Stillen/Beikost... total verwirrt

Was kommt nach dem Vollstillen?

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Fulloflove
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Stillen/Beikost... total verwirrt

Beitrag von Fulloflove »

Hallo,

ich hätte da nochmal eine Frage zum Stillen/Beikoststart, wenn ich darf?

Und zwar, warum man ab ca. 6 Monaten Beikost anbieten/einführen soll. Also, wenn doch die Milch nicht "dünner" wird, wie so oft behauptet, warum dann? Was passiert denn mit der Milch, dass sie dann doch nicht mehr reicht?
Ich verteidige das Stillen immer so, aber gerade bin ich mir selbst nicht mehr sicher, wie es nun richtig ist.
Dann habe ich ja hier gelernt, dass man mit ca. 9 Monaten beim Vollstillbaby doch mal die Nährstoffversorgung überprüfen sollte, und jetzt bin ich irgendwie komplett verunsichert. :(
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jusl
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Re: Stillen/Beikost... total verwirrt

Beitrag von jusl »

ich hätte da nochmal eine Frage zum Stillen/Beikoststart, wenn ich darf?
Klar, immer gerne.
Was passiert denn mit der Milch, dass sie dann doch nicht mehr reicht?
Mit der Milch nix, aber mit Deinem Baby, das wird nämlich immer größer. ;-)
Was war denn bislang Deine Meinung, wie lange man Personen mit ausschließlich Muttermilch ernähren kann?

LG
Julia
Fulloflove
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Re: Stillen/Beikost... total verwirrt

Beitrag von Fulloflove »

Was war denn bislang Deine Meinung, wie lange man Personen mit ausschließlich Muttermilch ernähren kann?
Gute Frage, keine Ahnung. Also, ich hatte gar keine Meinung, aber dann habe ich hier so viel Tolles über's Stillen gelesen, dass ich dachte, dass man bestimmt ein Jahr vollstillen kann. Und dann lese ich aber halt auch was von Nährstoffversorgung und jetzt bin ich komplett durcheinander. :(
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jusl
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Re: Stillen/Beikost... total verwirrt

Beitrag von jusl »

:lol: Stillen ist auch toll, keine Frage. Aber es ist so, dass die meisten Babys ab ca der Mitte des ersten Lebensjahres zusätzlich zum Stillen weitere Nahrung brauchen, die Beikost eben. Stillen ist unverändert wertvoll, durchs ganze Kleinkindalter hindurch.
Die meisten Babys brauchen mit rund 6 Monaten zusätzliche Nahrung, manche etwas früher, manche etwas später, und das ist auch OK. Am besten richtet man sich da nach dem Baby - viele Babys machen recht deutlich, dass sie sich jetzt auch für Essen vom Familientisch interessieren.
Es gibt lediglich zwei Regeln für den Startzeitpunkt:
1. Vor 4 Monaten KEINE Beikost. Falls es mit ausschließlicher Muttermilchernährung da Probleme gibt oder die Mutter nicht so lange stillen will, dann MUSS in den ersten Monaten sog. Muttermilchersatz gefüttert werden (= Pre oder 1er).
2. Ab 6 Monaten sollte jedes Baby regelmäßig Beikost angeboten bekommen (Angebot = Baby darf auch ablehnen).

Im Prinzip ist es ähnlich wie mit allen anderen Entwicklungsbereichen auch. Ein kleines Babys kann z.B. einfach ohne jedwede besondere Beachtung durch andere im Tragetuch der Mutter wohnen. ;-) Aber irgendwann ist es Zeit für direkte Ansprache, für die Beantwortung schwieriger Fragen, für das Vermitteln von Kulturtechniken..., und das Kind entdeckt seine Welt auf eigene Faust. Das heißt, auch hier wachsen die Bedürfnisse. Und trotzdem braucht es noch viel mütterliche Zuwendung und Körperkontakt, auch das ist weiterhin wertvoll.

Vielleicht hilft Dir diese Sichtweise weiter? :D

Jedenfalls noch mal konkret zur Beikost. Schriebst Du nicht irgendwo nebenan, dass Dein Baby schon Beikost bekommt?

