Der dritte Versuch...helft ihr mir?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

Antworten
Benutzeravatar
Darla
alter SuT-Hase
Beiträge: 2026
Registriert: 23.08.2011, 15:56
Wohnort: Eifel

Der dritte Versuch...helft ihr mir?

Beitrag von Darla »

Ihr Lieben,
übermorgen wird mein drittes Kind per Sectio zur Welt kommen und ich wünsche mir so so sehr, dass es dieses Mal mit dem Stillen klappt.

Das beste Szenario wäre natürlich es klappt alles ganz problemlos... 8)
Da ich das natürlich nicht weiß, eröffne ich jetzt schonmal diesen Thread, wer weiß ob ich mit Minibaby die Zeit haben werde meine bisherige "Stillerfahrung"
niederzuschreiben.

Achtung, das wird bestimmt lang :wink:

Wir haben folgende Ausgangssituation:

Kind 1:

Kam bei 38+0 mit primärer Sectio zur Welt (55cm, 4730g), schon die ersten Stillversuche waren unerträglich schmerzhaft.
E. war total hektisch, warf den Kopf hin und her und wenn sie die Brustwarze zu fassen bekam tat es höllisch weh.
Der Kaiserschnitt war mittwochs morgens, der Milcheinschuss bereits in der Nacht zu Freitag.
Die Schwestern im KH waren sehr bemüht, es kam immer jemand um mir zu helfen, leider sah die Hilfe so aus, dass eigentlich immer jemand ungefragt meine Brust anfasste, sie dem Kind irgendwie in den Mund stopfte, das Kind wieder ablöste weil es nicht richtig angesaugt hatte...
Versuche mit Stillhütchen waren auch erfolglos, meine Brustwarzen wurden abwechselnd blau, weiß und schlußendlich blutete es nur noch...
Mir wurde das Problem folgendermaßen erklärt: E. habe zu viel Kraft und würde mir mir ihrem Kiefer die Milschgänge quasi zuquetschen, so dass nichts aus der Brust rauskäme.
Ab da hab ich abgepumpt (von Beginn an ca 80-100ml pro Seite :shock: ) und mit Flasche gefüttert.

Mit Pumpe bin ich auch entlassen worden.
Ich habe E. vier Monate pumpgestillt, technisch funktionierte alles super aber psychisch war ich am Ende.
Pumpen-füttern-wickeln-spülen-pumpen-füttern-wickeln-spülen...
Ich saß den ganzen Tag mit meinem Baby auf dem Sofa und habe nur geweint. Immer.
Die ersten vier Lebensmonate meiner Großen liegen für mich in einem wabernden Nebel aus Traurigkeit, Hilflosigkeit und Tränen.
Ich kann mich an keine Einzelheiten aus dieser Zeit erinnern, alles ist einfach grau... :(
Heute weiß ich, dass ich eine PPD hatte die ärztlich behandelt gehört hätte.

Es ging mir erst vier Monate später besser, erst ab da konnte ich mein Kind genießen.

Das war auch der Zeitpunkt an dem ich aufgehört habe zu pumpen, der Gefrierschrank war allerdings so voll mit Muttermilch, dass E. noch 6 weitere Wochen davon trinken konnte.

Kind 2:

Kam bei 39+0 mit primärer Re-Sectio zur Welt (57cm, 4500g) und war das komplette Gegenteil ihrer Schwester:
Kein bißchen hektisch, dafür einfach nur müde und schlappi.
Sie war zum Stillen einfach nicht weckbar.
Dieses Mal war die Betreuung durch die Schwestern deutlich besser, ich bekam ganz viele Tips zum Wecken des Babys (viele davon hab ich später hier in der Linksammlung sogar wiedergefunden :wink: ) aber nichts funktionierte.
K. schlief und schlief und saugte immer nur ganz kurz.
Immerhin blieben die Schmerzen, die ich vom ersten Kind kannte, aus.
Aber K. nahm immer mehr ab, es wurden Stillproben gemacht die ergaben, dass sie nur ca. 10 ml getrunken hatte.

