mehrjährig stillen

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

Moderatoren: Anjamaria01, klecksauge, SchneFiMa, Mondenkind

Antworten
spacerabbit
ist mit Leidenschaft dabei
Beiträge: 831
Registriert: 06.04.2011, 15:15
Wohnort: Frankfurt

Re: mehrjährig stillen

Beitrag von spacerabbit »

Teledame, solche Ausbrüche kenne ich von der Kleinen her, bei ihr war immer das beste, sie ganz in Ruhe zu lassen, Berührung von uns hat alles noch schlimmer gemacht. In solchen Situationen muss man echt einfach aushalten, um so blöder, wenn es irgendwo auf der Straße passiert, aber bei unserer Tochter musste ich da ganz oft durch. Dann hieß es im Supermarkt z.B. einfach, Cool bleiben, bis Zehn (oder hundert...) zählen, den Großen bei Laune halten und sich doofe Kommentare der Umstehenden anhören. Aber irgendwann hat sie sich dann von selbst wieder beruhigt.
Vielleicht war es dann doch nicht so die richtige Reaktion, dass Du Deinen Sohn dann doch nackt gestillt hast, das war ja eigentlich das, was Du nicht wolltest, und was Du ihm beibringen wolltest. Vielleicht kannst Du ja beim nächsten Mal probieren, ihm sanft, aber klar und deutlich Deinen Standpunkt klar zu machen, Du bist ja bei ihm, wenn er einen Wutausbruch bekommt, Du lässt ihn nicht allein, aber trotzdem muss er da allein durch, und Du merkst, dass er sich irgendwann von selbst auch wieder beruhigt.
Großer Bruder 29.06.2008
Kleine Schwester 10.02.2011
Kleinste Schwester 06.11.2014
Lösche Benutzer 7681

Re: mehrjährig stillen

Beitrag von Lösche Benutzer 7681 »

spacerabbit hat geschrieben: Vielleicht war es dann doch nicht so die richtige Reaktion, dass Du Deinen Sohn dann doch nackt gestillt hast, das war ja eigentlich das, was Du nicht wolltest, und was Du ihm beibringen wolltest.
Oder du stillst ihn das nächste Mal einfach gleich, ohne vorher mehrfach nein zu sagen und dann doch wieder "nachzugeben".
Dann sparst du dir das Theater davor :-)

Wobei "nachgeben" in dem Fall das falsche Wort ist. Er wollte einfach nur stillen, nicht 1356789 Spielsachen aus dem Regal der Spielwarenabteilung mitnehmen....
stimme
hat viel zu erzählen
Beiträge: 171
Registriert: 22.11.2013, 16:10

Re: mehrjährig stillen

Beitrag von stimme »

teledame hat geschrieben:.,,, ich weis es nicht, es hört sich schon logisch an....einerseits, andererseits konditioniere ich nicht mein kind darauf das es alles bekommt, weil ich ja nachgebe?


