"Selbstbestimmtes" ins Bett gehen

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

Camille1984
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"Selbstbestimmtes" ins Bett gehen

Beitrag von Camille1984 »

Hallo,

eigentlich haben wir hier einen ganz guten Schläfer und dürfen uns gar nicht beschweren. Er ist jetzt 18 Monate und schläft seit ungefähr 9 Monaten mehr oder minder durch. Er schlief sogar abends selbst in seinem Bett ein.
Allerdings war er jetzt eine Woche lang ziemlich krank und hat gleichzeitig einen riesigen Entwicklungssprung hingelegt. Also ist jetzt alles erst mal nein. Während er sich vorher problemlos hinlegen ließ, wenn er müde war, ist jetzt das Gegenteil der Fall. Auch wenn er müde ist, will ich nicht ins Bett.

Also habe ich unser Ritual gestern einfach ein wenig verändert. Nach dem Abendessen gehen wir gemeinsam nach oben und machen uns bettfertig. Dabei habe ich mich gestern völlig nach seinem Tempo gerichtet und versucht, ihn nicht zu drängen. Obwohl er offensichtlich müde war, wollte er nicht ins Bett. Also habe ich ihn nach dem Vorlesen einfach solange Spielen lassen, bis er selbst ins Bett wollte. Gegen viertel nach acht wollte er dann nochmal intensiv kuscheln und dann ins Bett und das auch ohne Geschrei.

Ist es wirklich so, dass Kleinkinder nach einer gewissen Gewöhnungszeit selbst ins Bett gehen? Ich war gestern schon überrascht, dass es dann doch so schnell ging, weil mein Sohn eigentlich so einer ist, der nie freiwillig irgendwo einschlafen würde. Mein Mann will ihn abends nicht mehr im Wohnzimmer haben, weil er dann gerne Fernsehen schaut. Ich finde auch, dass er abends in seinem Zimmer spielen kann und ich bin dann eben dabei bin und etwas lese oder so. Denn abends noch ewig spielen, mag ich nicht so wirklich. Oder funktioniert es nur, wenn er abends im Wohnzimmer rumturnen darf? Oder funktioniert es auch manchmal gar nicht und wenn ja warum und wie lange habt ihr es mal ausprobiert? Ich habe meinen Mann jetzt um ungefähr eine Woche Zeit gebeten, um diese Idee auszuprobieren. Er war nicht begeistert, will mich aber probieren lassen und dann entscheiden, ob wir ihn wieder ins Bett "zwingen", wenn wir sehen, dass er müde ist oder ihn weiter selbst entscheiden lassen wollen.
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gestillt - getragen - gerne im Kinderwagen - und irgendwo zwischen Beistell- und Familienbett pendelnd
Sibi
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Re: "Selbstbestimmtes" ins Bett gehen

Beitrag von Sibi »

Ich verstehe ja nicht, wie man es anders machen kann, als das Kind "selbstbestimmt" ins Bett gehen zu lassen. Wenn mein Kind nicht ins Bett will, geht es nicht. Und wenn ich sie trotzdem hineinverfrachte, schläft sie nicht. Dafür ist mir meine Zeit zu schade.

Es gab bei uns schon Zeiten, die nervig waren mit unserem Wenigschläferkind, dass zudem immer wieder mal Mittagsschlaf macht. Wir haben unsere Energien dann dahinein gelegt, ab 20 oder 21 Uhr nicht mehr zu bespaßen. Da ist dann Zähneputzen und Umziehen angesagt und dann kann sie machen, was sie will - solange wir das gleiche tun dürfen. Sie hat uns eigentlich immer mitgeteilt, wenn sie müde war: sehr früh mit Augenreiben und ankrabbeln zum einschlafstillen, ab 2 (?) auch verbal: "Bett" / "Ich will ins Bett." So ist es bis heute. Sie schläft allerdings recht unregelmäßig, trotz eines sehr klaren Tagesrhythmus durch unsere Arbeit. Mal ist sie um 19:30 bettreif (ohne Mittagsschlaf mit viel Aktion am Tag), mal um 22:30 Uhr. Aber regelmäßige Bettzeiten machen hier nur Stress, daher lassen wir das.
wirf
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Re: "Selbstbestimmtes" ins Bett gehen