Dann kam eine Schwester mit der Pumpe an... ("Wir wollen nur mal sehen ob wirklich Milch da ist oder wir dem Kind Unrecht tun!") und da gingen bei mir sämtliche Klappen runter... :oops:
Pumpen?! Ich?! Nein. Auf gar keinen Fall.
Ich hab es dann doch dieses eine Mal getan (80 ml pro Seite...) und zeitgleich beschlossen, dass K. dann eben ein Flaschenkind sein wird.
Mit der Entscheidung ging es mir auch gut, K. kam mit der Flasche gut zurecht, mir ging es auch psychisch prima.
Schläfrig geblieben ist sie dennoch... irgendwann hab ich mich geärgert, dass ich es mit dem Stillen nicht weiter versucht habe... :oops:
Sie hat nämlich stündlich getrunken.
15-20 ml Pre am Anfang.
Dann ist sie wieder eingeschlafen.
Und kam nach einer Stunde wieder... was wäre es so einfach gewesen, dass Kind einfach anzulegen anstatt jedes Mal eine Flasche zu machen... 8)

Soviel zu meiner Vorgeschichte.

Jetzt kommt am Mittwoch morgen Nummer 3 zu uns.

Meine Hebamme wird bei der Sectio dabei sein, wird also auch die ersten Anlegeversuche begleiten.
Mit ihr habe ich folgende Dinge besprochen, die auch schriftlich für die Station festgehalten wurden:

- kein Schnuller fürs Kind
- keine "einfach-um-mal-zu-gucken"- Stillproben
- es wird nichts per Flasche zugefüttert
- sollte ein Zufüttern nötig sein, dann mit einer stillfreundlichen Methode
- Stillen nach Bedarf, Alegen 8-12x in 24 Stunden

Soweit so theoretisch... 8)

Und jetzt?
Wie setze ich mich durch?
Ich hab halt jetzt schon die Befürchtung, dass es so läuft wie bei den anderen beiden...
Milch genug aber das Baby kommt aus welchem Grund auch immer, nicht ran, Baby nimmt ab und die Maschinerie (und das Schlechte-Gewissen-machen) läuft an...
Ich hoffe einfach, dass kein Zufüttern nötig sein wird und wenn doch, dass ich mit dem Wunsch nach stillfreundlichem Zufüttern nicht gegen eine Wand aus "Machen-wir-hier-nicht" laufe.
Ich hab Angst, dass ich so hormongebeutelt bin, dass ich mich nicht durchsetzten kann, dass Zufüttern per Spritze irgendwie doch nicht klappt...

Ich wünsche mir so sehr, dass es funktioniert...

Macht ihr mir eine Runde Mut?
Und sagt mir vielleicht, dass es alles kein Problem sein wird? :oops: :wink:

Uff, das war lang. Aber ein Anfang ist gemacht. :D
Viele Grüße von Darla mit
Wintermädchen (12/07),
Sommermädchen (06/11) und
dem Frühlingsmädchen (04/14)
Lösche Benutzer 7681

Re: Der dritte Versuch...helft ihr mir?

Beitrag von Lösche Benutzer 7681 »

Ich hab keine schlauen Tips für dich, aber ich drück dir sooo mega fest die Daumen und denk ganz doll an dich übermorgen.

Drück dich ganz fest, du schaffst das!!!!!!
Mama1113
hat viel zu erzählen
Beiträge: 229
Registriert: 27.01.2014, 17:25

Re: Der dritte Versuch...helft ihr mir?

Beitrag von Mama1113 »

Liebe Darla, ich bin bei weitem kein Spezialist, aber Du bist so erfahren inzwischen, da kann es doch nur noch gut gehen ;-) ich wünsche es Dir jedenfalls sehr !!! Alles, alles Gute !!!
Bitte eventuelle Tippfehler ignorieren. Mein Tablet will nicht immer so wie ich ;-)
Lucccy
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1011
Registriert: 19.03.2012, 12:12

Re: Der dritte Versuch...helft ihr mir?

