übermorgen wird mein drittes Kind per Sectio zur Welt kommen und ich wünsche mir so so sehr, dass es dieses Mal mit dem Stillen klappt.
Das beste Szenario wäre natürlich es klappt alles ganz problemlos...
Da ich das natürlich nicht weiß, eröffne ich jetzt schonmal diesen Thread, wer weiß ob ich mit Minibaby die Zeit haben werde meine bisherige "Stillerfahrung"
niederzuschreiben.
Achtung, das wird bestimmt lang
Wir haben folgende Ausgangssituation:
Kind 1:
Kam bei 38+0 mit primärer Sectio zur Welt (55cm, 4730g), schon die ersten Stillversuche waren unerträglich schmerzhaft.
E. war total hektisch, warf den Kopf hin und her und wenn sie die Brustwarze zu fassen bekam tat es höllisch weh.
Der Kaiserschnitt war mittwochs morgens, der Milcheinschuss bereits in der Nacht zu Freitag.
Die Schwestern im KH waren sehr bemüht, es kam immer jemand um mir zu helfen, leider sah die Hilfe so aus, dass eigentlich immer jemand ungefragt meine Brust anfasste, sie dem Kind irgendwie in den Mund stopfte, das Kind wieder ablöste weil es nicht richtig angesaugt hatte...
Versuche mit Stillhütchen waren auch erfolglos, meine Brustwarzen wurden abwechselnd blau, weiß und schlußendlich blutete es nur noch...
Mir wurde das Problem folgendermaßen erklärt: E. habe zu viel Kraft und würde mir mir ihrem Kiefer die Milschgänge quasi zuquetschen, so dass nichts aus der Brust rauskäme.
Ab da hab ich abgepumpt (von Beginn an ca 80-100ml pro Seite
Mit Pumpe bin ich auch entlassen worden.
Ich habe E. vier Monate pumpgestillt, technisch funktionierte alles super aber psychisch war ich am Ende.
Pumpen-füttern-wickeln-spülen-pumpen-füttern-wickeln-spülen...
Ich saß den ganzen Tag mit meinem Baby auf dem Sofa und habe nur geweint. Immer.
Die ersten vier Lebensmonate meiner Großen liegen für mich in einem wabernden Nebel aus Traurigkeit, Hilflosigkeit und Tränen.
Ich kann mich an keine Einzelheiten aus dieser Zeit erinnern, alles ist einfach grau...
Heute weiß ich, dass ich eine PPD hatte die ärztlich behandelt gehört hätte.
Es ging mir erst vier Monate später besser, erst ab da konnte ich mein Kind genießen.
Das war auch der Zeitpunkt an dem ich aufgehört habe zu pumpen, der Gefrierschrank war allerdings so voll mit Muttermilch, dass E. noch 6 weitere Wochen davon trinken konnte.
Kind 2:
Kam bei 39+0 mit primärer Re-Sectio zur Welt (57cm, 4500g) und war das komplette Gegenteil ihrer Schwester:
Kein bißchen hektisch, dafür einfach nur müde und schlappi.
Sie war zum Stillen einfach nicht weckbar.
Dieses Mal war die Betreuung durch die Schwestern deutlich besser, ich bekam ganz viele Tips zum Wecken des Babys (viele davon hab ich später hier in der Linksammlung sogar wiedergefunden
K. schlief und schlief und saugte immer nur ganz kurz.
Immerhin blieben die Schmerzen, die ich vom ersten Kind kannte, aus.
Aber K. nahm immer mehr ab, es wurden Stillproben gemacht die ergaben, dass sie nur ca. 10 ml getrunken hatte.
Dann kam eine Schwester mit der Pumpe an... ("Wir wollen nur mal sehen ob wirklich Milch da ist oder wir dem Kind Unrecht tun!") und da gingen bei mir sämtliche Klappen runter...
Pumpen?! Ich?! Nein. Auf gar keinen Fall.
Ich hab es dann doch dieses eine Mal getan (80 ml pro Seite...) und zeitgleich beschlossen, dass K. dann eben ein Flaschenkind sein wird.
Mit der Entscheidung ging es mir auch gut, K. kam mit der Flasche gut zurecht, mir ging es auch psychisch prima.
Schläfrig geblieben ist sie dennoch... irgendwann hab ich mich geärgert, dass ich es mit dem Stillen nicht weiter versucht habe...
Sie hat nämlich stündlich getrunken.
15-20 ml Pre am Anfang.
Dann ist sie wieder eingeschlafen.
Und kam nach einer Stunde wieder... was wäre es so einfach gewesen, dass Kind einfach anzulegen anstatt jedes Mal eine Flasche zu machen...
Soviel zu meiner Vorgeschichte.
Jetzt kommt am Mittwoch morgen Nummer 3 zu uns.
Meine Hebamme wird bei der Sectio dabei sein, wird also auch die ersten Anlegeversuche begleiten.
Mit ihr habe ich folgende Dinge besprochen, die auch schriftlich für die Station festgehalten wurden:
- kein Schnuller fürs Kind
- keine "einfach-um-mal-zu-gucken"- Stillproben
- es wird nichts per Flasche zugefüttert
- sollte ein Zufüttern nötig sein, dann mit einer stillfreundlichen Methode
- Stillen nach Bedarf, Alegen 8-12x in 24 Stunden
Soweit so theoretisch...
Und jetzt?
Wie setze ich mich durch?
Ich hab halt jetzt schon die Befürchtung, dass es so läuft wie bei den anderen beiden...
Milch genug aber das Baby kommt aus welchem Grund auch immer, nicht ran, Baby nimmt ab und die Maschinerie (und das Schlechte-Gewissen-machen) läuft an...
Ich hoffe einfach, dass kein Zufüttern nötig sein wird und wenn doch, dass ich mit dem Wunsch nach stillfreundlichem Zufüttern nicht gegen eine Wand aus "Machen-wir-hier-nicht" laufe.
Ich hab Angst, dass ich so hormongebeutelt bin, dass ich mich nicht durchsetzten kann, dass Zufüttern per Spritze irgendwie doch nicht klappt...
Ich wünsche mir so sehr, dass es funktioniert...
Macht ihr mir eine Runde Mut?
Und sagt mir vielleicht, dass es alles kein Problem sein wird?
Uff, das war lang. Aber ein Anfang ist gemacht.