Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

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Charline
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von Charline »

Ich hoffe, du hast das gröbste jetzt überwunden. Mit dem Stillen ist es teils auch sehr unterschiedlich, mein Junge hat mir am anfang fast die Brustwarzen zermahlen, bis ich ihm das abgewöhnen konnte. Und auch bei Müttern habe ich gehört, dass es ganz unterschiedliche angewohnheiten gibt, manche Stillen im liegen, manche im Sitzen, eine hat dafür sogar den Knautschi benutzt (hier). Am Ende ist es eben doch sehr individuell, aber jede Mutter muß für sich selbst herausfinden, wie es am besten geht. Und Wenn es Schwierigkeiten gibt, kann man sich damit trösten, dass auch diese vorbeigehen.
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soda
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von soda »

Berenike hat geschrieben:..... bis Papa ihr den Schnuller gegeben hat. 15 min später war sie eingeschlafen und ich am heulen, weil ich es mit meinen "natürlichen" Mitteln nicht geschafft habe, sie zu beruhigen. Außerdem ist das Brust-anschreien an sich schon ein blödes Gefühl... Ich hab wirklich das Gefühl, dass sie nach so einem ganzen Tag mit mir genug von mir hat :-( Anschließend hat sie über fünf Stunden gepennt, muss also völlig fertig gewesen sein - und ich hab sie so gequält ;-(
Das hab ich am Anfang auch so oft gesagt (mein armes Kind, ich bin zu doof zum stillen, ich quäle die nur....), aber das ist totaler Quatsch. Sie hat vermutlich immer wieder mal einen anderen Grund, warum sie nicht ganz zufrieden ist oder nicht einschlafen kann oder schreit. Sicher ist der Grund NICHT, weil sie mit ihrer Mama zusammen ist (sein darf!).

Übrigens hatten wir auch mehrere Tage, an denen ich nach endlosen Stunden Stilltortur gesagt habe "ich KANN JETZT NICHT MEEEEEEHR" und meinem Mann das Baby in den Arm gedrückt hab. Prompt ist sie wie von Zauberhand mit wenig Maßnahmen eingeschlafen und hat auch stundenlang geruht.
Auch jetzt noch haben wir abends manchmal die Situation, dass sie zwar einschlafstillen will, aber nach eigentlich ausreichender Dauer weder zufrieden abdockt, noch schläft, noch ruhig bei mir liegen will. Sie rupft und reißt und jammert, Seitenwechsel hilft irgendwann nicht mehr. Ich bin an solchen Tagen dazu übergegangen, sie einfach in ihr Bett zu legen und Gute Nacht zu sagen. Dann passiert eins der folgenden drei Dinge:
1. Wenn sie weint und sich durch streicheln nicht schnellstens beruhigen läßt, nehme ich sie wieder raus und trage sie bißchen, dann stillen wir wieder. Meistens klappt es dann sehr schnell mit dem einschlafstillen.
2. Sie schaut mich an, klappt die Augen zu und schläft (Das ist natürlich eher die Ausnahme).
3. Sie ist wach, aber ruhig. Dann gehe ich raus und warte ab. Wenn sie weint, siehe Punkt 1. Wenn sie 'singt' oder einfach noch wach ist, warte ich weiter. Manchmal passiert nämlich das Wunder: siehe Punkt 2.

Klar, meine Tochter ist schon älter als deine (12 Wochen ca.). Aber dieses procedere hat sich ungefähr mit 4-6 Wochen ganz von selbst ergeben.
Was ich eigentlich sagen wollte, bevor ich diesen Roman geschrieben habe: du bist tapfer und bewundernswert! Halte noch etwas durch!
Und: wenn Stillen scheinbar die Unzufriedenheit deiner Tochter noch steigert (und du findest, dass sie schon getrunken hat), dann mach wirklich für ne Weile mal was ganz anderes oder gib sie dem Papa/der Oma oder so. Wieder anlegen kannst du sie immer noch!

