Fütterung nach Operation bei herzrankem Baby

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Soleia
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Fütterung nach Operation bei herzrankem Baby

Beitrag von Soleia »

Liebe Stillberaterinnen

Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen.

Meine Kleinste (15 Wochen) wird in den nächsten Wochen zum 2. Mal operiert werden müssen, da sie mit einer Herzfehlbildung (Shone-Komplex) zur Welt kam. Da wir nach der Op erstmal nicht werden stillen können, möchte ich gerne euren Rat, wie wir sie in der Zeit füttern sollen. Ich habe gelesen, dass Fingerfeeding bei Herzkindern nicht empfohlen wird. Und beim bechern und löffeln frage ich mich, ob das im liegen ginge, da wir sie die erste Zeit nicht aus dem Bettchen nehmen können. Falls nur die Flasche bleibt, wie sähe das aus, falls es zur Saugverwirrung kommen würde, bringen wir das in dem Alter wieder hin?

Zur Geschichte: die Kleine kam schon kurz nach der Geburt ins Kinderspital, ich durfte sie jedoch noch im
Gebärsaal beidseitig an die Brust anlegen. Bis zur 1. Op an ihrem 8. Lebenstag, durfte ich nur 2x stillen. Ansonsten bekam sie die Flasche. Danach hatte sie erstmal eine Magensonde und später dann die Flasche und Sonde. Sie hatte eine Minimal und Maximalmenge die sie trinken durfte bzw musste und leider einen vorgegebenen Rhythmus. Stillen durfte ich sie in der restlichen Spitalzeit (18 Tage) ca. 10 mal. Da sie schlecht zunahm, wurde die Muttermilch mit Pre-Nahrung angereichert; ich habe leider erst im Nachhinein erfahren, dass es auch anders gegangen wäre und zb der Rahm meiner Milch hätte gegeben werden können und da ich im Überfluss Milch hatte (1,5l abgepumpt) wäre das kein Problem gewesen. Nun ja, jetzt weiss ichs besser.
Die erste Zeit zu Hause, war sehr schwierig, da sie so wenig trank, stillen ging so gut wie gar nicht. Nach 3 Wochen trank sie besser, ab da haben wir die Anreicherung weg gelassen. Stillen ging aber immer noch nicht richtig. Als auch die Gewichtszunahme mit reiner Muttermilch gut war, habe ich eine Stillberaterin hinzugezogen, um einen Versuch zu starten, meine Kleine war mittlerweilen 10 Wochen. Diese empfahl uns, das Bonding nachzuholen, ich solle mich 3 Tage ausschliesslich um die Kleine und ihre Bedürfnisse kümmern und ihr viel Wärme an meiner nackten Brust geben. Sie hat auch mit meinem Mann geredet und ihm erklärt, wie wichtig es sei, dass wir Ruhe hätten und er sich doch bitte in der Zeit um die grösseren beiden Kinder und Haushalt kümmern solle. Und was soll ich sagen; es war erfolgreich! Die ersten 10 Tage brauchte es noch 1-2 Flaschen pro Tag und seither nie mehr! Schnuller haben wir auch verbannt. Auch die Gewichtszunahme gibt uns Recht. So wie es aussieht, war es das fehlende Bonding und eine Saugverwirrung. Und diese Saugverwirrung, möchten wir, wenn möglich dieses Mal umgehen.

Meine Stillberaterin ist für längere Zeit abwesend, daher wende ich mich an euch Forums-Stillberaterinnen, die mir übrigens während der ganzen Zeit unbekannterweise Hoffnung gegeben habt, dass das Stillen möglich sein wird.

Ich würde mich freuen, einen Rat von euch zu bekommen. Danke!

Liebe Grüsse
Soleia
Soleia mit Tochter 12/05, Sohn 05/11, Tochter 05/13, Sohn 09/17 und *12/15
Lösche Benutzer 7681

Re: Fütterung nach Operation bei herzrankem Baby

Beitrag von Lösche Benutzer 7681 »

Alles Gute für die OP!

