Hallo,
ich bin ziemlich verzweifelt und benötige dringend Hilfe beim Stillen meiner 6,5 Wochen alten Tochter und hoffe, dass mir eine der hier anwesenden Stillberaterinnen helfen kann.
Es ist mein erstes Kind und wir stillen leider von Anfang an mit Stillhütchen, die uns von einer Kinderkrankenschwester gegeben wurden, da ich anfangs noch nicht wusste, dass die Dinger für uns zum Problem werden könnten. Hätte ich das gewusst, hätte ich sie abgelehnt, und uns anders durch die Startschwierigkeiten gekämpft. Im Krankenhaus habe ich die Vormilch mehrmals abgepumpt und mit dem Fingerfeeder gegeben. Außerdem wurde sie einmal ohne mein Wissen und einmal durch mich zugefüttert. (Durch mich auch mit dem Fingerfeeder.) Seit wir zu Hause sind, wurde sie ausschließlich voll gestillt.
Vor gut zwei Wochen waren wir bereits eine ganze Woche lang tagsüber "stillhütchenfrei".
Dann haben abendliche Schreiphasen begonnen, als deren Ursache wir erst jetzt die Vigantoletten identifiziert haben. Die lassen wir jetzt weg. Da mein Baby so geschrieen hat, wollte ich sie nicht auch noch ärgern, indem ich die Stillhütchen weglasse.
Die letzte komplette Mahlzeit ohne Stillhütchen ist jetzt genau eine Woche her.
Seitdem merke ich, wie sich ihre Trinktechnik deutlich verschlechtert. Vorher hat sie sowohl mit als auch ohne Stillhütchen einen kräftigen Zug drauf gehabt und meiner Meinung nach korrekt getrunken. An der linken Brust hat sie ohne Stillhütchen jedoch schon immer meistens ständig ab- und angedockt, aber trotzdem gut getrunken. Jetzt saugt sie an den Stillhütchen nur noch wie an einer Flasche oder trinkt mit ganz geringem Zug, was auch einfach ist, da die Stillhütchen wie von selbst volllaufen. Direkt an der Brust trinkt sie kaum noch, und wenn, dann lange nicht mehr so kräftig, und an beiden Seiten meist nur noch mit ständigem ab- und andocken. Meist schläft sie dann an der Brust ein und wenn sie wach wird, weint sie wegen dem fehlenden Stillhütchen, dass ich ihr dann auch gebe.
Nun hat sich ein weiteres Problem ergeben: Seit dem Wochenende merke ich, wie meine Milch immer wässriger wird. Das sieht man ja gut in den Stillhütchen. Sie fühlen sich beim Auswaschen auch längst nicht mehr so fettig an. Zudem hat mein Baby seitdem auch grünen Stuhl.
Zu allem Überfluss hat sie seit letzter Woche auch nur 60 Gramm zugenommen, während sie in der vorherigen Woche noch ganze 270 Gramm zugenommen hat. Auch davor hat sie immer um die 200 Gramm zugenommen. (Geburtsgewicht 3725 Gramm, gestern 4700 Gramm)
Ich denke, ich esse und trinke genug. Stress hatte ich "nur" wegen den Schreiabenden und jetzt wegen der geringen Gewichtszunahme. Ich vermute, ich habe kein Problem mit der Milchmenge, sondern mit der Qualität. Meine Brust ist vor dem Stillen immer voll/ hart. Unsere Stillmahlzeiten dauern schon immer sehr lange. Mit Windelwechsel sind wir schon mal bis zu 1 1/2 Stunden beschäftigt. Daher schließe ich aus, dass sie zu kurz an einer Brust trinkt. Ich vermute, es liegt an den Stillhütchen und damit verbunden an ihrer neuerdings schlechteren Technik. Den Milchspendereflex spüre ich noch (denke ich) als Ziehen/Druck in der Brust. Ich habe heute morgen eines der Stillhütchen oben abgeschnitten, um zu testen, ob wir die Stillhütchen auf diese Weise loswerden können.
Mein Baby macht soweit einen gesunden Eindruck. Sie brüllt jedenfalls nicht ständig vor Hunger. Ich habe zwar nicht gezählt, aber sie hat m.M.n. genauso oft nasse Windeln und Stuhlgang wie zuvor. Aber sie weint immer öfter, wenn ich sie anlegen möchte, auch manchmal, wenn ich ihr die zweite Seite anbiete. Meist ist es aber wieder gut, wenn ich sie aus der "Stillhaltung" in eine andere Position bringe. Ich habe aber den Eindruck, dass sie kürzer bzw. nicht mehr so viel trinkt. Im Allgemeinen erscheint sie mir unzufriedener, wenn sie wach ist. (Vielleicht sehe ich aber auch schon Gespenster ...) Wir haben sie in den letzten Tagen nicht so viel im Tuch getragen, sondern lieber auf dem Arm, da sie im Tuch immer sehr lange schläft und dann locker mal 4 oder 5 Stunden ohne Stillen durchgehält. Ich wollte jetzt aber, dass sie jetzt lieber öfter wach wird und stillen will. Vielleicht war auch das ein Fehler!?
Meine Hebamme möchte, dass wir Zufüttern, wenn sie bis Montag nicht mindestens 100 Gramm zugelegt hat. Das möchte ich unbedingt verhindern, da ich davon überzeugt bin, dass Vollstillen das Richtige für mein Kind ist. Leider neige ich dazu, bei Schwierigkeiten in Kombination mit angedrohten Gegenmaßnahmen innerlich schnell zu kapitulieren. Zudem habe ich hier niemanden, der meine rationale Überzeugung, dass Stillen das Natürlichste der Welt ist, und dass fast jede Frau stillen kann, teilt und mich unterstützt. Ständig bekomme ich gesagt, dass Zufüttern doch nicht so schlimm ist, etc.
Ich hoffe, Ihr könnt mir helfen.
Was kann ich tun, um die Milchqualität zu verbessern?
Was kann ich tun, damit mein Baby wieder richtig trinkt?
Und ab wann ist es wirklich erforderlich, zuzufüttern?
1000 Dank und viele Grüße,
Anett