Alkohol und Familienbett

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

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pallina
ist nicht mehr wegzudenken
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Re: Alkohol und Familienbett

Beitrag von pallina »

in dem link steht aber auch, dass 2 gläser bei männern pro tag okay ist unter der vorraussetzung, dass an mind. 2 tagen in der woche gar nicht getrunken wird.
pallina mit drei kindern, geboren 2006, 2010 und 2016
EmiliasGini
hat viel zu erzählen
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Re: Alkohol und Familienbett

Beitrag von EmiliasGini »

Ja, das stimmt. Finde ich trotzdem extrem viel. Vielleicht habe ich da einfach eine andere Sicht. Als Dorfkind wurde bei uns zu Dorffesten (1x im Monat) von ALLEN extrem viel getrunken, exzessiv gefeiert und so.
Ansonsten gab es keinen Alkohol. Bzw. nur zu besonderen Anlässen.

Abends am Essenstisch Alkohol fände ich persönlich komisch.

Der Link hat aber eine schöne Übersicht, wie ich finde:
Sind Sie ein gutes Vorbild für Ihr Kind?

Was leben Sie Ihrem Kind vor? Welche Trinkgewohnheiten pflegen Sie? Welchen Stellenwert haben alkoholische Getränke in Ihrem Leben und in Ihrer Familie? Nehmen Sie sich Zeit, diese Fragen ehrlich zu beantworten und finden Sie heraus, welche Rolle Alkohol bei Ihnen und in Ihrer Familie spielt.
Folgende Fragen können Ihnen als Orientierung dienen:
Wird bei Ihnen zu Hause täglich Alkohol getrunken?
Nein.
Erlebt Ihr Kind Sie manchmal betrunken?
Nein.
Erlebt Ihr Kind, dass Sie Alkohol trinken, wenn Sie „schlecht drauf“ sind?
Nein.
Erlebt Ihr Kind, dass Sie beispielsweise bei Festen Gäste zum Alkoholkonsum auffordern?
Nein. Es wird höchstens etwas zur Auswahl angeboten.
Gibt es Zeiten bei Ihnen zu Hause, in denen kein Alkohol getrunken wird, zum Beispiel tagsüber oder während der Woche?
Natürlich. In der Woche sowieso nie.
Bieten Sie Gästen Wasser und Säfte genauso selbstverständlich an wie Bier und Wein?
Definitiv. Bzw. biete ich Gästen Bier und Wein selten an. Das haben wir selten zuhause.
Erlebt Ihr Kind, dass Sie klare Grenzen im Umgang mit Alkohol setzen? Hört es von Ihnen Sätze wie zum Beispiel: „Nein, ich will noch Auto fahren, ich trinke keinen Alkohol!“ oder „Nein, ich möchte heute keinen Alkohol trinken.“?
Naja, dass man betrunken nicht fährt ist ja wohl selbstverständlich. Aber warum sollte man dem Kind sagen, dass man heute nichts trinkt. Unsere Kinder kämen gar nicht auf die Idee, das etwas getrunken wird.
G. mit Sohnemann P. (03/2006), Töchterchen E. (07/2007) und Minimaus L. (05/2009)
Lösche Benutzer 14500

Re: Alkohol und Familienbett

Beitrag von Lösche Benutzer 14500 »

EmiliasGini hat geschrieben:Ja, das stimmt. Finde ich trotzdem extrem viel. Vielleicht habe ich da einfach eine andere Sicht. Als Dorfkind wurde bei uns zu Dorffesten (1x im Monat) von ALLEN extrem viel getrunken, exzessiv gefeiert und so.
Ansonsten gab es keinen Alkohol. Bzw. nur zu besonderen Anlässen.

Abends am Essenstisch Alkohol fände ich persönlich komisch.
Ich denke, wir sind uns hier alle einige, dass stark alkoholisierte Personen im Familienbett nicht gut aufgehoben sind und besser woanders schlafen sollten - und wenn das nicht möglich ist, dann wenigstens mit einer nüchternen Person als "Barriere". (Wobei ich "ganz woanders" wirklich immer präferieren würde - schon allein, damit das Kind - wenn es nachts aufwacht - die betrunkene Person nicht im betrunkenen Zustand erlebt.) Und wir sind uns, denke ich, auch einig, dass eine alkoholisierte Person nie die Verantwortung für ein Kind haben sollte und dass man Kindern generell einen vernünftigen und maßvollen Umgang mit Alkohol vorleben sollte - ich bin mir sicher, niemand hier möchte, das sein Kind ihn/sie regelmäßig alkoholisiert erlebt.