Beitrag von Lucccy »

Hallo,

Was mir beim Stillen am meisten geholfen hat: mein Mann.
Hast Du Deinen denn gut informiert? Gibt er Dir Rückendeckung oder besteht "Gefahr", dass er Vorschlägen des KH Personals zustimmt, auch wenn es gegen Deine Überzeugungen geht?

Gruß Lucccy
Benutzeravatar
Darla
alter SuT-Hase
Beiträge: 2026
Registriert: 23.08.2011, 15:56
Wohnort: Eifel

Re: Der dritte Versuch...helft ihr mir?

Beitrag von Darla »

Danke, Siijay...*schnief* :D

Und danke Mama1113 :)
Aber ich fühle mich einfach nicht erfahren... ich weiß ja nach fast 3 Jahren SuT wie es "eigentlich" gehen sollte , aber es ist halt alles nur Theorie... :wink:
Lucccy hat geschrieben: Was mir beim Stillen am meisten geholfen hat: mein Mann.
Hast Du Deinen denn gut informiert? Gibt er Dir Rückendeckung oder besteht "Gefahr", dass er Vorschlägen des KH Personals zustimmt, auch wenn es gegen Deine Überzeugungen geht?
Ich denke er ist informiert, ja :D
Und ER weiß glaub ich ganz gut, dass man mir nicht widersprechen sollte (okay, einige Handwerker der letzten Wochen wissen das vermutlich jetzt auch... :oops: ) 8)
Eigentlich weiß ich ja sehr genau was ich will und vor allem was ich nicht will-
ich weiß aber nach schon zwei Kaiserschnittgeburten auch, wie sch...lecht man sich teilweise fühlt, wie fertig man ist, wie weinerlich, wie sorgenvoll, wie leicht beeinflussbar.

Dazu kommt halt einfach dieses Kompetenzproblem, das Hebammen und Krankenschwestern in unserem KH miteinander haben...
Das Stillen fällt (warum auch immer) in das Aufgabengebiet der Pflege,
Fortbildungen sind da, so macht es mir den Eindruck, nicht gerade an der Tagesordnung.

Immerhin ist meine Hebamme jung, dynamisch und hochmotiviert und der festen Überzeugung dass wir, wenn wir erstmal den KH-Aufenthalt hinter uns haben,
zu Hause bestimmt klar kommen werden.
Viele Grüße von Darla mit
Wintermädchen (12/07),
Sommermädchen (06/11) und
dem Frühlingsmädchen (04/14)
Lösche Benutzer 7681

Re: Der dritte Versuch...helft ihr mir?

Beitrag von Lösche Benutzer 7681 »

Ich verstehe deine Sorgen sehr, sehr gut.

CLara hab ich völlig problemlos 20 Monate gestillt und wußte ebenso wie du, was ich will und was nicht.
Was nötig ist und was falsch ist.

Dennoch hab ich mich im Krankenhaus nicht durchsetzen können, als mir gesagt wurde,zufüttern mit der Flasche wäre gar nicht schlimm. Und Schnuller auch nicht. (doch, gegen den hab ich mich dann doch gewehrt).
Hab Stillproben mit mir machen lassen. Hab brav "gefolgt" und ihn nicht angelegt, weil er ja noch so schwach war (dabei hat er so gesucht!)
Etc. etc.

DIeses weinerliche, sorgenvolle, beeinflussbare hatte ich ganz genauso, ich denke, das mit dem KS an sich nicht so viel zu tun.

Und ja, ein Mann, der für dich sprechen kann (und zwar ohne bei jedem Satz in tränen auszubrechen, weil hormongeflutet) ist enorm viel Wert.

Nochmal: ihr kriegt das hin!!! Constantin, als saugschwaches, hypotones Frühchen mit hohem Gaumen und Flaschenverdorben hat es geschafft, nach nur drei Wochen zuhause! Ihr geht vollstillend da raus, das weiß ich!
Benutzeravatar
arwen82
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1244
Registriert: 11.04.2011, 21:53

Re: Der dritte Versuch...helft ihr mir?