(((((Berenike)))))
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blueberry
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von blueberry »

Liebe Berenike,
Berenike hat geschrieben:Zum Soor: wir haben hier grad das zweite mal Windelsoor, laut Hebamme sollen wir nun mit Mundgel mitbehandeln. Von meinen Brüsten hat sie nix gesagt. Von der Beschreibung her könnte es aber nur Milchgangssoor sein bei mir, denn so wie auf den Fotos sehen meine Brüste zum Glück nicht aus... Das ist doch aber eher selten?
Ob Du Milchgangssoor hast, kann ich nicht beurteilen (und wie häufig der im Allgemeinen vorkommt, sagt ja nichts darüber aus, ob Du es hast oder nicht). ABER: Wenn Dein Baby Soor hat und Mundgel gegen Soor bekommt, ist es auf JEDEN Fall notwendig, dass Du mitbehandelt wirst gegen Soor. Erstmal äußerlich.

Ich zitiere mal jusl:
jusl hat geschrieben:Hallo,

die allgemein übliche Vorgehensweise bei Soor ist:

* grundsätzlich Mutter UND Stillbaby behandeln, egal ob beide Symptome zeigen oder nicht.
* Das vom KiA dazu meist verschriebene Mundgel(*) kann auch von der Mutter verwendet werden, einfach mehrmals täglich auf die BW auftragen.
* Das Auftauchen des Pilzes an anderen Stellen (Haut, Genitalien usw) kann in der Stillzeit mit den gängigen Salben behandelt werden.
* Behandlung mindestens noch eine Woche NACH Verschwinden der Symptome WEITERFÜHREN.
* Bei Nichtanschlagen der Salbe bzw. des Gels ist evtl. ein Wechsel des Wirkstoffes oder eine systemische Therapie (Tabletten) nötig. Evtl. ist auch weitere Diagnostik nötig, manchmal sieht es zwar nach Soor aus, aber es ist keiner, bzw. auch noch etwas anderes.
* Wegwerfstilleinlagen benutzen, diese mehrmals täglich wechseln (auf jeden Fall nach Feuchtwerden).

Bis zum Abschluss der Behandlung:
* alle Gegenstände, die mit dem Babymund Kontakt haben, auskochen/desinfizieren (z.B. Schnuller, Babylöffel, Beißringe, Spielzeug).
* Babywäsche und Leibwäsche der Mutter in der Kochwäsche waschen, oder wenn das nicht geht: mit Hygienespüler waschen.

Was nichts nützt:
* Das Stillen in Häufigkeit oder Dauer einschränken. Auch durch Abstillen verschwindet der Pilz nicht.
* Die betroffenen Regionen waschen. Davon wird der Pilz höchstens schön sauber ;-), aber weggehen wird er davon definitiv nicht.

LG,
Julia
(*)Das Mundgel ist evtl. nicht so gut geeignet für Dich, da es die BW austrocknen kann - besser wäre u.U.eine Creme (vorzugsweise mit dem gleichen Wirkstoff wie das Mundgel Deines Babys). Das müsstest Du aber mit dem Arzt besprechen.

Wenn Dein Baby Soor hat, solltest Du vor allem auf die Wolle/Seide-Stilleinlange verzichten, die Du im Moment verwendest (wenn ich das richtig im Kopf habe), und auf Einwegstilleinlagen umsteigen. Ich berate mich nochmal mit meinen Kolleginnen, wie das mit den Zinnhütchen ist. Die lassen sich ja auskochen, schaffen aber eben ein feuchtes Klima. Kann sein, das ist kontraproduktiv bei Soor.

Achso: ich sag es ungern, aber Schnullerverwendung begünstigt Soor beim Baby :| . Bitte sparsam einsetzen und auf jeden Fall auskochen!
--------------------------------------

Zum Rest schreib ich Dir später noch. Jetzt schonmal so viel: Du quälst Dein Baby nicht - ganz sicher! Ein kleiner "Tapetenwechsel" durch Wechsel der Betreuungsperson (sprich: Mama drückt Papa das aufgelöste Baby in die Hand, damit er es mit Tragen, Köpfchenstreicheln, Summen, Singen, Treppensteigen mit Baby im Tuch, ... versucht) wirkt bei vielen Babys Wunder, wenn sie sehr unruhig sind und Stillen nicht "wirkt" :wink:

Ihr seid da auf einem ganz guten Weg Ihr Drei! :sling: :tt_ruecken_1: :2:

LG, blueberry
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Berenike
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von Berenike »

Liebe blueberry,

Das mit dem Mundgel bei Soor war nur so eine Randbemerkung der Hebamme, falls der Pilz im Windelbereich wiederkommt. Soll mir dann einfach Salbe/Gel aus der Apotheke holen. Sollte ich besser zum KiA? Außer einer kleinen roten Stelle untenrum hat das Kind aber keine Symptome. Die Zunge sieht für mich normal aus, nicht belegt.

