Übermäßiges Spucken

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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annea
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Übermäßiges Spucken

Beitrag von annea »

Meine Kleine, knapp vier Wochen, spuckt extrem. Nicht bloß Überlaufventil, sondern richtig schwallartig. Im Prinzip haben das alle meine Kinder gemacht und man sagt ja “Speihkinder sind Gedeihkinder“, andererseits taucht übermäßiges Spucken immer wieder im Zusammenhang mit SIDS-Risikofaktoren auf.

Zur Situation: schwallartiges Erbrechen von “anverdauter“ MuMi, meist ca eine halbe Stunde bis Stunde nach dem Stillen, meist ein- bis zweimal täglich (selten drei- bis viermal, gestern und vorgestern gar nicht), so schwallartig, dass es sogar aus der Nase rausschießt. Geburtsgewicht hatte sie mit sechs Tagen wieder erreicht, seitdem (selbst während einer KH-erforderlichen Infektion) im Schnitt 50 g pro Tag Gewichtszunahme. Manchmal weint sie sehr, aber nach richtig Schmerzen klingt es auch nicht unbedingt. Manchmal passiert es auch im Schlaf und sie schläft einfach mehr oder weniger seelenruhig weiter. Wir stillen hauptsächlich in der Wiegehaltung, nachts seitlich im Liegen.

Meine Vermutung: es liegt an
- zu großer Gier
- “zu viel“ Milch im Angebot
- ungünstige Stilltechnik - Luftverschlucken? (schmatzt manchmal sehr)
- evtl “pathologischer“ Reflux

Ich hab jetzt versucht sie nach ein paar Minuten abzudocken, aufstoßen zu lassen, und erst dann wieder trinken zu lassen, bzw sie abzulenken wenn ich “die Kotze schon blubbern höre“. Allerdings frage ich mich, ob ich da schon zu viel interveniere. Sie scheint mir auch ein übermäßiges Saugbedürfnis zu haben, auch wenn sie eigentlich keinen Hunger hätte. Da lass ich sie dann am kleinen Finger saugen. Schnuller wäre für sie evtl sinnvoll, allerdings vermutlich kontraproduktiv, wenn sie suboptimal andockt und Luft schluckt, oder?

Vielleicht habt ihr bitte noch Tipps für mich, womit ich die Spuckerei noch zu reduzieren versuchen könnte.

Danke.

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miramisu
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Re: Übermäßiges Spucken

Beitrag von miramisu »

Ich bin irgendwann durch Zufall drauf gekommen, dass die Püppi spuckt wenn ich Milch getrunken habe. Milchprodukte gehen aber.
Vielleicht steckt bei euch auch ein bestimmtes Lebensmittel dahinter?

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annea
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Re: AW: Übermäßiges Spucken

Beitrag von annea »

Ja, an ein Problem mit Lebensmitteln hab ich auch schon gedacht. Puh, schwierig. Da muss ich wohl erstmal alles aufschreiben, was ich zu mir nehme. Vielleicht erkenne ich dann ein Muster. Danke für den Tipp.

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DasKruemel
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Re: AW: Übermäßiges Spucken

Beitrag von DasKruemel »

Hallo,
hab hier auch so ein Speihkind.

Nachdem der Osteopath eine Blockade der Halswirbelsäule gelöst hat, war das Spucken ne ganze Ecke besser. Ganz aufgehört hat es aber nie, manche Tage besser, manche schlechter.

Hab aber auch gerade den Verdacht, dass es mehr wird, wenn ich Milchprodukte esse.

LG

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jusl
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Re: Übermäßiges Spucken

Beitrag von jusl »

Hallo annea,

also zunächst hierzu:
an ein Problem mit Lebensmitteln hab ich auch schon gedacht.
Das ist sehr unwahrscheinlich und auch überhaupt nicht plausibel. Welche Art von Problematik bzw. Reaktion soll das genau sein? Wenn es eine Unverträglichkeit auf Kuhmilcheiweiß wäre, sprich Allergie, dann gäbe es sehr wahrscheinlich weitere, deutlich heftigere Symptome, insb. bzgl. Verdauung, Haut und Gedeihen. Und Dein Baby müsste HÖCHST ALLERGISCH auf Kuhmilch sein, wenn die paar Millionstel Gramm Fremdeiweißspuren aus der Muttermilch eine solche Reaktion hervorrufen.
Und es wäre immer so - nicht an einigen Tagen ja, an anderen Tagen nein.

Wenn Dein Baby keine sonstigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen zeigt und gut zunimmt, dann ist das viele Spucken KEIN medizinisches Problem, das einer Behandlung bedarf, sondern lediglich ein (zwar nerviges, aber harmloses) Wäscheproblem.
andererseits taucht übermäßiges Spucken immer wieder im Zusammenhang mit SIDS-Risikofaktoren auf.
Was genau meinst Du damit? Dass Babys, die viel spucken, ein erhöhtes Risiko für SIDS haben?!? Hast Du dazu mal eine Quellenangabe??

Fast alle Babys spucken - das liegt meistens an noch unreifen Magenschließmuskeln. Gerade wenn Dein Baby ja offenbar suuuuperviel zunimmt, kann das definitiv ein Überlaufmechanismus sein!..
Ich hab jetzt versucht sie nach ein paar Minuten abzudocken, aufstoßen zu lassen, und erst dann wieder trinken zu lassen, bzw sie abzulenken wenn ich “die Kotze schon blubbern höre“. Allerdings frage ich mich, ob ich da schon zu viel interveniere
Ich glaube nicht, dass das zu viel Intervention ist, sondern für mich klingt das sehr sinnvoll. ;-)
Sie scheint mir auch ein übermäßiges Saugbedürfnis zu haben, auch wenn sie eigentlich keinen Hunger hätte. Da lass ich sie dann am kleinen Finger saugen.
Ebenfalls sehr sinnvoll.

