teilzeit-Mamis dann meist einer. Daher war dann auch der Druck nicht da, weil es auch immer Kollegen gab, die wegen Geld und frei am nächsten Tag auch mal mehr Dienste als das "SOll" machen wollten. Das entstresst natürlich enorm. Ich kam eigentlich nie in die Situation mich rechtfertigen zu müssen, warum ich noch keine Dienste mache. Mit eine andere Kollegin hat immer Teilzeit bis 14Uhr gearbeitet, aber das hat nur so naja geklappt. Eben aus oben genannten Gründen und war auch nicht soo beliebt bei den Kollegen. Daher war unser halbe/halbe Modell schon toll-weil eben keiner was mit uns zu tun hatte...es kam sogar ganz gut an, weil wir nicht zum Mittagessen abgelöst werden mussten, weil wir bei 4h keine Pause hatten. Der Kommentar meines Chefs zu Anfang war: " Ist mir egal, wie ihr Euch das aufteilt-Hauptsache immer einer ist da..." Superpraktisch war auch, dass man immer jemadn hat auf den man zurückgreifen kann, z.B. wenn das Kind nur so ein bisschen krank ist, man doch wieder irgendwelche Termine nicht so gekriegt hat. Allerdings setzt das Voraus, dass es mit der entsprechenden kollegin passt. Ich hätte das Modell sicher nicht mit jedem meiner Kolleginnen gemacht

Klarer Nachteil ist, dass man man für 4 Stunden prozentual mehr Fahrerei und "Kinderlogistik" hat. Und dass man halt mit den Tagen an denen man mittags arbeitet nicht ganz soviel anfängt, wie mit den Vormittagen.
Zur Angst ob man noch was kann, kann ich beruhigen...ich bin eine echter Angsthase unter den Anästhesisten und hab mit echt in´s Hemd gemacht, aber unterbewusst in der grauen Zellen steckt echt viel. Am Anfang stand ich manchmal kurz nachm Schnitt da und hab mich gefragt, wer das jetzt alles gemacht hat, weil ich das Gefühl hatte, das haben alles nur meine Hände ferngesteuert gemacht. Was bei mir allerdings schlechter geworden ist, ist das "Backroundwissen".
Bei mir geht´s ab Juli mit 80% weiter. Mal schaun wie das wird, v.a. weil ich wieder schwanger bin. Hat ne Weile nicht geklappt, deshalb dachte ich irgendwann, dann kann ich auch mehr Arbeiten, dass ich in 3 Jahren dann nicht ohne Kind und ohne Facharzt dastehe

und prompt hat´s geklappt.
Vielleicht ist Eure Abteilung ja auch offen für neue Modelle? Zumindest waren ein paar Kollegen, die zu uns gewechselt sin ganz vond en Socken und meinten, in ihren alten Häusern wäre sowas uuundenkbar gewesen.
Sorry-etwas lang geworden...