klar ist es gewiss einfacher ihm einfach seinen willen zu lassen...
aber das geht doch einfach definitiv nicht immer.
im auto nicht anschnallen?
die treppen mit bobbycar runterfahren?
essen im stühlchen stehend und schaukelnd?
auf dem Fensterbrett rumlaufen und die Sicherungen wegmachen?
mit der Brause das Bad unter Wasser setzen?
Das Handy in den Hundenapf mit Wasser tunken? (Handy wegnehmen, Geschrei, auf den Boden werfen, mit dem Kopf auf den Boden haun, weinen usw.)
mit dem Bobbycar an den Schreibtisch gefahren, hochklettern und den Bildschirm runterwerfen wollen...?
und und und....
ich denke, dem Kind immer seinen Willen zu lassen, kann auch nach hinten losgehen,
Ich muss mir das noch weiter durch den Kopf gehen lassen...
Inzwischen verweigert er gerade das Abendessen und will nach der Tagesmutter sofort stillen, und abends und nachts und in der Früh sowieso,
aktuell hat er immer noch 10 kg, und die Rippen stehen raus,
ich zwing ihn nicht zum Essen, aber frustrierend ist es schon wenn man kocht und kocht und anbietet und immer nur ein ähäh, nein kommt....2, 3 Löffel essen, dann ähäh, nein
lg
Daniela
Es geht ja nicht darum, alles durchgehen zu lassen. Aber man muss m. E. nichts verbieten ohne guten Grund. Und Bildschirm runterschmeißen ist doch ein guter Grund! Ich sehe es so, das jedes Familienmitglied Grenzen und Bedürfnisse hat, die gewahrt und erfüllt werden wollen. So ergeben sich Grenzen und Regeln ganz von selbst im Zusammenleben; klar, und müssen ggf. auch ausgehandelt werden - das ist sicher nicht immer leicht. Wenn deine Grenze überschritten wird, finde ich es völlig ok, ein Nein durchzusetzen. Aber ich glaube nicht, das Kinder Grenzen um der Grenzen willen brauchen, weil sie einem sonst auf der Nase rumtanzen. Eine Freundin sagte kürzlich, das sie froh ist, wenn sie etwas nicht verbieten muss. Manchmal muss man's aber halt.
Naja, ist jetzt von meiner Seite alles noch ein bisschen theoretisch, da mein Kind noch rel. klein ist ...


mobil mit Tapatalk
stimme mit großem Kind 08/2013 und kleinem Kind 06/2016
08u11
Profi-SuTler
Beiträge: 3352
Registriert: 17.09.2012, 16:14

Re: mehrjährig stillen

Beitrag von 08u11 »

stimme hat geschrieben: Es geht ja nicht darum, alles durchgehen zu lassen. Aber man muss m. E. nichts verbieten ohne guten Grund. Und Bildschirm runterschmeißen ist doch ein guter Grund! Ich sehe es so, das jedes Familienmitglied Grenzen und Bedürfnisse hat, die gewahrt und erfüllt werden wollen. So ergeben sich Grenzen und Regeln ganz von selbst im Zusammenleben; klar, und müssen ggf. auch ausgehandelt werden - das ist sicher nicht immer leicht. Wenn deine Grenze überschritten wird, finde ich es völlig ok, ein Nein durchzusetzen. Aber ich glaube nicht, das Kinder Grenzen um der Grenzen willen brauchen, weil sie einem sonst auf der Nase rumtanzen. Eine Freundin sagte kürzlich, das sie froh ist, wenn sie etwas nicht verbieten muss. Manchmal muss man's aber halt.
Naja, ist jetzt von meiner Seite alles noch ein bisschen theoretisch, da mein Kind noch rel. klein ist ...


mobil mit Tapatalk
Dann von mir die praktische Bestätigung. Ich kann das voll unterschreiben - und ich habe beim Großen das, was man als "Trotzphase" bezeichnet schon hinter mir und der Kleine steckt gerade mitten drin. Was ich allerdings inzwischen auch gemerkt habe: Es ist total wichtig, auf meine eigenen Bedürfnisse zu achten und die auch rechtzeitig anzumelden - nicht erst dann, wenn ich kurz davor bin zu explodieren. Insofern: Wenn Du in einer bestimmten Situation wirklich nicht stillen möchtest, dann mach es nicht. Und wenn dann ein Wutanfall kommt, ist das völlig okay und normal. Aber: Es geht nicht darum, dass Du Dir sonst einen Tyrannen heranzüchtest und noch weniger darum, dass man sowas einfach nicht macht, sondern einfach nur darum, dass es Dir damit nicht gut geht.
Das finde ich total wichtig für die Kinder zu lernen: Dass sie Wünsche und Bedürfnisse haben, die sie ausdrücken dürfen und die ernstgenommen werden, aber dass andere Menschen eben auch Wünsche und Bedürfnisse haben.
Nina mit A. (11/2008), J. (03/2011), Minimaus (28/01/15), Babyzwerg (15/02/2019) und Weihnachtsengel im Herzen (Januar 2018, 10. Woche)
teledame
schreibt ganz schön oft
Beiträge: 110
Registriert: 14.09.2012, 22:20

