Dauerstillen und Tagesablauf

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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iphigenie
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Dauerstillen und Tagesablauf

Beitrag von iphigenie »

Mein Problem ist vielleicht gar keins oder es ist hausgemacht - keine Ahnung, also von vorn.

Meine Zwillinge sind am 9.9. in der 35. SSW geholt worden. Wir waren 4 Wochen auf der Neo und wurden vollstillend entlassen.
Wir stillen immer noch voll und sie nehmen gut zu - von dieser Seite also kein Problem und sicher auch keine zufütter-Indikation.

Aber: wir stillen den ganzen Tag. Pausen? Was ist das? Höchstens mal für ne Stunde schlaf auf dem Arm. Richtig schlafen tun sie nur nachts - da trinken sie aber auch anders, nämlich mehr auf einmal.

Ich weiß, dass sie anders könnten denn vorletzte Woche waren wir für 1,5 Wochen nochmal stationär wegen Mittelohrentzündung und da musste es aufgrund fehlender Unterstützung seitens der Schwestern leider mit schreien auch gehen und nach ein paar Tagen hatten sie dann auch sowas wie einen Rhythmus. Kaum zuhause war aber natürlich alles wieder anders und logischerweise lasse ich sie ja auch nicht absichtlich schreien.

Nun komme ich langsam aber sicher an meine körperlichen Grenzen und möchte natürlich auch nicht den ganzen Tag stillend auf der Couch verbringen.
Mein Gedanke ist daher, dass es vllt besser gänge wenn ich direkt nach dem Stillen für zwei Stunden rausgehen würde und sie so quasi zwingen würde bei der nächsten Mahlzeit ordentlich zu trinken. Danach halt wieder raus. Ich weiß nicht wie lange ich das machen müsste und ob meine Theorie überhaupt in der Praxis funktionieren kann. Hier hoffe ich auf Erfahrungswerte vom Forum :)

Nächste Woche sind wir nochmals im Krankenhaus für ein schlaflabor bei beiden und eine kleine OP wegen Klumpfüßen bei einer von beiden und ich bin jetzt schon ein nervliches Wrack wenn ich daran denke, dass ich wieder das Geschrei in Kauf nehmen muss.
Danach würde ich unseren Tagesablauf halt versuchen umzustellen und wirkliche Mahlzeiten statt ständigem Dauernuckeln zu provozieren.

Nicht falsch verstehen - ich will keinen starren Vietstundenrhythmus oder ähnliches. Aber so wie jetzt geht es auch nicht weiter...


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spacerabbit
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Re: Dauerstillen und Tagesablauf

Beitrag von spacerabbit »

Uff, das hört sich ja wirklich ganz schön anstrengend an, und erstmal Hut ab, dass Du bis jetzt so viel Kraft und Energie hattest! Wie ist es denn, wenn Du mit den beiden unterwegs bist? Schlafen Sie im Kinderwagen? Beide zusammen tragen ist wohl auch schwierig, oder? Ich habe keine Erfahrung mit Zwillingen, aber bei der Kleinen war anfangs auch Dauerstillen tags und nachts angesagt. Ich hab sie anfangs fast immer im Tuch gehabt und die Zeiten, in denen sie schlief, genutzt, um auch, meistens mit ihr vorne, ein Schläfchen zu machen. Da hat sie dann schon mal eine Stunde am Stück geschlafen. Oder kann Dich Dein Mann oder Deine Familie mal entlasten und die beiden mit dem Kinderwagen oder Tuch beschäftigen? Dann hast Du Zeit zum Verschnaufen. Und ein kleiner Trost: Es wird immer besser, nach ca. drei Monaten konnte ich bei meinen beiden wirklich bald so was wie einen Rhythmus erkennen, und das Schlafen wird auch immer besser. Halte durch!
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Re: Dauerstillen und Tagesablauf

Beitrag von jusl »

Nun komme ich langsam aber sicher an meine körperlichen Grenzen und möchte natürlich auch nicht den ganzen Tag stillend auf der Couch verbringen.
Mein Gedanke ist daher, dass es vllt besser gänge wenn ich direkt nach dem Stillen für zwei Stunden rausgehen würde und sie so quasi zwingen würde bei der nächsten Mahlzeit ordentlich zu trinken. Danach halt wieder raus. Ich weiß nicht wie lange ich das machen müsste und ob meine Theorie überhaupt in der Praxis funktionieren kann. Hier hoffe ich auf Erfahrungswerte vom Forum :)
Probier es aus. :wink:
Mein Erfahrungswert ist recht eindeutig: Am einfachsten ist es, wenn man einfach akzeptiert wie es ist, und v.a. die positiven Seiten der Situation zu schätzen lernt. Nach 10 Monaten Vollstillen würde ich ebenfalls sagen: Da war viiiiel Zeit auf der Couch dabei, und ich fand das super. Ganz viel Fernsehen, Lesen, Telefonieren, Surfen,.... Die Zeit DANACH fand ich persönlich ehrlich gesagt viel anstrengender als die paar Monate auf der Couch - da liefen die Babys wenigstens noch nicht in unterschiedliche Richtungen weg, während ich versuche das Auto abzuschließen. ;-)

Alles Gute für die Klinikzeit!

