Abstillen wegen zu wenig Flüssigkeit?

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ulmue
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Abstillen wegen zu wenig Flüssigkeit?

Beitrag von ulmue »

Hallo,
ich brauche dringend ein paar Ratschläge, versuche mal, die Situation möglichst kurz verständlich zu beschreiben:
Meine Tochter, 16 Monate, wird noch gestillt, und zwar vor allem abends zum einschlafen und nachts nach Bedarf (schwankt so zwischen 4 und 8 mal, oft auch nur kurzes "Einschlafnuckeln"). Ab und zu dann noch mittags, ebenfalls zum einschlafen. Sie wird also fast nur noch gestillt, wenn es ums einschlafen geht, ansonsten möchte sie kaum noch an die Brust.

Jetzt das Problem:
Seit einigen Wochen hat sie fast immer sehr harten Stuhl und quält sich fast jeden Tag. Sie weint und schreit dann manchmal richtig, und es tut mir jedesmal wirklich weh, wenn sie wieder durch diese Tortur muss.
Nachdem wir es erst über die Ernährung (viel Birnen, Pflaumen, keine Möhren...) und dann auch noch mit Milchzucker versucht haben und sich dadurch nichts geändert hat, hat ein Gespräch mit dem Kinderarzt ergeben, dass sie wahrscheinlich zu wenig Flüssigkeit aufnimmt. Tatsächlich trinkt sie an manchen Tagen wirklich nur so wenig Wasser, dass mir das auch schon zu wenig vorkam.
Nun versuchen wir alles, damit sie mehr trinkt: verschiedene Getränke anbieten, verschiedene Trinkgefäße nutzen... Aber auch das hat bisher wenig Erfolg: zwar trinkt sie an manchen Tagen etwas mehr, an anderen aber dann auch wieder extrem wenig.

Auf meine Frage, wie ich sie denn noch dazu bewegen könnte, mehr zu trinken, sagte der Kinderarzt schließlich: "Indem Sie abstillen." Er sagte, sie würde dann über den Tag definitiv mehr trinken, während sie im Moment wohl keinen Bedarf sieht, weil sie ja spätestens abends/nachts an der Brust trinken kann.

Jetzt bin ich ratlos: Eigentlich wollte ich noch nicht abstillen, aber ich möchte natürlich auch nichts unversucht lassen, um sie von ihren Qualen zu befreien. Ist es denn tatsächlich so, dass die Kinder mehr Flüssigkeit aufnehmen, wenn sie nicht mehr gestillt werden? Muttermilch ist doch auch Flüssigkeit?

Viele Grüße,
ulmue
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ulmue mit Töchterchen (6/2012)
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MaareMum
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Re: AW: Abstillen wegen zu wenig Flüssigkeit?

Beitrag von MaareMum »

Also ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Kind so denkt. "Ich trink jetzt nix, denn ich werde ja später noch gestillt".
Vielleicht trinkt sie nach dem Abstillen auch nicht mehr und dann bekommt sie noch weniger Flüssigkeit. Und dann? Dann ist sicher trotzdem das Stillen schuld, weil du dein Kind so lange verwöhnt hast *ironie-aus*

Was ist, wenn du ihr mehr flüssiges Essen anbietest. Suppen und Eintöpfe? Sehr wässriges Obst (Orangen, Trauben, im Sommer Wassermelone)...

***kurz und knapp vom Handy***
Gruß, MaareMum
mit dem Großkind (2011) an der Hand und dem Kleinkind (2014) im Tuch
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Morgaine47
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Re: Abstillen wegen zu wenig Flüssigkeit?

Beitrag von Morgaine47 »

Ich bezweifel das dass Kind ohne MuMi plötzlich soviel mehr trinkt, dass sie die MuMi durch andere Flüssigkeit ersetzt plus zusätzliche Flüssigkeit. Bloß weil ein Kind nicht mehr gestillt wird hat es ja nicht mehr Durst als vorher (Wobei ich die MuMi jetzt zur Flüssigkeitsmenge dazuzähle). Sie wird dann zwar vermutlich etwas mehr trinken wie vorher, aber sicher nicht mehr mehr, als die MuMi-Menge ausmachte. Versteht jemand was ich meine?

