Abstillen - aber wie??

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Katexx

Abstillen - aber wie??

Beitrag von Katexx »

Hallo zusammen,

ich habe einen 8 Monate alten Sohn, den ich aus unterschiedlichen Gründen gerne abstillen würde.

Seit dem 5. Monat isst er Beikost, und eigentlich wollte ich ihn seit mehreren Wochen allmählich abstillen (gemäß der Infos hier aus der Linksammlung).

Das klappt aber nicht!

Zum einen hat er begonnen, nachts fast ununterbrochen zu trinken. Erst dachte ich, es liegt am Zahnen...mittlerweile hat er vier Zähne. Ein paar Wochen später hatte er die Windpocken, da dachte ich, es läge am kranksein...jetzt ist auch das vorbei, und er tut es immer noch. Er meldet sich allerspätestens alle 2 Stunden und trinkt dann mindestens 20 Minuten. Und zwar ist es ein gemächliches Trinken ("nuckel, nuckel, nuckel, schluck...(Pause)... nuckel, nuckel, nuckel, schluck... "usw.). Nach wie gesagt 20 bis 40 Minuten nehme ich ihm die Brust weg, dann schläft er weiter in seinem Bettchen (bei uns im Zimmer), bis zur nächsten Runde. Würde ich ihm die Brust nicht wegnehmen, würde er damit im Mund weiterschlafen und währendessen immer mal ein Schlückchen nehmen.

Hier bekam ich den Tipp, im Liegen zu stillen und einfach selbst weiterzuschlafen: geht aber nicht. Sobald ich einnicke (und die Brustloslasse, sodass diese wackelt...oder das Kind wackelt...ist das sehr schmerzhaft wegen der Zähne, und schon bin ich wieder wach).

Zum anderen trinkt er partout nicht aus der Flasche! Laut Kinderärztin soll er Folgemilch bekommen, nimmt er aber nicht. Egal aus welcher Flasche, mit welchem Sauger, von welcher Firma. Auch keine Pre-Milch.

Essen tut er (nach überstandener Krankheit) wieder ganz gut: Morgens Fingerfood (Z.b. Brot mit butter, gurke, Banane), mittags Gemüse (entweder Stückchen oder Brei), Nachmittags Obst-getreide-Brei und abends seit einigen Tagen Milchbrei - da geht aber auch nur eine bestimmte Sorte mit Bananengeschmack. Selbstgekochten Mich/Gries-Brei isst er nicht.

So, und jetzt ist guter Rat teuer: Laut Kinderärztin muss er unbedingt Folgemilch trinken, wenn ich abstille. Habe schon mehrfach gehört, dass wenn ich ihm die Brust einfach nicht geben würde, würde er dann schon irgendwann die Flasche nehmen. Der Hunger würde den Sauger schon reinzwingen. Zum einen finde ich das übel, mein Sohn ist es auch definitiv nicht gewohnt, dass man ihn schreien lässt oder irgendwie "zwingt".

Anderseits MUSS ich irgendwie bis nächsten Monat abgestillt haben, weil ich es arbeitstechnisch dafinitiv nicht anders hinbekomme. Mein Sohn kommt nicht in die Fremdbetreuung, sondern wird von Papa und Oma versorgt, aber die können nun mal nicht stillen.

Wenn ich bislang stundenweise abwesend war, habe ich angepumpt. Im Oktober bin ich aber mehrfach jeweils zwei Tage und Nächte am Stück weg.

Zudem habe ich den Eindruck, dass es einfach mit dem Stillen zu ende geht. Ich "weiß", dass die Brust sich dem Bedarf anpasst, aber ich habe ein körperlich sehr anstrengendes Leben (bin sozusagen Berufssportler) und fühle mich erschöpft und einfach "am Ende". Mein Sohn war immer normgerecht entwickelt, ist in den letzten Wochen aber bereits langsamer gewachsen und hat auch langsamer zugenommen. Untergewicht besteht nicht. Kontrolltermin beim Kinderarzt ist in 4 Wochen.

Ich kann die Stillerei nicht mehr leisten und frage mich nun, WIE ich abstillen kann?

Ich würde mich garnicht gut fühlen, im Oktober einfach wegzufahren und zu denken "Ist Papas Problem, wie der jetzt Milch ins Kind und das Kind ans Schlafen bekommt."

Danke!
AnneKaffeekanne
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Registriert: 23.07.2010, 12:28

Re: Abstillen - aber wie??