Die zinnhütchen sind für feuchtes Klima, ja. Hab mir schon gedacht, dass das jetz erst mal nicht so gut ist... Die Kochwäsche ist auch schon angesetzt.wir haben aber eigentlich auch schon beim ersten mal alle Hygienemaßnahmen ergriffen, die da aufgeführt sind (außer die Behandlung der Mutter) - aber wer weiß , vielleicht hat es sich trotzdem schon wieder verteilt.

Und zur letzten Nacht: klar könnte ich meinen Mann wecken, aber der arbeitet schließlich wieder und von daher hab ich halt erstmal Nachtdienst, so lange es irgendwie geht. Das tauschen wir ja dann, wenn ich wieder arbeite. Aber auch dann ist es blöd, wenn der Schnuller besser beruhigt als meine Brust, insbesondere für die Argumentation mit meinem Mann für weniger Schnuller...
Ich habe eine Tochter (01/14) und einen Sohn (10/16).
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blueberry
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von blueberry »

Liebe Berenike,
Berenike hat geschrieben:
Das mit dem Mundgel bei Soor war nur so eine Randbemerkung der Hebamme, falls der Pilz im Windelbereich wiederkommt. Soll mir dann einfach Salbe/Gel aus der Apotheke holen. Sollte ich besser zum KiA? Außer einer kleinen roten Stelle untenrum hat das Kind aber keine Symptome. Die Zunge sieht für mich normal aus, nicht belegt.

Die zinnhütchen sind für feuchtes Klima, ja. Hab mir schon gedacht, dass das jetz erst mal nicht so gut ist... Die Kochwäsche ist auch schon angesetzt.wir haben aber eigentlich auch schon beim ersten mal alle Hygienemaßnahmen ergriffen, die da aufgeführt sind (außer die Behandlung der Mutter) - aber wer weiß , vielleicht hat es sich trotzdem schon wieder verteilt.
Zur weiteren Einschätzung, ob es sich bei Euch um Soor handeln könnte (und ob bei Dir evtl. ein Milchgangssoor vorliegt), kann ich Dich leider nur an den bereits verlinkten Text und an Deinen Arzt verweisen. Und wie gesagt: wenn einer von Euch Soor hat, ist die (ausreichend lange) Mitbehandlung des anderen nötig, weil Ihr Euch sonst immer wieder gegenseitig ansteckt.

Ich persönlich würde beim kleinsten Anhaltspunkt Richtung Soor ärztlichen Rat einholen - es ist vorstellbar, dass ein erheblicher Teil Deiner Schmerzen davon verursacht wird.

Bei Soor viel Luft an die BW lassen und eher trocken halten. (Wenn Du die Wolle/Seide-Einlagen irgendwann wiederverwenden möchtest, musst Du auch die dann von Pilz befreien - oder neue kaufen.)

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Berenike hat geschrieben:Und zur letzten Nacht: klar könnte ich meinen Mann wecken, aber der arbeitet schließlich wieder und von daher hab ich halt erstmal Nachtdienst, so lange es irgendwie geht. Das tauschen wir ja dann, wenn ich wieder arbeite. Aber auch dann ist es blöd, wenn der Schnuller besser beruhigt als meine Brust, insbesondere für die Argumentation mit meinem Mann für weniger Schnuller...
Ich lese da so ein bisschen den Gedanken "er arbeitet, ich nicht" heraus. So stimmt das ja aber gar nicht - Du arbeitest in der Zeit, in der Dein Mann außer Haus arbeitet, doch genauso! Ein Baby allein zu betreuen ist ein physisch wie psychisch ausgesprochen fordernder Job, der kaum Pausen lässt und mit viel Verantwortung einhergeht. An die Wichtigkeit und das Belastungslevel kommen nur wenige bezahlte Jobs über vergleichbar lange Zeitspannen heran.

