Großeltern-Frage... *ärger*

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Sonnenschein7
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Großeltern-Frage... *ärger*

Beitrag von Sonnenschein7 »

Gerade eben komme ich von meiner Schwiegermutter nach Hause und bin total fertig... Ich wollte euch gerne einmal fragen, wie das bei euch so ist: Seid ihr mit dem Umgang eurer (Schwieger-)Eltern mit euren Kinder "zufrieden"?
Das hört sich irgendwie komisch an, aber ich finde deren Verhalten unserem inzwischen 14-monatigem Knirps gegenüber so unnatürlich, dass mich das jedes Mal total stresst… Es gibt keine „Familienfeier“ mehr, wo wir alle gemeinsam um den Tisch sitzen (ich finde das für Kinder sehr schön, wenn sie das von Anfang an so miterleben dürfen), sondern es ist immer ein Hin und Her, je nachdem wo mein Kleiner hinschaut… Eigentlich schätze ich meine Schwiegermutter sehr, aber was „ihren Enkel“ nun betrifft, erkenne ich sie gar nicht mehr wieder: Ganz zu Beginn war sie so auf ihn fixiert, dass sie – wenn sie zu uns zu Besuch kam oder wir zu ihr – sogar vergessen hat, mich zu begrüßen – oder ich stand fünf Minuten vor der Haustüre, weil sie ihren Enkel, den ich in der Trage hatte, „begrüßen“ musste (sein Gesicht wird dann mit beiden Händen umschlossen und von allen Seiten mit Bussis bedeckt…) … Bei jeder Gelegenheit wird er dann gestreichelt, sei es beim Essen, beim Spielen, beim… Er resigniert manchmal dann schon und versucht jeden Blickkontakt zu vermeiden und ich wundere mich, warum ihr das so nicht auffällt (sie ist eigentlich sehr sensibel und hat eine gute Empathie). Wenn er zu mir kommt, weil er Bilderbuch anschauen will (er ist ein sehr kluges Kerlchen und sucht sich so eigentlich seinen Rückzug), dann plappert sie die ganze Zeit rein, als ob er das Buch gerade mit ihr anschauen würde. Hinzu kommt, dass er bei ihr alles darf: Er begutachtet den Wandteller, der im Sonnenschein glitzert – er wird abgenommen und „begutachtet“. Er darf mit den Kerzenstumpen spielen, wertvolle Porzellanschüsselchen (sammelt sie) hin und her sortieren, mit Telefon und Brille spielen – das sind alles Dinge, die er bei uns (aus gut überlegten Gründen) nicht darf. Insgesamt ist es so, dass er bei/mit ihr, überhaupt keine Chance hat irgendwie einmal zur Ruhe zu kommen – mich ärgert das immer maßlos. Findet ihr das übertrieben? Rege ich mich über etwas auf, worüber andere – die keine Großeltern vor Ort haben – dankbar wären? Ich würde mich sehr über eure Einschätzung freuen!!! Vielleicht ist ja ein wertvoller Tipp für mich dabei…
mirabelle
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Re: Großeltern-Frage... *ärger*

Beitrag von mirabelle »

Hallo!
Das klingt für mich nach "typisch Oma" ! Lass ihr doch die Freude, sie sind ja nicht jeden Tag beieinander, oder? Und dass Kinder bei den Großeltern mehr dürfen ist ja auch ganz normal.
Diesen Luxus kann man sich als Oma doch leisten!
lg
kleines Koalabärchen 07/12

"Ehe man eigene Kinder hat, hat man nicht die leiseste Vorstellung davon, welches Ausmaß die eigene Stärke, Liebe oder Erschöpfung annehmen kann."
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Sakura
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Re: Großeltern-Frage... *ärger*

Beitrag von Sakura »

So war es bei uns auch und ist es immer noch. Ich hake das mittlerweile als typisch Oma ab. Und: Mäusel liiiiieeeebt ihre Oma!!!!!! :-)


Mein iPhone leistet sich eine eigene Meinung zur Rechtschreibung...
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)

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anni1110
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Re: Großeltern-Frage... *ärger*

Beitrag von anni1110 »

Ja, die lieben Oma´s, die dürfen das. Hat ne Weile gedauert, aber mittlerweile nehm ich das so an und bin da sehr relaxt und freue mich für meine Kinder und die Großeltern.
Liebe Grüße
anni mit Wintersohn (2006), Herbsttochter (2008) und Frühlingskämpfer (2013)
Novalia
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Re: Großeltern-Frage... *ärger*