Beitrag von AnneKaffeekanne »

wenn du mit dem vater des kindes zusammenwohnst würde ich ihn in den abstillprozess sehr stark mit einbinden.
erstmal nachts aus dem schlafzimmer ausziehen, dann riecht dein kind zum einen die milch nicht und zum anderen bist du nicht da um "nachzugeben".
der papa kann dann das kind trösten, es ist also nicht allein, und darf seinen ärger zeigen.
mit der folgemilch kenn ich mich nicht aus, aber habt ihr mal versucht ihm getränke im becher anzubieten? mit 8 monaten ist er dafür eventuell schon groß genug, oder erstmal aus dem becher auf nem löffel.
dann hat dein mann auch etwas, dass er nachts anbieten kann.
und dann würde ich das an deiner stelle eben durchziehen. also keine ausnahmen mehr.
und mich eventuell darauf einstellen, dass der sohn dann ein paar tage extra aufmerksamkeit und trösten braucht. also nen zeitpunkt wählen in dem im besten fall energie dafür da ist.
und vergesse nicht auf deine brüste zu achten :) also nicht jetzt am ende nen milchstau bekommen oder so.
hier melden sich aber bestimmt noch die fachfrauen :)
alles gute und viel durchhaltevermögen und ich hoffe der papa zieht mit, denn ich denke, das ist die beste lösung.
liebe grüße
anne mit tochter mai 2010


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Re: AW: Abstillen - aber wie??

Beitrag von MaareMum »

Warum muss er Folgemilch trinken?
Er ist doch alt genug und hat offenbar Spaß am Essen. Da braucht er doch keine Folgemilch. Das Essen steigert sich ja wahrscheinlich von allein, wenn er weniger stillt. Zumindest würde ich das ausprobieren.
Und wenn, würde ich auch Pre statt Folgemilch nehmen. Folgemilch hat keine wirklichen Vorteile und ich mein sogar weniger Kalorien (korrigiert mich bitte wenn falsch).

Hast du es mit einer Flasche Kuhmilch versucht? Ich hab mich zB nach dem Abstillen geweigert, noch auf Kunstmilch umzusteigen und hab ihm zum einschlafen Kuhmilch angeboten. Am zweiten Abend hat er es angenommen und liebt es seither.
Und wenn das auch nicht geht, tun es auch Milchprodukte wie Joghurt und sowas.

Und was sagt er zum Schnuller? Er scheint ja ein Saugbedürfnis zu haben. Mein Kind hat zB den Schnuller auch erst mit dem Abstillen angenommen.

***kurz und knapp vom Handy***
Gruß, MaareMum
mit dem Großkind (2011) an der Hand und dem Kleinkind (2014) im Tuch
Lösche Benutzer 15449

Re: Abstillen - aber wie??

Beitrag von Lösche Benutzer 15449 »

Hi!

Also erstmal würde ich von Folgemilch abraten, wenn dann Pre! Folgemilch hat unnötig viele leere Kalorien ohne vermehrte Nährwerte. (Ja, ich weiß, Kinderärzte sehen das oft anders, ist aber trotzdem nicht so gut...)

Dann würde ich versuchen, dass nachts Papa aufsteht (evtl sogar du oder das Kind aus dem Schlafzimmer ausziehst: Mama nicht sichtbar!) - du bist nun mal die mit den Brüsten, warum sollte er da Alternativen akzeptieren? Stell dir mal vor, du riechst dein Lieblingsessen und sollst dann Eintopf essen... Papa würde ich dann eine Trinklernflasche mit Wasser oder Pre oder 1/2 Wasser - 1/2 Kuhmilch (nicht sofort reine Kuhmilch, das kann den Darm überfordern) und einen Schnuller an die Hand geben. (Unser Kleiner nimmt von mir keinen Schnuller, von Papa schon, solange er mich nicht sieht.) Viele Kinder reagieren oft nach dem Motto: Mama ist da, warum andere Alternativen? - Mama ist nicht da: guck mal, Papa/Oma/etc. ist ja da, geht auch! ;)

Es ist ja löblich, dass du das dem Papa nicht alleine anheften willst, aber im Zweifelsfall (gerade wenn es jetzt innerhalb eines bestimmten Zeitraums sein MUSS), ist er da stark gefragt!

Achte darauf, dass du die Stillmahlzeiten alle paar Tage etwas mehr reduzierst, damit dein Körper Zeit hat, darauf zu reagieren!

Ansonsten: Hebamme oder Stillberaterin fragen, die kennen oft Tricks, da kommst du nicht drauf! ;)

Liebe Grüße und viel Erfolg!
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