LG
Julia
Fulloflove
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Re: Stillen/Beikost... total verwirrt

Beitrag von Fulloflove »

Danke für Deine Antwort. Du bist immer so schnell! *staun* :)
Aber es ist so, dass die meisten Babys ab ca der Mitte des ersten Lebensjahres zusätzlich zum Stillen weitere Nahrung brauchen, die Beikost eben.

Und warum ist das so? Ist es richtig, dass die Milch für größere Babys nicht mehr genug Nährstoffe hat, könnte man das so sagen?
Ab 6 Monaten sollte jedes Baby regelmäßig Beikost angeboten bekommen (Angebot = Baby darf auch ablehnen).
Dann haben wir das falsch gemacht. :( Ich dachte immer, man solle auf eindeutige Zeichen vom Baby warten, viele beschreiben ja, dass die Kleinen irgendwann regelrecht in den Teller grapschen, und das gab es hier noch gar nicht. Ich dachte, so lange bräuchte man auch noch nichts anbieten. Und jetzt ist sie schon 7,5 Monate, ich hoffe, es fehlt ihr dadurch jetzt nichts?

Danke auch für den Vergleich mit dem Tragetuch.
Jedenfalls noch mal konkret zur Beikost. Schriebst Du nicht irgendwo nebenan, dass Dein Baby schon Beikost bekommt?
Ja, aber die Versuche kann man noch an einer Hand abzählen. So ein wirkliches "Angebot" gab's erst einmal, also so richtig mit matschen lassen.

Weißt Du was, ich glaube, ICH bin noch nicht beikostreif... :oops: Also abgesehen davon, dass ich das mit dem "auf eindeutige Zeichen vom Baby warten" wirklich falsch verstanden hatte, fällt mir der Gedanke irgendwie schwer, dass sie demnächst weniger stillen könnte. :( Ich hab so ums Stillen gekämpft und hatte so Angst, dass ich es vielleicht nicht kann, dass es mir jetzt schwer fällt, mich ein Stück weit davon zu verabschieden, auch wenn es ja nicht heißt, dass wir dadurch komplett abstillen, das weiß ich ja. Aber teilstillen ist eben nicht vollstillen.

Hach, mein Baby wird größer und irgendwie geht mir das gerade zu schnell.

Sorry für den Roman... :oops:
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Re: Stillen/Beikost... total verwirrt

Beitrag von jusl »

Und warum ist das so? Ist es richtig, dass die Milch für größere Babys nicht mehr genug Nährstoffe hat, könnte man das so sagen?
Genau SO würde ich es NICHT ausdrücken, wenn man so haarspalterisch sein mag :lol: - denn das klingt so, als würde mit der Milch irgendwann was nicht mehr stimmen.
Die Milch ist aber immer gleich gut - es ist das Kind bzw. dessen Bedürfnisse, die sich ändern, nicht die Milch. Die ernährungsphysiologischen Bedürfnisse des Kindes erfordern irgendwann zusätzliche Nahrung zum Stillen, das ist der Beikoststart, dann folgt eine (lange!..) Übergangzeit, in der beides nebeneinander läuft, und am Ende dieser Übergangszeit hat die feste Nahrung die Muttermilch abgelöst.
Dann haben wir das falsch gemacht. :( Ich dachte immer, man solle auf eindeutige Zeichen vom Baby warten, viele beschreiben ja, dass die Kleinen irgendwann regelrecht in den Teller grapschen, und das gab es hier noch gar nicht. Ich dachte, so lange bräuchte man auch noch nichts anbieten. Und jetzt ist sie schon 7,5 Monate, ich hoffe, es fehlt ihr dadurch jetzt nichts?
Ich kenne Dein Baby nicht persönlich, und ich bin auch kein Arzt. Wenn Du Dir bzgl. des Gedeihens Deines Babys Sorgen machst, dann ist der KiA, der Euch von Geburt an begleitet, der richtige Ansprechpartner.
Ja, aber die Versuche kann man noch an einer Hand abzählen. So ein wirkliches "Angebot" gab's erst einmal, also so richtig mit matschen lassen.
Sorry, stehe auf dem Schlauch: Was hat "wirkliches Angebot" mit "so richtig matschen lassen" zu tun??
Weißt Du was, ich glaube, ICH bin noch nicht beikostreif... :oops:
:lol: Das kann schon sein - ist glaube ich keineswegs selten.
Also abgesehen davon, dass ich das mit dem "auf eindeutige Zeichen vom Baby warten" wirklich falsch verstanden hatte, fällt mir der Gedanke irgendwie schwer, dass sie demnächst weniger stillen könnte. :(
Wieso weniger stillen?!? Beikoststart hat NICHTS mit der Stillfrequenz zu tun. Beikost soll das Stillen ERGÄNZEN, nicht ersetzen. In Familien, denen langes Stillen wichtig ist, wird auch nach dem Beikoststart weiterhin für gewöhnlich unverändert häufig gestillt.
Von "demnächst weniger Stillen" ist also keineswegs automatisch die Rede, nur weil Dein Baby jetzt im Beikostalter ist.
Aber teilstillen ist eben nicht vollstillen.
Das stimmt. Aber wenn Du bedenkst, dass die natürliche Stilldauer des Menschen höchstwahrscheinlich irgendwo im Bereich 2 bis 7 Jahre liegt, dann ist das Teilstillen sozusagen der laaangjährige Normalfall, dem einfach ein paar Monate Minibaby-Vollstillen vorausgehen. Und viele Mütter sind sich einig, dass die schönste Zeit der Stillzeit eigentlich erst nach den Anfangsmonaten kommt. ;-)
Zuversicht! :D