Beitrag von wirf »

Wir haben schon mehr oder weniger regelmäßige bettzeiten (um 20:00 rum) momentan. Meistens passt das einfach gut. Allerdings variieren wir zum einen mit den Vorleserinnen: mal nur 1 Pixi-buch, mal drei große... Je nach wach-bleib-laune-vom Tochterkind. Wenn sie wirklich nicht müde ist, geht sie in ihr Zimmer und Mann und ich bleiben im Bett. Lesen, reden, suten ;-) und wenn sie dann schlafen will kommt sie rüber, kuschelt und schläft.
Das klappt bei uns gut. Abendzeitung mit umziehen, zähneputzen, vorlesen etc ist meistens recht ähnlich.
Allerdings haben wir unsere bettzeiten und Rituale schon mehrfach angepasst und verändert. Letzten Spätsommer ging sie erst gegen 22:00 schlafen. Über den Winter wurde es deutlich früher. Das aufstehen allerdings auch ;-)
Sobald es mehr als 2-3 Abende stressig wird, schauen wir, was wir verändern können bzw ob wir "müde" völlig falsch deuten oder so.
Ich möchte ja auch nicht mit licht aus und "Schlaf jetzt" ins Bett gelegt werden, wenn ich nun mal nicht müde bin...


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Sakura
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Re: "Selbstbestimmtes" ins Bett gehen

Beitrag von Sakura »

Ich finde, du hast das richtige Stichwort gewählt: ins Bett zwingen. Nicht: "zum schlafen zwingen". Ein Kind kann man nicht zum schlafen zwingen. Es schläft, wenn es müde ist, nicht eine Minute vorher. Man kann es höchstens hinter Gitter sperren, damit es nicht mehr raus kann. Aber deswegen schläft es nicht, sondern liegt eben wach im Bett. Allein oder mit Mama. Ich schlafe auch nur und ausschließlich, wenn ich müde bin. Von meinen Kindern erwarte ich nichts anderes. Beide gehen erst ins Bett, wenn sie zeigen/sagen, dass sie schlafen wollen. Ich finde, es gibt wenig schöneres, als ein Kind, das freiwillig einschläft. Warum Kind und Mama quälen?


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Himbeerwurst
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Re: "Selbstbestimmtes" ins Bett gehen

Beitrag von Himbeerwurst »

Wir haben hier eine grobe Uhrzeit fürs Bett, die nach Bedarf angepasst wird. Nach ihrem Bedarf. Sie sagt aber meist Bescheid, wenn sie schlafen gehen möchte: "(ihr Name) müde. Bitte Bett". Mal ist sie schon um 7 im Bett, meist geht's um 8 zum Schlafen, selten auch später. Das geht hier ganz gut und hat sich mit Kita-Beginn gut von selbst eingependelt.
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eve
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Re: "Selbstbestimmtes" ins Bett gehen

Beitrag von eve »

Unser geht schon immer selbstbestimmt ins Bett, alles andere wäre mir auch viiiiel zu anstrengend. Zugege manchmal ist es auch anstrengend, wenn Mann und ich totmüde im Bett liegen und schlafen wollen, Töchterlein aber dringend viel Licht braucht, um ihre Bücher anzuschauen und immer wieder nachfragt, was wo steht.. Aber diese Abende sind sehr selten. Im Moment geht sie meist vor uns ins Bett.
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Re: AW: "Selbstbestimmtes" ins Bett gehen

Beitrag von MaareMum »

Hier auch relativ feste Bettzeit aber dann kann er wieder aufstehen. Und das macht er auch oft und spielt dann einfach noch im Dunkeln. Wenn es still wird muss man nur gucken, wo er eingeschlafen ist. Dann legt er sich oft nicht ins Bett sondern auf ein Spielkissen. Sehr witzig.