Ich lese hier mal gespannt mit, da bei meinem Sohn in den nächsten 2 Monaten auch eine Herz OP (VSD) ansteht.
Unsere Geschichte ist eurer sehr ähnlich.
jusl
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Re: Fütterung nach Operation bei herzrankem Baby

Beitrag von jusl »

Hallo und herzlich willkommen hier.
Da wir nach der Op erstmal nicht werden stillen können, möchte ich gerne euren Rat, wie wir sie in der Zeit füttern sollen.
Kannst Du genauer ausführen, WARUM Stillen nach der OP erstmal nicht gehen soll? (da kommen ja unterschiedliche Begründungen in Frage, "zu anstrengend", "wegen der Hygiene", "bilanzierte Diät" usw. Oft ist Stillen mit kleinen Änderungen im Stillmanagement aber DURCHAUS auch bei kleinen Herzpatienten möglich!.. Deshalb meine Nachrfage.) Und für wie lange schätzungsweise? Das wäre wichtig zu wissen.
Falls nur die Flasche bleibt, wie sähe das aus, falls es zur Saugverwirrung kommen würde, bringen wir das in dem Alter wieder hin?
Ja, ganz bestimmt. Habt Ihr ja schon mal hingekriegt. ;-) Und Deine reichliche Laktation wird da sehr hilfreich sein.

LG
Julia
Soleia
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Re: Fütterung nach Operation bei herzrankem Baby

Beitrag von Soleia »

Liebe Julia

Danke für deine Antwort! Da sie am offenen Herzen operiert werden muss (mittels Herz-Lungen-Maschine), wird der Brustkorb meines Wissens nach, erstmal noch nicht verschlossen (genause Infogespräch mit dem Chirurgen hatten wir noch nicht). Daher denke ich, dürfen wir sie die ersten Tage (wie lange, weiss ich nicht) nicht oder nur wenig aus dem Bettchen nehmen. Aber wenn du mit deiner Erfahrung denkst, dass es auch ein 2. Mal klappen wird mit Umstellung Flasche zur Brust, dann klingt das doch schon mal gut.

Ah, da kommt mir gerade noch eine Frage in den Sinn: wie würde denn das Stillen aussehen, wenn sie eine Maximalmenge hat? Mit Wiegen vor und nachher?

@siijay
Danke, dass können wir brauchen! Wisst ihr schon wann die Op stattfindet oder muss euer kleiner Sonnenschein erst ein Mindestgewicht erreichen?

Lg, Soleia
Soleia mit Tochter 12/05, Sohn 05/11, Tochter 05/13, Sohn 09/17 und *12/15
Lösche Benutzer 7681

Re: Fütterung nach Operation bei herzrankem Baby

Beitrag von Lösche Benutzer 7681 »

Liebe Solaia,

es wurde uns gesagt, es muss in den ersten 6 Monaten gemacht werden. Wünschenswert wären 5kg, ist aber kein muss.

Ihr schafft das ganz bestimmt.
jusl
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Re: Fütterung nach Operation bei herzrankem Baby

Beitrag von jusl »