Beitrag von Novalia »

Ich seh das ein bischen „differenzierter”. Es gibt Dinge, da drück ich alle beide Augen ganz feste zu. Weil ICH sie ganz furchtbar finde und es mir total widerstrebt, dass das Oma so macht. Ein Beispiel ist zB dass er mit allem spielen darf, Dinge extra von der Wand genommen werden oder in (furchtbarem :oops: ) Dialekt und Babysprache mit ihm gesprochen wird. Da sage ich mir einfach, wir sind hier nicht jeden Tag. Er weiß, dass „das Handale” eigentlich Hand heißt und weiblich ist und ich klapp einfach meine Ohren zu.

Bei anderen Dingen schreite ich ein und sage sofort was (zB „emotionale Erpressung”) oder rede mit dem Großeltern alleine, wenn ich etwas nicht möchte. ZB wollte die eine Oma Leo „herumreichen” als er noch ganz klein war, da bin ich sofort eingeschritten. Als er einen Keks essen sollte, hab ich ihn nur unauffällig abgelenkt und in einem ruhigen Moment der Oma erklärt, dass er keinen Zucker bekommt.

Wir sind nur sehr selten bei den Großeltern, weil sie sehr weit weg wohnen. Je öfter wir dort wären umso deutlicher würde ich auf „unseren Weg” bestehen.

Mach dir klar, was für dich „zu verschmerzen” ist und was absolut nicht geht. Das musst du dann eben im Gespräch mit der Oma klären. ZB auch, dass sie sich nicht beschweren darf, wenn die Brille kaputt ist.

Dein Kleiner wird aber bestimmt bald lernen, dass er manche Dinge bei Oma darf, aber zuhause nicht. Das sag ich Leo dann auch immer, wenn ich was verbieten muss, was er bei Oma darf :)

Und ich arbeite da echt an mir, dass ich nicht zu streng bin. Großeltern dürfen verwöhnen ;)


Wenn wir bei meinen Eltern ankommen ist es auch so, dass Leo sofort bestürmt wird. Da hab ich aber schon recht energisch abgeblockt und gesagt „Jetzt lasst uns erstmal ankommen, ihr habt noch den ganzen Nachmittag”

Sorry, alles ein bischen wirr. Ich schreibe vom Handy und hab jetzt einfach alle Gedanken eingetipselt, die mir in den Kopf kamen :oops:
mit großem Knups an der Hand 07|12, kleinem Knups auf dem Rücken 02|15 und meinen Sternchen Luca *13.01.17 und *03|14 für immer im Herzen

Weder Bilder, noch Klänge, noch Wort´
könnten beschreiben, was an jenem Ort
mit mir geschehn, als ich dich gesehn
in jener Nacht den Schein hast entfacht.

Schandmaul
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Nautilus
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Re: AW: Großeltern-Frage... *ärger*

Beitrag von Nautilus »

Ich schliesse mich an, bei Oma muss es nicht so laufen wie daheim und ich halte sie auch für kompetent genug, ihren Umgang mit dem Enkel zu finden. Ich finde es auch wichtig für mein Kind, dass die Grosseltern sich authentisch ihm gegenüber verhalten können.
Für mich kommt Deine Schwiegermutter sehr liebevoll und zugewandt rüber, sie hätte wahrscheinlich gern mehr Kontakt und es klingt, als wäre das Dir zu viel?
Ab und an rege ich mich auch mal über meine Schwiegermutter (oder meine Mutter) auf, aber nie ernsthaft, ich weiss, was ich an ihr habe und dass wir in den wirklich wichtigen Dingen ähnlich ticken und das ist schließlich der Schlüssel zu einem entspannten und glücklichen Familienleben.

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Liebe Grüße, Nautilus mit Sommersohn (7/12) Frühlingstochter :smilie_und_kind: :slürp* (3/17) und den zwei Herbststernen (09/11+ 11/15)
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palme56
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Re: Großeltern-Frage... *ärger*

Beitrag von palme56 »

Typisch Oma :wink:

Ich sehe es meist ganz entspannt. Wenn er bei Oma mit dem antiken Geschirr spielen darf - bitte, nicht meins. Auch das rumtüddeln finde ich für mich zwar nervig, aber was solls. Mein Kind kann sich da gut wehren, wenn er nicht mehr möchte, rutscht er weg oder schiebt den Arm beiseite. Wenn Oma 5 Sachen Obst anbietet, weil Kind sich nach 2x beißen umentscheidet, muss ich das ja nicht aufessen.