Versuch doch mal mehr Obst und Gemüse mit hohem Wasseranteil anzubieten. Im Sommer hätte ich gesagt Melone, jetzt vielleicht Gurke. Und vielleicht das Essen wo es geht etwas verdünnen.

Wieviel Pipiwindeln hat sie denn am Tag so?
LG
Morgaine

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Re: Abstillen wegen zu wenig Flüssigkeit?

Beitrag von AnWun »

Hei ulmue,

ja! Muttermilch ist (auch) Flüssigkeit und sehr gut verdaulich.,

Ich kenne das Problem- bei meiner Tochter war es ähnlich. Auch sie hat sich eine Zeit lang sehr gequält.. Ich glaub, dass das bei uns in etwa zu dem Zeitpunkt war, als sie deutlich mehr mitgegessen hat als zuvor. Das kommt vom Alter her auch hin.
Sie ist nun 19 Monate alt und wir Stillen nach Bedarf. Manchmal hat sie nun nachts zusätzlich zum Stillen Durst/Hunger. Sie gibt selbst Bescheid und holt sich so was sie braucht.

Ich bin überzeugt davon, dass unsere Kinder wissen was sie brauchen. Durst= Trinken. Wenn du zusätzlich zum Bedarfsstillen Wasser anbietest, wird sich deine Tochter gewiss holen, was sie braucht.
Deine Verunsicherung kann ich verstehen, halte es aber für groben Unsinn Abzustillen. Wie du schon schreibst, geht es beim Stillen ja um Nähe. Nicht nur darum satt bzw nicht mehr durstig zu sein.
Verschiedene Gefäße / Becher anbieten ist doch eine gute Idee!





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08u11
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Re: Abstillen wegen zu wenig Flüssigkeit?

Beitrag von 08u11 »

Ich würde nicht abstillen, eher im Gegenteil.
Unser Großer hatte auch solche Probleme. Der war da aber längst abgestillt. Es ist also keineswegs so, dass mit dem Abstillen automatisch alles erledigt ist.
Leider weiß ich gerade nicht, inwiewiet MuMi stopft oder nicht. Kuhmilch soll man ja bei Verstopfung tatsächlich reduzieren, bzw. kann sie nicht als Flüssigkeit werten. Ich meine, dass das bei MuMi anders ist - weiß das jemand genauer? Gibt's da Quellen? Mein Verdacht wäre nämlich, dass der KiA (wie so viele) in diesem Fall MuMi mit Flaschenmilch verwechselt.
Trinken immer wieder anbieten ist auf jeden Fall gut. Man kann da auch mit Nahrung etwas machen: viel Suppe, Gurken sind ziemlich flüssig, Apfelmus ... . Kuhmilch (falls sie die überhaupt schon bekommt) würde ich wahrscheinlich tatsächlich weglassen. Und ansonsten: Eher mehr stillen als weniger. Mag sie tagsüber keine Milch im Sinne von: Du bietest an und sie lehnt ab? oder ist es nur so, dass sie es nicht aktiv verlangt? Wenn letzteres der Fall ist, würde ich einfach tagsüber wieder Milch anbieten - vielleicht geht Stillen ja besser als Wasser aus dem Glas?
Alles Gute für Euch. Bin mal gespannt, ob noch jemand sicher weiß, ob MuMi stopfend wirkt.
Nina mit A. (11/2008), J. (03/2011), Minimaus (28/01/15), Babyzwerg (15/02/2019) und Weihnachtsengel im Herzen (Januar 2018, 10. Woche)
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Mama im Glueck
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Re: Abstillen wegen zu wenig Flüssigkeit?

Beitrag von Mama im Glueck »

Daß Abstillen zur Folge hat, daß Dein Kind mehr andere Flüssigkeit zu sich nimmt, kann ich mir ehrlich gesagt nicht wirklich vorstellen. Ich bin allerdings keine Stillberaterin, das ist meine laienhafte Meinung.
Ich gehe nur von meiner Erfahrung mit meinen Mädels aus. Die ersten beiden Mädchen tranken lange seeehr wenig, wir hatten ein Sammelsurium an den verschiedensten Gläsern, Trinkbechern, Sigg-Flaschen usw., die aber das Trinken leider nicht förderten.
Mädchen Nr. 3 trank von Beikoststart an mit Begeisterung Wasser und das auch, obwohl sie trotzdem noch sehr häufig über den Tag verteilt gestillt wurde.
Das Trinkverhalten hat sich bis heute nicht verändert.
Tochter Nr. 2 trinkt bis heute (sie wird 10) zusätzlich zu ihrer Tasse Milch am Morgen nur einen knappen halben Liter Wasser oder stark verdünntes Schorle. Wenn wir Glück haben auch mal das doppelte, aber das ist eher selten.
Mein Kinderarzt, den ich natürlich auch schon desöfteren darauf angesprochen habe, vertritt die Meinung, daß manche Kinder einfach viel weniger Flüssigkeit brauchen als andere, das so gewöhnt sind und es deshalb nicht schädlich sei.
Allerdings hatten meine Kinder zum Glück noch nie Probleme mit der Verdauung.