Eine Sache muss ich zu deinem Kommentar, EmiliasGini noch anmerken, das ist mir wichtig: Natürlich weiß ich nicht, wer in deinem Dorf alles ein Alkoholproblem hat - ich hoffe einfach, keiner. Aber die Tatsache, dass man es ja auch schafft, zwischendurch nüchtern zu sein bzw. tagelang nichts zu trinken bedeutet nicht automatisch, dass man kein Alkoholproblem hat.* Tatsächlich ist es weniger kritisch, drei Tage hintereinander zwei Bier zu trinken (und eben nicht noch ein drittes oder viertes) als einmal in der Woche übermäßig viel. Denn das Problem von Alkoholikern ist, dass sie eben nicht aufhören können, wenn sie einmal angefangen haben zu trinken. Abstinent sein geht. Es ist sehr schwer, klar, und es erfordert viel Willenskraft, aber noch jeder Alkoholiker, den ich kenne, hat es geschafft, mehrere Tage am Stück nicht zu trinken - das Problem ist, dass Alkoholiker nicht kontrolliert trinken können. Sie können es schaffen, abstinent zu sein, aber sie können es nicht schaffen, nur zwei Bier zu trinken - es würden drei oder vier oder mehr werden. (Eher mehr, weit mehr.) Insofern spräche ein Verhalten, wie das von dir beschriebene - nicht trinken, aber wenn, dann übermäßig und mehr als es vielleicht gut wäre - eher für Alkoholismus als ein regelmäßiges Glas Wein am Abend. (Dann wäre halb Frankreich alkoholabhängig. :-))


* Umgekehrt bedeutet die Tatsache, dass man auf Dorffesten viel trinkt, natürlich auch nicht, dass man Alkoholiker ist.
Captainsparrow

Re: Alkohol und Familienbett

Beitrag von Captainsparrow »

Ich finde abends voll und morgens um 6:30 arbeiten gehen viel bedenklicher. Ausser er lässt dann das Auto stehen und arbeitet in einem Büro, wo er sich selbst und andere nicht gefährden kann.
ICH personlich finde es krass viel, ein Mal die Woche betrunken zu sein. Generell finde ich es unverständlich, sich zu betrinken oder zu berauschen. Bewusst seinem Körper ein Gift in so hohem Maße zuzuführen, dass die Nerven geschädigt werden und man dadurch sein Verhalten ändert, Hemmungen verliert und einen gewissen Kontrollverlust erfährt.
Für mich sind betrunkene Menschen nicht lustig oder entspannt. Ein betrunkener Mensch ist in meinen Augen immer nur lächerlich, egal ob er übertrieben enthemmt lacht , Blödsinn redet und lallt , oder sich eingekotzt in die Ecke legt. Ent-menschlicht irgendwie.
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MaareMum
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Re: Alkohol und Familienbett

Beitrag von MaareMum »

Miffi hat geschrieben:
Eine Sache muss ich zu deinem Kommentar, EmiliasGini noch anmerken, das ist mir wichtig: Natürlich weiß ich nicht, wer in deinem Dorf alles ein Alkoholproblem hat - ich hoffe einfach, keiner. Aber die Tatsache, dass man es ja auch schafft, zwischendurch nüchtern zu sein bzw. tagelang nichts zu trinken bedeutet nicht automatisch, dass man kein Alkoholproblem hat.* Tatsächlich ist es weniger kritisch, drei Tage hintereinander zwei Bier zu trinken (und eben nicht noch ein drittes oder viertes) als einmal in der Woche übermäßig viel. Denn das Problem von Alkoholikern ist, dass sie eben nicht aufhören können, wenn sie einmal angefangen haben zu trinken. Abstinent sein geht. Es ist sehr schwer, klar, und es erfordert viel Willenskraft, aber noch jeder Alkoholiker, den ich kenne, hat es geschafft, mehrere Tage am Stück nicht zu trinken - das Problem ist, dass Alkoholiker nicht kontrolliert trinken können. Sie können es schaffen, abstinent zu sein, aber sie können es nicht schaffen, nur zwei Bier zu trinken - es würden drei oder vier oder mehr werden. (Eher mehr, weit mehr.) Insofern spräche ein Verhalten, wie das von dir beschriebene - nicht trinken, aber wenn, dann übermäßig und mehr als es vielleicht gut wäre - eher für Alkoholismus als ein regelmäßiges Glas Wein am Abend. (Dann wäre halb Frankreich alkoholabhängig. :-))