Was ich allerdings auch bei den Großeltern nicht toleriere ist das Thema essen und ungewollten Körperkontakt (beides nur bei den Eltern meines Mannes :? ).
Früher ging es um die Beikost heute um Süßigkeiten, da gibt es bei uns klare Rgeln und die gelten überall. Außerdem möchten wir nicht, dass der Kleine herumgereicht wird, die Hand oder ein Küsschen geben muss, wenn er nicht möchte und auch auf den Arm abgreifen bei deutlicher Gegenwehr. Wenn er zu uns möchte, darf er das ebenfalls ohne Diskussion.
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bienenmeister
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Re: Großeltern-Frage... *ärger*

Beitrag von bienenmeister »

Hach ich habe gerade einen thread auf, indem das alles-machen-dürfen in einem ziemlichen Unfall gipfelte.

In diesem Punkt würde ich nochmal nachhaken.

Ansonsten schreite ich sehr viel ein und reguliere sowohl schwiegers als auch meine eigenen Eltern. Authentische Großeltern sind toll - dem würde ich aber nicht meine eigene Authentizität opfern.

Süßigkeiten finde ich z.b. nicht so schlimm wie emotionale Erpressung oder gar Erziehung.

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mit Äffchen (02/2012) und Sommerhoffnung (07/2015)
Tragen für Fortgeschrittene: Heute mal ohne Tuch!

.... lost in translation ....
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palme56
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Re: AW: Großeltern-Frage... *ärger*

Beitrag von palme56 »

Süßigkeiten sind bei uns auch nicht grundsätzlich schlimm, nur, wenn sie eine Mahlzeit ersetzen sollen.
Emotionale Erpressung kennt der Kleine glücklicherweise nicht.

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Re: Großeltern-Frage... *ärger*

Beitrag von Sonnenschein7 »

Erst einmal: Habt vielen Dank für eure ehrlichen Antworten! Ja, vermutlich muss ich da bei einigen Dingen "umdenken"... Wie mir das gelingen soll, weiß ich allerdings noch nicht... Ich sehe es auch so, dass es bei den Großeltern anders laufen darf (und ja auch soll) und das den Großeltern das "Verwöhnen" durchaus gestattet ist. ABER ich finde halt, dass es Sachen gibt, die gehen einfach nicht und die kommen dort so gehäuft vor, dass ich eigentlich den Babysitter der Oma spielen müsste (-; Mein kleiner Mann hier ist total auf Technik fixiert und wenn er bei der Oma mit dem Telefon spielen darf, dann möchte er das Zuhause natürlich auch - mit 14 Monaten versteht er den Unterschied zwischen "bei Oma" und "Zuhause" noch nicht... Auch finde ich es nicht in Ordnung, wenn er ihre Brille runterziehen darf; wenn er das dann bei anderen Kindern macht, ist das für die nämlich nicht lustig und ich möchte nicht immer "ausgleichen", was ihm dort "antrainiert" wird (Oma freut sich in der Situation ja und das verstärkt sein Interesse für Brillen). Was Aufenthalte bei der Oma angeht, so finde ich dennoch, dass es ein Kind verdient hat, dass es einen "festen Rahmen" gibt, in dem es sich sicher bewegen darf. Wenn es assoziativ von A nach B und von B nach C gezogen wird, um Dinge anzuschauen (nur weil es zappelt und eigentlich runter will), dann bringt ihm das total aus dem Gleichgewicht und er ist total reizüberflutet, was mir einfach nur leid für ihn tut... Vermutlich muss ich mit der Oma wirklich einfach mal darüber sprechen, aber ehrlich gesagt, weiß ich nicht wie, weil ich finde, dass dies ja dann auf eine gewisse Weise bevormundend ist... Sie ist da sehr sensibel und ich möchte ihr ja die Freude mit ihrem Enkel ja auch nicht nehmen... Ja, aber wer weiß, vielleicht findet sich ja bald eine Lösung...
Für eure Rückmeldung bedanke ich mich nochmals, denn sie haben mir wirklich hilfreiche Denkanstöße geliefert. Und wer weiß: Vielleicht sehe ich das ein oder andere das nächste Mal ein bisschen weniger "schwarz" (-; Danke!
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