Ich drücke Euch die Daumen, daß Du doch noch weiterstillen kannst und Ihr das Problem mit der geringen Flüssigkeitsaufnahme doch noch irgendwie in den Griff bekommt.
Liebe Grüße von Mama im Glück

Glückliche Mama von drei tollen Mädchen und dem kleinen Sohnemann (10/2012)
ulmue
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Re: Abstillen wegen zu wenig Flüssigkeit?

Beitrag von ulmue »

Vielen Dank für eure schnellen Antworten!

Ich bin ja schonmal froh, dass ihr auch nicht davon überzeugt seid, dass Abstillen wirklich notwendig bzw. überhaupt sinnvoll ist. Mein Gefühl hat mir das auch gesagt, aber es tut gut zu wissen, dass andere diese Meinung teilen.

Mein Dilemma ist nur, dass ich ihr die Quälerei wirklich nicht mehr länger zumuten will und daher eigentlich natürlich nichts unversucht lassen will (aber von der Option Abstillen nehme ich auf jeden Fall erstmal Abstand).
Werde es also nochmal NOCH stärker über die Ernährung versuchen, obwohl wir da wirklich schon viel versucht haben. Sie ißt halt auch nicht alles, was wir ihr anbieten, oder sie ißt es ein, zweimal gerne, und dann will sie es nicht mehr (Birnen und Pflaumen haut sie uns wahrscheinlich bald um die Ohren :? ).
Werde jetzt also nochmal verstärkt Suppen und Gurken, Tomaten (welche Gemüse sind noch sehr wasserhaltig? bei Obst finde ich das einfacher) auf den Speiseplan setzen (plus Obst natürlich).

Da fällt mir noch ein: habe gerade woanders gelesen, dass auch die Vigantoletten (Vit. D-Fluor-Tabletten) zu Verstopfung führen können? Kennt das jemand?

Liebe Grüße und vielen Dank!
ulmue
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ulmue mit Töchterchen (6/2012)
GiGi
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Re: Abstillen wegen zu wenig Flüssigkeit?

Beitrag von GiGi »

Vigantoletten bzw. die Kombination aus Vit D und Fluor wird gar nicht mehr empfohlen nach den neusten Standards. Hier gibts nur reines Vitamin D. Und ja, ich habe shcon oft gehört dass sich das Präparat im verdauungstrakt bemerkbar macht. Aber du gibst die je wahrscheinlich nicht erst seit einigen Wochen.

Abstillen finde ich auch Quatsch. Ich würde ganz konsequent bei einer Sorte Getränk und einer TAsse/ "Verabreichnungsform" bleiben, damit deine MAus die Möglichkeit hat sich dran zu gewöhnen. Wenn du immer was Neues ausprobierst, ist das eher schwierig. Bei uns war trinken mit Strohhalm der Durchbruch.
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Suleikha
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Re: Abstillen wegen zu wenig Flüssigkeit?

Beitrag von Suleikha »

Nur ganz kurz: Soweit ich weiß, macht Mumi den Stuhl eher weicher!!

LG, Suleikha
LG, Suleikha

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Oskaya
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Re: Abstillen wegen zu wenig Flüssigkeit?

Beitrag von Oskaya »

Was bei uns immer ganz gut funktioniert hat, ist sie mit einem Strohhalm trinken lassen. Das ist so spannend, das animiert ganz schön. Man muß halt zusehen, dass sich kein Kreislauf zwischen schmerzhaften Stuhlgang, einhalten, noch schmerzhafterer Stuhlgang entwickelt.

LG und schnelle Besserung
Oskaya mit dem Rübling (03/11) und der Kleinen (06/13)
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