Danke für deine Antwort! Da sie am offenen Herzen operiert werden muss (mittels Herz-Lungen-Maschine), wird der Brustkorb meines Wissens nach, erstmal noch nicht verschlossen (genause Infogespräch mit dem Chirurgen hatten wir noch nicht).
Dann melde Dich doch noch mal, wenn Du das genauer weißt.
Daher denke ich, dürfen wir sie die ersten Tage (wie lange, weiss ich nicht) nicht oder nur wenig aus dem Bettchen nehmen.
- das ist ein gutes Beispiel, das eben NICHT gegen das Stillen an sich spricht: Du könntest Dich ja auch einfach über Dein Baby beugen, so dass es bei Dir trinken kann, ohne dass es in seinem Bett bewegt werden muss.
Aber wenn du mit deiner Erfahrung denkst, dass es auch ein 2. Mal klappen wird mit Umstellung Flasche zur Brust, dann klingt das doch schon mal gut.
Meine Erfahrung sagt mir aber definitiv auch, dass Stillprobleme VERMEIDEN der einfacherere und damit BESSERE Ansatz ist als Stillprobleme BEHEBEN. ;-) Wenn es eine Möglichkeit gibt weiterzustillen, dann sollte diese auf jeden Fall ergriffen werden.
Ah, da kommt mir gerade noch eine Frage in den Sinn: wie würde denn das Stillen aussehen, wenn sie eine Maximalmenge hat? Mit Wiegen vor und nachher?
Ich bin nicht sicher, was Du mit der Frage nach der "Maximalmenge" meinst. Kannst Du das noch mal genauer erklären?

LG
Julia
Soleia
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Re: Fütterung nach Operation bei herzrankem Baby

Beitrag von Soleia »

Danke für deine Antwort Julia! Übers Bettchen beugen habe ich mir gar nicht überlegt. Mal sehen, weil wenn so viele Leute im Raum sind ist das stillen bzw entspannen nicht gerade einfach für mich (auf der Intensiv hats 5 Bettchen und zahlreiche Pflegerinnen, Ärzte und andere Eltern) und man kann sich leider nicht abschirmen.

Ich möchte eben auch lieber eine Saugverwirrung vermeiden. Habe von jemandem dem Tipp bekommen, mit Spritze zu füttern. Wäre das was?

Mit der Maximalmenge meinte ich, dass sie vermutlich wieder eine maximale Trinkmenge pro Tag hat, zb erst 350ml, später 400ml. So war es jedenfalls beim 1. Mal.
Soleia mit Tochter 12/05, Sohn 05/11, Tochter 05/13, Sohn 09/17 und *12/15
jusl
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Re: Fütterung nach Operation bei herzrankem Baby

Beitrag von jusl »

Ich möchte eben auch lieber eine Saugverwirrung vermeiden. Habe von jemandem dem Tipp bekommen, mit Spritze zu füttern. Wäre das was?
Eine Spritze kommt normalerweise im Rahmen des Finger-Feedings zum Einsatz. Eine Saugverwirrung wird im Grunde nur dann SICHER vermieden, wenn auf den Einsatz künstlicher Sauger verzichet wird (auch Finger-Feeding kann evtl. problematisch sein).
Aber letztlich muss man wirklich individuell schauen, was bei Euch passt. Momentan fehlen noch zu viele Infos, um sozusagen schon im Vorhinein eine geeignete Füttermethode für Euch auswählen zu können.
Mit der Maximalmenge meinte ich, dass sie vermutlich wieder eine maximale Trinkmenge pro Tag hat, zb erst 350ml, später 400ml. So war es jedenfalls beim 1. Mal.
Allerdings war Dein Baby da neugeboren... auch dies ist eine Frage, die mit den Ärzten erst noch geklärt werden muss.

LG
Julia
Miriamama
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Re: Fütterung nach Operation bei herzrankem Baby

Beitrag von Miriamama »

Ich kann kaum glaube, dass sie euch darüber in der Herzklinik nichts gesagt haben! Müssten die es nicht eigentlich am besten wissen? Die kriegen doch bestimmt immer wieder mal kleine Kinder zur Operation.
Soleia
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Re: Fütterung nach Operation bei herzrankem Baby

Beitrag von Soleia »

Danke Julia! Sobald ich mehr Infos habe, melde ich mich nochmals!

@Miriamama
Was meinst du mit: dass uns die Klinik nichts gesagt hat?
Soleia mit Tochter 12/05, Sohn 05/11, Tochter 05/13, Sohn 09/17 und *12/15
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