Tischsitten in Anwesenheit fremder Kinder

Was kommt nach dem Vollstillen?

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Novalia
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Re: Tischsitten in Anwesenheit fremder Kinder

Beitrag von Novalia »

Hm, naja es kommt aber auch echt auf den Menschen und sein Umfeld an.
Ich kenne hier eine Familie, drei erwachsene Brüder, wir sind sozusagen miteinander aufgewachsen. Bei denen wurde von den Eltern auf Tischsitten geachtet, auch mal geschimpft. Heute essen zwei ganz normal, wissen auch im richtig feinen Restaurant mit tückischem Essen umzugehen und der dritte - sorry - frisst wie ein Schwein. Kopf im Teller und losgeschaufelt. Die drei hatten die gleiche Erziehung, aber was man draus macht, bleibt eben einem selbst überlassen.
Wobei ich behaupten würde, dem dritten ist das nicht mal richtig bewusst...
mit großem Knups an der Hand 07|12, kleinem Knups auf dem Rücken 02|15 und meinen Sternchen Luca *13.01.17 und *03|14 für immer im Herzen

Weder Bilder, noch Klänge, noch Wort´
könnten beschreiben, was an jenem Ort
mit mir geschehn, als ich dich gesehn
in jener Nacht den Schein hast entfacht.

Schandmaul
sternchen84
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Re: Tischsitten in Anwesenheit fremder Kinder

Beitrag von sternchen84 »

Ich finde einfach ein gesundes Mittelmaß wichtig....sie sollen Regeln einfach lernen und dass man am Tisch sich nicht wie ein Schwein benimmt (sorry für den Ausdruck), aber ich würde meine Kinder auch nicht (gerade nicht beim essen, weil mir das furchtbar wichtig ist) ständig maßregeln. Natürlich sag ich grad zu unserem kleinen öfter mal was, wenn er mit der Gabel rumfuchtelt und dabei steht, dass geht nicht, weil es mir einfach zu gefährlich ist. Das im essen rummatschen war hier einfach noch nie das Problem, aber hier dürfen trockene Nudeln und Pommes auch mit den Händen gegessen werden, bei den anderen Dingen nehmen sie dann schon von alleine die Gabel. Was für mich gar nicht geht, was beide gerne machen, mit Wurst rumspielen, sie zerreißen und damit irgendwelche Tiere herstellen, da werd ich sauer, sie sollen essen und nicht damit rumspielen !
Rechtschreibfehler dürfen aufs iPad geschoben werden;-)


Liebe Grüße
Jessi mit der Mausi (02/2008), dem Bärchen(10/2011), dem Käferchen (08/2019)an der Hand und unser geliebtes Sternenkind (01/2011) fest im Herzen
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Marlio
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Re: AW: Tischsitten in Anwesenheit fremder Kinder

Beitrag von Marlio »

Katha, ich bin ganz bei Dir. Soll mein Kind das schneiden üben, so lange, bis es das kann! Wenn es aus irgend einem Grund unabgebracgt ist das er das selber macht, dann kann ich es ja in der Situation übernehmen und vermeide dadurch von vorne herein das etwas herunter fällt. Man kann sich als Erwachsener doch problemlos an die Situation anpassen. Und natürlich sag ich auch etwas, wenn mein Kind zu "wild" isst - aber nicht "schneide das richtig".

Und was das bitte und danke betrifft : bei uns ist es so üblich Danke zu sagen, wenn man etwas gereicht bekommt (egal ob gefragt oder ob der Kleine uns im Spiel was in die Hand drückt), dass er uns mit seinen 16 Monaten schon nach macht. Ob es so bleibt kann ich natürlich nicht sagen.

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Unser Blubberchen kam am 26.11.12 zur Welt - "Wir lieben Dich weit inniger, als Licht und Luft und Freiheit!"

Wenn ein Kind...
-kritisiert wird, lernt es zu verurteilen. -angefeindet wird, lernt es zu kämpfen. -verspottet wird, lernt es schüchtern zu sein. -beschämt wird, lernt es sich schuldig zu fühlen.
-verstanden und toleriert wird, lernt es geduldig zu sein. -ermutigt wird, lernt es sich selbst zu vertrauen. -gelobt wird, lernt es sich selbst zu schätzen. -gerecht behandelt wird, lernt es gerecht zu sein. -geborgen lebt, lernt es zu vertrauen. -anerkannt wird, lernt es sich selbst zu mögen. -in Freundschaft angenommen wird, lernt es in der Welt Liebe zu finden.
(Text über dem Eingang einer tibetischen Schule)
Wortgewitter
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Re: Tischsitten in Anwesenheit fremder Kinder

Beitrag von Wortgewitter »

Die Frage war ja nicht, was wir nun alle richtig finden, oder? :wink: ... Falls doch, schreibe ich da auch gleich nochmal was zu.

Katha, frage doch mal nach! Ich stelle mir das für die andere Seite genau so nervig wie für Dich vor. Und deswegen sprich sie doch mal an, ob sie eine Idee hat, wie ihr mit euren unterschiedlichen Sichtweisen am Tisch harmonieren könnt. Manchmal hilft ja auch nur, die Standpunkte auszutauschen. Also 'ich mach das so und so, weil ich das und das wichtig finde' und dann fragen, warum sie es anders macht. Nur, um die Spannung rauszunehmen und Empathie in die Sache zu bringen.