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Was mir in den ersten Monaten mit Baby geholfen hat:

- Stillen nach Bedarf
- wenn Stillen nicht half, was anderes versuchen (oder den Papa versuchen lassen):
- aufrecht Tragen (im Tuch oder auf dem Arm - dann sacht aber mit Nachdruck an den Tragenden gedrückt), oft hilft wippend gehen/schwungvoll marschieren bei unruhigem Baby zum "Runterkommen" (und zum Aufstoßen).
- oder ruhig hinlegen (müdes Baby aufs Bett oder bei Mama/Papa auf den Bauch) und Köpfchenstreicheln, leise Singen/Summen, monoton sprechen oder zumindest selbst entspannt und ruhig atmen
- bei An-und-Abdocken/Unruhe an der Brust (oder auch sonst) auch mal ans Windel-Ausziehen denken: vielleicht muss das Baby mal
- ist ihm zu warm, zu kalt? ist ihm die momentane Haltung unbequem?
- wenn das alles nicht half: wieder bei "Stillen anbieten" anfangen...

Die hilfreichsten Anschaffungen (neben dem Tragetuch) waren bei uns: ein Pezziball und eine Federwiege. Gerade in Zeiten, in denen ich mich allein ums Baby kümmern musste, wusste ich manchmal nicht, wie ich ohne Federwiege (wahlweise neben Küchentisch oder Sofa, so dass ich einhändig Baby wippen konnte) oder die Kombination Pezziball+Tragetuch zum Essen oder Ausruhen gekommen wäre... .

LG, blueberry
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Berenike
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von Berenike »

Liebe blueberry,
blueberry hat geschrieben: ... Soor...
Wir behandeln das ab jetzt noch mal mit 2 Wirkstoffen und an drei Stellen (Mund, Brust, Po) - es wäre ja fast zu schön um wahr zu sein, wenn davon schon die Schmerzen weg gingen. Ich werde hier aber keine weiteren Fragen dazu stellen ;) Nur berichten, wenns geholfen hat.
blueberry hat geschrieben: "er arbeitet, ich nicht"
Genau so ist es auch bis September, dann ist es andersrum. Dann erwarte ich allerdings auch von ihm, dass er mich so weit entlastet, dass ich außer Stillen nachts nix mehr machen muss. Sonst schaffe ich nämlich meinen Job garantiert nicht mehr... Das haben wir uns so ausgemacht und ich finde das auch in Ordnung. Andere teilen das anders auf. Es hat also nix damit zu tun, dass mein Mann so ein empfindliches Mimöschen wäre und ich mich total aufopfere, gar nicht - ich finde es nur vernünftiger für uns, wenn wenigstens eine/r durch ausreichend Schlaf zurechnungsfähig bleibt ;-)
blueberry hat geschrieben: Was mir in den ersten Monaten mit Baby geholfen hat: ...
Genau das ist unser typischer Ablauf. Es ist auch nicht schwierig, sie wieder zu beruhigen - nur leider hält das in solchen Phasen halt nur 10 Minuten an ODER beinhaltet, dass man sich unter dem Kind/mit beiden Händen am Kind befindet. Dann ein Brot schmieren ist halt nicht so einfach, aber du kennst das ja... Ich kann inzwischen ganz gut mit der FrlHübsch vorm Bauchrumlaufen und essen, ohne das Kind komplett einzusauen :lol: Allerdings hab ich das die letzten Tage nicht so oft gemacht, weil es auch auf die Brüste drückt...
Langfristig hoffe ich, dass das Kind irgendwann auch ohne Körperkontakt eine Weile fröhlich irgendwo sein mag - sei es Krabbeldecke, Kinderbett, Hochstuhl mit Liegeschale (das ist alles vorhanden). Dann wird das schon alles einfacher. Auch nachts :)
Pezziball finde ich allerdings auch für mich selbst eine gute Anschaffung :mrgreen: Gute Idee!