LG
Julia
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Linda89
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Re: Stillen/Beikost... total verwirrt

Beitrag von Linda89 »

Fulloflove hat geschrieben:Danke für Deine Antwort. Du bist immer so schnell! *staun* :)
Aber es ist so, dass die meisten Babys ab ca der Mitte des ersten Lebensjahres zusätzlich zum Stillen weitere Nahrung brauchen, die Beikost eben.

Und warum ist das so? Ist es richtig, dass die Milch für größere Babys nicht mehr genug Nährstoffe hat, könnte man das so sagen?
Ab 6 Monaten sollte jedes Baby regelmäßig Beikost angeboten bekommen (Angebot = Baby darf auch ablehnen).
Dann haben wir das falsch gemacht. :( Ich dachte immer, man solle auf eindeutige Zeichen vom Baby warten, viele beschreiben ja, dass die Kleinen irgendwann regelrecht in den Teller grapschen, und das gab es hier noch gar nicht. Ich dachte, so lange bräuchte man auch noch nichts anbieten. Und jetzt ist sie schon 7,5 Monate, ich hoffe, es fehlt ihr dadurch jetzt nichts?

Danke auch für den Vergleich mit dem Tragetuch.
Jedenfalls noch mal konkret zur Beikost. Schriebst Du nicht irgendwo nebenan, dass Dein Baby schon Beikost bekommt?
Ja, aber die Versuche kann man noch an einer Hand abzählen. So ein wirkliches "Angebot" gab's erst einmal, also so richtig mit matschen lassen.

Weißt Du was, ich glaube, ICH bin noch nicht beikostreif... :oops: Also abgesehen davon, dass ich das mit dem "auf eindeutige Zeichen vom Baby warten" wirklich falsch verstanden hatte, fällt mir der Gedanke irgendwie schwer, dass sie demnächst weniger stillen könnte. :( Ich hab so ums Stillen gekämpft und hatte so Angst, dass ich es vielleicht nicht kann, dass es mir jetzt schwer fällt, mich ein Stück weit davon zu verabschieden, auch wenn es ja nicht heißt, dass wir dadurch komplett abstillen, das weiß ich ja. Aber teilstillen ist eben nicht vollstillen.

Hach, mein Baby wird größer und irgendwie geht mir das gerade zu schnell.

