Hallo skchang,
ich finde es ganz wunderbar, dass Du Dich für einen bedürfnisgerechten Umgang mit Eurem Baby so einsetzt!

Viele wichtige Fakten, die Dein Gefühl bestätigen, sind ja schon genannt worden. Grundsätzlich gilt, dass ein junges Baby nach Bedarf gestillt am besten gedeiht und sich am wohlsten fühlt. Man darf es darum ruhig bei allen Anzeichen von Unruhe erstmal mit Stillen versuchen - wenn das nicht funktioniert, schaut man weiter, woran es sonst liegen könnte (und das sind die Sachen, die Du auch machen kannst - habt Ihr ein Tragetuch/Tragehilfe, die Ihr gern benutzt?)
* drückt ein Bäuerchen? -> aufrecht oder in Bauchlage tragen
* ist es zu warm oder zu kalt angezogen/zugedeckt? -> im Nacken/zwischen den Schulterblättern sollte das Baby angenehm warm sein aber nicht schwitzig
* liegt es unbequem oder fühlt sich allein? -> hochnehmen und Tragen, sich auf den Bauch legen, Haut an Haut kuscheln ...
* hat es Mühe mit der Verdauung? -> vielen Babys hilft es, sie aus der Windel auszupacken, weil sie sich mit "Luft zwischen den Beinchen" besser erleichtern können
* vielleicht hat es inzwischen doch schon wieder das Bedürfnis nach Mamas Brust (auch wenn die letzte Mahlzeit noch keine 10 Minuten her ist?) -> ...
* ...
Wie gesagt, das sind einige der Dinge, die man heute versuchen würde - allen voran uneingeschränktes Stillen nach Bedarf (also: sobald das Baby anfängt zu suchen, zu schmatzen, die Fäustchen zum Mund zu bewegen, das Köpfchen zu drehen, den Mund auf und zu zu machen...).
ABER:
Deine Frau hat etwas anderes gelesen und ist darum überzeugt, dass Stillen vor Ablauf von 4 Stunden NICHT gut ist für Euer Baby - ja, dass es ihm vielleicht sogar Bauchweh machen würde, es nachhaltig verwöhnt, ... .
Als Mutter möchte sie natürlich das Beste für ihr Baby - und die ihr (vermutlich vor der Geburt oder in den ersten Tagen nach der Geburt in Form von Literatur und/oder Fachpersonal) zur Verfügung stehenden Informationen widersprechen sich mit den Deinen und sagen: erst nach vier Stunden wieder!
Hinzu kommt ein handfestes Problem: Deine Frau hat schlimme Schmerzen beim Stillen!

Das macht sie Deiner Argumentationsweise sicher nicht zugänglicher und ist für sie sicherlich Anlass für großen Kummer.
skchang hat geschrieben:Selina79 hat geschrieben:Was sagt Deine Frau dazu, zu dem was Du uns grad schreibst?
Das ist genau der Punkt. Sie hat sehr starke Schmerzen beim Stillen, diesen Sachverhalt haben wir gerade auch nochmal zusammen besprochen. Und ich glaube es ist ihr vielleicht unangenehm mir zu sagen, dass sie unserem Sohn, abgesehen vom regelmaessigen Stillen alle 4 Stunden, die Brust nicht geben kann/will. Das kann ich auch alles nachvollziehen und ich wuerde gerne zusammen mit ihr das Problem loesen. Aber irgendwie ist nichtmal klar, was das Problem genau ist.
Ich sehe darum hier den wichtigsten Punkt. EGAL WIE OFT Deine Frau stillt - es sollte möglichst bald schmerzfrei geschehen!
Da Beratung über drei Ecken schlecht funktioniert, könntest Du Deine Frau vielleicht ermutigen, sich bezüglich der Schmerzen Hilfe zu suchen. Wie oft am Tag sie dann schmerzfrei stillt, ist ja erstmal völlig unerheblich!
Ihr könnt Euch vor Ort an eine Stillberaterin (AFS, LLL oder IBCLC) wenden oder Deine Frau sucht sich hier bei uns Hilfe - dazu müsste SIE SELBST sich aber bitte hier anmelden. Dann kommt Ihr der Ursache der Schmerzen bestimmt bald näher und könnt das in den Griff bekommen.
Da "ich hab das aber im Internet gelesen" mich an Stelle Deiner Frau ganz sicher nicht sonderlich beeindrucken würde, wäre es vielleicht hilfreich, wenn Du Dir schriftliche Informationen besorgst, die auf dem neuesten stillberaterischen Stand sind.
Ein gutes, kurz gefasstes Stillbuch wäre da sicherlich gut (Im Wochenbett will eine Frau sich nicht durch hunderte Seiten graben

). Oder als Einstieg noch viel kürzer: z.B. das
Faltblatt "Stillen" der AFS
Schmerzen beim Stillen sind oft durch Verbesserungen beim Anlegen und
Maßnahmen gegen wunde Brustwarzen in den Griff zu bekommen. Ich wünsche Deiner Frau ganz bald kompetente Hilfe und gute Besserung! Dein Verständnis, Deine tatkräfige Unterstützung bei der Versorgung Eures Babys und Dein offenes Ohr werden Ihr sicherlich dabei helfen

.
LG, blueberry