Um aber mal zum eigentlichen Thema zurückzukommen:
Es tut noch unverändert weh, ABER:
In ca. 80% der letzten Still-Fälle haben wir es geschafft, so anzulegen, dass das Kinn näher an der Brust und die Nase frei war. Das ist ja schon mal gut, nehme ich an. Ab und zu hat sie allerdings noch "gegurgelt" (mit Milch in der Nase gekämpft), geniest, und Schluckauf hat sie auch noch ständig.
Ungefähr jedes zweite Mal habe ich versucht, den Warzenhof etwas Richtung Sandwich zu formen, damit er besser ins Schnäbelchen geht - sie schnappt dann zwar zu, aber lässt nach 2, 3 mal saugen wieder los und legt sich so an, wie sie meint dass es richtig ist :roll: Gleiches gilt für die Male, bei denen ich versucht habe, sie erst mal den Mund weit öffnen zu lassen und dann anzulegen: 2, 3 mal saugen, dann loslassen und neu machen, d.h. vorne ansetzen und sich "ransaugen". Die Unterlippe ist dabei immer umgestülpt, an der Oberlippe fummel ich dann ein bisschen rum. Darf ich aber nicht zu doll machen, sonst: siehe oben ;) Wenn sie nuckelt, nuckelt sie auch nur vorne, aber das tut nicht weh (also nur ganz wenig von der grundsätzlichen Gereiztheit).
Vielleicht fühlt es sich für sie so einfach richtiger an? Vielleicht liegts doch am Soor (das ist nur eine rhetorische Frage)? Vielleicht muss ich einfach noch drei, vier Wochen durchhalten? Wir werden sehen.

Danke auch an tinababy für den "einfach hinlegen"-Bericht :) Das versuchen wir auch ab und zu - noch mit mäßigem Erfolg. Aber es hat auch schon geklappt. Mama oder Papa können halt einfach nicht so ruhig halten wie das Bettchen und manchmal nervt es halt, wenn man dauernd wieder aufwacht und ich glaube, dann liegt sie auch lieber in unsere Nähe als auf uns drauf/dran.
Und natürlich auch noch mal danke an alle anderen für ihre Durchhalte- und Mutzusprechungen! Ich bin immer voller Bewunderung wenn ich hier von Leuten lese, die mit BES rummachen müssen oder wirklich anspruchsvolle Kinder haben, die z.B. nur im Tuch schlafen. Verglichen mit sowas ist unser Kind wirklich pflegeleicht und über die meisten Strecken des Tages eine wahre Freude :D
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von blueberry »

Ich schreib Dir heute Abend.

LG, blueberry
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von Batinka »

Berenike hat geschrieben: Langfristig hoffe ich, dass das Kind irgendwann auch ohne Körperkontakt eine Weile fröhlich irgendwo sein mag - sei es Krabbeldecke, Kinderbett, Hochstuhl mit Liegeschale (das ist alles vorhanden). Dann wird das schon alles einfacher. Auch nachts :)
(...)
Verglichen mit sowas ist unser Kind wirklich pflegeleicht und über die meisten Strecken des Tages eine wahre Freude :D
Ich musste das jetzt einfach zusammengekürzt zitieren, es erinnert mich immer noch so an meinen holprigen Start ins Stillen. Ich habe es auch oft abends verzweifelt gedacht, ich quäle mein Kind mit den Stillversuchen und es ist nie zufrieden, und darüber die wunderbaren, ruhigen Stunden am Morgen vergessen. Daher hier nochmal ein alles wird gut! Es klingt, als seit ihr auf einem guten Weg.
Die Arbeit läuft Dir nicht davon, wenn Du Deinem Kind den Regenbogen zeigst. Aber der Regenbogen wartet nicht, bis Du mit der Arbeit fertig bist.

12-10-7
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blueberry
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von blueberry »

