Persistierender asymmetrischer tonischer Nackenreflex

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

Antworten
Benutzeravatar
Nelly2012
ist mit Leidenschaft dabei
Beiträge: 975
Registriert: 11.08.2013, 10:15

Re: Persistierender asymmetrischer tonischer Nackenreflex

Beitrag von Nelly2012 »

Ach und Becca, tausend Dank!!!


Sent from my iPhone using Tapatalk
Liebe Grüße,

Nelly mit ihren drei Mädels (2012, 2016 und 9/2019)
Lösche Benutzer 14377

Re: Persistierender asymmetrischer tonischer Nackenreflex

Beitrag von Lösche Benutzer 14377 »

Hab gerade diesen Thread hier entdeckt und jetzt frage ich mich, ob meine Tochter sowas auch hat. Die "Symptome" sind folgende: Sie schläft von Geburt an immer mit überstrecktem Kopf auf der Seite liegendem Kopf. Jetzt wo sie läuft, flitzt sie immer wieder durch die Gegend die Arme beide nach hinten steif ausgestreckt. Sieht witzig aus und ich hab mir darüber noch keine GEdanken gemacht, aber jetzt wo ich das hier so lese... was meint ihr, ist das pathologisch?
mafe
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1045
Registriert: 12.11.2013, 10:43

Re: Persistierender asymmetrischer tonischer Nackenreflex

Beitrag von mafe »

Was genau ist eigentlich so blöd an dem Reflex? Welche Folgen können deshalb entstehen? :oops:
mafe mit Zwergin (12/12) und Zwerg (09/15) auf dem Arm und Sternchen tief im Herzen (10/14)
Benutzeravatar
Nelly2012
ist mit Leidenschaft dabei
Beiträge: 975
Registriert: 11.08.2013, 10:15

Re: Persistierender asymmetrischer tonischer Nackenreflex

Beitrag von Nelly2012 »

Lamiacae, ich würde glaube ich echt mal die Reflexe checken lassen. Bin aber Laie, kann auch alles ok sein, aber naja überstrecken nach hinten haben wir hier auch...
Mafe, mir wurde gesagt, dass sie permanent unter Anspannung ist, das also ihr Körpertonus gestört ist (und das noch asymmetrisch?).
Heute Nacht war wieder ganz grauenvoll. Erst ist sie nicht eingeschlafen, und das, obwohl ich gerade so sehr die abendliche Stunde für mich genieße:-( also bin ich VOR ihr ins Bett, weil mich die halbe Stunde im Dunkeln sitzen echt fertig gemacht hat. Habe sie beim Papa gelassen, leider nicht ohne lautes Schimpfen. Später kam sie gefühlt im Halbstundentakt. Gerade wieder eingeschlafen (natürlich auf mir - sehr bequem!!!!!), dann wurde wieder gezuckt, nach hinten durchgestreckt und gebrüllt. Und das so um die fünfzehnmal die Nacht.
Habe nur auf den Wecker meines Mannes gewartet, damit der sie mit rausnimmt und dann kam nur:"Ich muss duschen!". Da bin ich wieder laut geworden. Leider dem zu wickelnden Kind gegenüber. Und das macht er mir jetzt zum Vorwurf. Aber ich kann halt auch irgendwann nicht mehr...
Sorry für das OT, musste mal raus...


Sent from my iPhone using Tapatalk
Liebe Grüße,

Nelly mit ihren drei Mädels (2012, 2016 und 9/2019)
mafe
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1045
Registriert: 12.11.2013, 10:43

Re: Persistierender asymmetrischer tonischer Nackenreflex

Beitrag von mafe »

Nelly, ich drück dich und das hört sich nach einer besch... Nacht an. Und ich kann das so gut verstehen, wenn man aggressiv und lauter wird... :( Es geht uns allen so, vor allem, wenn man nachts so gequält wird. Aber du bist trotzdem eine super Mutter!! Vielleicht magst du alle schlechten Gedanken immer wieder aufschreiben, so liegen sie an einem 3. Ort und man kann sie besser von außen betrachten und wegwerfen. Das rät mir zumindest unsere Therapeutin...