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Re: "Selbstbestimmtes" ins Bett gehen

Beitrag von FCF »

Kind eins und drei schlafen gerne früh, wobei Kind eins das erst so hat, seit er den Kleinkindalter entwachsen ist. Kind zwei schläft gerne spät. Ich und mein Mann schlafen seeehr gerne früh.
Sowohl beim Großen früher als auch bei der Mittleren handhaben wir es so, dass wir Großen abends kein Entertainment mehr bieten. Das Kind spielt, ich lese, Mann schaut fern. Oft genug passiert es, dass wir vor dem Kind einschlafen und es uns zum Bettgehen weckt.
Die Alternative wäre ein Machtkampf, den ich vermutlich gewinnen würde, aber lernen würde das Kind dabei weder vernünftiges Schlafverhalten noch einen ordentlichen Umgang.
Ich muss aber auch sagen, dass sie, selbst wenn ich schon einschlafe, keinen großen Quatsch macht und ich auch sofort wach bin, wenn etwas ungewöhnliches passiert. Höchstens mal ist Unordnung in der Küche, wenn sie sich Essen macht.

(vom Großen gibt es ein Foto, wo er beim Spielen auf dem Teppich eingeschlafen ist, während ich auf dem Sofa schlafe. Vielleicht nicht optimal, aber damals ging es nicht mehr anders...)
Liebe Grüße, M. mit großem Erfinder (2007), süßer Maus (2009) und kleiner Prinzessin (2011)
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mariposayyo
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Re: AW: "Selbstbestimmtes" ins Bett gehen

Beitrag von mariposayyo »

Wir haben unsere Tochter ziemlich früh mittags nicht mehr hingelegt (mit ca. anderthalb), weil es abends einfach zu spät wurde, ich abends mit ihr allein war & die Zeit zum Arbeiten brauchte. Ich habe sie gegen acht ins Bett gesteckt & so lange mit ihr gekuschelt, bis sie eingeschlafen ist, was immer recht schnell ging. Die Uhrzeit haben wir immer beibehalten (höchstens mal etwas früher im Winter), weil wir die freie Kinderzeit für uns oder zum Arbeiten brauchen. Seit sie ca. zwei war haben wir nur noch kurz gekuschelt, dann sind wir aus dem Zimmer gegangen. Sie hat mit offener Zimmertür und Nachtlicht so lange Bücher angeschaut, bis sie darüber eingeschlafen ist. Kinderzeit war vorbei, sie musste sich selbst beschäftigen (manchmal hat sie auch noch im Bett mit ihren Kuscheltieren gespielt) und im Bett bleiben - wann sie einschlafen wollte (und konnte :smile:) war ihre Sache.
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novi
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Re: "Selbstbestimmtes" ins Bett gehen

Beitrag von novi »

Wir haben hier Ruhezeit, ab dem "Insbettbringen" wollen wir nicht mehr aktiv für unsere Kinder da sein (vom üblichen Trinken, Popo wischen und vielem anderen ;-)) mal abgesehen. Das haben wir dann auch so mit 18 Monaten angefangen, aber so richtig verstanden haben es die Kinder zu unterschiedlichen Zeitpunkten, aber frühestens mit 22 Monaten. Unsere Große hat uns hart zu knabbern gegeben, weil sie eine lange Zeitlang erst um 22-23 einschlief (und auch dann nur mit viel Gebrüll), da wir um 5:30 aufstehn, war das viel zu wenig und so waren wir lange in einem fürchterlichen Teufelskreis schlechter Laune. Seit wenigen Monaten klappt es aber sehr gut.
Jeder liegt in seinem Bett, hört CD und liest. Die Große bleibt meist noch auf und malt oder spielt mit den Puppen und legt sich dann ins Bett.
Manchmal bringt sie auch den Kleinen und kuschelt mit ihm bis beide schlafen.
Sonnige Grüsse, novi
mit Maxi (10/2007), Midi (10/2009) und Mini (04/2011)
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