Hallo Berenike,
Berenike hat geschrieben:Langfristig hoffe ich, dass das Kind irgendwann auch ohne Körperkontakt eine Weile fröhlich irgendwo sein mag - sei es Krabbeldecke, Kinderbett, Hochstuhl mit Liegeschale (das ist alles vorhanden). Dann wird das schon alles einfacher. Auch nachts :)
Das kommt ganz gewiss :D ! Im Moment ist Dein Baby einfach noch sooo klein - aber im ersten Jahr entwickeln sich die Kleinen wirklich rasant und sprunghaft, so dass man manchmal kaum glauben kann, wie stark sie sich binnen Wochen verändern...
Berenike hat geschrieben:
blueberry hat geschrieben:... Soor...
Wir behandeln das ab jetzt noch mal mit 2 Wirkstoffen und an drei Stellen (Mund, Brust, Po) - es wäre ja fast zu schön um wahr zu sein, wenn davon schon die Schmerzen weg gingen. Ich werde hier aber keine weiteren Fragen dazu stellen ;) Nur berichten, wenns geholfen hat.
Wenn Du Dich - wie Du oben schriebst - (auch) in den Symptomen zu Milchgangssoor wiederfindest, wird eine äußerliche Behandlung allein allerdings nicht ausreichen. Milchgangssoor wird systemisch (mit Tabletten zum Einnehmen) behandelt.
Berenike hat geschrieben:Es ist auch nicht schwierig, sie wieder zu beruhigen - nur leider hält das in solchen Phasen halt nur 10 Minuten an ODER beinhaltet, dass man sich unter dem Kind/mit beiden Händen am Kind befindet. Dann ein Brot schmieren ist halt nicht so einfach, aber du kennst das ja...
Für viele Mütter hat es sich bewährt, sich alles VOR der nächsten zu erwartenden Stillzeit (oder Clusterphase) vorzubereiten, was sie in der "Baby stillt/schläft auf mir"-Phase brauchen: Joghurt mit Müsli, geschmierte Brote, Obststückchen, ... in Reichweite, eine (vorzugsweise einhändig zu öffnende) Wasserflasche, mp3-Player, Fernbedienung des Fernsehers, Laptop, ... (was man halt so brauchen kann). Evtl. findet sich der Partner bereit, einem das Essen morgens vorzubereiten, wenn er sich selbst sein Frühstück und/oder Sandwich für die Arbeit zurecht macht.
Berenike hat geschrieben:Genau so ist es auch bis September, dann ist es andersrum. Dann erwarte ich allerdings auch von ihm, dass er mich so weit entlastet, dass ich außer Stillen nachts nix mehr machen muss. Sonst schaffe ich nämlich meinen Job garantiert nicht mehr... Das haben wir uns so ausgemacht und ich finde das auch in Ordnung. Andere teilen das anders auf. Es hat also nix damit zu tun, dass mein Mann so ein empfindliches Mimöschen wäre und ich mich total aufopfere, gar nicht - ich finde es nur vernünftiger für uns, wenn wenigstens eine/r durch ausreichend Schlaf zurechnungsfähig bleibt ;-)
Dagegen spricht gerade nachts wirklcih gar nichts 8) . Der Papa beteiligt sich ja zudem am Wochenende und an den Abenden und Du kannst Dich tagsüber mit dem Baby hinlegen, was der Papa nicht kann.

Ich wollte nur zu diesen Deinen Sätzen sagen, ...
Berenike hat geschrieben:Dann sind wir aufgestanden, ich hab versucht, sie richtig anzulegen, oder sie rumzutragen, aber sie hat noch ne Dreiviertel Stunde geschrien, bis Papa ihr den Schnuller gegeben hat. 15 min später war sie eingeschlafen und ich am heulen, weil ich es mit meinen "natürlichen" Mitteln nicht geschafft habe, sie zu beruhigen. Außerdem ist das Brust-anschreien an sich schon ein blödes Gefühl... Ich hab wirklich das Gefühl, dass sie nach so einem ganzen Tag mit mir genug von mir hat :-( Anschließend hat sie über fünf Stunden gepennt, muss also völlig fertig gewesen sein - und ich hab sie so gequält ;-(
... dass "Baby dem Papa in die Hand drücken" sehr wohl ein "natürliches Mittel" ist :wink: . Bei uns hat das sehr oft Wunder gewirkt - auch ganz ohne Schnuller.

Menschen sind nunmal "Kollektivbrüter" - dass Menschenbabys schon seit Jahrzehntausenden fast den gesamten Tag Körperkontakt brauchen und sich immer in Rufweite zu Mama (und ihrer Milch :wink: ) befanden, hieß, dass Mama UND Papa, Oma, Cousine, Tante, Neffe, Schwester, ... das Baby herumtrugen - es gab einfach eine größere Auswahl vertrauter Bezugspersonen, die das Baby quasi täglich sah. Dass wir heute ein Baby meist 1:1 betreuen (und zudem nicht mehr den halben Tag wandernd und körperlich arbeitend in Bewegung sind - sondern uns extra für das Baby bewegen), macht ja einen guten Teil der heutigen Belastung für Eltern aus.

