Hallo Crystal,
schön, dass Du so einen unternehmungslustigen Partner hast, der Euer Stillbaby so gern betreut
Du schreibst, dass sich das von Anfang an bei Euch so eingespielt hat, dass der Papa das Baby auch mal zwei Stunden allein betreut. Was und wie füttert er denn, wenn er zuhause allein mit dem Baby ist?
Crystal hat geschrieben:Aber! Sie kommt ja so unterschiedlich, ist ja auch klar, wir haben ja auch nicht nach Uhrzeit Hunger oder Durst. Manchmal schafft er es nicht mal bis ans Ende des Dorfes, trotz vorherigem Stillen, manchmal ist aber auch 3-4 Stunden Ruhe, wenn ich mit bin.
Das ist in der Tat völlig normal - Babys möchten manchmal erst nach zwei, drei Stunden wieder an die Brust, ein andermal 15 Minuten nach dem letzten Stillen. Nicht zu vergessen, dass nicht jedes Stillbedürfnis gleichzusetzen ist mit Hunger - Stillen ist ja mehr als "mit Nahrung versorgen"

.
Crystal hat geschrieben:Abpumpen klappt nicht wirklich. Wenn die Brüste sehr voll sind, kommt aber sehr selten vor, dann kann ich so 40-50ml ausstreichen, aber wie gesagt, ist sehr selten.
40-50ml ausstreichen zu können, klingt aber nach einen recht verheißungsvollen Ergebnis. Kennst Du die Tipps zu erfolgreichem Abpumpen aus unserer
LINKSAMMLUNG STILLWISSEN? Vielleicht lässt sich das Gewinnen von Muttermilch ja doch so ausbauen, dass der Papa einfach abgepumpte Milch mitnehmen könnte - das würde einiges vereinfachen so mitten im Wald allein mit Baby. Denn:
Crystal hat geschrieben:Ein bisschen Pulvermilch anrühren und mitgeben, um es mit dem Löffel zu füttern?
Davon muss aus hygienischen Gründen unbedingt abgeraten werden. Pulvermilch muss immer aus Pulver und abgekochtem Wasser direkt vor der Mahlzeit
frisch zubereitet werden. Übrig gebliebene Reste müssen außerdem verworfen werden, da zubereitete Milchnahrung ein idealer Nährboden für allerlei Keime ist.
Wenn Dein Baby also beispielsweise dreimal aufwacht und Hunger hat, sollte der Papa unterwegs die Möglichkeit haben, aus abgekochtem Wasser (z.B. aus einer Thermoskanne) und abgemessenen Milchpulverportionen dreimal frische Milchnahrung herzustellen.
Crystal hat geschrieben:Ich muss dazu sagen, mein Mann ist "Grobmotoriker"

Das wären zu viele Dinge auf einmal zu händeln...
Vielleicht wäre Bechern zu lernen dann einen Versuch wert - Löffelfütterung ist für größere Mengen (zumal unterwegs und mit klammen Fingern) wirklich zu fummelig.
Bei abgepumpter Muttermilch entfiele zumindest schonmal die Zubereitung. Dass einmal "angebrochene" (also mit Mund und Speichel des Babys in Berührung gekommene) Milchportionen auch hier nicht nochmal erneut angeboten werden sollten, hieße aber bei einer mehrstündigen Wanderung ebenfalls: kleine Portionen mitnehmen, die dann einzeln gefüttert werden können. Es gibt z.B. Becherchen mit Schraubdeckeln - da hätte er dann gleich Transportgefäß und Füttergefäß in einem und könnte einfach mehrere davon mitnehmen.
Crystal hat geschrieben:Der Papa möchte sooo gern mit dem Töchterchen mal länger raus (trägt im MT, wir wohnen im Harz, zu wandern gibts hier massig, sind auch Wandernadelteilnehmer).
Ich verstehe diesen Wunsch des Papas durchaus. Nun ist Euer Baby ja aber nicht lange so klein und die "wie versorgen wir das Baby in Mamas Abwesenheit mit Nahrung, Trost und Saugmöglichkeit"-Frage, wird sich schon in wenigen Monaten nicht mehr so akut stellen wie jetzt, wo Euer Baby eben noch wirklich sehr frisch ist. Vielleicht könnte der Papa auf seinen Touren jetzt im Winter Euer Haus ja eher "umkreisen" als sich sehr weit zu entfernen? Dann könnte er in angemessener Zeit einfach von überall auf seiner Tour nach Hause zurückkehren, wenn Euer Baby stillen möchte. Oder Du gehst tatsächlich mit? Bewegung an frischer Luft tut ja nicht nur Papa und Baby gut - und der Papa kann ja trotzdem tragen
(Die praktischen Fragen der Winterwanderung ansich stünden für mich hier fast mehr im Vordergrund. Ich weiß nicht, ob ich
einen Erwachsenen mit einem Säugling
allein mehrere Stunden in den winterlichen Harz losziehen lassen wollen würde, egal ob das der Papa oder die stillende Mama ist. Oder was man dann tut, wenn das Baby gewickelt werden muss. Vielleicht bin ich da zu fantasielos

)
Aber wie gesagt: Bechern stelle ich mir deutlich praktikabler vor als Löffelfüttern. Evtl. müsste man zum Bechern das Kind nichtmal unter der Tragejacke hervorholen, so dass es schön warm bleibt (über der Jacke würde ich ein so kleines Baby im Winter nicht mehrere Stunden tragen).
Und abgepumpte Milch, die in jeder Temperatur verfüttert werden kann, die da Baby annimmt, erscheint mir wanderfreundlicher als sich über korrekt temperiertes Wasser, ml-Angaben und Pulvermilchzubereitung mit klammen Händen Gedanken machen zu müssen.
Berichte doch gern mal, was sich letztlich bewährt hat. Viel Spass Euch allen dreien jedenfalls im winterlich weißen Harz
LG, blueberry