Sorry für den Roman... :oops:
Eine kurze nicht-Experten-sondern-Erfahrung-Antwort von mir: Mein Kleider hat mit ca. 6 Monaten angefangen (mit BLW) zu essen und wir hatten auch enorme Startschwierigkeiten. Jetzt mit 9 Monaten liebt er das Stillen immer noch obwohl er manchmal echt rieeeesige Mengen futtert. Also das eine schließt das andere nicht aus, ist ja auch BEIkost und nicht ERSATZkost ;)
Sohn Juli 2013, Tochter Januar 2015, Tochter Juni 2019, Tochter März 2021
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Re: Stillen/Beikost... total verwirrt

Beitrag von tragemama2815 »

Hallo,

meine Hebamme meinte, dass man im ersten Jahr auf jeden Fall mit der Beikost beginnen soll, da in dieser Zeit bei einem Kind die Neophobie (also die Angst vor Neuem) noch nicht so ausgeprägt ist, wie im Laufe des zweiten Lebensjahrs. Nutze also das erste Jahr. Denn Knder probieren in dieser Zeit alles aus und lernen die vielfäligsten Geschmäcker kennen und entwickeln so auch gewisse Vorlieben. Das wichtigste im ersten Jahr ist aber immer noch das Stillen, schließlich heißt es ja BEIkost.Allerdings würde ich dem Kind auch nichts vorenthalten, wenn es auf etwas neugierig ist, dann ist das doch toll. Nur zwingen sollte man sie zu nichts. ALso viel Spaß beim Probieren und gemeinsamen Essen!
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Re: Stillen/Beikost... total verwirrt

Beitrag von 7buchstaben »

Hey Fulloflove,
du hast ja schon ganz gute Ansprechpartner gefunden ;-)
Aber das Ansprechen der Startschwierigkeiten hat mich dann doch nochmal animiert auch (einen Roman) zu schreiben:

WIr hatten auch große Schwierigkeiten, da unsere Kleine mit Herzfehlern geboren wurde. Vom Stillen- Stillhut- abpumpen sind wir letztendlich bei Sondenernährung gelandet und meine Welt ist zusammengebrochen. Naja- letztendlich ist sie entgegen aller Meinungen wieder repariert und ich bin immer noch so stolz auf uns!!! Und ich habe das Gefühl, dass mir diese 2Monate stillen fehlen und wollte ihr kein Essen geben. Fand das BLW Konzept super, und 6Monate voll stillen sowieso.
Aber irgendwann war sie dann auch 6Monate alt... und ich wollte immer noch nicht! Habe ihr wirklich nur ganz sporadisch was angeboten, damit ich sagen kann: sie isst nicht! (und so war es auch: egal ob Brei oder BLW)
Als sie etwa 8Monate alt war, habe ich festgestellt, dass es nun wohl wirklich los geht... Mit einem lachenden und einem weinenden Auge haben wir begonnen, ihr zu allen Mahlzeiten etwas anzubieten und heute- mit 9Monaten konnte ich beim wickeln anschaulich und geruchstechnisch begreifen, dass sie nun wohl wirklich isst :lol:
Es ist aber so süß und ich bin stolz darauf, wie sie es macht und wie gern sie isst. und die Stillabstände sind absolut unterschiedlich! Am Samstag waren wir unterwegs, es gab 4Mahlzeiten für sie und abends fiel mir auf: oh, sie hat nur 3x getrunken :shock:
Am Sonntag dann ganz entspannt zu hause und 5 Mahlzeiten, aber alle 2h nach der Brust gefleht- wie früher ;-)

Ich denke, BLW ist nciht nur ein langsames abstillen für das Kind, sondern eben auch für die Mama.
Jaaaa... die Kleinen werden groß! :cry: :D :( :wink:

PS: unsere Maus ist wirklich sehr klein und leicht und grade deshalb dachte ich, dass MuMi das beste für sie ist. Dass in einem Karottenbrei mehr Nährstoffe sind, kann mir niemand erzählen :P
Liebe Grüße von den 7buchstaben mit Minimaus (07/2013) und Babymaus (03/2017)
Fulloflove
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Re: Stillen/Beikost... total verwirrt

Beitrag von Fulloflove »

Ihr seid süß, danke!!!

Ich versuche mal, auf alles zu antworten...
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