Dass nach einer unruhigen Cluster-Feeding-Phase eine längere Schlafphase folgt, ist übrigens ganz normal.
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Berenike hat geschrieben:In ca. 80% der letzten Still-Fälle haben wir es geschafft, so anzulegen, dass das Kinn näher an der Brust und die Nase frei war. Das ist ja schon mal gut, nehme ich an.
Ja, das ist vor allem deshalb gut, weil der umgekehrte Fall (Nase völlig in der Brust vergraben) meist mit zur Babybrust geneigtem Babykopf einhergeht. Man kann auch als Erwachsener leicht ausprobieren, dass es fast unmöglich ist, mit nach vorn geneigtem Kopf den Mund ganz weit aufzumachen. Für einen weit geöffneten Mund legt man den Kopf darum tendenziell in den Nacken - etwa so, als wolle man an etwas schnuppern. Diese Kopfhaltung sollte darum auch dem Baby beim Stillen möglich sein - und das geht normalerweise mit "Babybauch an Mamas Körper, Babykinn in/eng an Mamas Brust, Nase eher frei" einher.
Berenike hat geschrieben:Ab und zu hat sie allerdings noch "gegurgelt" (mit Milch in der Nase gekämpft), geniest, und Schluckauf hat sie auch noch ständig.
Stillst Du noch so, dass das Baby (zumindest etwas) gegen die Schwerkraft trinken kann? Schluckauf gibt sich mit der Zeit - das haben die Babys noch aus der Zeit in Mamas Bauch... .
Berenike hat geschrieben:Ungefähr jedes zweite Mal habe ich versucht, den Warzenhof etwas Richtung Sandwich zu formen, damit er besser ins Schnäbelchen geht - sie schnappt dann zwar zu, aber lässt nach 2, 3 mal saugen wieder los und legt sich so an, wie sie meint dass es richtig ist :roll: Gleiches gilt für die Male, bei denen ich versucht habe, sie erst mal den Mund weit öffnen zu lassen und dann anzulegen: 2, 3 mal saugen, dann loslassen und neu machen, d.h. vorne ansetzen und sich "ransaugen". Die Unterlippe ist dabei immer umgestülpt, an der Oberlippe fummel ich dann ein bisschen rum. Darf ich aber nicht zu doll machen, sonst: siehe oben ;) Wenn sie nuckelt, nuckelt sie auch nur vorne, aber das tut nicht weh (also nur ganz wenig von der grundsätzlichen Gereiztheit).
Vielleicht fühlt es sich für sie so einfach richtiger an? Vielleicht liegts doch am Soor (das ist nur eine rhetorische Frage)? Vielleicht muss ich einfach noch drei, vier Wochen durchhalten? Wir werden sehen.
Hm, also am Soor eher nicht.
Dass das Baby einen kleinen Mund hat, wenn es auf die Welt kommt, ist ja bei allen Babys so - das an sich verursacht keine Schmerzen bei der Mutter. Dass es besser wird, wenn Dein Baby schlicht einen etwas größeren Mund hat, ist aber dennoch nicht völlig ausgeschlossen.

Das mit der Oberlippe ging mir nach. Es kommt vor, dass Babys mit einem sehr kurzen, sehr kräftigen oder besonders tief angesetzten Lippenbändchen der Oberlippe (englisch: "lip-tie") Schwierigkeiten beim Stillen haben. Das führt dann z.B. zu Schmerzen bei der Mutter. Dieses Problem ist unbekannter als das durch ein zu kurzes Zungenbändchen entstehende.

Zum "vielleicht fühlt es sich so richtiger an" - ist Dein Baby mal auf Blockaden untersucht worden?

------------------
An "Sandwich statt Apfel" langfristig dranzubleiben, ist aber trotz allem sinnvoll - vielleicht braucht Dein Baby ein bisschen Zeit, um sich an die neue Technik zu gewöhnen.