Wie klappt es mit den Übungen? Hat dir die KG neue Übungen gezeigt, falls die anderen im Moment nicht mehr fruchten?

Wir waren heut auch wieder bei der KG (weil sie muskulär noch schwach ist) und jedes mal danach bin ich fix und fertig, weil ich das Gefühl hab, dass meine Tochter nichts kann :cry: das ist irgendwie auch nicht der Sinn und Zweck davon. und das mit den Reflexen sprech ich auch mal an...

Ich schick dir eine große Portion Kraft und wenn du dich ausko... musst, schreib einfach, das hilft! ;)
mafe mit Zwergin (12/12) und Zwerg (09/15) auf dem Arm und Sternchen tief im Herzen (10/14)
Benutzeravatar
posy
Mod a.D.
Beiträge: 17763
Registriert: 15.10.2007, 20:28
Wohnort: Berlin

Re: Persistierender asymmetrischer tonischer Nackenreflex

Beitrag von posy »

Puh, du Arme, wie anstrengend.
((()))

Du, nach so einer Nacht, werde ich auch laut. Das muss auch mal 'raus!
Und hier ist immer ein Ort, wo du all das ablassen kannst!

Es wird sicher bald besser!
Bei deinem Kind tut sich so viel und es hat nur begrenzte Möglichkeiten sich abzureagieren.
Du machst das toll - bleibst dran, obwohl es alles andere als eine "schöne" Therapie ist. Das braucht von dir ja auch viel Energie!
Also, gehe sorgsam auch mit dir um, ja?
Liebe Grüße von Nina mit dem großen (05/07), dem mittleren (10/09) und dem kleinen Tragling (2/2013)
Benutzeravatar
Nelly2012
ist mit Leidenschaft dabei
Beiträge: 975
Registriert: 11.08.2013, 10:15

Re: Persistierender asymmetrischer tonischer Nackenreflex

Beitrag von Nelly2012 »

Danke euch!!!! Heute ist es schon wieder besser, obwohl die Nacht wieder turbulent war:-(
Haben nächste Woche Dienstag doch noch einen Termin bekommen.
Derzeit bin ich mir wirklich unsicher mit den Griffen zuhause und die Maus hat auch nicht wirklich Lust, echt frustrierend...


Sent from my iPhone using Tapatalk
Liebe Grüße,

Nelly mit ihren drei Mädels (2012, 2016 und 9/2019)
Benutzeravatar
beccarei
Dipl.-SuT
Beiträge: 5272
Registriert: 25.10.2012, 19:04

Re: Persistierender asymmetrischer tonischer Nackenreflex

Beitrag von beccarei »

Nelly, ich wünsche euch eine ruhige Nacht. Und Dir wünsche ich, dass Du morgen früh in Ruhe duschen kannst.
Liebe Grüße,
Becca
(Mit der Bari-Sax-Spielerin (2012), dem Posaunisten (2015) und dem Kämpfer im Herzen (2015)
mafe
ist nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 1045
Registriert: 12.11.2013, 10:43

Re: Persistierender asymmetrischer tonischer Nackenreflex

Beitrag von mafe »

Hi Nelly, wie geht's euch? Klappt's wieder besser mit den Übungen?

Wir sind seit 2 Wochen wieder in Behandlung und sollen auch die Phase 2 nach Voijta machen und Zwergin hier weint so bitterlich dabei :cry: Ich kann dich so gut verstehen... (((())))

Wir probierens jetzt noch ein paar Mal und wenn sie dabei immer noch so weint, dann lass ich es, ich bringe es einfach (nicht mehr) übers Herz, sie absichtlich zum schreien zu bringen. Und dann muss es eine Alternative geben!
mafe mit Zwergin (12/12) und Zwerg (09/15) auf dem Arm und Sternchen tief im Herzen (10/14)
Benutzeravatar
Nelly2012
ist mit Leidenschaft dabei
Beiträge: 975
Registriert: 11.08.2013, 10:15

Re: Persistierender asymmetrischer tonischer Nackenreflex

Beitrag von Nelly2012 »

Mafe, ich kann dich so verstehen, in so vielen Punkten, das glaubst du gar nicht. Einerseits will man seinem Kind helfen und diese Therapeuten erzählen einem, nur so könne man es, andererseits muss man permanent gegen seinen Instinkt handeln.