LG
Julia
iphigenie
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Re: Dauerstillen und Tagesablauf

Beitrag von iphigenie »

Julia,
du hast sicher Recht und das Annehmen der Situation ist wohl auch mein Problem :(

Ich fühle mich so unnütz und "faul" wenn ich den ganzen Tag auf der Couch sitze und stille und kuschle. Und leider bekomme ich dies auch teilweise von meinem Umfeld (indirekt, für direkt haben sie nicht den A... In der Hose) vermittelt :(


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lalelu2
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Re: Dauerstillen und Tagesablauf

Beitrag von lalelu2 »

Ich kann dir kurz von einer Freundin (wohnte in meinem früheren Haus mit, daher konnte ich es gut beocachten) mit Zwills berichten: Das Ehepaar war ziemlich gut betucht, so dass sie es sich leisten konnten, ein halbes Jahr zusammen Elternzeit zu nehmen.
Die meiste Zeit sass meine Freundin wirklich irgendwo herum und hat gestillt, kaum war sie mit dem einen fertig, brachte ihr Mann schon den anderen Zwilling, den er derweil oft im Kinderwagen um den Block schieben musste, damit so lange Ruhe war, bis sie mit stillen fertig war.
Was ich damit sagen will: selbst für zwei Leute war die Situation total anstrengend und ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand der sich das genau anschaut, dich für faul hält.
iphigenie
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Re: Dauerstillen und Tagesablauf

Beitrag von iphigenie »

Oh doch! Ich könnte nämlich abstillen und "was richtiges" füttern. Dann könnten erstens andere helfen und zweitens wären sie dann auch mal 3-4 Stunden ruhig...

*ironie off*


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Katha
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Re: Dauerstillen und Tagesablauf

Beitrag von Katha »

als kl. Hase so alt war wie Deine 2, bin ich auch den ganzen Tag auf der Couch gesessen oder im Bett gelegen, habe entweder gestillt, oder Hase hat geschlafen und wurde weinend wach, sobald ich mich rausstehlen wollte.
Ich habe mich auch immer wieder gefragt, wie ich das mit Zwillingen hätte schaffen können (habe nämlich ein Sternchenpärchen).
Mein Freund war ständig damit beschäftigt, mir Essen und Trinken zu bringen. Er kam auch zu kaum was anderem, als sich um mich zu kümmern.

Also meinen großen Respekt an Dich!

Obwohl ich diese Zeit verflucht habe, fehlte sie mir dann umso mehr, als kl. Hase mobiler wurde und diese Ruhemomente weg waren.
Auch ich kann daher nur fürs "Annehmen" plädieren.

Ob das Flaschenfüttern von Zwillingen wirklich soooo viel unstressiger ist, hm.
Du kannst ja mal, wenn der Hinweis kommt den RatSCHLAGENDEN fragen, ob er/sie dann auch Nachts kommt, zig Mal aufsteht, und Dir die Fläschchen bringt. Und ob er/sie dann auch den ganzen Abwasch macht inkl. Sterilisieren etc. Und das dann in der Frequenz, in der Ihr jetzt stillt.
Weil dass die Kleinen dann seltener trinken würden, ist ein Gerücht!!! Oder wird oft mit Schreienlassen erkauft.
Und es gibt zwar Kinder, die seltener als 8 Mal in 24 h trinken - die Gefahr, dass die eine Gedeihstörung haben, ist aber durchaus größer (das sollte man gerade Großeltern an den Kopf werfen; auch, wenn das so natürlich verkürzt ist)
Katha mit dem Hasen *01/2012
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, Denn sie haben ihre eigenen Gedanken." Khalil Gibran[/color]

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iphigenie
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Re: Dauerstillen und Tagesablauf

Beitrag von iphigenie »

Katha,
oh ja, wie gern würde ich den Schlaumeiern sowas sagen.
Das Problem ist nur, dass sie - wie gesagt - ihre weisen Erkenntnisse nicht DIREKT von sich geben sondern eher so unterschwellig mitschwingen lassen. Du verstehst?
Ich hasse das denn man kann so schlecht darauf reagieren...

Und ich bin bei sowas ohnehin sehr angreifbar.

Erst gestern wieder so eine Situation:
meine Mädels sind derzeit abwechselnd stationär zur Schlafschreibung und ich bleibe - aus psychologischen Gründen für meine große Tochter, anderes Thema - über Nacht nicht im KH. Das fällt mir logischerweise nicht gerade leicht und macht mich halt auch traurig und ich hab ein schlechtes Gewissen.

Da nimmt meine SchwieMu eine der Mädels aufn Arm und säuselt ihr ins ohr: "ihr armen! Müsst allein da bleiben, Mama geht heim!" blablablubb

Toll! Vielen Dank auch!


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Lucccy
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Re: Dauerstillen und Tagesablauf

Beitrag von Lucccy »

iphigenie hat geschrieben:Da nimmt meine SchwieMu eine der Mädels aufn Arm und säuselt ihr ins ohr: "ihr armen! Müsst allein da bleiben, Mama geht heim!" blablablubb
Eine Frechheit.

Mit Zeit zum Nachdenken wäre eine passende Antwort: "Ihr seid da nicht alleine, da sind Menschen, die sich gut um Euch kümmern, wenn Mama nicht dasein KANN."

Gruß Lucccy
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Katha
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Re: Dauerstillen und Tagesablauf

Beitrag von Katha »

Für Sprüche solcher Art habe ich hier im SuT mal eine tolle Standard-Antwort gelesen (da muss man sich nur einen Satz als Masterplan merken):
"Das hast Du jetzt nicht wirklich gesagt?!?!!!!!!!!!!"
Einmal konnte/musste ich ihn bei meiner Mutter anbringen, der Blick war :shock: und sie ist augenblicklich zurückgerudert.

Falls Du Dir blöde Blicke Blicke zuwerfen lassen musst, könnte auch ein:
"Was guckst Du so????" erwidern, evtl. ergänzt durch "damit hilfst Du keinem von uns."
Katha mit dem Hasen *01/2012
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
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