Beitrag von arwen82 »

Ich wünsch dir auch alles, alles Gute für Übermorgen!
Und ich mag dir Mut machen:
meine Tochter kam per sekundärem Kaiserschnitt auf die Welt, das einzige, was immer geklappt hat, was das Stillen.
Zwar auch mit Schmerzen und nicht ganz einfach am Anfang, aber wir haben uns durchgebissen!
Mein Rat ist: Geh so schnell du kannst und fit bist heim und lass dich dann ganz viel von deiner Hebamme unterstützen.
Als wir zu Hause waren, lief das Ganze!
Im KH gab es so viele Ratschläge: Schnuller, Glucose zufüttern weil Kind müde von Kaiserschnitt, Tee zufüttern, alle zwei Stunden stillen (dazwischen nicht), ...
Das wär sicher auch anders gelaufen, wenn ich nicht gut informiert gewesen wäre und es für mich nicht der Supergau gewesen wäre, nach einem Kaiserschnitt auch noch nicht Stillen zu können (ein Schmarrn, aber so hat es sich für mich angefühlt).
Also hab ich gekämpft wie blöd und gewonnnen.
Lass dich nicht verunsichern, geh schnell nach Hause und hol dir dort alle Unterstützung die du kriegst!
Alles Gute für dich!
Unser 3-Mäderlhaus: 04/2011; 04/2014; 07/2017
Shauni
alter SuT-Hase
Beiträge: 2372
Registriert: 25.03.2014, 14:51

Re: Der dritte Versuch...helft ihr mir?

Beitrag von Shauni »

Wünsche Dir auch alles Gute! Und es ist super, wenn Du und Dein Mann wisst, wie Ihr es regeln wollt, lass Deinen Mann sonst für Dich sprechen und Eure Wünsche durchsetzen, damit Du Deine Kraft in Erholung und entspanntes Stillen legen kannst.
Ich drücke Dir die Daumen, dass Du, wenn Du wieder zu Haus bist hier von einem tollen Stillstart berichten kannst!
Viele Grüße
Shauni mit dem großen M (01/14) und dem kleinen j (02/17)
albany
schreibt ganz schön oft
Beiträge: 132
Registriert: 30.09.2013, 21:02

Re: Der dritte Versuch...helft ihr mir?

Beitrag von albany »

Liebe Darla,
was mir noch einfaellt, so bald wie moeglich nach der OP anlegen. Ein schlaefriges Kind wecken und wenn noetig wechsel stillen. Ich druecke Dir die Daumen, das wird alles gut. Du weisst z.B., dass Du beim ersten Kind trotz Pumpe genugMilch hattest. Und lasst Euch am Anfang Zeit fuers Stillen. Es ist normal, dass man in den ersten Wochen fast nur stillt. Das hatte ich bei Nr. 2 leicht vergessen.
LG, albany
Junge (01/2006) und Maedchen (07/2013)
Benutzeravatar
Hasenmama
möchten wir nicht mehr missen
Beiträge: 335
Registriert: 11.12.2013, 21:54

Re: Der dritte Versuch...helft ihr mir?

Beitrag von Hasenmama »

Ich schließe mich den guten Wünschen für dich an :)

Den kleinen Hasen bekam ich übrigens direkt auf die Brust gelegt, noch während des Zunähens. Anlegen konnte ich ihn dann zwar nicht mehr wegen Schüttelfrost und Ko...n, aber eine halbe Stunde später im Kreissaal mit meiner ganz lieben Hebamme hat das schon geklappt.

Ich betone das deshalb so, weil die Ärzte uns nicht von sich aus angeboten haben, dass ich den Kleinen direkt im OP auf der Brust haben darf. Das musste meine (Beleg-)Hebamme für mich einfordern.
Weiß ja nicht, wie es bei euch die Ärzte so handhaben...

Alles Gute!!!
Gruß von der Hasenmama
mit dem kleinen Hasen (07/13)
Antworten

Zurück zu „Stillforum“