Ich dachte ja auch die ganze Zeit wir machen Vojta (habe jetzt rausgefunden, das dem nicht so ist) und habe mich damit noch einmal ein bißchen auseinandergesetzt. Diese Therapieform ist ja nicht unumstritten. Und es gibt wohl Alternativen. Ich weiß nicht, wie schwer die Haltungsfehler bei deinem Kind ausgeprägt sind, aber ich glaube, ich an deiner Stelle würde auf jeden Fall noch einmal eine zweite Meinung einholen. Gerade die Vojta-Therapeuten sind wohl sehr, sehr dogmatisch und machen der Mutter gerne mal ein schlechtes Gewissen (à la sie übe zu wenig zu Hause) und du wirst evt. überrascht sein, dass ein anderer Therapeut die Situation ganz anders einschätzt.

Geh deinem negativen Gefühl nach, lass evt. mal einen alternativen Kinderarzt die Haltung deines Kindes begutachten, da gehen die Meinungen teilweise sehr weit auseinander.

Genauso ging es uns nämlich die letzten Tage. Muss ich jetzt einmal hier erzählen, um meine Gedanken zu ordnen. Muss eigentlich arbeiten, aber das beschäftigt mich gerade total.

War ja immer noch unsicher bzgl. der Impffrage, weil der zuletzt kontaktierte homöopathische Kinderarzt (vielleicht erkennt ihn der eine oder andere durch die folgenden Schilderungen wieder) ja der Meinung war, man solle auf keinen Fall bei einer bestehenden Körpertonusstörung impfen.
Also habe ich Kinderarzt Nr. 3 kontaktiert, einen antroposophischen, an einer Walddorfschule tätig. Er ist eindeutig für Impfungen und ich fand die Mischung interessant. Dort waren wir am Dienstag. Im Gespräch entwickelten sich drei Problemfelder: das Impfen, die (angebliche) Körpertonusstörung und das häufige nächtliche Aufwachen unseres Kindes. Als ich ihm vom Besuch beim homöopathischen Kinderarzt erzählte, meinte er sofort, er kenne den alten Herren, er habe selbst bei ihm seine homöopathische Ausbildung gemacht und ihn lange Zeit bewundert, dann habe er aber festgestellt, dass dieser Kinderarzt, bei JEDEM Kinde eine Körpertonusstörung diagnostiziere. Als ich ihm den Seitsitz vorführte, meinte er:"Lassen Sie Ihr Kind in Ruhe..."
So, da steh ich nun. Die Physio kündigte mir bereits an, dass der antroposophische Kinderarzt (sorry, muss bei diesen Bezeichnungen bleiben, sonst kommt man durcheinander, auch wenn es lächerlich klingt) der Behandlungsform kritisch gegenüberstehe. Wir machen übrigens, so habe ich endlich herausgefunden, eine neurophysiologische Behandlung nach Pfeiffer-Meisel, wenn wer damit Erfahrungen hat oder glaubt, einen der beiden Kinderärzte zu kennen, bitte, bitte melden!

Das meine ich mit verschiedenen Ansätzen. Der eine KiA sagt, mein Kind müsse unbedingt therapiert werden und schlafe deshalb so schlecht und der andere sagt, ja klar, ihre Zehen seien bißchen übereinander etc. aber er wisse nicht, warum das problematisch sein solle.