Ich rate zur Geduld. In ein paar Monaten wird sie sicher weniger spucken.

LG
Julia
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miramisu
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Re: Übermäßiges Spucken

Beitrag von miramisu »

Liebe jusl,
trinke ich Milch, dann kann ich darauf warten, dass die Püppi spuckt. Trinke ich keine, dann spuckt sie nicht. Ich verzichte jetzt seit etwa zwei Monaten. An Tagen, an denen ich meinen (seeeeeehr milchlastigen) Kaffee aus Mangel an Alternativen mit Kuh- statt Reismilch trinke, zum Beispiel wenn wir Freunde besuchen, spuckt sie. Ansonsten nicht mehr. Wirklich überhaupt gar nicht mehr.
Wie sollte ich da keinen Zusammenhang sehen?
Liebe Grüße
miramisu

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Captainsparrow

Re: Übermäßiges Spucken

Beitrag von Captainsparrow »

Ein physiologischer Reflux ( wie das " Überlaufen" nach starkem MSR oder großen Mengen ) ist normal. Ein pathologischer Reflux dagegen ( gerade auch oft als gefährlicher stiller Reflux ohne richtiges Spucken) steht tatsächlich im Zusammenhang mit ALTE, Infos dazu kannst Du Z.B. auf unserer Seite www.refluxkinder.de bekommen. Eine Unterscheidung zwischen physiologischem und pathologischen Reflux ist natürlich per Ferndiagnose nicht möglich. Das sollte ein Arzt tun, der damit Erfahrung hat.
Meine persönliche Erfahrung mit stillen Refluxkindern ist eher tagsüber das fütterungsunsbhängige dauerhafte Spucken sehr kleiner Mengen , ständiges " gütscheln" der Nahrung und gurgeln im Hals beim Schlafen, sowie regelmäßiges Aufwachen und Schmerzschreien ca. 3-4 Stunden nach einer Mahlzeit, das sich aber durch Wasser ebenso gut beruhigen lässt wie durch Milch.
Allerdings kann man eine Diagnose nicht auf persönlichen Erfahrungen über' s Internet stellen, weshalb ich Dir - trotz meinem " harmlos"- Bauchgefühl- zu einem Arztbesuch raten mag.
Captainsparrow

Re: Übermäßiges Spucken

Beitrag von Captainsparrow »

Irgendwie dachte ich der thread gehöre zu miramisu da ich nur mal " schnell drübergelesen" habe, also ohne Deine Vorgeschicht" , deshalb so relativ kurz.
Ich kann verstehen, dass Dich nach Eurer Geschichte dieses Thema Reflux mehr ängstigt als andere Mütter. Ich habe hier eh noch die halbfertige PN liegen wegen der Monitorsache, und werde dort auch nochmal auf das Thema Reflux eingehen.
Aber gerade mit den Befürchtungen die Du hast, würde ich tatsächlich das Thema nochmal beim monitorbetreuenden Krankenhaus anschneiden. Julia und ich werden beide aufgrund unserer Tätigkeiten schon viele Berührungspunkte mit Reflux gehabt haben, auf ganz unterschiedliche Arten und Weisen, und bestimmt auch jede viel Erfahrung.
Jedoch ist dieses Thema so relativ neu und sogar vielen Kinderärzten unbekannt, dass sich selbst diese mit dem Thema oft nicht auskennen.
Eine pH- Metrie zur Untersuchung auf pathologischen Reflux wird ( neben Gastrosachen ) häufig gemacht nach ALTE , bei Lungenproblemen und vor Allem bei Apnoekindern. Falls die Monitorauswertung im Krankenhaus ergibt dass sie Apnoen in einem Umfang hat, der nicht altersentsprechend ist, würde ich das Thema Reflux auf jeden Fall beim Arzt ansprechen.
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annea
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Re: AW: Übermäßiges Spucken

Beitrag von annea »

Danke euch!
Jusl, keine gesundheitlichen Probleme kann man night gerade sagen. Sie hat Apnoen und möglicherweise hatte sie ein ALTE, da scheiden sich die Geister. Quelle hast du nun ja schon von Chrissi.

Chrissi, super, danke. Ich habs im KH während unseres stationären Aufenthaltes und beim KiA angesprochen und mich nicht gerade ernst genommen gefühlt. Dort hieß es immer nur: “Solange sie gut zunimmt - kein Problem“. Wenn ich dann nochmal gezielt auf den Zusammenhang hingewiesen habe, dann meinten die immer, dass der Zusammenhang nur bei Gedeihstörungen besteht. Ich würde das aber doch gern abklären lassen. Ist das im Rahmen der PSG sinnvoll bzw überhaupt möglich? Oder soll ich mal das Ergebnis der PSG abwarten? Derzeit haben wir relativ verlässlich einen Apnoe-Alarm pro Nacht, allerdings keine Veränderung in Kolorit oder Tonus und sofortige Erregbarkeit, für meine Begriffe also keine “echten“, zumindest keine schlimmen Alarme.

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Schneekugel
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Re: AW: Übermäßiges Spucken

Beitrag von Schneekugel »

Schreibe dir nachher vom pc was, unser kleiner hatte den stillen reflux. Also nur wen du magst?

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