Re: mehrjährig stillen

Beitrag von teledame »

es ist ja nicht nur der Trotzanfall, sondern was danach passiert. zum beispiel das er sich so aufregt, das er sich erbricht... :shock:
Bild
Timo geboren am 18.07.2012
Benutzeravatar
miep
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1065
Registriert: 03.11.2008, 20:18
Wohnort: Berlin

Re: mehrjährig stillen

Beitrag von miep »

Teledame, hast Du inzwischen dieses Buch gelesen, von dem Du sprachst? Hat es Dir Erkenntnisse gebracht, oder hat sich sonst etwas geändert? Ich kann nur sagen, dass es mir komplett genauso geht wie Dir, mit dem kleinen Unterschied, dass man Sohn gerade gar nicht krank ist oder war :wink: er beginnt gerade sehr extrem seine Autonomiephase auszuleben und legt genau das von Dir beschriebene Verhalten an den Tag mit dem Unterschied, dass es unmöglcih ist, ihn anders als mit Stillen zu beruhigen. Mich erschreckt das auch etwas, weil ich ähnlich wie Dir Bedenken habe, ob dieses Brust-mit-Schreien-bekommen das ist, was ich haben will. Nach mehr oder weniger langen Schreiattacken werde ich mürbe und stille dann doch, weil es ausweglos zu sein scheint. Ich bin sonst wirklich niemand, der schreien lässt, aber es schockiert mich im Moment etwa, dass er so gar keine anderen Wege lernt, um sich zu beruhigen. Mein Mann ist gelassen und meint, alles würde von allein mit der Reife kommen und er könne sich bei unserer Großen an die identische Phase erinnern. Ich hab leider keinen Rat für Dich und bräuchte selbst welchen, wollte Dir aber mal sagen, dass ich Dich gut verstehen kann.
Viel Kraft wünscht
miep
Mit Miep-Mädchen * Frühling 2008 Mini-Miep-Jungen *Spätsommer 2012
blaurosa
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1075
Registriert: 06.07.2012, 23:21
Wohnort: berlin

Re: mehrjährig stillen

Beitrag von blaurosa »

Nur kurz- es gibt bei Winnicott auch eine Stelle, an der er schreibt, dass es Kinder gebe, die nur die Mutter als Uebergangsobjekt haben. Ohne, dass es pathologisch ist bzw sein muss.
Töchterchen, geboren im Februar 2011 zu Hause, über alles geliebt, gestillt, getragen und familiengebettet
telefame

Re: mehrjährig stillen

Beitrag von telefame »

....also mal ein kurzes Update...wir stillen immer noch. Mein Sohn ist jetzt ja schon zwei...das geschrei und geheule haben wir teilweise immer noch wenn er was willwas ich nicht will. Oder wenn ihm langweilig ist oder er bockt trotzig oder verärgert ist fordert er manchmal die Brust...die ich sporadisch verweigere wenn ich das Gefühl habe, das das jetzt komplett Ersatzbefriedigung ist. Zum einschlafen und zum frühen aufwachen braucht er noch die Brust und alle ersatzversuvhe mit Papa etc. Schlugen fehl. Selbst verweigern der Brust zum einschlafen bringt nur stundenlang stress und bringt nix. Bin gerade dabei ein ersatztitual auszuprobieren. In die hängeschaukel mit Flasche milch, ist aber gesüsst sonst trinkt er sie nicht. Viel svhaukeln und wenn er sehr müde ist funktioniert das dann auch ohne brust..., aber mit der milchzuckerflasche bin ich halt auch wenig glücklich.... Und ansonsten verzichtet er ja nicht auf die Brust. Wir probieren schrittweise das umgewöhnen. Nachts schläft er bis 5 durch, dann will er wieder die Brust. Als wir letztens im Krankenhaus Haus waren, war ich froh das wir noch gestillt haben...dennoch möchte ich nun bald mal eine sanftes ende der stillneziehung haben...mal sehen wie es weitergeht...lg Daniela
Antworten

Zurück zu „Stillforum“