LG, blueberry
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Re: Schmerzen beim Stillen (Körperhaltung, Anlegetechnik)

Beitrag von Berenike »

Und noch mal hallo,

komme grad vom Kinderarzt, wir hatten heute Rotavirenimpfung.
blueberry hat geschrieben:Milchgangssoor wird systemisch (mit Tabletten zum Einnehmen) behandelt.
Ja, da ich es aber für sehr unwahrscheinlich halte (ich gehe davon aus, dass die Schmerzen noch deutlich schlimmer sind, wenn man das hat), gehe ich das dann nächste Woche an, wenn ich eh bei meiner Frauenärztin bin.
Der Kinderarzt meinte übrigens: Mundgel ist Quatsch wenn keine Stippen im Mund sind, soll ich lassen. Und Mundgel auf die Brust wär auch Quatsch, wenn mans als Mutter hat soll man eben die entsprechende Creme nehmen. Dass das in der Windel Soor ist, hat er aber immerhin bestätigt. Also cremen wir jetzt erst mal weiter und ich guck dann, was die Frauenärztin dazu sagt.
blueberry hat geschrieben:...auch ganz ohne Schnuller...
Wir sind jetzt wieder beim Finger - was zwar wahrscheinlich auch nicht wirklich gut ist, aber doch hoffentlich besser als Schnuller? Mein Mann versteht es zwar nicht, nimmt es aber so hin. Schließlich möchte er auch, dass es mir irgendwann mal nicht mehr weh tut...
blueberry hat geschrieben:Stillst Du noch so, dass das Baby (zumindest etwas) gegen die Schwerkraft trinken kann?
Ja, ich versuchs. Allerdings geht es das oft mit "Nase in Brust" einher (weil sie dann ja quasi auf mich "drauf fällt"), so dass ich irgendwie so ein Zwischending auspendeln muss, also wie stark ich zurückgelehnt sein kann. Sie hebt ja den Kopf beim Trinken nicht so gern an. Ich hab den Eindruck, mein MSR wird eher noch stärker als schwächer, inzwischen kann ich auch "weitschießen". Am Anfang hat es nur schnell getropft.
blueberry hat geschrieben:Dass es besser wird, wenn Dein Baby schlicht einen etwas größeren Mund hat, ist aber dennoch nicht völlig ausgeschlossen.
Hm, Mundgröße hatte ich jetzt nicht als Faktor mit auf der Rechnung - ist mir aber auch Recht :mrgreen: Das mit dem "drei, vier Wochen warten" bezog sich auf die vielen Erfahrungen der anderen hier, wo es nach einigen Wochen einfach vorbei war (bei dir doch auch?).
blueberry hat geschrieben:Zum "vielleicht fühlt es sich so richtiger an" - ist Dein Baby mal auf Blockaden untersucht worden?
Nein, und ich hätte auch nie gedacht, dass ich das mal schreiben würde, aber: ich werde mir wohl mal einen Ostheopathen empfehlen lassen...

Und ja: wir haben hier ein Lippenbändchen, das relativ weit runterreicht. Es scheint mir aber nicht besonders straff. Auch da meinte der Kinderarzt, ja, bla, durchtrennen ist Quatsch. Da man aber eh nach Amerika fahren müsste, um da an nen Experten zu kommen und es dann auch noch nicht klar ist, ob man es durchtrennen kann oder sollte und ob das dann Besserung bringt, ist es eigentlich auch egal, ob da was ist. In Deutschland scheint das ja als Stillproblem gar nicht anerkannt zu sein. Und es wäre - wie der Milchgangssoor - wieder etwas äußerst unwahrscheinliches. Von daher halte ich den starken MSR verbunden mit der langen Zeit falsch anlegen durch mich am wahrscheinlichsten als Ursache für die Probleme. Oh man, und ich hab mal gedacht, stillen wär einfach...
Immerhin verrenke ich mich etwas weniger. Die aktuellen Kreuzschmerzen kommen vom nächtlichen Stillen mit anschließend quer auf mir schlafendem Kind (ich halb-sitzend), das nicht bewegt werden darf, sonst will es noch mal vierzig Minuten nuckeln. :slürp*
Aber auch das geht ja wahrscheinlich irgendwann vorbei. :D
Ich habe eine Tochter (01/14) und einen Sohn (10/16).
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