* Umgekehrt bedeutet die Tatsache, dass man auf Dorffesten viel trinkt, natürlich auch nicht, dass man Alkoholiker ist.
Ganz genau! Der Kontrollverlust über das Trinken, das Nicht-mehr-aufhören-können ist ein ganz wichtiger Knackpunkt. Jetzt wirst du sicherlich sagen: "mein Mann kann ja aufhören, wenn er will, aber er will so besoffen sein."
Aber kann er das wirklich?
Ich finde es immer wieder erschreckend, wie selbstverständlich in unserer Gesellschaft Alkohol-Konsum ist, ständig und überall und auch in großen Mengen.
Und Chrissi kann ich auch nur komplett zustimmen.
Gruß, MaareMum
mit dem Großkind (2011) an der Hand und dem Kleinkind (2014) im Tuch
Lösche Benutzer 1828

Re: Alkohol und Familienbett

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

chrissi hat geschrieben:Ich finde abends voll und morgens um 6:30 arbeiten gehen viel bedenklicher. Ausser er lässt dann das Auto stehen und arbeitet in einem Büro, wo er sich selbst und andere nicht gefährden kann.
ICH personlich finde es krass viel, ein Mal die Woche betrunken zu sein. Generell finde ich es unverständlich, sich zu betrinken oder zu berauschen. Bewusst seinem Körper ein Gift in so hohem Maße zuzuführen, dass die Nerven geschädigt werden und man dadurch sein Verhalten ändert, Hemmungen verliert und einen gewissen Kontrollverlust erfährt.
Für mich sind betrunkene Menschen nicht lustig oder entspannt. Ein betrunkener Mensch ist in meinen Augen immer nur lächerlich, egal ob er übertrieben enthemmt lacht , Blödsinn redet und lallt , oder sich eingekotzt in die Ecke legt. Ent-menschlicht irgendwie.
Genau.

Ich finde Betrunkene unangenehm, mag sie nicht in meiner Gegenwart.
xiongmao
alter SuT-Hase
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Registriert: 27.03.2011, 04:48

Re: AW: Alkohol und Familienbett

Beitrag von xiongmao »

chrissi hat geschrieben: Ent-menschlicht irgendwie.
Das finde ich sehr treffend! Aber auch dem Rest des Beitrags stimme ich zu.
Viele Menschen versäumen das kleine Glück, während sie auf das Große vergebens warten.
Pearl S. Buck

Großmaus
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Captainsparrow

Re: Alkohol und Familienbett

Beitrag von Captainsparrow »

Also ich bin kein Alkoholgegner. Ich hatte ja schon mehrfach erwähnt dass ich auch mit Alkohol koche, im Sommer mal ein Bier trinke oder auch nen Cocktail. Des Geschmacks wegen. Wenn es aber keine harten Spirituosen sind, muss man ja -um betrunken zu werden- schon deutlich über den Durst trinken. Ich trink vielleicht den Abend über ne Flasche Wasser für den Durst. Von einem Liter Bier wird ja aber der Durchschnittsmensch nicht betrunken, d.h. man trinkt , um betrunken zu sein. Oder aus der Gewohnheit, bei der Anwesenheit von Alkohol "Gas zu geben".
Bei uns gibt es Leute, die trinken an nem Abend auf dem Wurstmarkt (sehr bekanntes Weinfest hier) 10 Schoppenschorle. Also 5 Liter!!! Flüssigkeit. Das kann mir keiner erzählen, dass das Durst ist ( wenn man nicht grad ein Pferd ist)
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