Und jetzt kommt der absolute Hammer. Und ja, ich bin selbst schuld, viele Köche verderben den Brei. Aber ich bin mir eben so unsicher...
Kinderarzt Nr. 3 ist der Meinung, ihr nächtliches Aufwachen habe keine körperliche Ursache. Sondern eine seelische Komponente. Er rate zu einem Schlafprogramm. An dieser Stelle habe ich überlegt, ob ich in den geschützten Bereich wechseln soll. Weil ich mir vorstellen kann, was jetzt naturgemäß geschieht. Dann habe ich mich dagegen entschieden. Ich möchte das hier öffentlich darlegen. Weil ich mich nicht zu verstecken brauche.
Er lächelte mich freundlich (ja, wirklich und ich bin mir zu 100% sicher, dass er kein böser, kinderhassender Mensch ist) an und sagte:"Ja, jedes Kind kann schlafen lernen."
Ich bin mir darüber im Klaren, dass an dieser Stelle 90% der Forennutzer sofort die Praxis verlassen hätten. Das habe ich nicht getan. Ich habe mir sogar einen weiteren Termin geben lassen, um mir seine Sichtweise näher erläutern zu lassen. Der Termin war gestern.
Ich werde nicht müde zu betonen, dass ich meine Tochter über alles liebe, dass ich bereit bin, alles mir Mögliche für sie zu tun. Ich habe eine Petition gegen dieses Buch unterschrieben und mir tut jedes Kind leid, dessen Eltern das in dem Buch Geratene kategorisch durchgeführt haben.
Aber der Arzt teilte mir eine Sichtweise mit, die in mir eine Art Knoten zum Platzen brachte. Entschuldigt, dass ich so sehr ins Detail gehe, aber das Ganze beschäftigt mich ziemlich. Er meinte, ich solle mich mal näher mit Aaron Antonovsky befassen. Dieser untersuchte ehemalige KZ-Inhaftierte und stellte dabei verwundert fest, dass ein Teil nicht wie die anderen seelisch zerstört sei. Dies schrieb er deren hohem "sense of coherence", ihrer Fähigkeit, sich trotz enormer Stressfaktoren im seelischen Gleichgewicht zu halten, zu. Der Arzt ist der Meinung, ich müsse meiner Tochter gewisse Herausforderungen (alleine einzuschlafen) zumuten, um ihre Selbstregulationsfähigkeit zu stärken.
Ich kann mir gut vorstellen, dass hier ganz viele an dieser Stelle zuviel bekommen, aber ich fand den Gedankengang sehr interessant. Weil es unsere Situation beschreibt. Ich habe seit der Geburt Angst, etwas an ihr kaputt zu machen. Diese Angst hat er mir ein Stück weit genommen und mir Mut gemacht, ihr durchaus auch mal etwas zuzutrauen. Aus diesem Grund habe ich - obwohl er JKKSL propagiert - einen weiteren Termin gemacht. Weil mich interessiert, wie ich in seinen Augen meinem Kind helfen kann, nicht weil ich eine Verbesserung für mich möchte.
Ich versuche, mich jetzt kürzer zu fassen. Gestern hat er sich nach seiner offiziellen Sprechstunde zwei (!) Stunden Zeit genommen, um uns zu beraten. Leider könne er mir keine sanftere Methode anbieten, er sei sich aber sicher, dass die Psyche meiner Tochter davon keinen Schaden nehme, sondern sie eher gestärkt daraus hervorginge. Im Dreiminutentakt würde er immer wieder zu ihr gehen, sie beruhigen (ohne sie auf den Arm zu nehmen) und dann wieder das Schlafzimmer verlassen. Mein Mann war, nein ist, davon Feuer und Flamme. Ich habe mich aber dagegen entschieden. Und bin somit jetzt (zumindest ein bißchen für meinen Mann) selbst Schuld an der Misere. Denn die Lösung lehne ich ja ab.
Ich weiß gar nicht, warum ich das hier erzähle. Ich weiß ja, was ihr davon haltet. Aber irgendwie war ich einen kurzen Moment bereit, mich darauf einzulassen. Obwohl ich die Methode von Anfang an zutiefst ablehne. Egal. Ich wollte das mit euch teilen. Danke fürs Zuhören.
Liebe Grüße,

Nelly mit ihren drei Mädels (2012, 2016 und 9/2019)
Antworten

Zurück zu „Schlaf, Kindlein, schlaf...“