Ich hatte mal eine weit weniger krasse, aber doch spannungsgeladene Sache, als meine Kinder und ich bei Freunden waren. Die Freunde erwarteten von ihren Kindern, dass sie bis zu Ende am Tisch sitzen und aufessen. Meine Kinder sind in der MItte des Essens aufgestanden, weil sie es so kennen. Uns war das allen unangenehm - dann fragte mich meine Freundin, ob ich die Kinder bitten könnte, sich zu mir zu setzen. Ich fragte sie, sie sagten nein :wink: , ich bat sie, in einem anderen Zimmer zu spielen, damit sie die Kinder, die bei Tisch bleiben sollen, nicht stören ODER sich eben dazu setzen. Meine Freunde und ich erzählten uns dann gegenseitig, warum wir das so machten und alles war gut.


Nun zu meiner Meinung :wink: : Meine persönliche Grenze beim Essen selber ist unendlich flexibel. An manchen Tagen halte ich aber das MIlch-verschütten meiner Tochter nicht mehr aus, da halte ich dann beim Einschenken trotz lautem 'ALLLLEEEEIIIINE' die Packung mit. Ansonsten dürfen sie essen und machen, was sie wollen.
Nur das Aufstehen und herumlaufen stört mich öfters (das, was ich oben beschrieben habe, mache ich nicht mehr). Da bitte ich die Kinder, in einem anderen Raum zu spielen. Beim Essen um mich herum spielen mag ich nicht.

Was das Essen selber angeht, lassen wir sie eigentlich schon immer einfach machen. Aus meiner Sicht geht es mich schlicht nichts an, wie meine Kinder essen. Und was. Und wie viel. Nur wenn sie eine Sache vermatschen, bitte ich sie, die dann auch zu essen. Ich mag keine Reste wegwerfen und gematschtes Essen mag ICH nicht essen. Mein Freund hat außerdem die 'kein-Belag-ohne-Brot'-Regel.
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und zwei **

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und Dich begleiten, schlafaus und schlafein...
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Katha
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Re: Tischsitten in Anwesenheit fremder Kinder

Beitrag von Katha »

Wortgewitter hat geschrieben: Katha, frage doch mal nach! Ich stelle mir das für die andere Seite genau so nervig wie für Dich vor. Und deswegen sprich sie doch mal an, ob sie eine Idee hat, wie ihr mit euren unterschiedlichen Sichtweisen am Tisch harmonieren könnt. Manchmal hilft ja auch nur, die Standpunkte auszutauschen. Also 'ich mach das so und so, weil ich das und das wichtig finde' und dann fragen, warum sie es anders macht. Nur, um die Spannung rauszunehmen und Empathie in die Sache zu bringen.
das wäre ja eigentlich eine vernünftige Option - zum einen sind wir aber nur noch bis Dienstag da. Zum anderen bin ich eigentlich ein sehr kommunikativer Mensch. Ich finde, dass man bei Tisch auch ein Bißchen Small Talk machen kann. Das gebietet eigentlich die Höflichkeit. Ich habe es die ersten Tage wirklich versucht. Ich weiß, manchen Leuten liegt Small Talk nicht, aber die sind meist besonders froh, wenn jemand anfängt. Aber manchmal kam nicht mal ein "Auf Wiedersehen", wenn sie vom Tisch aufgestanden sind. Da will nicht nicht wirklich anfangen... und außerdem: Was sie mit IHREM Kind macht, ist in den Bereichen halt noch ihr Ding.
Katha mit dem Hasen *01/2012
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, Denn sie haben ihre eigenen Gedanken." Khalil Gibran[/color]

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Wortgewitter
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Re: Tischsitten in Anwesenheit fremder Kinder

Beitrag von Wortgewitter »

Oh Gott, nein - nicht nach dem Motto 'was mich schon immer an Ihnen gestört hat:...' sondern einfach das Thema anschneiden: 'Sagen Sie, wir machen das ja sehr unterschiedlich in Bezug auf die Essgewohnheiten unserer Kinder. Ich bin mir gerade unsicher, ob es für Sie in Ordnung ist, wie ich mit meinem Kind da umgehe. Ihnen scheinen ja andere Dinge wichtig zu sein. Mögen Sie mir erzählen, wie es Ihnen damit geht?' - in eigenen Worten und eben mit dem, was DU von IHR Dir wünschst.

Also, einfach klar machen, dass man das Problem wahrgenommen hat und zum Dialog bereit ist. Was sie dann macht, ist ihr Ding.
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Re: Tischsitten in Anwesenheit fremder Kinder

Beitrag von Katha »

so viel reden wir nicht mal, wenn wir uns bei allen 3 Hauptmahlzeiten sehen ;)

Wortgewitter, Danke trotzdem f. den Hinweis, wird mir sicherlich mal später weiterhelfen, das proaktiver anzusprechen.
ich denke meist, das Gegenüber hält mich da eh f. doof und probiere es nicht so groß. Ich bin da auch leicht in einer Verteidigungshaltung. und darauf hatte ich hier keine Lust.
Sind viele nette Leute hier, aber schon viel "Nein", "tu dieses", "tu dieses NICHT". Jeder versucht halt das Beste zu machen mit seinen Kindern... Wenn mir selber dann aber jemand ein schlechtes Gewissen machen will (so fühlte es sich zumindest an), weil ich es anders mache.
Wie gesagt: Der Hinweis hilft mir sicher f. die Zukunft weiter.
Katha mit dem Hasen *01/2012
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Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
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